Europa braucht nicht hohles Pathos, sondern mehr Rettungshubschrauber

Von | 11. Oktober 2013

(C.O.) Gleich nachdem vor der italienischen Insel Lampedusa etwa 300 afrikanische Migranten ertrunken waren, soffen in manchen linksliberalen Medien des deutschen Sprachraumes erwartungsgemäß auf der Stelle Vernunft und Logik ab wie Steine in tiefen Gewässern. Die Schuldigen für die Tragödie waren nämlich flugs ausgemacht: wir Europäer natürlich – und nicht etwa die grottenschlechten Regierungen (samt deren Anhang in der Bevölkerung) der afrikanischen Elendszonen.

„Die Flüchtlinge sind die Botschafter des Hungers, der Verfolgung, des Leids. Doch Europa mag diese Botschafter nicht aufnehmen und nicht empfangen,“ sprach salbungsvoll Heribert Prantl in der „Süddeutschen“ sein mediales Schnellgerichtsurteil. Der Wiener „Standard“ erörterte die notwendige Konsequenz daraus: „Europa, vom Politiker bis hin zum Bürger, muss wieder lernen, sich zu öffnen.“ Das ist ein bemerkenswerter Vorschlag, der genauere Erörterung verdient. Denn soll dieses „Öffnen“ nicht eine sinnleere Floskel zur milieubedingten Erbauung sein, kann es auf Deutsch ja wohl nur bedeuten, Afrikanern die Migration nach Europa zu erlauben. Der Satz, wonach sich Europa öffnen müsse, kann nicht viel anders gelesen werden, als dass es seine Grenzen öffnen soll. Was denn sonst?

Dies wiederum hätte ganz interessante Implikationen für Europa. Natürlich kann kein Mensch vorhersagen, wie viele junge Afrikaner sich auf den Weg in den reichen Norden machen würden, wäre dies auf legalem und nicht gesundheitsbedrohlichem Wege zu überschaubaren Kosten möglich. Nimmt man jedoch die großen armutsgetriebenen Fluchtbewegungen des vergangenen Jahrhunderts als Anhaltspunkt, wären auf längere Sicht 50 bis 100 Millionen afrikanischer Migranten, die in Europa ein besseres Leben suchten, keine allzu große Überraschung– angesichts von derzeit mehr als einer Milliarde in Afrika lebender Menschen.

Man kann das, wenn man die Forderung, Europa müsse sich öffnen, ernsthaft vertritt, natürlich für richtig halten. Man muss dann allerdings aus Gründen der intellektuellen Redlichkeit dazusagen, welche Folgen eine derartige Öffnung Europas hätte. Verteilten sich diese Migranten halbwegs gleichmäßig über den Kontinent mit seinen 500 Millionen Einwohnern, dürfte Österreich diesfalls mit einem Zuzug von 800.000 bis 1,6 Millionen Schwarzafrikanern rechnen, Deutschland mit acht bis 16 Millionen Menschen, die weder kulturell noch mit ihrer Ausbildung sonderlich kompatibel mit den hiesigen Lebensumständen sind.

Man kann sich leicht ausmalen, was eine derartige Öffnung Europas bedeutete: einen sofortigen Kollaps des Sozialstaates, gefolgt von schweren Unruhen zwischen den Alteingesessenen und afrikanischen Zuwanderern. Nicht multikulturelle Bereicherung, sondern Hass und gegenseitige Abneigung wären die unschwer absehbare Folge einer derartigen Massenmigration von Süd nach Nord. Verglichen mit den Politikern, die dann in Europa vermutlich an die Macht kämen, wirkte Herr Strache wie ein lang gedienter Integrationsbeauftragter der sozialromantischen Schule.

Nur der Vollständigkeit halber muss auch davon ausgegangen werden, dass eine derartige Öffnung auf demokratischem Wege in Europa mit großer Wahrscheinlichkeit nicht machbar wäre. Wer Europa derart nach Afrika hin öffnen will, wird das nur unter Umgehung der Demokratie bewerkstelligen können (was Gläubige im Besitz der moralischen Überlegenheit freilich selten stört).

Das ist kein wirklich wünschenswerter Weg. Wünschenswert wäre freilich, an der Staatsgrenze Süd der EU flott dafür zu sorgen, dass jeder Schiffbrüchige binnen kürzester Zeit aus dem Meer gefischt wird. Das bedeutet schnelle und massive Investitionen in entsprechende Kapazitäten an Schiffen, Hubschraubern, Überwachungsgeräten und die notwendigen Besatzungen. Europa braucht keine offenen Grenzen, sehr wohl aber Grenzen, an denen niemand mehr zu Schaden kommt. (“Presse“)

13 Gedanken zu „Europa braucht nicht hohles Pathos, sondern mehr Rettungshubschrauber

  1. Thomas Braun

    Treffend analysiert!
    Und für mich ein weiterer Beweis meiner These, dass linkes Denken eine Form von Realitätsverweigerung darstellt und somit einer psychischen Störung gleichkommt.

  2. PeterT

    Es bleibt allerdings die Frage, an welcher Küste die Rettungshubschrauber die geretteten Schiffbrüchigen absetzen….

