Europa kann nicht entscheiden, ob es Krieg gibt, sondern nur, wann

Von | 8. November 2020

(CHRISTIAN ORTNER) Man braucht keine besonderen seherischen Fähigkeiten, um die Konsequenzen des Terroranschlages in Wien voraussagen zur können: genau keine. Sobald die Betroffenheitsrituale abgespult sind, wird wieder business as usual herrschen. Vielleicht mit einer kleinen gesetzlichen Nachschärfung, einer Enquete, einer medienwirksamen Abschiebung, aber das war’s.

Es wäre freilich ziemlich kurzfristig gedacht. Denn die Islamisten werden das als Zeichen besonderer Schwäche deuten und damit als Einladung, noch öfter noch härter zuzuschlagen.

Warum aber wehrt sich der Staat nicht viel robuster gegen seine Feinde? Nicht zuletzt, weil uns das Konzept des „Feindes“ abhandengekommen ist. Gewaltbereite Muslime gelten im Narrativ der meisten Europäer nicht als „Feinde“, sondern als verirrte Gestalten, die einfach mehr Integrationskurse brauchen, um nützliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden. „Aufgrund unserer historischen Erfahrung wollen wir mit Begriffen wie Feind oder Krieg nichts mehr zu tun haben. Vielmehr setzen wir auf den Dialog der Religionen und Kulturen, auf Worte und Überzeugungen“, diagnostiziert der Psychoanalytiker Alexander Meschnig. „Niemand soll besiegt, vielmehr sollen alle inkludiert werden.“

Das mag nett klingen, missversteht aber die Realität. Denn aus der Perspektive der Islamisten sieht das völlig anders aus. Der erfahrene Kriegsberichterstatter Eugen Sorg schrieb: „Der radikale Islam braucht keinen Grund, um zuzuschlagen (. . .) Der Westen kann sich verdrehen und verbiegen, wie er will, nichts wird den Hass der Radikalen beeinflussen. Er wird gehasst, weil er der Feind ist, und nicht, weil er sich falsch verhält.“ Und deswegen enthält der handelsübliche Werkzeugkasten der Terrorbekämpfung untaugliche Instrumente. Diesen Feind kann man nicht durch Inklusion besänftigen, man kann ihn nur besiegen.

Und das erfordert eine robuste Vorgangsweise anstelle des Deradikalisierungsgedönses. Eine rasche Trockenlegung des islamistischen Sumpfes in manchen Moscheen und „Kulturvereinen“, eine Null-Toleranz-Politik gegenüber allen öffentlichen Erscheinungsformen des radikalen Islam und ein Ende der Appeasement-Politik gegenüber jenen islamischen Staaten, die diese Milieus mehr oder weniger offen mit ideologischem und ökonomischem Dünger stärken.

Weil das nicht reichen wird, diskutieren jetzt in Frankreich auch konservative Politiker über ein französisches Guantánamo. Warum nicht gleich ein Euro-Guantánamo? Jener Islamist, der am Montag in Wien ein Massaker veranstaltet hat, wäre dort besser aufgehoben gewesen. Das bringt zwar schwere Grundrechtsprobleme – die aber leichter zu lösen sein werden, wechselt Europa vom Konzept „Inklusion“ zum realistischeren Konzept „Feind“.

Warum sind die Staaten Europas das nicht längst angegangen? Eine kluge Antwort gibt der Ex-Politiker und Islamkenner Efgani Dönmez: „Würden Macron oder Kurz tatsächlich robuste Maßnahmen setzen, hart durchgreifen, etwa großflächig islamistische Moscheen zusperren, einschlägige Vereine verbieten, islamistische Netzwerk zerschlagen, Islamisten ausweisen und für Ordnung sorgen, gäbe es bürgerkriegsähnliche Zustände.“

Das mag etwas zugespitzt klingen, ist aber im Kern richtig. Genau deshalb scheut Europa diese Konfrontation bis jetzt auch. Zwar spricht Macron neuerdings von einem „Krieg“ – ob er ihn aber auch führen wird, wird man erst sehen; für den Rest Europas gilt das umso mehr. Zu befürchten ist: Europa kann sich nicht mehr aussuchen, ob es diesen Krieg führt, sondern nur noch, wann. (“Presse”, 6.11.2020, hier)

4 Gedanken zu „Europa kann nicht entscheiden, ob es Krieg gibt, sondern nur, wann

  1. Gerald

    Wegsperren der derzeit radikalisierten Muslime ist nur ein Anfang. Wieviele Anschläge wurden begangen um Bekannte, verwandte oder Gleichdenkende aus Guantanamo zu befreien? Es würde die Radikalisierung noch weiter beschleunigen, da sich der Islam tiefer ein seiner Opferrolle im Westen darstellen würde.

