Erinnern Sie sich noch an “Freiheit”?

(ANDREAS TÖGEL) Unter dem Stichwort „Salamitaktik“ findet sich im Internetlexikon Wikipedia folgender Eintrag: „…ist eine Bezeichnung für die Vorgehensweise, größere Ziele durch kleine Schritte oder Forderungen zu erreichen.“ Ein Lehrbeispiel dafür bildet der systematische Abbau der bürgerlichen Freiheit durch die politischen Eliten in Europa. Nationale Bürokratien und EU-Nomenklatura verstehen sich meisterlich darauf, ihre Maßnahmen auf dem Weg zum rechtlosen Untertanen derart unspektakulär auf den Weg zu bringen, dass sie damit keinerlei Protestbewegungen auslösen.

Ihr Kalkül: Einer Duschkopf- oder Gurkenkrümmungsverordnung wegen bricht keine Revolte aus. Ebenso wenig wegen des Verbots von Glühbirnen oder leistungsfähigen Staubsaugern. Ein Verstoß gegen internationale Vereinbarungen (wie etwa gegen das Verbot der Staatsfinanzierung durch die EZB) hat keinen Aufstand zur Folge. Kein Wunder, denn dass die dadurch in besonderem Maße betroffenen Deutschen nun einmal nicht als Revolutionäre taugen, hat schon weiland Josef Stalin räsoniert: Immerhin müssten sie dazu womöglich den Rasen betreten…

Am Ende des Weges steht der einst freie Bürger als besachwaltetes Mündel eines paternalistischen Gouvernantenstaates. Das Perfide daran: Jede einzelne Einschränkung der Freiheit erscheint als zu unbedeutend, um dagegen aufzustehen – oder sie wird einfach nicht als solche erkannt.

Jean-Claude Juncker: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

In ihrer Gesamtheit führen die vielen kleinen Schritte indes zur dramatischen Veränderung der Gesellschaft. Vergleicht man das Maß an Entscheidungsfreiheit, über das die Bürger noch vor 20, 30 Jahren verfügten mit dem Istzustand, wird das Zerstörungswerk deutlich: Nachdem hunderte schmale Scheibchen abgesäbelt wurden, ist von der Salami kaum noch etwas übrig. Keiner hat etwas davon bemerkt.

Ein weiteres kommt hinzu: Für die breite Masse ist die Wohlfahrtsdemokratie die beste aller Welten. Immerhin sorgen um nichts als unser aller Wohl bemühte Obertanen selbstlos und unermüdlich für das größte Glück der größten Zahl. Das enthebt Krethi und Plethi jeden Risikos, eigene – womöglich falsche – Entscheidungen treffen zu müssen. Nur für den Moment leben und jede langfristige Überlegung, besonders die Sicherheit und die Zukunftsvorsorge betreffend, den politischen Führern überlassen zu können, ist einfach zu verlockend und zu bequem. Konrad Lorenz prägte für dieses Phänomen den Begriff „Verhausschweinung.

Der Widerspruch ist ebenso frappierend wie unerklärlich: Zwar sinkt das Ansehen der Politikerkaste ständig, was sich in zurückgehenden Wahlbeteiligungen und im Erstarken von Protestparteien manifestiert. Dennoch bleiben die Erwartung der Wähler, „die Politik“ werde schon alles richten, ungebrochen.

Wie dem auch sei, böse sind ausschließlich Diktatoren in finsteren, meist weit entfernten Winkeln dieser Welt, die der Segnungen der westlichen Demokratie noch nicht teilhaftig wurden. In „liberalen Demokratien“ dagegen, kann es niemals zum Machtmissbrauch oder gar zu willkürlich gegen die Bürger gerichteten Gewaltakten seitens des Staates kommen. Dafür sorgen allein schon die allzeit wachsamen Massenmedien, die niemals mit den Regierenden gemeinsame Sache machen würden…!

