Europas ritueller Suizid

Von | 28. Januar 2016

“….Die slowakische Regierung übt erneut scharfe Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik. Sollte die EU nicht bald handeln, begehe sie einen “rituelle Selbstmord”. Die illegale Einwanderung müsse schnell beendet werden….” (hier)

15 Gedanken zu „Europas ritueller Suizid

  1. Seerose

    Was an diesem Selbstmord rituell sein soll verstehe ich nicht. Er ist ganz einfach nur hirnlos, planlos und unueberlegt.

  2. Thomas Holzer

    @Seerose
    Das habe ich mir auch gedacht; aber vielleicht meinte Fico mit “rituell”, daß das Opfer des Suicid am Altar der EU und vor dem Merkel-Tabernakel “erbracht” wird 😉

    So betrachtet hätte das Ganze schon etwas rituelles……..

  3. Fragolin

    Die EU begeht keinen Suizid. Sie mordet. Und zwar die Nationalstaaten; diese werden auf dem Altar des erstehenden Vierten Reiches gemeuchelt bzw. werfen sich im Falle Deutschlands und Österreichs selbst jubelnd ins Schwert. Wenn der Bürgerkrieg vorbei ist entsteht aus der Asche ein supranationales Reich, und was wir jetzt erleben ist der Endkampf um die Vormachtstellung; Deutschland sah tatenlos bei der Schwächung Italiens zu ebenso wie bei der Selbstdiqualifizierung Britanniens, jetzt ist es selbst dran – und Frankreich hat gute Karten nach der Demonstration seiner militärischen Stärke (in Libyen, Tunesien, Syrien, Mali… und Obama wird nicht müde, Frankreich als den wichtigsten NATO-Verbündeten zu lobhudeln) und seiner Wichtigkeit (selbst dafür lassen sich Terroranschläge instrumentalisieren) die endgültige Führungsrolle im Neuen Reich zu übernehmen.
    Irgendwelche Balkantouristen und Araber-Hengste sind in diesem Spiel ebenso nur Biomasse wie wir. Ein Instrument um unsere Schwächung voranzutreiben und den Untergang zu beschleunigen. Mit solchen leicht fanatisierbaren Horden lässt sich ein Reich viel besser regieren als mit diesen ewig zweifelden und nörgelnden renitenten europäischen Urvölkern.

  4. Fragolin

    Zur Slowakei:
    Die Oststaaten hätten jetzt noch die Macht, das Konstrukt in sich zusammenfallen zu lassen. Sofortige Austrittserklärung aus der EU, bei Bedarf Zusammenschluss zu einer eigenen Vertragsgemeinschaft auf wirtschaftlicher, politischer und militärischer Ebene – fertig.
    Aber ewig lockt das Geld…

  5. elfenzauberin

    @seerose

    Die Aufnahme von Flüchtlingen wird im Lichte unserer Geschichte quasi als Bußpflicht angesehen. Insoferne verstehe ich die Verwendung des Adjektivs “rituell”.

  6. mariuslupus

    @Fragolin
    Die Frage ist welches Geld. Wie lange wird die EU noch Geld haben ? Oder wird die EU demnächst bunt bedrucktes Papier, so zu sagen, money in disguise, vertellen. Vielleicht sind in dieser Hinsicht die Mitteleuropäer, Visegrad-Verein, weitsichtiger als SuperMario und Schäuble zusammen.

  7. Falke

    Das hat auch der slowakische Abgeordnete ganz klar gesagt, der am Sonntag bei Ingrid Thurnher “Im Zentrum”, wie üblich beim ORF, 4 1/2 anwesenden und einem zugeschalteten Willkommensheißern ausgesetzt wurde, wobei der zugeschaltete (der deutsche EU-Abgeordnete Elmar Brok von der CDU) der Allerschlimmste war.. Als “Halben” habe ich LH Niessl empfunden, der sich schon so halbwegs aus diesem Mainstream verabschiedet hat, allerdings noch nicht ganz auf der anderen Seite angekommen ist.

  8. Mona Rieboldt

    @Fragolin
    Die EU wird nie ein Superstaat, die Auflösungserscheinungen sind schon da. Auch das Dritte Reich war für 1000 Jahre gedacht, dann hat es aber doch nur 12 Jahre gedauert, bis es vorbei war. Und je mehr sich die EU erweitert, erweitert hat, bröckelt es halt schon an den Rändern weg, siehe Osteuropa. Und die ganzen orientalischen Asylanten eignen sich auch nicht für die EU, es sei denn, sie würden samt ihrer Großfamilie, Ehefrauen, lebenslang alimentiert.

  9. gms

    Mona Rieboldt,

    “Die EU wird nie ein Superstaat, die Auflösungserscheinungen sind schon da.”

