Erdogan auf dem Kriegspfad

Das Erdogan-Regime hat Syrien und den Irak militärisch ins Visier genommen, seine syrischen Söldner nach Libyen geschickt, um libysches Öl zu beschlagnahmen, und schikaniert Griechenland andauernd. Jetzt provoziert es anhaltende Gewalt zwischen Armenien und Aserbaidschan.  mehr hier

14 comments

  1. Rado

    Erdogam ist insofern zuverlässig, als er alles womit er droht, irgendwann auch macht. Die Aufkündigung des Waffenstillstandes mit den PKK-Kurden, der Krieg in Syrien, der Dschihadismus, den er mit dem IS offen unterstützte. Die Drohungen mit Terror und der Migrantenwaffe. Ach ja, der EU Beitritt kommt auch irgendwann noch, seine Unterstützer in Brüssel können warten.
    Spass beiseite, glaube nicht, dass Erdogan einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Syrien und Griechenland macht. Irgendwann wird er sich auch dort seine Beute holen wollen.

  2. Kluftinger

    @ Rado
    richtige Diagnose!
    Aber dann will niemand etwas von der drohenden Umwälzung und der damit verbundenen Gefahr gewusst haben?
    Historia NON docet?

  3. Rado

    Ps. Und natürlich würde der Westen Griechenland im Stich lassen! Krieg wegen ein paar Touristeninseln in der Ägäis? Urlaub kann man auch bei den Türken als den neuen Herren machen.
    Abgesehen davon hat der Westen eine lange Tradition, westlich orientierte Demokratien für Despotien fallen zu lassen. Einfach des ideologischen Wohlfühlens wegen. Taiwan für China, Israel für seine verwahrlosten Nachbarn, Südafrika für das, was es jetzt dort zu bewundern gibt.

  4. sokrates9

    Ein schönes Beispiel: Man sieht wie sehr die EU, die USA aber auch Rußland bereits destabilisiert sind, sodass größenwahnsinnige “Winzlinge” – wo steht die Türkei wirtschaftlich? – Narrenfreiheit haben.

  5. Rado

    @Sokrates9
    Erdogans Türkei ist absolut kein Winzling. Die gesamte Wirtschaftskraft Deutschlands steht hinter ihr! Und das nicht nur, weil Erdogan der Deutschen Wirtschaft ständig droht. Deutsche Förderbanken pumpen Abermilliarden in die Türkei, zB die EWBE. Da werden Riesenkredite für türkische Unternehmen vergeben. Auch Erdogans Großprojekte, wie die Pipelines oder der Bosporuskanal, wo wird dieses Geld wohl herkommen? Dito die Europäische Investitionsbank in Luxemburg.
    Auch vom Rest der EU erhält er Tributzahlungen in märchenhafter Höhe, das dafür auf Nimmerwiedersehen.

  6. astuga

    Und durch das Schweigen und die Duldung der EU macht sich Brüssel mitschuldig.

  7. Rado

    Ja natürlich! Brüssel hat aus dem Balkankrieg und allen anderen militärischen Konflikten in Europa seit Ende des kalten Krieges eines gelernt:
    Die EU schweigt und nach mehrjähriger Schrecksekunde, wenn das Feuer an Schlachtfeldes verraucht ist, kommt die große Geldgießkanne. Wenn alles gut geht, hat die EU dann am Ende ein paar Beitrittskandidaten mehr. So kann man es auch mit den griechischen Inseln sehen, so sie von den Türken erobert werden würden. Mit einem allfälligen türkischen EU-Beitritt bleibt hinterher alles in der Familie! 🙂

  8. sokrates9

    Man darf die Islöanisierung nicht vergessen! Ist von der Eu anscheinend gewollt. Es zeigt sich ja dass ungebildete Moslemmassen sich leichter lenken lassen und es sie nicht stört in shitholecountries zu leben!

  9. Cora

    Als Griechenland fast aus dem Euro scherte, wurde Griechenland mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung der EU-Länder im Euro gehalten, viele Milliarden sind geflossen. Griechenland ist die Wiege der europäischen Kultur. Falls Erdogan sich an Griechenland vergreifen sollte, wäre Europa gezwungen, die Türkei abzudrehen.

  10. Rado

    @S.g Cora!
    Wenn Sie den Umgang “Europas” mit Slobodan Milosevic in all seinen perfiden Facetten gegenüber seinen Opfern memorieren, vom Grenzkrieg in Slowenien, Vukovar, Sarajevo usw., haben sie das Drehbuch der EU, falls Erdogan über Griechenland herfallen sollte. Und zwar als 100%ige Blaupause 1:1.
    Wie hiess der UNO Beauftragte in Sarajevo doch gleich? Jasushi Akashi oder so. Solche Typen würden auch täglich wieder durchs Bild laufen. Ebenso wie die feigen Holländer des UN Dutchbat.