    Es geht nicht ohne eine von Muslimen zu fordernde durch Muslime durchzuführende Reform des Islam insgesamt. Das heißt, Beschränkung rein auf spirituelle Gebiete, Durchforstung des Koran und Streichung aller Passagen die mit unseren Gesetzen nicht vereinbar sind, Verbot von Predigten die nicht in Deutsch oder der jeweiligen Landessprache abgehalten werden, Entzug von öffentlichen finanziellen Mitteln der Tarnvereine, Verbot von Kundgebungen für ausländische Anliegen die nicht im Interesse Österreichs oder des jeweiligen Landes liegen. Im letzten Jahrhundert wurde die katholische Liturgie umgestellt auf deutsche Sprache. Ging auch ohne Proteste und Anschläge.

    Dass all dies nicht ohne die „unschönen Bilder“ der Frau Merkel abgehen wird ist jedermann klar, diese werden deutlich häufiger sein als ohne ihre Willkommenskultur. Wie im echten Krieg.

    Jene Generation, also unsere, welche die längste Zeit in Frieden erlebt, bereitet die Basis für den schlimmsten Krieg vor, den die europäische Geschichte im nächsten Jahrhundert zu erzählen haben wird. Dies wird ein nach Einbürgerung unzähliger Zuwanderer zu einem Bürgerkrieg in den Ländern Europas. Jung gegen Alt, Städter gegen Landbevölkerung, Sich als Einheimische fühlende gegen alle Anderen, Sozialisten jeder Art, National und International gegen Freiheitsliebende, etc.
    Wir sind kein Jahrzehnt mehr davon entfernt!

  2. Gerald

    Zu meinem Kommentar
    Alternative zur Reform des Islam ist nur dessen vollkommenes Verbot im öffentlichen Leben , ein Verbot des Koran, etc.

  3. Falke

    “Würden Macron oder Kurz tatsächlich robuste Maßnahmen setzen, ….. gäbe es bürgerkriegsähnliche Zustände.“ Und warum gäbe es die? Weil die europäischen Staaten in den letzten Jahren Millionen von Moslems (mit oder ohne “Einladung”) dauerhaft hereingelassen haben. Ein paar Tausend Moslems können keinen Krieg führen, ein paar Millionen schon.
    Im übrigen bin ich aber voll der Meinung von Gerald: die einzig mögliche Lösung wäre ein Verbot des Islam und des Korans bei uns.

  4. Johannes

    Wenn irgendwo in Europa eine Karikatur am Islam aneckt gehen in den islamischen Ländern Millionen Menschen auf die Strasse. Es entstehen gewaltgeladene Demonstrationen, Puppen werden verbrannt, geköpft, zerstochen.
    Es wäre nicht ratsam als Europäer bei solchen Rasereien in dem jeweiligen Land zu sein.
    Nicht alle die dort demonstrieren sind Islamisten in dem Sinn wie wir sie hier festmachen wollen, es sind einfache Menschen und Gläubige aus allen Bereichen. Sie lassen sich mitreißen, aufstacheln, kommen in eine Trance aus Wut und Hass, sind in diesem Moment zu allem fähig.

    Meine Bedenken wir könnten wenn wir weiter – offenes Scheunentor – parktizieren hier mitten in Europa bald in eine solche Situation hineinschlittern. Einen zaghaften Versuch gab es schon in Wien wollten doch tatsächlich nach den Terrormorden in der Innenstadt, Muslime vor der französischen Botschaft demonstrieren, weil sie beleidigt waren, wegen Karikaturen.
    Soviel Kaltschnäuzigkeit muss man einmal haben. Wie gesagt es ist ein Anfang und es wird nicht besser werden je größer diese Glaubensgemeinschaft wird. Es gibt nach meiner Meinung gewaltbereite, es gibt empörungsbereite und es gibt sicherlich auch ganz normale sehr gelassene Gläubige. Die ersten Zwei werden uns noch sehr viel Ärger bereiten gelinde gesagt.

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