  3. Thomas Holzer

    @PeterT
    Ich würde vorschlagen:
    an den Gestaden der Länder des von den europäischen Politikern und mainstream-Medien so hoch gelobten arabischen Frühlings 😉

  4. waldsee

    ich schlage vor, wir machen einen bevölkerungsaustauch.asylwillige aus
    (meist muslim).ländern übersiedeln nach europa und wir ziehen in die frei gewordenen regionen.von algerien bis iran usw.usw.mit der bitte, dann in ruhe leben zu dürfen und nicht ständig schuld an deren niedergang und versagen sein zu müssen .hoffentlich ist das nicht rassistisch und anti….schönen tag noch.ich weiß nur nicht wer dann die dhimmis spielen wird.wieder wir?

  5. Pingback: Europa braucht nicht hohles Pathos, sondern mehr Rettungshubschrauber | FreieWelt.net

  6. J.Peer

    Unglaublich, welcher Schwachsinn ohne Gegenargumente in den Medien verbreitet werden darf.

  7. gms

    “Das bedeutet schnelle und massive Investitionen in entsprechende Kapazitäten an Schiffen, Hubschraubern, Überwachungsgeräten und die notwendigen Besatzungen.”

    Die Crux an diesem Vorgehen besteht darin, daß es mittelbar das Schlepperunwesen unterstützt, indem es die Qualität dessen Arbeit sichert. Sinkt das Risiko, können mehr und zugleich schlechtere Schiffe eingesetzt werden, was irgendwann wiederum die gut gemeinten Rettungskapazitäten aus- oder sogar überreizt. Unterm Strich würden wohl mehr Menschen aus dem Meer gefischt, doch bei zugleich absehbar mehr Flüchtlingen auf noch untauglicheren Booten bleibt zu hinterfragen, ob in absoluten Zahlen nicht doch mehr zu Tode kämen.

    Die Konsequenz dieser sich gegenseitig aufschaukelnden Aspekte — mehr Hilfsmaßnahmen vs. mehr Reisende auf rostigen Kähnen — führte in letzter Konsequenz zu einem rein von der EU betriebenen Fährdienst, sprich in einen staatlich organierten Schlepperservice.
    Nachdem es realpolitisch zu einem solchen nicht kommen wird, bleibt immer ein unvermeidliches Restrisiko, über dessen Höhe Linke und Rechte wohl noch lange debattieren werden. Der Verdacht aber liegt nahe, daß einmal mehr ein bloßes Gut-Gemeint im Gewand eines manifesten Samarita-Dilemmas herauskommt, dessen Tragweite niemand gesehen haben will.

    Wenn es zutrifft, wonach aktuelle Gesetze Italiens hilfsbereite Private unbotmäßig kriminalisieren und deshalb Menschen verstarben, so ist die Rücknahme dieser Bestimmungen zu begrüßen, aber zugleich ist auch erst eimal der daraus folgende Effekt abzuwarten, will man nicht als staatlicher Zauberlehrling enden, dessen Schicksal ebenfalls mit verdammt viel Wasser verbunden war.

  8. Reinhard

    Europa braucht genug Rückgrat, um sich gegen den Pauschalvorwurf zu wehren, einfach an allem Schuld zu sein.
    Wenn sich ein Einbrecher an meinem Fenster den Schädel einrennt, möge man mir nicht vorwerfen, eine zu stabile Scheibe eingesetzt zu haben. Und wer dies tut, dem lache ich in’s Gesicht und frage ihn nach dem gesundheitlichen Befinden seiner einsamen Gehirnzelle.

  9. oeconomicus

    Die einzigen Hindernisse, die einen Ansturm von Millionen Afrikanern auf Europa verhindern, sind die Kosten der Schlepper und das Risiko, im Mittelmeer zu ertrinken. Wir Europäer müssen das Problem in Afrika lösen! Wie das gehen soll mit den dortigen korrupten Regimen, mit einer ineffizienten Entwicklungshlfe in Europa und unserer Landwirtschaft, deren Exporte wir subven-tionieren und welche die Landwirtschaft Afrikas zerstört, ist ein Jahrhundertproblem. Kurzfristig werden wohl einige Rettungsboote helfen, die aber das Risiko zu ertrinken vermindern und zur Überfahrt einladen, nach dem Motto: “Wenn´s nicht klappt, holen uns die Europäer aus dem Meer und bringen uns in einem Flüchtilingslager unter. Nach ein paar Jahren lassen sie uns dann laufen!” Zum Schluss eine polemische Frage: Wenn der Kolonialismus schuld an den Problemen Afrikas ist, sollten sich in erster Linie Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien darum kümmern. Österreich hat keine Kolonien in Afrika gehabt, Deutschland nur ganz kurz.

  10. oeconomicus

    Legales Einwandern für einige Millionen Afrikaner pro Jahr, wenn wir nicht einmal mit einigen tausend Syrern zurechtkommen? Wer denkt sich solchen Unsinn aus?

  11. Wolf

    Ortner denkt seine Ideen auch nicht zu Ende: “… Grenzen, an denen niemand mehr zu Schaden kommt”. Ja, und was schlägt er vor, soll man mit denen tun, die man gerettet hat? Und wenn diese 50 bis 100 Millionen nun mit dem Schiff kommen? Entweder man lässt sie in Lampedusa (oder sonstwo in Südeuropa) anlegen, oder sie kentern. Damit hat man erst recht das Problem, vor dem sich Ortner (zu Recht) so fürchtet. Die einzige Lösung wäre, dass die italienische Küstenwache kein illegales Boot mehr in italienische Hoheitsgewässer hineinlässt, sie also zur Umkehr zwingt – die Entfernung zurück (nach Ägypten, Libyen oder Tunesien) ist nicht wesentlich größer als bis Lampedusa.

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