    Dieser Erscheinungen ist sich die Dressurelite bewußt, weshalb sie den “Kampf gegen Rrrrechts” noch intensivieren wird. Zugleich läßt man medial den Druck aus dem Kessel, denn solange der zornige Bürger noch was zum Lesen und sich Artikulieren hat, geht er nicht auf die Straße. Darüber hinaus zieht das Thema Nummer Eins Aufmerksamkeit von anderen Schauplätzen ab (siehe Banken und Energie-Union, EU-Sicherheitsstrategie).

    “Und je mehr sich die EU erweitert, erweitert hat, bröckelt es halt schon an den Rändern weg, siehe Osteuropa.”

    Eine Erweiterung steht nicht auf der Agenda, sondern bloß eine weitergehende Zentralisierung. Die Ostländer werden ihre Zugeständnisse bekommen, im Fokus steht Deutschland, und je länger die Krise andauert, umso höher die Zahlen an Migranten, die man hernach ~freiwillig~ aufnimmt zum Stoppen des ungehemmten Zuflusses. Last not least strebt man Camps in Europa an, die dem Bürger als Lösung verkauft werden, aber bloß ein trojanisches Pferd sind und Probleme nur zeitlich verschieben respektive monetär garnicht oder nur unzureichend adressieren.

    “Und die ganzen orientalischen Asylanten eignen sich auch nicht für die EU, es sei denn, sie würden samt ihrer Großfamilie, Ehefrauen, lebenslang alimentiert.”

    Alle wissen das. Damit sie aber langfristig dennoch ins Land kommen, sollen Bürger freiwillig schlechte Lösungen akzeptieren. Was auch immer man uns demnächst vorgelegt, wird besser scheinen, als das aktuelle Chaos und wird daher auch von den Leuten geschluckt werden.

  10. Mona Rieboldt

    @gms
    Dass es von anderen Dingen ablenken soll, glaube ich auch. Wie ich es verstanden habe, hat Schäuble das gesamte deutsche Sparvermögen als Sicherheit für die Euro-Länder gegeben oder will es demnächst geben. Damit können dann z.B. italienische Banken gerettet werden etc.

    Was die EU angeht, was soll denn diese Zentralisierung? Wem nützt es denn so eine Art Superstaat? Dem entgegen stehen aber, dass sich Regionen wie Katalanien von Spanien trennen wollen, auch Schottland ist zwar erst mal vom Tisch, mal sehen wie es in Großbritanien weiter geht.

  11. Thomas Holzer

    Wenn Politikerdarsteller davon besessen sind, “ihr” Volk zumindest zum primus inter pares, wenn nicht zum “leuchtenden” Vorbild für alle anderen Völker, Nationen dieser Erde zu machen, geht es immer fürchterlich schief, egal welcher Intention dieses Bestreben entsprungen ist.
    In der (nicht nur) deutschen Geschichte werden bald zwei Namen dafür stehen: Merkel und Hitler

  12. gms

    Mona Rieboldt,

    “Wem nützt es denn so eine Art Superstaat?”

    Jenen nützt es, denen es zu mühsam ist, alle Länder einzeln in die für sie genehme Richtung zu schupsen. Das wäre nicht nur aufwändiger, es ließe zugleich Anschauungsmaterial aufkommen, daß andere Richtungen bessere sozioökonomische Resultate zeitigen.

    Der Schlüssel zu Reichtum, Macht und Einfluß ist Fiatmoney, Staatsverschuldung und passende Gesetze dazu, die besten Territorien zum monetären Abmelken sind sozialistisch geführte Moloche, wo der Mittelstand den Wohlfahrtsstaat füttert. Zugleich lassen sich wirtschaftliche und einem selbst dienliche Regularien weitläufiger leichter aufspannen, als über inhomogene Einzelstaaten hinweg. (Was es mit Freihandelsabkommen tatsächlich aufsich hat, wurde hier schon mehrfach erörtert.)

    Der einzig natürliche Feind des Plutokraten ist der souveräne und nach libertären Prinzipien tickende Nationalstaat, und das sage ich als Harcorelibertärer, dem schon Minarchisten oder Neoliberale zu staatsgläubig sind.

    “Dem entgegen stehen aber, dass sich Regionen wie Katalanien von Spanien trennen wollen”

    Diesen potentiellen Ablösungen wird entschieden begegnet, man pocht auf das Diktum, Grenzen seien unveränderlich und die Verfassung gäbe das nicht her. Parallel streut man Horrorszenarien, wie diese Fragmente in den Mühlen der Globalisierung zermahlen würden.

