Es lebe die Vollkaskomentalität!

Von | 1. September 2017

(Georg VETTER)  Die SPÖ tut wieder einmal alles, um ein Marktsegment dem Untergang preiszugeben. Ziel des nunmehrigen Angriffs ist der Mietmarkt. Statt zu liberalisieren und dadurch mehr Angebot zu schaffen, was wiederum die Preise senken würde, rufen die Sozialdemokraten nach einer universellen Preisregulierung, der Zurückdrängung von Befristungen und der Kostenlosigkeit von Vertragsvermittlungen. Richtig wäre es vielmehr, die Mietzinsobergrenzen („Richtwert“) zu streichen, Befristungen jeder Art zuzulassen, den Befristungsabschlag abzuschaffen und die eigentumsfeindlichen Eintrittsrechte zu minimieren.

In der linken Parallelwelt erscheint die Realität allerdings dann ideal, wenn alles möglichst wenig kostet oder gar gratis ist: Konten, Makler, Kindergarten, Zahnspangen, Internet. Das Bedürfnis nach Staatsaufgaben erscheint unbegrenzt zu sein.

Dass die Möglichkeit, am Markt Geld zu verdienen, zu einem ungeahnten Wohlstandniveau geführt hat, ignorieren die spätmarxistischen Sozialingenieure gerne. Wer sich selbst noch nie am Markt bewähren musste, neigt eben leicht zur Annahme, dass der Staat für alles und alle da zu sein habe. Der Staat als Garant für ein sorgenfreies Leben. Es lebe die Vollkaskomentalität.

Gefördert wird der staatliche Allfürsorglichkeitsgedanke durch die Nullzinspolitik der EZB. Diese führt nämlich nicht dazu, dass die hochverschuldeten Staaten Schulden abbauen (weil die Zinsen so niedrig sind), sondern dazu, dass sie diese weiter aufbauen (gerade weil die Zinsen so niedrig sind). Wer also ein Ende der Nullzinspolitik befürwortet – was auch etwas mit Markt zu tun hat, denn der Zins ist bekanntlich der Preis des Geldes – könnte es durchaus auf die Allfürsorglichkeit der Sozialisten in allen Parteien abgesehen haben.

Mit Schaudern denke ich an den Wahlkampf 2008 zurück, als die Parteien in letzter Stunde in einer Art etatistischem Rausch die Staatskasse plünderten.

Auch wenn ein paar staatlich geförderte Medien noch so intensiv der umfänglichen Betreuung der Menschen das Wort reden: Wir brauchen mehr Markt und wir brauchen mehr Freiheit, wenn wir unseren Wohlstand mehren wollen. Dazu bedarf es mehr Mut und mehr Selbstvertrauen. Zuversicht in die Fähigkeiten der Menschen, nicht in die Allmacht des Staates. Nicht mehr Staat, sondern mehr Mensch ist das Geheimnis eines erfolgreichen Gemeinwesens. Übrigens auch eines erfolgreichen Wahlkampfs.

 

 

21 Gedanken zu „Es lebe die Vollkaskomentalität!

  1. Thomas Holzer

    Schlicht und einfach ersatzlose Abschaffung des MRG.
    Zu 2008:
    “Ihre” ÖVP, Herr Dr. Vetter, hat vor ein paar Wochen gemeinsam mit der SPÖ für Quoten in den Aufsichtsräten ab 2018, gemeinsam mit der SPÖ und fast allen anderen Parteien Pensionserhöhungen über der Inflationsrate beschlossen. (Ob Sie höchstpersönlich auch zugestimmt hatten, habe ich nicht verfolgt) Und noch stehen ein paar NR-Sitzungen vor der Wahl an.
    Soviel von meiner Seite zur Glaubwürdigkeit der ÖVP bez. “mehr Mensch”, mehr Eigenverantwortung und Sparen.

  2. TomM0880

    Im ABGB ist alles geregelt was ein Vertrag (auch Miete) benötigt. Das wichtigste ist ja die übereinstimmende Willenserklärung, damit ein Vertrag zwischen 2 Parteien zu Stande kommt.

    Das MRG ist ein Flickwerk das auf Grund von Bedienung des Wahlvolkes der letzten 40 Jahre (oder noch mehr?) zu Stande gekommen ist.

    Der Besitzlose wird immer besser gestellt. Immer!

  3. Thomas Holzer

    @TomM0880
    Sie schreiben es!
    Ein Großteil der in den letzten Jahrzehnten beschlossenen Gesetze ist redundant und daher mehr als nur überflüssig

  4. stiller Mitleser

    Die Konkordanz mit Herrn Ortners aktuellem Kommentar in der Presse ist nicht zu übersehen und stimmt
    eigentlich traurig.
    Wie ich in meinem gestern dort geposteten Kommentar, den ich heut morgen wiederholt habe, weil ich den gestern geschickten nicht veröffentlicht fand, auch sagte: diese Wählerbestechung mit Krümeln stört niemanden, sich dagegen zu ereifern ist eher ungeschickt, weil es interessante, leider ohnehin nicht sehr bekannte, Thesen der Austrians mit dem Flair des Kategoristischen, Eifernden und Kleinlichen zu konnotieren und zu entwerten droht.

  5. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    Die ÖVP befindet sich zwar seit 30 Jahren ohne Unterbrechung in Regierungsverantwortung, hat aber mit den rechtlichen und politischen Missständen in Österreich nichts zu tun.