Diese Vorstellung erinnert an das Verhalten Gottlieb Biedermanns in Max Frischs Drama Biedermann und die Brandstifter. Selbst als dessen ungebetener Gast, nachdem er massenweise Benzinfässer auf seinem Dachboden deponiert hat, auch noch Streichhölzer von ihm verlangt, kommt der nicht auf die Idee, dass hier etwas Übles dräuen könnte. Oder besser: Er verschließt lieber die Augen vor der grausamen Realität…

Die systematische Abschaffung der Privatrechtsautonomie und deren Ersatz durch ein zentral gelenktes Kommandoregime (Kinderverstaatlichung, Rauchverbote, Gleichbehandlungsgebote, Diskriminierungsverbote, Einschränkung der Meinungsfreiheit, rücksichtslose Durchsetzung der Genderideologie, Kampf gegen die Bargeldverwendung, etc.) sind unmissverständliche Botschaften der Politbüros an die Untertanen: Wir denken, lenken und handeln. Alles was Ihr zu tun habt ist, uns zu wählen (oder auch nicht – ist ja auch völlig egal!) und zu parieren.

Logische Voraussetzung für das anmaßende Bemühen um die totale Unterwerfung der Beherrschten, ist die systematische Einschränkung und scheibchenweise Abschaffung deren Rechts auf Waffenbesitz. Die in diesem Kampf angewandte Strategie orientiert sich an der gegen das Bankgeheimnis, das Bargeld oder das zensurfreie Internet: An jeder Ecke lauern, so die um unsere Sicherheit besorgten Führer, brandgefährliche Verbrecher, die es zu fassen gilt. Seien es Drogengangster, Mädchenhändler, Waffenschieber oder – das sind die übelsten von allen – Steuerhinterzieher. Gegen diese – und nur gegen diese – sind all die der kollektiven Sicherheit dienenden Aktionen der Regierenden gerichtet. Jede einzelne davon erscheint dem Normalbürger harmlos. Denn wer nichts zu verbergen hat, der kann natürlich auch nichts gegen allgegenwärtige Videoüberwachung, Kontenöffnungen, Internetkontrollen und Hausdurchsuchungen haben. Jeder, der sich kritisch zu derlei Aktivitäten äußert, ist verdächtig – mutmaßlich ein Gangster.

Besonders dubios sind jene Zeitgenossen, die im bekanntlich (so gut wie) kriminalitätsfreien Europa Waffen besitzen wollen. Wozu sollte das denn gut sein? Außer Schaden kann daraus nichts resultieren – also weg damit. Wen kümmert schon ein dadurch faktisch abgeschafftes Notwehrrecht? Was bedeutet schon ein mit einem allgemeinen Waffenverbot verbundener Anschlag auf das Privateigentum? Gemeinnutz geht vor Eigennutz, wie man schon in der guten alten Zeit von 1933 – 1945 sehr genau wusste! Keine privaten Waffen – keine Zwischenfälle, so war das damals. Von Waffen in der Hand von Staatsschergen ging und geht ja bekanntlich niemals Gefahr aus…

Der Umstand, dass nur angepasste Normalbürger Waffengesetze beachten, kriminelle Gewalttäter aber meist wenig geneigt sind, sich um einschlägige Regeln zu scheren, bleibt unbeachtet. Dass der Staat mit einer restriktiven Waffengesetzgebung bewaffneten Verbrechern offensichtlich Vorteile gegenüber rechtschaffenen, aber wehrlosen Bürgern verschafft, ist entweder ein unbeabsichtigter Kollateralschaden, oder, was wahrscheinlicher ist, ein eiskalt kalkulierter Teil der Gesamtstrategie des Leviathans, dem die zunehmende Gewaltkriminalität auf hochwillkommene Weise in die Hände spielt.

Der immer schwerer bewaffnete Staat (in die Hochrüstung der Polizei gegen Bürgeraufstände wird immer mehr Geld investiert – sie braucht inzwischen sogar Panzer, um ihren Aufgaben nachkommen zu können!) – zieht alle Register, um sich ein möglichst genaues Bild vom rechtmäßig erworbenen Eigentum seiner Untertanen zu machen. Wozu mag das wohl gut sein?

