Euro: Umbau oder Untergang

Von | 21. Juni 2017

“Der Status quo lässt sich nicht aufrechterhalten. Es muss entweder eine deutlich stärkere Fiskalintegration oder ein chaotisches Auseinanderbrechen geben, schreibt Kenneth Rogoff….” (hier)

18 Gedanken zu „Euro: Umbau oder Untergang

  1. Lisa

    Das “Auseinanderbrechen” braucht nicht chaotisch zu werden: es genügt, den Regionen wieder ihre historische, langsam gewachsene Eigenständigkeit zurückzugeben. Chaotisch wird es nur für jene, die ihre Macht dadurch verlieren, bzw. sie mit ander teilen müssen und plötzlich nicht mehr arrogant als global player, Eurolraten, Zentralbanker etc. auftreten können, die sich keinen Deut um das “gemeine Volk” scheren, sondern sie werden sich wieder mitten unter ihm zurechtfinden müssen.

  2. KTMTreiber

    Einer EU in dieser, jetzigen Form prophezeie ich auf kurz, oder lang, ein chaotisches Auseinanderbrechen. Viel zu verschieden sind die einzelnen Interessen der Mitgliedsstaaten. Mitunter war der Grundgedanke kein schlechter, doch was aus dieser “Idee” entsprang, gleicht heute einer “Totgeburt”.

    “Wenn ich alle Dinge richtig betrachte, so komme ich zur Überzeugung, dass in den Fällen dringender Gefahr Freistaaten beständiger sind als Alleinherrscher.”

    Niccoló Machiavelli

  3. Christian Peter

    Mit dem Umbau des Euro ist es noch lange nicht getan. Das Hauptproblem ist der 1993 eingeführte EU – Binnenmarkt, auch mit eigener Währung werden die Südländer samt Frankreich im ungeschützten Wettbewerb mit Deutschland niemals wettbewerbsfähig werden. Ideal wäre beides : Rückkehr zu nationalen Währungen + Abschaffung des EU – Binnenmarktes.

  4. Reini

    Aus Europa wollten schon viele ein Großreich machen, es waren Könige, Herrscherfamilien, Diktatoren,… darunter, keiner konnte es längere Zeit halten, da es zu viele verschiedene Völker mit verschiedenen Kulturen in Europa gibt. Es geht, wie schon damals, um Reichtum und wachsender Wirtschaft der Herrscher, dem eigenem Volk selbst bleibt die Verarschung, denn es sieht nichts von den Einnahmen! …

  5. KTMTreiber

    @Reini:

    Dann werden Sie mir sicherlich zustimmen und ebenso attestieren, dass wir, das “Volk”, trefflich verarscht werden von unseren “HerrschernINNEN”, – nicht ?

  6. Christian Peter

    @sokrates9

    Sie sagen es. Wenn eine Währungsunion mit höchst unterschiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften nicht funktioniert wird ein gemeinsamer Markt ebenfalls nicht funktionieren.

  7. KTMTreiber

    @CP u. sokrates9

    … es sei denn, – die europäische, insbesondere deutsche Automobilindustrie stellt auf Olivenöl-Motoren um (die funktionieren natürlich nur mit griechischem (kalt gepressten) Olivenöl / Motor- Selbstzünder / sog. “Griechelmotor”) – Problem gelöst. Die Welt könnte so einfach sein !

  8. Reini

    KTMTreiber,… es scheint als ob dies der natürliche Kreislauf einer (reichen) Demokratie ist, das (heimische) Volk will keine Veränderung, aber hinterher jammern,..

  9. KTMTreiber

    @Reini:

    Das “Volk” ist fett, satt und träge. Ich bin etwas über 40 Jahre alt und ich behaupte, dass meine Generation ein wahrhaft gutes Leben hatte. Weder litten wir jemals Hunger, noch mussten wir einen Krieg mit allem Schrecken und Gräuel durchleben. Was mich tatsächlich kümmert, ist die Zukunft aller unserer Kinder. Dieses, jetzige “System”, so scheint mir, hat den sprichwörtlichen Zenit überschritten …

  10. Reini

    KTMTreiber,… sehe dies Genauso,… die schon jahrelange künstliche Erhaltung des vorgetäuschten Reichtums wollen einige nicht sehen bzw. nicht Wahrhaben. Ein jedes Volk, meist Selbstüberschätzung, Siegessicher oder z.B. vom blinden Reichtum überseht, hatte noch (nach dem Höhepunkt) ihren Untergang. Ein jeder Normaldenkende mit Geschichtlichen Rückblick und etwas gefühltem Hausverstand weiß dass dieses System zum Scheitern verurteilt ist.