  6. Falke

    @Christian Peter
    Deswegen hat ja Kurz die türkise “Volkspartei neu” gegründet, um zu symbolisieren, dass sie mit der “alten” ÖVP und deren mitverschuldeten Missständen nichts zu tun hat.

  7. Thomas Holzer

    @Falke
    und die türkise “Volspartei neu” entfaltet ihre Aktivitäten natürlich erst nach der Wahl -wenn überhaupt, denn ansonsten hätte Kurz und Konsorten weder den Pensionserhöhungen noch der Quote zugestimmt.
    Ein Schelm, der Böses denkt

  8. Thomas F.

    Ein immer größerer Teil der Altbauten in Wien wird nicht mehr vermietet. Aufgrund des vorgeschriebenen, zu niedrigen Preises ziehen es die Eigentümer vor, die Wohnung leer stehen zu lassen, als sich den Stress anzutun, sich wegen ein paar Euros mit Mietern herumzuschlagen, denen es dann am Ende oft noch gelingt, Miete zurückzuverlangen.
    Im freien Marktsegment gibt es in Wien praktisch keine Leerstände aber steigende Mieten. Würde man die Mietobergrenzen abschaffen, käme sofort ein beträchtliches Volumen auf den Markt, das dann das Mietpreisniveau allgemein senken würde.

  9. Liberalex

    @Thomas Holzer

    Ich möchte Herrn Vetter seine liberale Haltung zugestehen, unabhängig davon ob die ÖVP als ganzes dieses Gedankengut in sich trägt.

    Ich hätte gern mehr Abgeordnete von seiner Sorte. In welcher Partei die dann sitzen macht keinen Unterschied für mich.

  10. Thomas Holzer

    @Liberalex
    Dieses Gedankengut gestehe ich dem Herrn Dr.Vetter gerne zu, nur leider hat er anscheinend nicht mal den Mut, bei Abstimmungen, welche diesem seinem Gedankengut widersprechen, den Plenarsaal zu verlassen. Von Stimmenthaltung, ja -horribile dictu- Gegenstimme zum “Klubzwang” schreibe ich gar nicht.
    P.s.: lt. Verfassung gilt das freie Mandat

  11. Thomas Holzer

    Nachtrag: Man könnte auch den alten sozialistischen Spruch abwandeln, indem ich tippe: “Phraseologen aller Länder vereinigt euch”.
    z.B. hier, in diesem Forum, vulgär formuliert, den Liberalen raushängen lassen, im Parlament aber brav alles mit abstimmen, bejahen, was genau diesem heraushängendem Liberalen widerspricht.
    Wahrlich schwierig, derlei Verhalten zu unterbieten

  12. Thomas Holzer

    @Georg Vetter
    Danke, ein einfaches: “Ich habe dagegen gestimmt” hätte auch gereicht.
    Haben Sie auch gegen die Pensionserhöhung gestimmt?

    @CP
    Mittlerweile sollten Sie erkannt haben, daß ich mir Demokratie ein Graus ist; sollte dem nicht so sein, enthalte ich mich jeglicher weiterer Aussage

  13. Rennziege

    1. September 2017 – 16:32 — Thomas Holzer
    @Georg Vetter
    Frage aus gottlob weiter Ferne: Hat Georg Vetter (listentechnisch oder Old Boy Network) eine Chance auf Wiederwahl in die Riege der 95% Sesselfurzerkleber im Nationalrat?
    Demokratie ein Graus: geht mir genauso. In der Verfassung der USA kommt das Wort democracy kein einziges Mal vor; nur von republic ist die Rede, im Sinn der altrömischen res publica, die in Europa planmäßig dem gunstgewerblichen Wieselwort “Demokratie” weichen musste.

  14. Georg Vetter

    @Thomas Holzer

    Die Pensionserhöhung hat die Regierung beschlossen, nicht der Nationalrat.

  15. raindancer

    ich empfehle Talk im Hangar zu schauen, da erkennt man gut wie manche denken
    Kurz war zu Gast, ich bin kein Kurz Fan ..da er leider Merkels Idee mitläuft: Auffanglager in Afrika ..somit wird Österreich noch mehr Asylanten bekommen, solange wir in der EU sind, wird das erzwungen werden.
    Jedoch hat er in der Sendung zum Thema Sozialstaat und Asyl sehr viel Wahres gesagt.
    https://www.servustv.com/de/Medien/Talk-im-Hangar-7175

  16. Thomas Holzer

    @Georg Vetter 17:52h
    1:0 für Sie 😉

    @CP
    “Denn sie wissen nicht, was sie tun”; respektive, wovon sie tippen

  17. Thomas Holzer

    “Die Pensionserhöhung hat die Regierung beschlossen, nicht der Nationalrat”

    Soviel zur viel gepriesenen Demokratie 😉

    @Rennziege
    Sie, als auch ich, scheinen gegen die Mauern der Naivität und Dummheit, ja Verbohrtheit, leider vergeblich anzurennen 😉

  18. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    ‘Denn Sie wissen nicht, was Sie tippen’

    Sie haben offenbar keine Geschichte gelernt. Sie bezeichnen sich gleichzeitig als Monarchist und Liberaler, größer kann der Widerspruch nicht sein.

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