EZB: Warnung vor einer Börsen-Blase

“Die Europäischen Zentralbank (EZB) warnt angesichts der Rekordjagd an den Börsen vor steigenden Risiken für die Finanzstabilität. Die Suche der Investoren nach Rendite könnte die „Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“ auslösen, hieß es in dem heute veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank…” (hier) – darauf, dass diese Blase mit der Politik der Notenbanken zu tun haben könnte, weist die EZB überraschender Weise nicht hin.

One comment

  1. gms

    Besonders drollig wird es, sieht man sich das entsprechende originäre Drehbuch [1] der ECB an:

    ” [..] predominate over the next 18 months. These are risks of:
    1 Abrupt reversal of the global search for yield, amid pockets of illiquidity and likely asset price misalignments. As the potential for disorderly adjustment in financial markets remains, financial institutions need to have sufficient buffers and/or hedges to withstand it.
    2. Continuing weak bank profitability and balance sheet stress in a low inflation and low growth environment. Continued action is needed to mitigate lingering scepticism regarding euro area bank balance sheets. [..]”

    Auf gut Deutsch: Die Banken brauchen noch mehr Geld (“sufficient buffers”), damit sie auch das große Finale der anhaltenden Fiat-Money-Orgie unbeschadet überstehen. Was haben wir doch für ein Glück, daß es inzwischen den ESM und eine Bankenunion gibt, weswegen das transkontinentale Splatter-Movie mit Graf Draghi in der Titelrolle noch ein paar Jahre am Spielplan steht.

    Ganz abgeschlossen ist das Drehbuch leider noch nicht. Der kollektive Abwicklungsfonds der Bankenunion, der im ersten Jahr mit mickrigen 22 Mrd gespickt wird, darf bei Bedarf flankierend Anleihen aufnehmen, doch die Details dafür sind noch unklar. Ebenso ist zwar die direkte Finanzierung strauchelnder Banken durch den ESM politisch längst gegessen, de jure steht und fällt diese Instrument aber noch mit der “Schaffung einer effektiven, europäischen Bankenaufsicht”, was potentiell für vermeidbare Überlängen hinkünftiger Krisensitzungen an diversen Sonntag Abenden sorgen könnte.
    Wer wollte da in weiser Voraussicht nicht auf “continued action” drängen?

    [1] ecb.europa.eu/press/pr/date/2014/html/pr140528.en.html

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