Die Parallele zu den Geschehnissen in Max Frischs Stück springt ins Auge. Alle Vorbereitungshandlungen haben bereits stattgefunden. Was jetzt noch fehlt, ist der finale Showdown. Und der wird sich umso problemloser gestalten, je weniger Gegenwehr die Büttel des Leviathans zu erwarten haben.

Noch jede zu allem entschlossene Regierung hat beizeiten für die Wehrlosigkeit ihrer Ziele gesorgt. Ob Armenier in der Türkei, Grundbesitzer in der Ukraine oder Juden im nationalsozialistischen Deutschland: Die Entwaffnung der präsumtiven Opfer stand stets ganz oben auf der Agenda der politischen Eliten. Und was unterscheidet die Gewaltregime des 20. Jahrhunderts vom Brüsseler Politbüro – außer dass letzterem wesentlich weiter entwickelte technische Mittel zur Überwachung und Unterdrückung der Bürger zur Verfügung stehen und Adolf H. (im krassen Gegensatz zu den EU-Kommissaren) demokratisch gewählt war?

Es sei daran erinnert, dass die EU mit ihrer „Europäischen Gendarmerie“ (EUROGENDFOR) ganz offen für den Krieg gegen die Bürger rüstet und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (die mit dem Vertrag von Lissabon in Kraft gesetzt wurde) die Todesstrafe durch die Hintertür eingeführt hat. Da heißt es in den Erläuterungen zu Artikel 2, Absatz 2 (Recht auf Leben) in aller Unschuld:

Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um

a.)   jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen

b.)   jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern

c.)   einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen.

Alles klar? Wer gegen die EU-Politik aufmuckt, hat mit ein bisschen Pech auch schon sein Lebensrecht verwirkt. Aufstände aber werden – dank der genialen Wirtschafts-, Finanz-, Währungs- und Asylpolitik deren Zentralkomitees – schon bald europaweit auf der Tagesordnung stehen. Der zitierte Gesetzestext liefert die wasserdichte Grundlage für den umstandslosen „Death by Cop“: „Beim Angriff auf einen EU-Kommissar füsiliert“, „auf der Flucht erschossen“ oder „im Zuge von Unruhen getötet“ – so könnte es bald schon lapidar auf den Totenscheinen lästiger Dissidenten heißen.

Warum sollte ein von seiner Mission überzeugter Euro-Apparatschik sich denn auch großartige Umstände machen, wegen der im Sinne des Gemeinwohls notwendigen Beseitigung kritischer Geister, ein Gericht zu bemühen? Und weshalb in aller Welt sollte den Brüsseler Spitzen oder den nationalen Politeliten mit weniger Misstrauen begegnet werden, als das gegenüber anderen totalitären Regierungen in der jüngeren Vergangenheit angebracht gewesen wäre?

Freie Bürger hatten – und haben – das Recht, sich zu bewaffnen. Sei es zum Spaß oder um sich gegen willkürliche Gewaltanwendung (durch wen auch immer) zur Wehr setzen zu können. Zumindest in der Neuen Welt wird ihnen dieses Recht sogar durch die Verfassung garantiert. Im obrigkeitshörigen, von puritanischen linken Spießern befehligten Europa dagegen, das immer mehr zur Regulierungs- und Steuerwüste verkommt, gelten derlei Bürgerrechte zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen Dreck.

Wer meint, es hier mit den paranoiden Phantasien eines notorischen Schwarzsehers zu tun zu haben, sollte die Geschichte nicht aus dem Blick lassen! Wie Mark Twain einst feststellte, wiederholt die sich zwar nicht, aber sie reimt sich…

Tagebuch

31 comments

  1. O.d.S.

    “Biedermann und der…”

    Ah Sie haben den Gebauer gelesen, nett ;-).
    Schade, dass Sie nur den Punkt mit den Waffen erläuterten. Ich könnte mit einer einzigen Geschichte darlegen, wie unfrei wir wirklich sind und warum es niemandem auffällt.

