Eugen Freund, die Marie Antoinette der SPÖ

“Für Aufregung hat am Sonntag eine Aussage des SPÖ-Spitzenkandidaten für die EU-Wahl, Eugen Freund, zum Thema Arbeiter-Einkommen gesorgt. Freund hatte im “profil” den Durchschnittsverdienst von Arbeitern auf etwa 3000 Euro geschätzt, was für Verwunderung gesorgt hatte. Auf die Frage “Wie viel verdient ein Arbeiter im Durchschnitt?” meinte Freund: “Ich weiß es nicht – ungefähr 3000 Euro brutto?” Tatsächlich liege es bei 1000 Euro weniger, korrigierte ihn die Interviewerin. Netto liegt das Einkommen laut Statistik Austria bei 1616 Euro pro Monat….” (hier)

13 comments

  1. Der Realist

    das ist typisch für die Abgehobenheit unserer “Eliten”, besonders penetrant seine Aussage: “ich glaube nicht, dass ich was dafür kann”.
    Sein Lebenslauf erinnert stark an Faymann, kein abgeschlossenes Studium, Maturazeugnis kann er allerdings vorweisen, in jungen Jahren Karrierestart im Schoß der Partei und genauso maßlos von sich überzeugt.

  2. Herr Karl jun.

    Ich empfehle das ganze Interview zulesen. Die Fehleinschätzung des durchschnittlichen Arbeitereinkommens erweist sich dann als eine fast harmlose patscherte Wissenlücke. Viel schlimmer ist das, was er sonst noch von sich gab: Die narzistische Nabelschau, die unwissende Verachtung für das SP-Parteiprogramm, das Statement über das Ideal der klassenlosen Gesellschaft, die ausgesprochene Unzumutbarkeit von einer ASVG Pension leben zu müssen oder seine spezielle gutmenschliche Art ab und zu Arbeitslosen mit Interventionen bei “Freunden” zu “helfen”. Ein entlarvender Einblick in das Weltbild eines saturierten ORFlers und Sozialisten. Wohl bekomms!

  3. Reinhard

    Eher der “Narzissus” der SPÖ.
    Ein Dampfplauderer, der es schafft, als eigener Satellit um sich selbst zu kreisen. Und ein glänzendes Abbild vieler Mitgenossen in der obersten Etage der “Interessenvertretung der Kleinen Leute”. Von nix einen Dunst, fett abkassieren aus Steuer- und Zwangsgebührenkassen und sich dann zurücklehnen und süffisant behaupten, in einer “gerechten, klassenlosen Gesellschaft” würden eben alle so fett leben können wie man selbst. Dass man selbst nur so fett leben kann, weil es eine ausgebeutete Klasse (nämlich den abgezockten Mittelstand) gibt, auf dessen Kosten man sich mästen kann, geht solchen Egozentrikern sowieso nicht ein.
    Das Idealbild der “klassenlosen Gesellschaft” lautet ja: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen. Man muss also nur möglichst lautstark möglichst hohe Bedürfnisse formulieren und sich bei jeder Arbeit als komplett unfähig erweisen, um das Leben zu führen, das die Bonzen und Freunderln in der von Zwangsabgaben finanzierten Parallelwelt schon heute genießen. Kein Wunder also, dass sie dieses Prinzip bejubeln.
    Die wirklich Weltfremden sind eben nicht “die Reichen und Unternehmer”, denn die wissen, wieviel sie jeden Monat ihren Arbeitern und Angestellten bezahlen. Nein, sie werden in den geschützten Werkstätten der Parteipfründen gezüchtet.
    Nach solcher Veröffentlichung der Dummheit, Weltfremdheit, Eigenverliebtheit der Führungsspitze einer Partei kann niemand mehr sagen, die Wähler wären getäuscht worden. Nein, wer die SPÖ wählt, weiß, was er da nach oben spült.

  4. mannimmond

    Marie Antoinette wird aufgrund des ihr bösartigerweise unterstellten Ausspruchs “Qu’ils mangent de la brioche!” als Sinnbild für Abgehobenheit dargestellt. Dieser Ausspruch ist vielmehr eine Wanderanekdote und stammt nicht von Marie Antoinette, nachzulesen etwa auch in der Wikipedia.

