Erquickliche Gedanken über Miete und Leibeigenschaft

Von | 23. August 2017

“…..Ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass man dereinst die Wohnungsnot in Deutschland und das Versagen der Politik auf eine Stufe mit den Zuständen im New York und London des späten 19. Jahrhunderts stellen wird. Einwanderung ohne Wohnraum verursachte nun einmal Hell’s Kitchen und das Londoner East End, ohne dass man davon auf Long Island oder in einem Herrenhaus viel gemerkt hätte….” (hier)

10 Gedanken zu „Erquickliche Gedanken über Miete und Leibeigenschaft

  1. Chrisamar

    Es ist ja nicht nur der Wohnraum… Die gesamte Infrastruktur in West-Deutschland stammt noch aus den Wirtschaftswunderjahren. Auch die Klärwerke. Bei Regen läuft z.B. in Hamburg, die Kloake ungefiltert direkt in die Elbe und wird an den Ufern angeschwemmt. Stromausfälle kannte ich gar nicht. Im Jahr 2017 passiert das immer mal wieder. 4 Stunden beim letzten Mal. Auch nicht so gemütlich. Es hat mich allerdings gewundert, dass ALDI nicht geplündert wurde. Auf die ländlichen Provinzen kann man nicht ausweichen. Weil es dort keine Bahnhöfe gibt. Der Bus ist nur ein “Schulbus”. Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser, Tankstellen, Discounter, Schulen usw. liegen Kilometer weit weg. Unerreichbar für verarmte, alte oder kranke Menschen. Der Mietwohnraum selbst ist eine Katastrophe. In den Objekten begegneten einem Jahrzehntelanger Sanierungsstau. Ein neu Bad mit Elementen aus dem Baumarkt, wird bereits als “Luxus” angepriesen. Wer das nicht bezahlen kann, suhlt sich in der Wanne aus den 60er Jahren. Hamburg ist bereits verdichtet und wird jeden Tag weiter verdichtet. Überall entsteht der sozialistische Einheitsbau. Die Wohnung innen wie außen, alles gleich. Individuelles wohnen ist für den überwiegenden Teil der Werktätigen in der Freien Wirtschaft, unmöglich gemacht worden. Die Genossenschaftswohnungen bewohnen Beamte. Die heruntergewirtschafteten Genossenschaftswohungen bewohnen die Clans. In Hamburg gibt es Stadtteilen, in denen bereits mehr als 90% Migranten / Schutzsuchende leben. Für die hunderttausende, die im Berufsverkehr auf die Bahn angewiesen, sind die Wege zur und von der Arbeit ein Roulette. Wo wann die Bahn fährt, bleibt bis zur letzten Minute ein Rätsel. Stehen in der Bahn ist Alltag. Zustände wie in Bombai in den 70er Jahren. Auch was die Mischung der Gäste betrifft. Nur morgens um Uhr 6:00 ist man noch “unter sich”. Inzwischen ist es Alltag, dass Menschen auf der Straße abgestochen werden. Auch Terrorwarnungen gehören inzwischen zum Alltag. Das westliche Europa hat etwas verloren. Man nennt es Lebensqualität. Man nahm uns Freiheit und Wohlstand und gab uns dafür Not und Terror. In weniger als 5 Wochen ist Wahl. Es ist an der Zeit etwas zurück zu geben.

  2. Thomas Holzer

    wie wahr, wie wahr, nur leider wird der Autor nicht gehört werden. Vielmehr wird weiter, dafür umso schneller, in die falsche Richtung gerannt

  3. sokrates9

    Thomas Holzer@ Es wird doch versucht nur den Fortschritt darzustellen: beginn Sommergespräche Tarek Leitner zu Strache:.. Es ist doch alles Besser geworden, Karies ist um 75 % zurückgegangen ( Annahme davon versteht Strache ja was…)… sinngemäß: jammern auf hohen Niveau!