  11. dna1

    Ich teile diese Meinung im Artikel ganz und gar nicht.

    1) Eine Fiskalintegration als Lösung ist so, als wenn man einem Drogenabhängigen zur Lösung seiner Entzugsschmerzen mehr Drogen gibt. Damit ist gar nichts gewonnen, außer Zeit.
    2) Der Euro ist nicht das Problem, die mangelnde Disziplin der Teilnehmerstaaten und Unfähigkeit der Politiker, ihre eigenen Regeln auch einzuhalten, ist das Problem.
    3) Wenn Griechenland wieder die Drachme bekommt lösen die damit nur ihre psychologischen Probleme, aber den Wohlstand auf z.B. deutsches Niveau zu heben werden sie damit nicht schaffen. Hatten sie ja vorher auch nicht, und werden sie hinterher auch nicht haben.

    Liebe Grüße

  12. Falke

    Naiv ist es zu glauben, dass mit Macron sich wirtschaftlich irgend etwas in der EU verbessern wird. Der einzige Plan Macrons sind weitere Schulden, die dann von Deutschland bezahlt werden.

  13. Weninger

    Dass Deutschland, Europa und die USA am Schuldendesaster untergehen werden, prphezeien diverse Geistesgrößen aber schon seit mindestens 35 Jahren, s. Paul C. Martin, dessen Bücher inzwischen großteils vergriffen sind (Die Pleite. Staatsschulden, Währungskrise und Betrug am Sparer, 1984
    von Martin, Paul C., Lüftl, Walter). Wann und ob der Untergang so wirklich kommt, steht in den Sternen. Ich bin da eher skeptisch.

  14. mariuslupus

    Meine Zweifel an der Kompetenz des Autors, wurde beim Lesen des Artikels immer stärker. Leider wurde die Inkompetenz in den letzten zwei Zeilen endgültig bestätigt. Als Heilmittel, um aus dem Schlamassel herauszukommen, wurde auf das Hoffnung versprechende Duumvirat Macron/Merkel verwiesen. Als ob Politiker etwas von Wirtschaft verstehen würden.

  15. Oliver H.

    “.. entweder eine deutlich stärkere Fiskalintegration oder ein chaotisches Auseinanderbrechen.”

    Man braucht kein Lakoniker zu sein zur Feststellung, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Auch bedarf es keiner Spezialausbildung in Hermeneutik zur Aufdröselung der orwell’schen Girlanden des lieben Herrn Kenneth “Negativzinsen von bis zu sechs Prozent” Rogoff, der über die EU im Falle des Stillstands als sturzgefährdetes Fahrrad philosophiert und zum Schluß kommt, Merkel und Marcron müßten nun aber schleunigst in die Pedale des kontinentalen Tandems treten.

    Shifting gears: Die Welt ist eine Google. Mit dem Reiseziel “Kenneth Rogoff” und “two speed europe” finden sich 310 Destinationen, die hinsichtlich Strogoffs Metapher von “Griechenland im goldenen Käfig” den Ausschluß des mit Olivenhainen und Schulden gleichermaßen überzogenen Landes aus der Eurozone nahelegen.
    ‘Scheitert der Euro, scheitert Europa!’ — Keine Angst, Frau Merkel, die Fallhöhe konnte zwischenzeitlich zweckdienlich gesteigert werden, irgendwas wird nach den kommenden, zeitgleichen Wahlen in Deutschland und Österreich in voller Fahrt und ohne weiteren Halt an der Wahlurne umgebaut werden und wirklich niemand hält heute oder morgen den rasenden Geldsozialismus auf.

    Bleibt zum Abschluß ein herzliches Danke dafür, just aus der Feder des prominentesten “War on Cash”-Worriers auf das Kommende eingetaktes zu werden. Fast sehnt man sich auf irgendwas mit “Trassen für Hochgeschwindigkeitszüge” zurück als Begründung, Souveränität ließe sich am Besten dann abgeben, wenn man ihrer besonders benötigt.

  16. Johannes

    Es gibt nur eine Rettung für den Euro, alle machen so weiter wie bisher und Deutschland zahlt die Differenz.
    Die Deutschen schaffen das, die sind sehr tüchtig arbeiten fleißig erwirtschaften Überschüsse, sie können unbegrenzt Migranten aufnehmen Merkel wird Europa retten.
    Und wenn es gar nicht mehr geht dann führen wir in allen europäischen Ländern halt die D-Mark ein 😉

  17. mariuslupus

    @Johannes
    …und wer nicht gerettet werden will, der wird auch gegen seinen Willen gerettet !

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