Erkenntnis zum Tage

Von | 15. April 2016

Der Glaube, dass die eigene Sicht der Wirklichkeit die Wirklichkeit schlechthin bedeutete, ist eine gefährliche Wahnidee. Sie wird dann aber noch gefährlicher, wenn sie sich mit der messianischen Berufung verbindet, die Welt entsprechend aufklären und ordnen zu müssen – gleichgültig, ob die Welt diese Ordnung wünscht oder nicht. (Paul Watzlawick)

2 Gedanken zu „Erkenntnis zum Tage

  1. gms

    Falke,

    “Passt u.a. genau auf Merkel.”

    Stimmt schon, bloß ist Merkel nur prototypisch für jene Kaste, die einerseits Globalisierung nach bekanntem Muster forciert und diese herbeigeboxte Horizonterweiterung zugleich als Vorwand nutzt, das kurzsichtige Volk von Weichenstellungen fernzuhalten.

    Folgedessen haben wir auf der einen Seite Kräfte, die irdische Schachbretter bespielen wollen und können, dabei aber berechtigt jene als Hindernis wahrnehmen, die dort leben und eigene Vorstellungen von Gut und Böse haben. Damit die Verhaustierung gelingt, zeichnet man das Bild undurchdringbarer Komplexität, bei der alles mit allem zusammenhängt und nur eine einzige, den Herrschern bekannte Gleichung jenes laute Knirschen in der Gesellschaft vermeidet, vor dem es Untertanen zu bewahren gilt.

    Das Menschen hierfür zu implantierende Mem lautet: Egal was wir tun, es muß gemeinsam erfolgen. Weil diese Behauptung intellektuell im Vakuum residiert, bedarf es der flankierenden materiefreien Krücke, einzig mit abgegebener Souveränität ließe sich eben diese bewahren.
    Offensichtlich haben die Weltverklärer ihren Horkheimer und Habermas gelesen, hätte sie es ohne deren Maulwurfstätigkeit nie so weit gebracht. Geraten hätten die beiden linken Vortänzer auf ihrem zwischen Freud und Marx gespannten Seil auch zu prägnanten Parolen, die aktuell als Dauerknattern um Würde und gemeinsame Werte aus jedem Medium dröhnen und jenen als Antihumanisten entlarven sollen, der dabei Brechreiz kriegt.

    Pseudodenker lassen sich mit solchen Matrixpillen abfüttern, und für jene, die nicht ausreichend verkorkst sind zwischen den Ohren, gibt es die Permanentdusche der Angst. Krieg, Geld, Arbeit, Migration, Energie und, als wäre das nicht gruselig genug, obendrein noch Seuchen und Klimawandel — wer jetzt noch nicht eingedenk rezenter und erwartbarer Krisen seinen Ausweis fürs glückliche Sklaventum beantragt, ist entweder kein Mensch, oder bloß Teil einer ignorierbaren Minderheit.

    Sollte es aber die Mehrheit sein, die sich nach Kant’schem Diktum eigener Verstandeskraft bedient, dann tritt Plan C in Kraft, aufdaß Geschichtsbücher später vermelden, es sei nicht die Mehrheit gewesen, und falls doch, so hätte eine heldenhafte Regierung sich standhaft populistischen Strömungen widersetzt, Stärke und Weitsicht bewiesen, messiashaft Leid abgewandt und damit jene paradiesischen Zustände geschaffen, denen wir das vorliegende Historienwerk verdanken.

    “He who controls the past controls the future. He who controls the present controls the past.” — Orwell

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