Erfolg verzeihen sie Dir nie…

Von | 27. Juli 2021

(C.O.) Dass in den vergangenen Tagen gleich zwei superreiche und etwas tollkühne Männer, Amazon-Gründer Jeff Bezos und Virgin-Boss Sir Richard Branson – in ihren eigen fliegenden Kisten ins All aufgebrochen sind, wenn auch nur für ein paar Minuten und auch nicht so wahnsinnig weit, markierte den Beginn eines aufregenden neuen Zeitalters: der Ära der privaten bemannten Raumfahrt.

Das dürfte eine ziemliche Erfolgsgeschichte werden. Um so nerviger
 ist freilich das übellaunige Genörgel, das vor allem im Milieu der
 woken Bessermenschen, vorzugsweise eher in der politischen Linken 
angesiedelt, seit dem spektakulären Trip der beiden Rocket-Men
 Musk und Branson losgegangen ist. CNN, neurdings ganz besonders
 um politische Korrektheit bemüht motzte etwa: „Dies scheint ein
merkwürdiger Moment für die reichsten Menschen der Welt, ihre
 ungeheuerlichen Mittel für eine Unternehmung einzusetzen, die 
keinen sofortigen Nutzen für den größten Teil der Gesellschaft hat.“
Und der frühere US-Arbeitsminister Robert Reich, ein linker
 Demokrat, murrte: „Es ist ein Zeichen von grotesker Ungerechtigkeit,
 die es einigen wenigen erlaubt, die Erde zu verlassen, während der

Rest der Menschheit leidet.“ Auch das ORF-Mittagsjournal moserte 
etwas von einem „Spleen der Superreichen“ und fand es „abstoßend“,
dass ein Milliardär seinem 18-jährigen Sohn ein Ticket ins All
spendiert hat. Aus Deutschland kamen, wie nicht anders zu erwarten,
 säuerliche Hinweise auf die Klimaschädlichkeit von
 Raktentriebwerken; Beschwerden darüber, dass zwei „alte weiße 
Männer“ und nicht etwa eine Person fluiden Geschlechts, eine
 australische Aborigin-Transperson oder wenigstes Greta Thunberg ins 
All durften, werden mit Sicherheit folgen. Und der „Spiegel“ motzte, 
ohne Hinweis darauf, welches Verbrechen er Jeff Bezos bezichtigt:
 „Im Grunde müsste Bezos spätestens nach erfolgreicher Landung
sofort von der Steuerbehörde festgenommen werden.“ Hä?

Leute, das ist eine Mentalität, die uns nicht weiterbringen wird. Dass sich heute auf diesem Planeten so viele Menschen wie noch nie eines gewissen Wohlstandes erfreuen können, der Anteil der Armen so gering wie noch nie ist, dass Lebenserwartung, Gesundheitsszustand oder zahllose andere Parameter so gut wie noch sind, das hängt nämlich stark mit unserer unstillbaren Neugierde, unserem Trieb, immer neue Grenzen zu überwinden und neue Territorien zu erforschen, unmittelbar zusammen.

Eine Welt hingegen, in der das nicht mehr erwünscht ist, weil das Klima leiden könnte und alles verpönt ist, was nicht „sofortigen Nutzen für den größten Teil der Gesellschaft hat“ – also praktisch alles – eine solche Welt wäre ziemlich bald ein unmenschlicher, verarmter und todlangweiliger Ort, der früher oder später dem Untergang preisgegeben wäre. Stattdessen aber eröffnet sich, trotz des nervigen Jammerns der Frustrierten, der Menschheit ein ganzes Bouquet an Möglichkeiten, die wir bisher nur aus Science-Fiction-Filmen kannten. Tausende Menschen werden in den nächsten Jahren einen kurzen Trip ins All unternehmen, ein texanischer Unternehmer baut bereits an einem All-Hotel mit sieben Zimmern und gläserner Aussichtskuppel, das schon in drei Jahren an die internationale Raumstation ISS angedockt wird. Tausende neue private Satelliten für jede nur denkbare Anwendung werden demnächst die Erde umkreisen, ein irre lukratives Geschäft: 370 Milliarden Dollar wurden 2020 im Sattelitengeschäft umgesetzt. Allein Elon Musks Internetunternehmen „Starlink“ hat Pläne, bis zu 30 000 Mini- Satelliten ins All zu schießen Aber auch Trips in die Weiten des Alls, zum Mars und darüber hinaus, der Abbau gewaltiger Bodenschätze – all das wird in der näheren Zukunft von privaten Unternehmen realisiert werden. Mit Technologien, die auch auf der Erde spektakuläre Effekte erzielen könnten: die gerade in der Testphase befindliche Rakete „Big Falcon“ von Elon Musk könnte in absehbarer Zukunft etwa 100 Passagiere innerhalb einer Stunde von New York nach Peking bringen, zu einem kolportierten Ticketpreis von weniger als 3.000 Dollar.

