Es lebe die Krawatte!

“Droht das Ende der Krawatte?”, fragt die FAZ. Warum das Frankfurter Weltblatt darauf kommt? Weil Sparkassen und Privatbanken die Schlipspflicht aufheben und die superflexiblen Betreiber der total hippen urbanen Start ups, Trendbuden und Silicon-Valley-Internetlaboratorien ohnehin casual bis zur Indolenz durchs Arbeitsleben wuseln. Das ist aber keineswegs das Ende der Krawatte, sondern das Ende ihres – meist geschmacklosen – Missbrauchs zur Uniformierung einer in Bürotürmen frönenden Klon-Armee, die sich jetzt eben anders uniformiert. Eine Krawatte trägt der Mann, um sich zu schmücken und seine Konversations- oder auch Kopulationspartner zu ehren, nicht um die Zugehörigkeit zu irgendeiner Branche zu signalisieren. Im Idealfall bindet er die Krawatte auch dann um, wenn er sich allein daheim befindet, also in bester Gesellschaft. Um die Zukunft der Krawatte muss einem nicht bange sein. Sie übernimmt nur wieder ihre Rolle als Distinktions-Accessoire. (Michael Klonovsky)

2 comments

  1. jaguar

    Wie wahr, wie wahr! Treffender hätte man es nicht formulieren können. Und weiterhin gilt: am Design der Krawatte erkennt man Vieles über sein Gegenüber. So wie auch am Nichttragen einer Krawatte.
    Nebstbei: you can learn a lot about a man from his shoes!

  2. Der Realist

    Irgendwer hat irgendwann die Krawatte erfunden, im Laufe der Zeit wurde sie zum Bekleidungs-Accessoire. Modetrends wechseln ständig, und heutzutage ist die Krawatte für den Herrn eben nicht mehr absolutes Muss um perfekt angezogen zu sein, und außer dass sie mitunter auch beengt, erfüllt sie wohl keinen Zweck.

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