Europas miserable Politik gegen das Rauchen

Von | 12. Januar 2017

“….Weltweit versuchen Staaten, dem Tabakkonsum den Garaus zu machen. Im Grunde weiß jeder, dass Rauchen der Gesundheit schädigt, doch Regierungen schaffen es, durch ihre gesetzlichen Eingriffe in das Leben der Menschen die Gesundheitsrisiken zu verschärfen. Der Kampf gegen Tabak ist eine der irrigsten Leitpolitiken, die es gibt, und trotzdem wird sie vom Nanny-Staat weiter betrieben….” (hier)

36 Gedanken zu „Europas miserable Politik gegen das Rauchen

  1. Carullus

    Es geht weniger (oder jedenfalls: sollte) um den Kampf gegen Tabakrauch an sich, als um den Kampf gegen dessen Auswirkungen auf Unbeteiligte, insb. Minderjährige. Solange er niemand damit stört, soll jeder Erwachsene rauchen, was und wie viel er will. Das gilt aber eben nicht an öffentlichen Orten, überhaupt überall, wo andere dadurch ungefragt belästigt werden. Schon das ABGB von 1811 regelt Emissionen, und dass diese eben nicht jederzeit, ungefragt und überall getätigt werden dürfen. Rauchen ist hier nur ein Sonderfall.

  2. Kluftinger

    In den USA haben wir bereits den Fall, dass gewisse Parfüms verboten werden sollten, weil der “Duft” andere Bürger stört. So viel zur Rechtslage von Emissionen in den USA. 🙂

  3. Herr Superg'scheit

    Zum 100. Mal: Rauchen ist kein Privatvergnügen weil es – sofern man nicht allein auf einer einsamen Insel sitzt – immer auch die Menschen in der unmittelbaren Umgebung negativ betgrifft. Ist das wirklich so schwer zu begreifen? Desahlb darf man auch nicht Musik so laut spielen wie man will und man darf auch nicht mitten in einen Speisesaal gacken. All das wäre ja auch mein Privatvergnügen und wen es stört, der müsste ja nicht genau dort sein, wo ich lärme oder gacke.

  4. Weninger

    @Herr Superg’scheit
    Wen man beim Kfz-Verkehr auch so kritisch wäre, dann müsste man die Hälfte davon mindestens verbieten, da unnötiges herumgefahre auf Kosten von Mensch und Umwelt. Genauso wie unnötiges Heizen etc. All diese Faktoren erzeugen weitaus mehr schädlichen Feinstaub als Rauchen.

  5. Herr Superg'scheit

    @Weninger
    Deshalb ist es auch verboten mit rauchenden, stinkenden Kisten, die die vorgeschriebenen Abgaswerte nicht erfüllen, zu fahren.
    Huch…., hoffentlich schränkt mich das nicht in meiner persönlichen Freiheit ein. Ist schließlich meine Privatsache, wenn ich mit qualmenden Zweitaktern oder rußenden Diesel-Kisten durch die Gegend knattern will.

  6. Weninger

    @Herr Superg’scheit
    So einfach ist es nicht, die viel feineren Staubpartikel modernerer Motoren sind angeblich noch gesundheitsschädlicher als die gröberen aus alten Motoren. Nicht immer ist nur das schädlich, was man deutlich sieht. Aber Hauptsache, jeder hat ein sauberes Gewissen, denn wir tun alle ja nichts Verbotenes, sondern nur das was bequem ist.

  7. Herr Superg'scheit

    Lieber Weninger,
    ich bitte Sie! Der Autoverkehr ist ein unverzichtbarerer Teil unserer Zivilisation geworden, der gesamtwirtschaftlich gesehen bei weitem mehr Vor- als Nachteile bietet. Das können Sie doch nicht mit Menschen vergleichen, die Ihre Mitmenschen einfach nur aus Lust und Laune mit Rauch einnebeln. Vorzugsweise in geschlossenen Räumen.

  8. Christian Peter

    Purer Lobbyismus. Jeder weiß, dass Tabakkonzerne Milliarden in Lobbyismus investieren und vor allem liberale Institutionen mit Spenden fördern. Dass Anti-Tabak-Gesetze ein unzumutbarer Eingriff in die Privatsphäre der Bürge sein, ist ein Märchen, das niemand mehr glaubt. Rauchverbote fördern ganz im Gegenteil die Freiheit (die der Nichtraucher), nicht umsonst gibt es in Ländern wie den USA oder Australien (wo sonst fast alles erlaubt ist), die striktesten Anti-Tabak-Gesetze der Erde. In Russland könnte es demnächst ein generelles Rauchverbot geben.

    https://www.ferryhouse.ag/russland-rauchverbot-fuer-alle/

  9. Thomas F.

    Und zugleich wird der Tabakanbau subventioniert, sogar in Österreich.

