7 comments

  1. Reinhard

    Was für ein jämmerliches Geschwafel!
    Der Befragte gibt zu, dass weniger staatliche Regulierung die Korruption eindämmt und ihm selbst (und das ausgerechnet als im UK, dem angeblich verrotteten Sumpf des thatchernen Neoliberalismus, Lebender) auch keine Fälle bekannt seien, wo Privatisierung zur Verschlechterung der Leistungen oder dem Zwang zu Schmiergeldzahlungen geführt habe, aber, und jetzt kommt es, er denke mal, es könne so sein, dass es das gäbe, wenn es so wäre, wie er sich dächte… Meine Fresse, das ist kein “Sozialathropologe” sondern ein Konjunktivist, dem der ORF-Interviewer auch noch die Stichworte liefern muss, damit aus dem Geschwurbel die dem öffentlich-rechtlichen Propagandaauftrag entsprechende Breitseite gegen den bösen Neoliberalismus abgeschossen werden kann – mit substanzfreiem Wortbrei, gegen den ein Wattebällchen wie eine Granitkugel wirkt!
    Wenn das das letzte argumentative Aufgebot der Staatsgläubigen ist, dann viel Spaß!

  2. Heinrich Elsigan

    Allen anderen wurde öffentliches Geld hinterhergeschmissen. Was nach unglaublicher Inkompetenz oder Kriminalität aussieht, veranlasste die Regierung zu sagen: Die Unternehmen sind zu wichtig, um sie pleitegehen zu lassen, und deshalb half sie ihnen.

    Und wo ist da der Unterschied zu Griechenland?
    Mist, wenn Griechenland aus dem € herausbricht, weil wir es pleite gehen lassen, dann borgen uns selbst die internationalen Finanzmärkte kein Geld mehr oder nur noch zu hohen Zinsen und unsere eigenen Banken gehen noch mehr pleite.
    Die € Rettung war schon von der EZB mit allen Bazookas für Staaten und Banken OK, weil das besser war als:

    Zig Staaten pleite, Zig Banken pleite,
    Einlagensicherung nicht ausreichend vorhanden, Sparer verlieren fast alles.
    Interbankenmarkt broken, Geschäftsverkehr für Firmen plötzlich instabil, Kreditmarkt hin.

    Das eigentliche Probleme danach wird nämlich fast immer ignoriert:
    Manche nicht pleite Staaten, wie Frankreich, Österreich, Italien führten keine Reformen seit 2008 durch und sind jetzt bald dort, wo die Pleitestaaten vorher waren. Deutschland, Holland, baltische Staaten und sonstige nicht € pleite Staaten können nichts dagegen machen, dass in den anderen Staaten keine Reformen stattfinden.
    Deutschland könnte aber jederzeit aus dem € auch heraus, wenn es das wollte.
    Genauso würde ein Nord- und Südeuro nach wie vor funktionieren, aber die EZB trifft kaum Schuld, daran dass das alles nicht zustande kommt! Es sind die mangelnden Lösungs- und Koordinationsfähigkeiten der Nationalstaaten der €-Zone und der mangelnde politische Wille zur nachhaltigen Lösung.

  3. Heinrich Elsigan

    Permanente Steuererhöhungen seit 2000 ist nicht die Schuld der EU,
    Permanente Neuverschuldung der Republik Österreich ist nicht Schuld der EU,
    Privilegienpensionen wie für Fürsten und Zockerei der Landeshauptleute ist nicht Schuld der EU,
    Bankenhaftungen der Bundesländer ist nicht Schuld der EU,
    Mangelnder Reformwille in den Bereichen Verwaltung, Pensionen, Bildung, Föderalismus, Kontrollorganisationen, Kammern, Sozialversicherungsträger, … ist nicht Schuld der EU.

    Auch die neoliberalen Märkte waren in diesen Punkten frei von jeder Schuld!

  4. Mario Gut

    “Sie als Anthropologe: Wie studieren Sie dieses Phänomen empirisch?
    Es ist sehr schwierig, das empirisch zu untersuchen.”

    Was, bitte macht ein im sicheren Fahrwasser einer Universität die Hand aufhaltender “Sozialanthropologe”? Er liest u.a. die “NY Times” und denkt darüber nach, dann kommt sein Gesülze zum Gesülze der NYTimes hinzu, macht Gesülze der 3 bis 4. Generation. Auch in der NY Times, die gerade aus diesen Gründen ebenfalls immer mehr Leser verliert, wird öfter vorgekautes und zweimal verdautes Gesülze neu aufbereitet. Dem Internet sei Dank muss man schon lange nicht mehr auf den vorkauenden, meinungsmanipulierenden ORF zurückgreifen, um sich zu informieren.

  5. Christian Peter

    Ein Portion Wahrheit ist dennoch dran : Monopole sind immer schädlich, es macht keinen Unterschied, ob der Staat oder Private als Monopolisten den Wettbewerb verzerren.

  6. Rennziege

    Allein wenn ich die Berufsbezeichnung “Sozialanthropologe” lese, ein pseudowissenschaftliches Oxymoron erster Kajüte, steigt mir die Grausbirn auf. Und wenn dieser subventionierte James Carrier sich als Keynesianer bekennt, der die “New York Times” und den “Guardian” zu seriösen Zeitungen hochjubelt, leide ich unter akutem Brechreiz.
    Trotzdem hab’ ich mir dieses Geschwurbel angetan. Vorgestriger kann man nicht argumentieren, aber der Mann muss ja seine geröteten Geldgeber bedienen. Dieser Speichelleckerei entspricht naturgemäß die linientreue Begeisterung des ORF für Carriers Pflichtübungen, obwohl diese von der Realität längst Lügen gestraft wurden.
    Wie so oft ist auch dies eine Symbiose geschützter Werkstätten, deren Geschäftsgrundlage aus panwirtschaftlichen Märchenbüchern und Plädoyers für einen krakenhaften Staat besteht. Wird aber, sobald der daraus resultierende Leidensdruck den kritischen Wert erreicht hat, den Wesiren etliche nasse Fetzen um die wohlgenährten, dauergrinsenden Visagen fliegen lassen. (Oder, wie P.G. Wodehouse launig empfiehlt, quite a few sturdy socks filled with wet sand.

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