  2. Michael Schmid

    @O.d.S:
    Lieber O.d.S, dann tun Sie das bitte ! Wie lautet diese Geschichte ?

  3. Christian Peter

    Stimmt alles, bloß Rauchverbote als freiheitsfeindliche Maßnahme darzustellen, geht an der Sache völlig vorbei. Freiheit kann niemals grenzenlos sein, sondern findet seine Grenzen stets dort, wo die Freiheit anderer beginnt.

  4. Michael Schmid

    @Christian Peter:
    Rauchverbote in Privaträumen (und das sind auch Gastronomiebetriebe) SIND eine Einschränkung der persönlichen Freitheit. Punktum. Ich habe kein Recht auf rauchfreie Gasthäuser und würde nie auf die Idee kommen, dafür ein Gesetz zu fordern. Es ist Sache des Eigentümers = Unternehmers, das zu regeln.
    (Und ich bin seit 12 Jahren Nichtraucher und mich nervt der Gestank fürchterlich. Ändert aber nichts an meiner Grundhaltung.)

  5. TomM0880

    @Christian Peter

    Ich bin auch Nichtraucher, doch das Rauchergesetz ist freiheitsraubend.

    Niemand zwingt sie in ein Raucherlokal zu gehen oder?

    Wie der Wirt seine Räumlichkeiten führt geht den Staat nix an.

  6. Herr Superg'scheit

    @Michael Schmid
    Mein Auto ist auch mein Privateigentum mit dem ich machen kann was ich will. Nur besoffen fahren darf ich leider nicht damit, weil ich ANDERE damit umbringen könnte. Frechheit, oder? Das schränkt meine persönliche Freiheit voll ein.

    Diese ewige “Rauchen ist Privatsache-Argumentation” ist unerträglich. Ich darf in privaten Gasthäusern auch nicht in die Ecke gacken. Selbst wenn es der Wirt erlauben würde. Frechheit!

  7. Rennziege

    Sobald Christian Peters sein Schall-und-Rauch-Catchword erbilckt, kopiert er seinen einzigen Stehsatz. Und alle gehen ihm auf den Leim dieser Lappalie.
    Schade, dass die weit übleren Einbußen an Freiheit, die Herr Tögel kundig schildert, dabei unter den Wirtshaustisch fallen. Oder ist das Rauchverbot die letzte Bevormundung, der wir uns noch nicht lammfromm gefügt haben?

  8. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Mich nimmt ja Wunder, daß CP HCS noch immer als den idealen Bundeskanzler sieht; spätestens seit die FPÖ auf den Raucherzug aufgesprungen ist, hätte er eigentlich austreten müssen, so er Mitglied bei diesem Verein ist.

    @O.D.S.
    ref. Rauchverbot; so sollte es sein, eigentlich; aber da wir in einem nanny-Staat leben, werden die verbliebenen Reste der freien Entscheidungsmöglichkeit weiter beschnitten.
    Als nächstes kommt ja die höhere Besteuerung von Süßprodukten und danach die Einschränkung der Abgabemengen (dient ja alles der (Volks)Gesundheit)
    Und somit schließt sich der Kreis für heute, weil da wären wir ja dann beim “nudging” angelangt 🙁

  9. Wernervt

    @Herr Superg’scheit
    Irrtum: Sie können mit Ihrem Auto besoffen fahren, so viel Sie wollen, solange Sie es auf IHREM PRIVATEN
    GRUND, oder auf dem privaten Grund eines anderen, der Ihnen dies gestattet, tun. Was Sie nicht dürfen, ist dies auf fremden (öffentlichen) Grund zu tun. Statt “besoffen” können Sie auch “so schnell sie wollen” oder irgendwas anderes einsetzen.