  4. Thomas Holzer

    @sokrates9
    Dann hätte der Herr Leitner auch anführen sollen, daß der Schadstoffausstoß des Verkehrs grosso modo auch um ca. 70% zurückgegangen ist. sprich das Verbot des Verbrennungsmotors auch ein “Jammern auf hohem Niveau” ist und daher eine idiotische, kontraproduktive Forderung 😉

  5. stiller Mitleser

    @Crisamar
    sehr interessant! auch in Ö vieles im argen, Zuwanderung erlaubt Buden, in denen ein migrantischer Mieter nach dem anderen nach seinen Möglichkeiten verschlimmbessert hat (der eine stellt eine blecherne, wackelige Duschkabine auf, der nächste errichtet eine Wand in einer dadurch fenster-und abzugslosen Küche, der Dritte pfuscht an den Gasinstallationen) in oberen, und nur durch öffentliche Wohnbeihilfen bezahlbaren Mietkategorien, zu vermieten. Migranten nehmen das hin, weil sie sich ohnehin sofort für
    Kommunalwohnungen anmelden, auf die sie ein paar Jahre (mit Kindern geht’s schneller) warten müssen.
    Dieses Vermieten scheint doch profitabel zu sein, denn warum sonst strebt man – auch bei geringer Liquidität – nach weiteren solcher Objekte?
    Große kommunale Wohnbauten aus der Zwischenkriegszeit – ab den 80ern penibelst in allen Details renoviert – sehen schon wieder heruntergehaust aus, man denkt an London oder Rom, wenn man das sieht.
    Rot&Grün wollen Verdichtung, also werden diese Bauten aufgestockt und bieten Wohnungen für die untere Mittelschicht und Junge an. Aber die Mütter unter diesen neuen Mietern sind unglücklich über die Verhältnisse auf den zu solchen Wohnkomplexen gehörigen Spielplätzen, in den Kindergärten und Grundschulen der Umgebung, wo ihre Kinder natürlich eine kleine, verletzliche Minderheit sind.

    In den Kommentaren zu Don Alphonsos Artikel, hab ich vor Tagen den Hinweis auf “propiska” gefunden, in der Sowjetunion durfte man nicht einfach so und ohne behördliche Erlaubnis nach Moskau ziehen und in Moskau gab es bis zuletzt die “komunalka”, die WG auf Lebenszeit, wo man sich die Mitbewohner (1 Raum pro Familie) selbstverständlich nicht aussuchen durfte.

  6. Selbstdenker

    Die Schlagwörter am Ende vom Artikel charakterisieren die Beobachtungen von Don Alphonso recht präzise: Alltag, Altes Europa, Anstand, Architektur, Elite, Ethik, Fluchtlinie, Fressfeinde, Klassenkampf von oben, Konsum, Moral, Reichtum, Zumutungen der Moderne.

    Die “Ober”schichtler im Jahre 2017 definieren sich nicht über das was sie oder ihre Eltern mittels eigener Leistung geschaffen haben, sondern sie definieren sich aufgrund ihrer “edlen” Eigenschaften (die sie gleichzeitig potentiellen Fressfeinden absprechen) als Oberschicht, der bestimmte Dinge bzw. Privillegien dank Klassenzugehörigkeit selbstverständlich zusteht.

    Als moralische Visionäre sprechen sie zu den ungewaschenen Massen herab und fordern sie zur Buße, zur Enthaltsamkeit, zur Offenheit und zum allumfassenden Altruismus auf. Sie schotten sich hinter Burgmauern ab und versprechen ein bedinungsloses Grundeinkommen, Plattenbauwohnung, Internet-Account und E-Bike, wenn der Pöbel im Gegenzug dafür seine Freiheiten abgibt.

  7. Der Bockerer

    Ist bestimmt reiner Zufall, dass die Mietpreisbremse genau ein halbes Jahr VOR der Grenzöffnung im Bundestag beschlossen wurde. Ein Schelm, wer…

  8. Selbstdenker

    @Der Bockerer:
    Ich habe schon öfters auf diesen Gastkommentar (achten Sie auf das Datum) in der Presse hingewiesen:
    http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/3886740/Flucht-nach-innen-vor-den-globalen-Problemen

    Es ist in der Tat erstaunlich, das sich im Vorfeld der Grenzöffnung alles getan hat: die “österreichische Leerstandskonferenz” fordert die staatlich verordnete Zwangsvermietung von – aus welchen Gründen auch immer – leerstehenden privaten Wohnungen, in einem EU-Land nach dem anderen wurde das “beindungslose Grundeinkommen” eingeführt, “Hatespeech” Gesetze wurden der Reihe nach eingeführt, das Girokonto wurde zufällig zum EU-Grundrecht, etc.