  10. Weninger

    @Thomas F.
    Tabakanbau ist in Ö inzwichen praktisch ausgestorben, im Jahr 2012 wurden lt Grünem bericht 2015 gerade nochmal österreichweit Prämien in Höhe von 100.000 Euro ausbezahlt. Also das ist wirklich Schnee von vorgestern. Abgesehen davon dass der Löwenanteil des Tabaks immer schon importiert wurde, da österreichischer Tabak für Zigaretten ungeeignet war.

  11. Fragolin

    Auf offenen Bahnsteigen, wo der Luftzug als einziger nicht stehenbleibt sondern den Qualm vom Winde verwehen lässt, ist das Rauchen verboten, dafür dürfen sich die Paffer in ein kleines vernebeltes Glaskasterl setzen und dort kampfinhalieren – und es geht wirklich um Gesundheit? 😉

  12. Weninger

    In Deutschland ist es noch absurder, da waren schon vor knapp ezhn Jahren auf den Bahnsteigen kleine Quadrate (2×2 m oder so) eingezeichnet, wo Raucher stehen umssten, und sich nicht davon wegebewegen durften. Auf einem Bahnsteig eines Vorortebahnhofes (in einer österr. Landeshauptstadt) wurde ich kürzlich auch mit Strafe bedroht, in einer klaren, kalten Herbstnacht, breit und weit kein Mensch außer mir und auch nichts Brennbares.

  13. Herr Superg'scheit

    @Fragolin
    Es geht um den Gestank – die Gesundheit ist ein Vorwand, um den Rauchern nicht ins Gesicht sagen zu müssen, dass sie sinnlosen Gestank verbreiten. Dei Schädlichkeit des Rauches ist nur noch das Sahnehäubchen.

    Und wie kann man annehmen, dass in der frischen Luft am Bahnsteig eine Rauchschwade nicht stinkt? Ganz im Gegenteil. Ist sogar noch unangenehmer. Der Gestank bleibt allerdings nicht so schnell im Gewand hängen wie indoor und die Augen tränen im Freien auch nicht so schnell vom Rauch.

  14. Christian Peter

    @Fragolin

    Gerade bei Wind kommt es zu erheblichen Belästigungen der Nichtraucher, da der Wind den Rauch transportiert und Nichtraucher trotz räumlicher Entfernung nicht selten eine volle Ladung Nikotin abbekommen. Das äußerst sich in der Regel durch rasch eintretende Kopfschmerzen, während Raucher selbst durch die Gewöhnung an das Gift meist von Kopfschmerzen verschont bleiben.

  15. Mona Rieboldt

    Ich fühle mich auch belästigt von Alkohol trinkenden Personen, erstens stinken sie auch, zweitens benehmen sie sich wie Irre. Wer schon in Zügen Frauengruppen wie Männergruppen erlebt hat, die Alkohol trinken, muss schon Ohrenstöpsel dabei haben, um deren Lautstärke im halbbetrunkenen Zustand zu ertragen.
    Zweitens gibt es auch viele alkoholkranke Personen, die nicht weniger Kosten verursachen für die Allgemeinheit als Raucher.

    Es wird selektiv nur gegen Raucher vorgegangen, dabei verdient der Staat durch höhere Steuern gut daran. Und wäre “Mitrauchen” so schädlich, müssten viele Fabriken schließen, die höhere Schadstoffe produzieren, ebenso wartende Autos an Ampeln, die da vor sich hin stinken.
    An alle extremen Nichtraucher, man könnte doch noch so viel mehr verbieten, auch laute Musik aus Autos heraus 😉

  16. Christian Peter

    @Mona Rieboldt

    ‘Der Staat verdient durch Steuern gut daran’

    Tolles Geschäft. Durch Tabaksteuern wird nur ein Bruchteil der Folgekosten des Tabakkonsums abgegolten. In den USA mussten sich die Tabakkonzerne daher mit der US – Regierung einigen und hohe dreistellige Milliardenbeträge als Ausgleichszahlungen leisten. In Europa ist das bislang immer noch nicht passiert.