Es ist eine verheißungsvolle Neue Welt, die da in wirtschaftlicher, aber viel mehr noch mentaler Hinsicht an ihrem Beginn steht, eine Welt, die der Spezies Mensch zahlreiche neue Optionen schenken wird. So wie unsere Vorfahren fremde Kontinente entdeckten, private Bahnlinien in immer weiter entfernte Gegenden bauten, mit Flugzeugen schließlich auch Durchschnittsverdienern Reisen rund um die Welt ermöglichten, so werden künftige Generationen das All erschließen. So, wie es immer war, weil es in unserer Natur liegt. Und gut so ist.

Richard Branson, 70, hat seit ungefähr einem halben Jahrhundert´davon geträumt, ins All zu reisen. Wir brauchen viel mehr von diesen Träumern, und sollten ihnen die Erfüllung dieser Träumer wo immer es geht, erleichtern, und nicht übellaunig schlechtreden. Bringt nämlich ganz schlechtes Karma.  (“EXXPRESS”)

9 Gedanken zu „Erfolg verzeihen sie Dir nie…

  1. wolfgang brunbauer

    Bravo Ortner.
    Den Gedanken, Greta Thunberg eine solche Reise zu spendieren finde ich besonders reizvoll.
    Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass man, ja ich, der politischen Korrektness und der Kontrolle des Wahrheitsministerium für 10 Minuten entfliehen kann. Kaum aufgewacht rinnt schon wieder das Gesuder aus dem TV über mich.

  2. sokrates9

    Es sind immer einzelne Querdenker die die Welt weiterbringen. Diese müssen mit aller Gewalt bekämpft werden.
    Speziell Europa zeichnet sich da entsprechend aus. Offensichtlich Zufall dass Neuentwicklungen in den USA aber auch Ostasien entstehen.
    Das Kollektiv ist die Gegenkraft die das alles eliminieren will. Gottseidank hat langfristig das Kollektiv noch nie etwas zusammengebracht, schon das Neandertalerkollektiv ist ausgestorben. .

  3. Johannes

    Wahrscheinlich haben die drei Milliardäre ein Raketenforschungsprojekt finanziert das viel dazu beitragen kann diese Technologie zu verbessern.
    Könnte mir vorstellen das sie mit der NASA kooperieren und da vielleicht auch für die Raumfahrtbehörde Vorteile entstanden sind.

    Kim, der Nordkoreanische Diktator löst hierzulande wesentlich weniger Aufregung aus wenn er seine Raketen, ich nehme an, unter chinesischer Aufsicht abfeuert.

    Ansonsten glaube ich das dieses Projekt keine allzugroße Zukunft in Form von Jux u d Tollereireisen hat, als vielmehr der kommerzielle Zweck dem Transport von Satelliten dienen wird.

  4. dna1

    “auch nicht so wahnsinnig weit” ist höflich formuliert. Wenn man die Erde auf einen Meter Durchmesser reduziert, dann waren die gerade einmal +/- 7 Millimeter weit weg, im Vergleich dazu, der Mond ist da noch immer etwa 32 Meter (!) weit weg, vom Mars gar nicht zu reden (6 km).

    Ortner hat natürlich völlig recht mit seiner Argumentation, alles ist nur ein Auswuchs von Neid und Missgunst. Man stelle sich vor, man hätte den Gebrüdern Wright ihren Flug madig gemacht, weil er keinen Fortschritt für die Mehrheit der Menschen brächte, Greta Thunberg hätte nicht zur Konferenz in die USA reisen können, weil die Ersatzcrew für ihr Boot kein Flugzeug für die Anreise dorthin gehabt hätte :-).