  10. Enpi

    Das wird sich noch erweisen ob Süßwaren wirklich höher besteuert werden. Und wenn ja na und? Sie können ja eine Partei gründen, die den Leuten das Gegenteil verspricht. Im Prinzip ist es nicht die Schuld der Politiker, daß die Freiheit punktuell abnimmt, sondern die des Volkes, zu dem auch Sie gehören. Also meckern Sie nicht rum. (außer Rennziege, die darf)

  11. A.Felsberger

    Wenn Sie, Herr Tögel, schon den Begriff “Verhausschweinung” verwenden, dann verfälschen Sie ihn wenigstens nicht. Ich zitiere:

    „Der rassische Gedanke als Grundlage unserer Staatsform hat schon unendlich viel in dieser Richtung geleistet. Die nordische Bewegung ist seit jeher gefühlsmäßig gegen die Verhaustierung des Menschen gerichtet gewesen….>

    >Die Verfallstypen durchsetzen Volk und Staat dank ihrer größeren Vermehrungsquote und ihren vergröberten Wettbewerbsmethoden dem Artgenossen gegenüber in kürzester Zeit und bringen beiden aus analogen biologischen Gründen den Untergang, aus denen die ebenfalls asozialen Zellen einer Krebsgeschwulst das Gefüge des Zellstaates zugrunde richten.>

    Erzählen Sie mir mal, was das mit ihrem Begriff von “Anti-Etatismus” zu tun hat.-) Aber Lorenz geht noch weiter wie wir alle wissen: Die “Verhausschweinung” ist nämlich eine direkte Folge der mordernen Zivilisation:

    „Es ging mir darum zu zeigen, daß die zunehmende Domestikation des Menschen seine Menschlichkeit bedroht. Dieses Problem, das mich auch heute noch intensivst beschäftigt, hat sich mir damals zum erstenmal aufgedrängt.”

    Man könnte stundenlang zitieren und immer nur auf das gleiche Ergebnis kommen: Konrad Lorenz war ein Zivilikationskritiker und kein Staatskritiker. Vielmehr muss man fragen, was einen Liberalen dazu veranlasst ihn zu mißbrauchen. Und die Antwort kann nur sein: Dekatent bis in die Knochen, wimmelt der “Laissez-faire-Süchtige” nach “Freiheit”. Er ist das Hausschwein.

  12. Christian Weiss

    Der Grund für Rauchverbote ist kein gesundheitlicher, sondern die Keule der Moralisten. Bevor die Rauchverbote kamen, konnte man fast überall in Restaurants – auch in ausschliesslichen Speiselokalen – rauchen, obwohl es eine erhebliche Geruchsbelästigung darstellt, weil Raucher im Schnitt die besseren Kunden sind. Das wird ihnen so ziemlich jeder Gastwirt bestätigen. Die bösen Raucher kümmern sich nämlich nicht nur nicht um die Gesundheit ihrer Lunge, sie pfeifen auch auf gute Leber- und Cholesterinwerte und das ist einfach eine schreiende Ungerechtigkeit. Während sich Otto-Normalasket-und-Gesundbeter dazu abmüht, Grünfutter reinzuschaufeln, das ihm nicht schmeckt, sich an zuckerfreiem Süsswasser zu langweilen und sich dazu zwingt, nicht in der Nase zu bohren, raucht der Raucher nicht nur fröhlich vor sich hin, sonder frisst und säuft auch noch, auf was er gerade Lust hat. Dem musste einfach Einhalt geboten werden.

    Einen Wirt, den ich mal um seine Meinung zum Rauchverbot gebeten habe: “Weisst Du, ich habe hier eine gute Kundschaft von Rauchern. Die kommen beinahe täglich, konsumieren ordentlich, trinken gerne ein paar Biere oder auch mal einen teuren Wein. Da habe ich Nichtraucher-Pärchen, die kommen zu zweit in meine Pizzeria und dann teilen sie sich einen halben Liter Mineralwasser und trinken je ein “Einerli” Roten (1dl-Glas) und teilen sich dann einen Salat und eine Pizza Margherita, die sie dann noch ohne Käse bestellen.”
    Das ist natürlich nicht repräsentativ, aber so mancher Wirt wird von ähnlichen Erlebnissen berichten können.