  17. wbeier

    Es gehört überhaupt viel mehr verboten! Speziell das, was einem persönlich nicht passt und jetzt werfen sie gefälligst sofort ihre Leberkäsesemmel fort, denn durch ihren Fleischkonsum verschlechtern sie vorsätzlich die CO2-Bilanz wodurch ich mittelbar geschädigt werde. Auf das der Gesetzgeber die Axt gegen sie schwinge!
    Merken die hier versammelten Liberalalas etwas?

  18. Weninger

    Nein. Sagen Sie es uns? Der Staat ist böse, weil er viele Sachen verbietet und es sollte viel weniger verboten sein? Wer würde das nicht unterschreiben? Aber wer bindet der Katze die Glocke um?

  19. wbeier

    @Herr Superg’scheit
    >Das können Sie doch nicht mit Menschen vergleichen, die Ihre Mitmenschen einfach nur aus Lust und Laune mit Rauch einnebeln. Vorzugsweise in geschlossenen Räumen.<
    Und wo sind anno 2017 noch diese geschlossenen Räume in denen sie aus Lust und Laune eingenebelt werden und in denen sie sich aufhalten müssen? Haben sie schon einmal daran gedacht, ob sie nicht vielleicht in eine leichte Paranoia reinkippen? Dieser militante hate-speech ist ja unglaublich.

  20. wbeier

    @Weninger
    Um dieses Thema wurde in den letzten 20 Jahren eine der umfassendsten akkordierten Kampagnen in der westlichen Hemisphäre gefahren mit nicht unbedeutenden Gegnern wie Tabaklobby und Millionen passionierter Raucher und Wähler. Erfolgreich, denn Raucher stehen heute gesellschaftlich im Schmuddeleck.
    Wesentliche Erkenntnis daraus, dass JEDER Zielsetzung zum Durchbruch verholfen werden kann. Sofern politischer Wille, Unmengen von Geld für Expertisen, Kampagnen und Lobbying vorhanden sind. Letztlich JEDER metapolitische Umbau gesellschaftlicher Verhältnisse. Sollte – abgesehen vom Raucherthema – für Liberale doch ein Thema sein.

  21. Hanna

    Rauchen schadet nicht der Gesundheit, sondern die Zusatztstoffe in den Rauchwaren sind schädliche Chemie. Rauchen ist uraltes Kulturgut. Ich sehe allerdings nicht, wie irgendwie eine Zigarette, aktiv oder passiv, mir mehr schaden könnte das der tägliche Abgashorror und momentan das Auftau-Salz, das massenweise in Wien verstreut wird und dann ich Salzwächten herumfliegt. Ja, das atmen wir auch ein. Und? Verbot? Ich bin Nichtraucherin, sag’s ja nur. Aber mich stört nur, wenn ich in der frischen Luft unterwegs bin und vor mir raucht jemand am Gehsteig, aber so, dass die Zigarette selber den Rauch verströmt und nur ab und zu ein Zug gemacht wird. Das ärgert mich. Ansonsten soll rauchen wer will, und wo er will. Es gibt Kriminelle, die rennen herum, wo sie wollen, wie sie wollen und sind lebengefährlich für mich. Das irritiert mich viel mehr. Vor allem, da man jetzt als Fußgänger ja schon bei jeder Ampel hoffen muss, dass man die Überquerung überlebt. Rauchverbote? Okay, dann aber auch Zuckerverbot und Alkoholverbot, generell.

  22. Thomas Holzer

    Man muß sich schlicht und einfach entscheiden!
    Entweder man will den allumfassenden nanny-Staat oder eben nicht.
    Ist man dafür, daß der Staat vorgibt, wo, ob geraucht werden darf, kann man schwerlich gegen andere unsinnige staatliche Bevormundung argumentieren, weil es wird immer eine Gruppe geben, welche sich von einer anderen -egal worin, wodurch- benachteiligt fühlt.
    Dann sind aber dem staatlichen Eingriff keine Grenzen mehr gesetzt, zu setzen.

  23. Mona Rieboldt

    wbeier
    Ja genau so kann man auch argumentieren bei Fleischkonsum, bei vielem anderen auch. “Es gehört noch viel mehr verboten” *lach* ja. Ich hatte meinen Beitrag mit Alkohol auch ironisch gemeint wegen der militanten Nichtraucher hier. Schadstoffe gibt es allerdings weitaus mehr als das Rauchen.