  5. TomM0880

    „Es ist ein Zeichen von grotesker Ungerechtigkeit,
 die es einigen wenigen erlaubt, die Erde zu verlassen, während der Rest der Menschheit leidet.“

    Erstens wüsste ich nicht, warum ich leide bzw. für so einen dummen Sager in Haftung genommen werde.

    Zweitens, geht es mir schlechter, wenn mein Nachbar einen Ferrari fährt? Ich würde mich für ihn freuen, dass er es so weit gebracht hat, und mich am Klang des Motors und dem guten Aussehen des Autos erfreuen.

    Ich wüsste nicht, was es der Menschheit gebracht hätte wenn die Milliardäre nicht in den Weltraum geflogen wären.

    Zum Glück bin ich kein linker Neider. Das Leben wäre so langweilig mit so einer Denkweise.

  6. Menschmaschine

    “Leute, das ist eine Mentalität, die uns nicht weiterbringen wird.”

    Diese Neidhammel-Mentalität hat vor langer Zeit eine Ideologie geboren, die man Sozialismus nennt. Die hat auch noch nie jemanden oder etwas weitergebracht.

  7. aneagle

    Wenn es Politikern erlaubt ist (= einigen wenigen) ihren persönlichen Wahnideen zu frönen und erfolglos zu versuchen, der Welt in mehreren hundert Jahren ein bestimmtes klima aufzudrücken und dazu Geld verwenden, welches sie Dritten gegen ihren Willen abpressen, leiden viele viele Menschen ohne, dass es einen unmittelbaren Nutzen für die zähneknirschende Mehrheit der Zwangszahler gibt.

    Um wieviel mehr dürfen Menschen , die nie jemandem Geld entwendet haben, aber bereits bewiesen haben, dass sie imstande sind die Welt zum Besseren zu wenden, Ihre kühnen Träume mit eigenem verdienten Geld verwirklicht zu sehen. Sogar wenn sie alte weisse angeblich toxische Männer sind, haben sie nachweislich mehr geleistet für diesen Planeten, als alle ihre woken Neider zusammengenommen.

    Was könnten diese nutzlosen, in der Realität untätigen, Neider mit 750 Milliarden Euro, die EU-weit für das Klima reserviert sind, für den Hunger der Welt alles leisten, statt von der vergeblichenen Beherrschung des Weltklimas zu träumen während sie, genau so nutzlos aber schweineteuer und sicher nicht klimaneutral, Monat für Monat seit 1992(!) zwischen Brüssel und Straßbourg hin und her pendeln? Was hat frau Ursula vdL bisher geleistet außer die Zerstörung der deutschen Bundeswehr und einen gesundheitsgefährdenden Impfnotstand für jeden einzelnen EU Bürger?

    Da sind mir, auch wenn sie vielleicht nicht besonders sympathisch rüberkommen, die alten weissen Männer mit ihren Träumen für die Menschen allemal lieber als ihre woken unfähigen Neider, vor deren Träumen für unsere Zukunft man sich nur fürchten kann. Ein Glück, dass sie nur untätig in ihren Mainstream-medien mosern.
    https://www.europarl.europa.eu/news/de/faq/19/warum-zieht-das-parlament-zwischen-brussel-und-strassburg-hin-und-her

  8. sokrates9

    aneagle@Was könnte man wirklich mit den 750 Milliarden Euro – zwar Papiergeld aber trotzdem – alles Leisten wenn hier nicht völlig Irre bei einem Anteil von 8% Co2 das Weltklima retten wollen?Riesige Investitionen, Verarmung der Bevölkerung, bringen wird es nichts. Der Grüne Koflacher eill den Verkehr die nächsten 10 Jahre auf 10% reduzieren.
    Selbst beim lockdownmit dramatisch reduzierten Flugverkehr hat man gesehen dass das Null dem Klima bringt.

  9. aneagle

    @ sorates9
    Der ehrenwerte Prof.Dr.Herrman Knoflacher, dessen Thesen ich bei allem Respekt nichts abgewinnen kann, ist glücklicherweise bereits 81 Jahre alt. Neue Verkehrsexperten werden kommen , mit neuen Asichten und neuen Problemstellungen. Das Gute ist: es kann nur besser werden.

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