  13. Thomas Holzer

    Ja ja, die bösen Genussmenschen, die müssen eliminiert werden, nur so kann der “Volkskörper” wieder gesunden

  14. Rennziege

    11. Juni 2015 – 16:37 — A.Felsberger
    Schon viele Kummerln haben versucht, dem akribischen Verhaltensforscher (und Nobelpreisträger — verdientermaßen!) ein braunes Hemd anzuziehen. Vergebens. Ich schlage vor: Sie ziehen sich dieses Hemmat höchstderoselbst an und tragen es im Kreise der Genossen auf, die ihre Braunhemden ebenso spät weggeworfen haben wie Sie. Eine verständnisvolle Müllhalde wird sich anschließend finden.

  15. Thomas Holzer

    A.Felsberger ist, mit Verlaub, ein Schwadronierer, sehr linkslastig, sich selbst und seine “Thesen” immer exkulpierend, nichts desto Trotz aber ein Phrasendrescher, der den -leider gewählten- Politikerdarstellern nach dem Munde redet

  16. Fragolin

    @Christian Weiss

    Wie wahr, wie wahr.
    Dazu ein besonderes kleines Schmankerl für unsere vorgeblichen Gesundmenschen mit der Moralkeule:

    http://www.kleinezeitung.at/s/lebensart/gesundheit/4750964/AKTest_Schlechtes-Zeugnis-fur-fleischlose-Wurst-?_vl_backlink=/s/steiermark/index.do

    Fett, salzig, gesundheitsschädlich, umweltschädlich, klimaschädlich… Liebe Vegetarier und vor Allem Veganer, die Ihr moralisch höchstwertige Gesundbeter und Tierliebhaber zu sein glaubt (von Umwelt- und Klimaretter mal ganz zu schweigen), wenn Ihr wirklich mit Eurem erhabenen Geist so weit über den fleischlichen Begierden des primitiven Körpers steht, warum giert Ihr dann so sehr nach Wurst, dass Ihr lieber solchen Dreck in Euch reinschaufelt, als einfach überzeugte Salatfresser zu sein???

  17. aneagle

    @Christian Weiss
    Sehr richtiges Posting. Kann man nur unterschreiben. Ich bin Zeit meines Lebens Nichtraucher, gehe aber meist im Cafe in die Raucherabteilung. Warum? Weil es dort nicht so ungelüftet mieft wie unter den säuerlichen Moralisten. Raucher sind entspannter, besser drauf und leben ihren Genuß. Das ist sympathisch und letztlich vernünftiger. Und auch wenn es die CP-Fans nie kapieren werden: Rauchen in Privaträumen ist Privatsache, egal mit welchem Pseudoargument dagegen vorgegangen wird. Hier trennt sich der Liberale vom egozentrischen Amateurfaschisten !

  18. Christian Peter

    Über die Notwendigkeit von Rauchverboten zum Schutz der Nichtraucher kann kein ernsthafter Zweifel bestehen, denn Raucher haben nicht das Recht, Unbeteiligte durch asoziales Suchtverhalten in Mitleidenschaft zu ziehen.

    Man sollte sich an Ländern wie Singapur orientieren, dort ist Rauchen praktisch überall verboten, die Missachtung des Gebots und das Verunreinigen des öffentlichen Raumes mit Zigarettenkippen wird mit Strafen von mehreren Hundert Euro belegt.

  19. Thomas Holzer

    @CP
    Entweder Sie wollen es nicht, oder Sie können es nicht verstehen!
    Endlose Wiederholungen ändern daran nichts.
    In Singapore ist jegliche! Verschmutzung des öffentlichen Raumes verboten, genauso wie bei uns, nur sind dort die Geldstrafen wesentlich höher und Vergehen werden rigoros geahndet.