  24. Mona Rieboldt

    Thomas Holzer
    Ich bin ganz Ihrer Meinung. Und ich will den Nanny-Staat nicht. Dann kann man wirklich alles verbieten, was irgendwelchen Leuten nicht passt. Im Moment sind die Politiker gerade dabei, die Meinungsfreiheit zu beschneiden.

  25. Rennziege

    Welch lächerliche Probleme werden hier gewälzt? Wir können von Glück reden, dass Raucher nicht mehr am Galgen oder auf dem Schafott landen wie vor wenigen hundert Jahren. Selbst Sir Walter Raleigh, der bewunderte Welteroberer und angebliche Liebhaber der jungfräulichen Elizabeth I., sah sich schon dem Tod nah. Siehe hier:
    http://www.quetzal-leipzig.de/printausgaben/ausgabe-33-34-globalisierung/tabak-geschichte-und-kuriositaten-19093.html
    Der Furor aller Tabakgegner lässt mich allerdings befürchten, dass sie, ansonsten jeder straffen Gerichtsbarkeit abhold, eine Wiedereinführung der Todesstrafe heftig begrüßen würden — nur für Raucher, nicht für Massenmörder, bestialische Vergewaltiger oder mordende Geiselnehmer. Welch kultureller und moralischer Fortschritt!
    Weit hamma’s ‘bracht.

  26. Rennziege

    P.S.: Und jetzt, am Ende des wohlverdienten Mittagspäusleins, dreh’ ich mir eine — von etwa einem Dutzend pro Woche, mit Filter, in einem wunderschönen Straßencafé, viel Schnee, viel Wind. In fröhlichem Dialog mit anderen Menschen, die allesamt witziger und intelligenter sind als alle Vegetarier, Veganer, Energiewendler und Umweltschützer zusammengenommen.

  27. Christian Peter

    @Rennziege

    In Kanda gibt es restriktivere Bestimmungen als in Österreich. Das Rauchen in der Gastronomie, Bars und Diskotheken ist generell verboten, in Quebec sogar für Privatzimmervermietungen. Die Missachtung der Bestimmungen wird sehr streng geahndet. Vor allem aber ist das Rauchen in der Öffentlichkeit im nordamerikanischen Raum – anders in Österreich – verpönt (ebenso der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit).

  28. Rennziege

    Kanada besteht gottlob nicht nur aus Quebec. (Außerdem: Wer zieht dort freiwillig hin?)
    Auch in US-Nordamerika gelten von Bundesstaat zu Bundesstaat ganz unterschiedliche Regelungen für Alkohol- und Tabakkonsum — wie auch für die Todesstrafe, die Sie über mich gern verhängen würden.
    In Ontario darf man im Freien rauchen, und jeder Raucher schminkt sich’s ab, sobald Nichtraucher oder Kinder in der Nähe sind. Ich bin ja nur eine Gelegenheitsraucherin, aber generell sind Raucher rücksichtsvoll. Und, wie vorhin erwähnt, lustiger und geistreicher als enthaltsame Besserwisser.

  29. Mona Rieboldt

    Rennziege
    Ich freue mich, Sie wieder mehr zu lesen und danke für Ihre herrlichen Kommentare gegen die Militanz des Verbietens.

  30. Christian Peter

    @Rennziege

    Behauptet ja niemand, dass Raucher schlechte Menschen sind. Die Notwendigkeit von Anti-Tabak-Gesetzen in Abrede zu stellen ist aber völlig verwegen, vor allem in Ländern wie Österreich, in denen die Tabakmafia über erheblichen Einfluss auf die Politik verfügt. Österreich belegt in Sachen Nichtraucherschutz den letzten Platz im Vergleich mit 34 Ländern, es besteht somit dringender Handlungsbedarf.

  31. Cimrman

    „Eine unabhängige Laboranalyse im Auftrag der [britischen Zeitung] Sun ergab, dass die Zigaretten [eines Dealers] Insektenkot, Eier, Hautstücke, Milben, ein ‚unbekanntes organisches Material‘ und einen Stein enthielten.“
    Für Zigarettenverhältnisse eigentlich sehr gesund und nahrhaft.

  32. Thomas Holzer

    @CP
    Ein neuer Messias (der wievielte) hat sich unter die Plebs der Verteidiger der Freiheit gemengt…..bekämpfen Sie eigentlich mit dem gleichen Furor den Feinstaub?

  33. Weninger

    Autofahren ist ja gesamtwirtschaftlich viel wichtiger als Rauchen, wurde mir erklärt. Na dann.

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