  11. Johannes

    Erdogan kann vielen Menschen Schaden zufügen. Aber er ist und bleibt eine unbedeutende Figur, das weiß er und je mehr es ihm bewusst wird umso aggressiver schlägt er um sich. Die einzig bedeutenden Verbündeten, welche Erdogan hat, sind die NATO-Partner. Ich bin überzeugt das man im Hauptquartier der NATO sehr beunruhigt ist über einen Verrückten der das Nordatlantikbündnis als seine persönliche Schutzmacht versteht und im Bewußtsein dieses Schutzes unentwegt militärische Flächenbrände verursacht.

    Allein sein Verhalten im Terrorkrieg des IS in Syrien müsste den Ausschluss aus der NATO für die Türkei bedeuten. Man kann keine Terrorunterstützer in diesem wichtigen Bündnis dulden. Tut man es dennoch so macht man sich mitschuldig und schwächt sich moralisch enorm.

    Ich denke im Prinzip ist Erdogan einer Illusion verfallen, er möchte das alte Osmanische Reich wiederherstellen.
    Manchmal hat man den Eindruck er handle taktisch geschickt, vielleicht gerade deshalb weil er sich mehr herausnehmen kann als jeder andere Staatschef welcher mit Europa in engem Kontakt steht.

    Aber ich glaube im Grunde ist er ein Sandkastendiktator der niemals auch nur annähernd die Klasse hat irgendetwas für die Türkei zu erobern.
    Er wird es versuchen, sich dabei mehr und mehr isolieren und entweder wird er am Ende seiner politischen Zeit abgewählt oder er wird altersbedingt am Ende sein. Danach wird auch das System Erdogan zusammenbrechen,
    die Türkei nach Erdogan wird keinen solchen Egomanen mehr hervorbringen.

    Bis dahin werden Europa und die USA versuchen zu kalmieren, es läuft alles darauf hinaus diesen Despoten, ohne das er zu großen Schaden anrichtet, totlaufen zu lassen.

    Mit Erdogan wird niemand mehr ernstlich verhandeln, der Mann ist erledigt, sein Großmachtgetue peinlich, seine ganze Politik auf Konfrontation mit fast allen Nachbarländern ausgerichtet.

    Noch nie war die Metapher vom “kranken Mann am Bosporus“ so richtig, im wahrsten Sinne des Wortes, die Türkei schlittert in die Isolation.

  12. Rado

    @Johannes
    Ihre Zuversicht betreffend Türkei nach Erdogan in Ehren, aber mir ist nicht klar, woher Sie die nehmen. Dasselbe haben manche Beobachter nach dem Tod von Khomeni dem Iran auch vorhergesagt. Und dann wäre es auch das Erste Mal in der Geschichte, dass sich eine islamistische Bewegung ohne äußeres Zutun von selbst todläuft.
    Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Firnis der westlichen Zivilisation in der Türkei sehr, sehr dünn ist. Im Gegensatz dazu ist für Türken der traditionelle orientalische Kern mit seinem Nationalislamismus extrem attraktiv, wie man an den Türken in Europa feststellen kann. Die türkische Expansion ist auch keine Erfindung von Erdogan. Zypern hat sich damals die Militärregierung unter (glaublich) Ecevit erobert. Wie auch die laizistischen Eliten der Türkei ticken, war erst unlängst in einem Gastbeitrag bei A.U. Thema.
    https://www.andreas-unterberger.at/2020/07/sind-alle-trken-in-europa-vollstndig-integrierbarij/

  13. Johannes

    @Rado: Stimme ihnen zu, aber gerade im Iran gibt es eine Jugend der diese religiösen Machthaber gehörig auf die Nerven gehen. Ebenso gibt es in der Türkei eine Jugend welche die mittelalterlichen Ansichten von Erdogan ablehnt und ein westliches Leben bevorzugt.

    Beide Regime werden von der EU und daher von Deutschland hofiert. So gesehen macht sich “(D)EU-tschland mitschuldig wenn dort jungen Menschen der Weg in die Freiheit blockiert wird.

    Wenn man aber die Entwicklung der Meinungsfreiheit in Europa betrachtet so versteht man warum hier eine so große Schnittmenge herrscht. Wir sind in Europa auf dem Weg zu den Vorbildern Iran und Türkei, kommt mir vor.

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