    Und nun stelle man sich vor, dass 1) die Ereignisse der Kölner Silvesternacht nicht an die Öffentlichkeit gelangt wären, 2) die Briten nicht für den Brexit gestimmt hätten, 3) TTIP beschlossen worden wäre und 4) Hillary Clinton die US-Wahl gewonnen hätte.

    Es ist wie ein Putsch, der in der letzten Sekunde vereitelt wurde, jedoch noch immer nicht ausgestanden ist.

  9. Gast*n

    Werter Selbstdenker, vielen Dank für diesen geradezu erschütternd Augen öffnenden Link! Man kennt mich hier in diesem Forum – noch – nicht, wiewohl ich nun seit 1 Jahr als beinahe tägliche Mitleserin zu Gast bin… (wie lange noch ist das wohl möglich?) Was den Autor dieses obigen Pamphlets aus dem Jahre 2014 betrifft, so lohnt sich ein Blick auf seine Facebook-Timeline, insbesondere sein Posting vom 25.8.2015 (wenige Tage vor der unseligen Grenzöffnung) vom Ground Zero. Geradezu gespenstisch!
    Wenn ich nun schon mal hier bin, möchte ich Herrn Ortner recht viel Erfolg – auch in Zukunft – für seinen Blog wünschen, sowie mich bei Selbstdenker, Fragolin aber auch den anderen für ihre wohlformulierten Diskussionsbeiträge recht herzlich bedanken. Trotz all den hier aufgezeigten Miseren, muss man zumindest gelegentlich über Fragolins schwarzen Humor grinsen. In diesem Sinne…

  10. Selbstdenker

    @Gast*n
    Vielen Dank für Ihre wohlwollende Kritik. An jenem Narrativ, der sich zur allgemeinen kognitiven Dissonanz im August 2015 ausgewachsen hat, wurde – so hat es den Anschein – schon länger gearbeitet. Auch über “Lösungsansätze” für die via NGO-Aktivismus zur europaweiten Krise angefachte illegale Migration haben sich einige selbstlegitimierte “Vertreter” und “Konferenzen” schon auffällig früh veröffentlichte Gedanken gemacht.

    Der Autor vom Pamphlet aus dem Jahre 2014 wird in The Vision of the Anointed von Thomas Sowell derart präzise charakterisiert, als wäre ihm dieses im Jahr 1995 in den USA erschienene Buch persönlich gewidmet.

    Besonders auffällig ist die im Phamplet verwendete Sprache:

    “Die Ankömmlinge müssen daher, egal, warum und woher sie kommen, aufgenommen werden. Kommunen und Betriebe sollen definieren, welche Leute mit welchen beruflichen Fertigkeiten sie brauchen können; Hausbesitzer, wie sie etwaige ungenützte Flächen verfügbar machen können.”

    Aus Gemeinden werden “Kommunen”, aus Unternehmen werden “Betriebe” und aus Eigentümer werden (präkäre) “Besitzer”.

    In jener Philosophie, die Leonard Peikoff als radical otherisms bezeichnet, ist die bedingungslose Selbstaufopferung der höchste Wert dem sich diejenigen, die nicht Teil der moralischen Oberschicht sind, erlangen können.

    Legitime Interessen werden ihnen per se abgesprochen, deshalb haben sie den “Wandel” (welchen genau?) zu begrüßen ohne ernsthaft kritische Fragen zu stellen oder dessen Richtigkeit bzw. Sinnhaftigkeit anzuzweifeln.

    Man vergleiche diese Sprache mit jener von Herrn VdB zum Thema Kopftuch.

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