    Wenn man aber ein Beispiel für Abgehobenheit suchen möchte, braucht man außerdem weder in der fernen Vergangenheit noch im Ausland zu suchen: Ich möchte hier nur an die berühmte Wortspende von Christine Vranitzky in ihrem berühmten Golfplatz-Interview erinnern, als sie berufstätigen Müttern den Vorwurf machte, dass diese für mickrige 5.000 Schilling lieber an der Billa-Kasse arbeiten, als dass sie sich zuhause um die Erziehung ihrer Kinder kümmerten.

  5. Thomas Holzer

    @mannimmond
    Sie schreiben es;
    vor ein paar Jahren “glänzte” ja auch eine junge OEVP Politikerin in einer Rede im Parlament mit ihren Kenntnissen über den Preis einer Wurstsemmel 😉

  6. Reinhard

    @mannimmond
    C.V.? War das nicht diese weltfremde Vertreterin der abgehobenen Sozen-Schickeria, die vollzeitberufstätigen Eltern riet, sie sollten ihre Kinder lieber im Golfclub oder im Reitverein einschreiben, damit sie nicht auf der Straße landen?

  7. mannimmond

    @Thomas Holzer

    Diese von Ihnen erwähnte Wurstsemmelexpertin ist mir nicht bekannt.

    @Reinhard

    Auch diese weitere Äußerung von C.V. betreffend Golfclub und Reitverein ist mir nicht bekannt – was freilich nichts zu sagen hat.

    Wenn Sie einen Link kennen, bitte darum!

  8. beatrix karl moik

    Frage: Christine Vranitzky war auch originell mit “Ich halte nichts davon, dass Frauen Kinder kriegen und sie um sieben Uhr früh abgeben, um dann vielleicht vier- oder fünftausend Schilling zu verdienen”.

    Karmasin: Ja, sie hat Kindern auch Golfspielen empfohlen, als Drogenprävention. Aber es ist auch interessant, was Fiona Swarovski zum Besten gibt: Tipps zum Gemüseziehen auf der Terrasse. Frauen in diesen Positionen sollten doch versuchen, aus ihrem eigenen Leben ein wenig herauszutreten und zu schauen, wie das Leben läuft.

    auch interessant, das ganze interview (ob sie heute das alles auch so sagen würde?)
    http://derstandard.at/1220459236960/Ein-wenig-geistig-eingeschraenkt

  9. Thomas Holzer

    @manimmond
    Diese, zu damaligen Zeiten -ca. 2005- jüngste OEVP-Abgeordnete, nennt sich glaube ich Fr. Fuhrmann, wenn ich mich recht entsinne

  10. Thomas Holzer

    Seid doch bitte nicht alle so gehässig!
    Kann ja schon mal passieren, daß einem pensionierten ORFler der Teleprompter abgeschaltet wird! 😉

  11. gms

    Thomas Holzer,

    “Kann ja schon mal passieren, daß einem pensionierten ORFler der Teleprompter abgeschaltet wird!”

    Oder wenn der Knopf im Ohr mit den Regieanweisungen ausfällt. Es rächt sich halt postwendend und zeitnahe exakt jenes Federbett mit Marionettenfäden, das ihm den Job erst einbrachte.

    Interessant sind auch seine (speziell von ihm selbst so innig gerühmten) Kenntnisse der Politik, die ihn für den Job vorgeblich geeignet machen. Was kommt als nächstes? — Die bekannten und sachkompetenten Bremer-Stadtmusikanten schaukeln in der BRD das Landwirtschaftsministerium, ein Bankomat wird EZB-Präsident, und die UNO engagiert ehemalige Wettermoderatoren zur Klimaverbesserung.

    Auf der anderen Seite des Wahnsinnes firmiert etwa ein David Schalko, seines Zeichens Regisseur und Drehbuchautor, der unlängst im öffentlich rechtlichen Rotfunk “Im Zentrum” echte Quereinsteiger, sofern sie nicht wie etwa wie Helmut Zilk aus dem entsprechenden Milieu (=rot + ORF) kommen, querbeet abqualifierte und statt dessen das Lob auf den reinrassigen Berufspolitiker sang, der bar jeglichen Schnupperns in freier Wildbahn sich exakt jener Belange annehmen darf, von denen er weniger als der Rest der Menschheit jemals etwas hautnahe erleben durfte.

    Vom Kreissaal auf den Ballhaushausplatz, und wenn man links ist auch mal ein Abstecher in die Propagandaorgel — so sieht für rote Politiker und deren Huren der optimale Politiker aus.

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