Erst Grexit, dann Euro-Crash?

“….Die amerikanische Großbank Morgan Stanley  fürchtet im Falle eines Grexits dramatische Konsequenzen für den Euro. “Unsere Szenario-Analyse deutet für einen Austritt Griechenlands auf einen Euro-Kurs von 0,90 Dollar hin”, heißt es in einem Report. Aktuell kostete ein Euro noch 1,13 US-Dollar….” (hier)

8 comments

  1. FDominicus

    Na und? Es ist doch gut wenn die eigene Währung schwach ist. Dann kann man doch viel mehr exportieren und die Importe werden auch massiv teurer, damit hat man dann ja Preissteigerungen. Also wo liegt das Problem?

  2. H.Trickler

    In USA ist es schick, in der Schwäche des Eurokurses die eigene Stärke zu erkennen. Einige plagt ja trotz allem noch das schlechte Gewissen und die Furcht wegen der enormen Dollarflut…. Da ist es immer gut wenn es andern noch schlechter geht 😉

  3. Herr Karl jun.

    Die Lösung liegt im Grexit – sowohl für Griechenland als auch für die Eurozone. Diese griechische Regierung ist nicht nur wirtschaftspolitisch zum Geisterfahrer geworden, sondern auch in der Europa- und Sicherheitspolitik unberechenbar und sozusagen garantiert unverlässlich. Die linke Radau-Regierung in Athen will nicht nur ihre Wahlversprechen von anderen finanziert haben, sondern sie will deklarierterweise ganz Europa “verändern”, wobei ein nachhaltiges Konzept nicht erkennbar ist. Fazit: Mit den Griechen ist kein Staat zu machen. Deshalb würde ein Grexit den EURO sogar stabilisieren und unter Aufwertungsdruck setzen.
    ökonomisch Falls ein Grexit ordentlich abgewickelt wird, würde das den EURO sogar unter Aufwertungsdruck setzen.

  4. michelle

    mir kommt das ungefähr so vor wie seinerzeit die Voraussagen, dass zum Jahrtausendwechsel 1999/2000 weltweit die ganze Computerwelt zusammenbrechen würde. Nix ist passiert.
    Genauso unwahrscheinlich vermutlich die große Problematik beim Ausstieg Griechenlands aus dem Euro. Zumindest für Europa. Den Griechen wird’s wahrscheinlich so schlecht gehen wie nie zuvor.

  5. aaaaaaaa

    Grexit ist so absurd wie der Ausstieg des Mississippi aus dem US-Dollar, nur weil sie wirtschaftlich nicht mit Kalifornien mit halten können.

    Das macht überhaupt nichts. Im Gegenteil: Dass der Gouverneur von Mississippi kein eigenes Geld drucken kann, sorgt dafür, dass er sich genau überlegen muss, was er mit seinen Steuereinnahmen macht.

    Das Schlimme am Euro ist nicht der Euro an sich, sondern dass die Regierungen der Mitglieder die Verträge von Anfang an nicht ernst genommen haben. Wie der neue griechische Finanzminister (ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn) es ausdrückte:

    >Die ganze Währungsunion sei völlig falsch konstruiert, sagte Varoufakis „La Tribune“, und das sei Schuld der Franzosen, die mit der Währungsunion die Hand auf deutsche Währungsreserven legen wollten, um über ihre Verhältnisse zu leben

  6. Christian Peter

    Naja, die Interessenlage amerikanischer Banken und Hedgefonds ist eindeutig : Diese sind mit viel Geld in Griechenland investiert, ein Grexit wäre nicht in ihrem Interesse.

  7. Fragolin

    Gar nichts wird passieren.
    Denn 1. würden bei einem Clash Griechenlands die Hosen all jener fallen, die die Kosten für die europäischen Steuerzahler gerade um einen dreistelligen Milliardenbetrag aufwärts geschnalzt haben und 2. ist eine nachhaltige Schwächung des Euro bis zu einer Ramschwährung das inzwischen schon mehrfach öffentlich zugegebene Ziel der EZB-Granden und ihrer Hintermänner. Ein EU-Rubel als Verrechnungswährung, allgemein guter Wohlstand durch Binnenproduktion (warum wohl will man die Textilfabriken der Türken und die Getreidefelder der Ukraine mit dabei haben?), beste Export-Chancen, nur Importware brennt im Börserl; aber Rohstoffe und Energieträger beziehen wir eh nur mehr von unserem Beschützer aus Übersee oder einem wünschenswerterweise eingesetzten Pudel in Moskau.
    Also, die Griechen poltern ein bisschen und alle werden eine Lösung suchen, wie sie im Schatten geschickt gezündeter Nebelgranaten die populistisch ins Fahrwasser geworfenen Klippen so umschiffen, dass der schleichend enteignete Pöbel es nicht merkt. Es wird die Abwertung des Euro ein wenig weiter beschleunigen und alle sind zufrieden. Und die renitenten Deutschen mit ihrer ewigen Vergötterung der starken Währung werden sich auch zähneknirschend fügen und im Interesse ihrer Exportwirtschaft, die Gewinne für die gesamte EU erwirtschaften muss, wie immer einknicken.
    Wetten, dass schon eifrige NLP-Master in den Hinterzimmern an den richtigen Formulierungen feilen, damit der Michel nicht aufwacht?

  8. gms

    aaaaaaaa,

    “Dass der Gouverneur von Mississippi kein eigenes Geld drucken kann, sorgt dafür, dass er sich genau überlegen muss, was er mit seinen Steuereinnahmen macht.”

    Disziplinierend wirkt in den Staaten der quartalsweise Ausgleich von Salden zwischen den einzelnen FED-Distrikten. Dabei wechseln Anleihen und Goldbarren den Eigentümer.
    Eine Endloskreditkarte lokaler Notenbanken in Form ausufender Target-Salden, die nur mit 2/3 Mehrheit der Direktoren gesperrt werden kann, gibt es in den USA nicht.
    Grundlegend falsch ist auch das FED-System (siehe Fiat-Money), doch hat es zumindest ein automatisch limitierendes Element lokaler Willkür.

    faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/notenbanken-das-fed-system-ist-vor-regionalen-schuldenkrisen-abgeschirmt-1655665.html

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