  20. Christian Weiss

    “Über die Notwendigkeit von Rauchverboten zum Schutz der Nichtraucher kann kein ernsthafter Zweifel bestehen, denn Raucher haben nicht das Recht, Unbeteiligte durch asoziales Suchtverhalten in Mitleidenschaft zu ziehen.”

    Eine Kneipe ist ein privater Raum, den man freiwillig betritt. Nach ihrer Logik müsste man in Schwimmbädern das Wasser ablassen, weil Nichtschwimmer gefährdet werden könnten, wenn sie sich dort aufhalten.

    “asoziales Suchtverhalten” ist zudem wertend und typisch für die illiberale Moralisierung des Rechts von Heute. Da das Rauchen in privaten Räumen eben keine Schädigung von unbeteiligten Dritten darstellt, muss man noch eine moralische Wertung einbauen. Selbiges wird schon bei all den beliebten Anti-Diskriminierungsgesetzen gerne gemacht: “Romas sind vor allem Diebe und Zuhälter” ist – in gewissen Ländern – strafbar, weil der Zeitgeist gerade was gegen Rassismus hat. Die Aussage “Investmentbanker sind alles Gangster” wird hingegen durchs Band bejubelt, obwohl sie eine genau so scharfe Diskreditierung und Pauschalisierung einer über gleiche Eigenschaften definierte Gruppe darstellt. Eine Geschlechterquote wird nur für die prestigeträchtigen und gut bezahlten Geschäftsleitungs- und Managerjobs gefordert, aber natürlich nicht bei den Eisenlegern und Akkordmaurern. Es geht ja nicht wirklich um Gleichbehandlung, sondern um die Moral des Zeitgeists.

  21. Thomas Holzer

    @CP
    Sie verstehen es einfach nicht; ist aber kein Wunder, wenn man so verblendet und indoktriniert ist

  22. Christian Peter

    @thomas holzer

    Ihr (Links-) Liberalen seid ein noch größeres Übel als Sozialisten.

  23. Rennziege

    12. Juni 2015 – 14:47 Christian Peter
    “Linksliberal” ist ein Oxymoron. Schlagen Sie einen Duden auf, so Sie einen besitzen, oder bei Google nach, was dieses altgriechische Wörtchen bedeutet. F.F.! (Fiel Fergnügen!) 🙂

  24. Thomas Holzer

    @CP
    Keine Sorge, in Bälde wird ja der beste Politikerdarsteller der zweiten Republik, HCS, das Bundeskanzleramt übernehmen, dann wird ja alles gut………..
    Vielleicht ermöglicht er Ihnen ja zumindest einen Posten als Staatssekretär; da dürfen Sie dann Ihre Phantasien eines gesunden Volkskörpers versuchen umzusetzen

  25. Christian Peter

    @Rennziege

    Freiheit von Staat und Obrigkeit (‘liberal’) ist selbstverständlich eine linke Weltanschauung. Konservative und Rechtsliberale stehen für einen starken Staat bzw. Recht & Ordnung.

  26. Christian Peter

    Vor allem sind Rauchverbote eine Maßnahme, welche der Freiheit dienen (der Nichtraucher). Daher wird gerade in Ländern, in denen bürgerliche Freiheit und Bürgerrechte einen hohen Stellenwert genießen (z.B. USA, Australien), die restriktivste Tabak-Politik betreiben. In manchen US – Bundesstaaten ist das Rauchen im gesamten öffentlichen Bereich (und öffentlich zugänglichen; Straßen, Parks, Restaurants, Bars, etc.) verboten, um die Freiheit der Nichtraucher zu schützen.

  27. Christian Weiss

    “Vor allem sind Rauchverbote eine Maßnahme, welche der Freiheit dienen (der Nichtraucher).”

    Und Fahrverbote sind eine Massnahme, welche der Freiheit dienen (der Fussgänger).
    Klar. Originelle Sichtweise.

  28. Christian Peter

    Auch Nichtraucher haben Rechte, daher gibt es Rauchverbote. Versteht jedes Kleinkind.

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