    “Schottland ist zwar erst mal vom Tisch, mal sehen wie es in Großbritanien weiter geht”

    Großbritannien wird um jeden Preis gehalten werden, und Schottland galt es ebenso an GB zu binden, um nicht etwa Nordirland auf den Plan zu rufen. Abspaltungen sorgen für Unruhe im Karton und stärken nationale Kräfte anderswo.

    time.com/4102619/what-catalonias-vote-for-independence-means-for-europe/
    A separatist movement in Spain could inspire others; threatening European integration

  13. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Ich sehe einen Unterschied: hitler wollte sein Volk groß machen, Merkel will ihr Volk klein machen.
    Der rotzbremsige Gefreite hatte einen eigenen Kopf, diejenigen, die ihn instrumentalisieren wollten gingen selbst vor die Hunde dabei; Cäsarenwahn lässt sich nicht kanalisieren.
    Bei unserer uckermärkischen Wachtel sieht es anders aus; sie war von Beginn an nie etwas anderes als eine Marionette, eine Diva unter den Marionetten. Ihr Sessel wankt, wenn überhaupt, nur dann, wenn die Intendanz zu erkennen glaubt, dass die Diva dem Größenwahn erliegt und die Texte in ihrem Sinne verändert. Dann wird sie weg sein vom Fenster, schneller als jeder zu ahnen glaubte. Aber so lange sie ihre Rolle, stümperhaft aber authentisch, weiterspielt, steht einem Engagement bei der UNO und einem Alterssitz in südlichen Gefilden nichts im Weg.
    Historisch betrachtet fatal wird sein, dass zum wiederholten Male der Versuch der Demokratisierung des jahrhundertelang zum Untertanen absolutistischer Provinzfürsten sozialisierten deutschen Volkes erst in einer von Größenwahn geprägten Diktatur und dann im Untergang enden wird. Deuschland und das deutsche Volk auf der einen Seite und Demokratie und Freiheitlichkeit auf der anderen Seite scheinen inkompatibel zu sein wie Islam und Homosexualität. Eigentlich erschreckend, diese Einsicht.

  14. gms

    Fragolin,

    “Deuschland und das deutsche Volk auf der einen Seite und Demokratie und Freiheitlichkeit auf der anderen Seite scheinen inkompatibel zu sein wie Islam und Homosexualität.”

    Dieses knusprige Diktum verwischt die Tatsache, wonach das deutsche Volk nach dem zweiten Weltkrieg über rein garnichts von Belang abstimmen durfte. Weder gibt es bis heute eine Verfassung, noch wurden deutsche Bürger befragt, ob sie zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl wollen, was sie von Nato, der EWG, der EG, dem Euro als Währung, der EU, den Mastricht- und Lissabonverträgen halten, etc, pp. Nirgends sonstwo war und ist im westlichen Europa ist ein Volk dermassen fern von relevanten Entscheidungen, wie in der BRD. Das ist beängstigend!

    Manche behaupten, Deutschland wäre immer noch besetztes Territorium, was man abgesehen von juristischen Feinheiten zumindest der Empirie folgend für plausibel halten kann. Deutschland hat mit Abstand das absurdeste Grundgesetz, der Staatspräsident wird nicht vom Volk gewählt, es hat als einzige westliche Demokratie den Zwang, Kinder in staatsnahen Einrichtungen beschulen zu lassen, Medien wurden nach dem Krieg und darüber hinaus von außen installiert oder abgenickt und erfährt heute als kollektiver Untertan als Ausfluß dessen eine nie zuvor dagewesene Anmaßung von oben.

    Geopolitisch ist Deutschland im globalen Kontext über alle Maßen relevant, weil sein Schicksal über Eurasien und damit das wichtigste Feld am Erdball entscheidet. Unter allen Umständen muß verhindert werden, daß sich deutsche Gründlichkeit sowie Innovations- und Handwerkskunst mit den Ressourcen Rußlands verbindet und dadurch eine bi- oder multipolare Weltordnung entsteht.

    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland auch und insbesondere mit Hilfe des Westens wirtschaftlich wieder auf die Beine gebracht, wofür man Dankbarkeit schuldet, doch der noch viel höhere und verborgene Preis dafür ist die eklatante Rechtlosigkeit deutscher Bürger, die sie zu Passagieren im eigenen Boot verdammt.

    Deutschland blieb bescheiden und agierte geopolitisch dank wirtschaftlicher Erfolge mit dem Scheckbuch statt mit Kanonen. Der Michel war fügsam und begehrte nie auf. Heute aber wird er darüber hinaus in die Pflicht genommen, in kriegerische und handelspolitische Konflikte getrieben und gleichzeitig zur Selbstauslöschung gezwungen mit dem Phantasma ewiger Schuld, die man in den 30ern des vorigen Jahrhunderts vorgeblich aufsich geladen hätte.

    Souverän war das deutsche Volk nach dem zweiten Weltkrieg zu keiner Sekunde, es war und ist bloß willfährige Manövriermasse, und heute erleben wir bloß einen der angesagten Zahltage, zu dem jede Scheindemokratie früher oder später führt und dem mit legalen Mitteln innerhalb des Systems nicht beizukommen ist.

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