Facebook stellt die «Weltwährung» Libra vor

“….Die neue Kryptowährung Libra soll den Umgang mit Geld so einfach machen wie das Verschicken einer SMS. Hat das Projekt Erfolg, könnte es das Finanzsystem umkrempeln. NZZ, hier

3 comments

  1. Andreas Tögel

    Derart unkritische Propagandabeiträge bin ich von der NZZ nicht gewöhnt. Besonders originell ist der Seitenhieb auf Bitcoin: “intrinsisch wertlos”. Das ist zwar völlig richtig, trifft aber in gleichem Maße auf sämtliche Fiat-Währungen oder gar Staatsanleihen zu, mit denen der Libra “unterlegt” werden soll. Der Libra ist, wie jede andere rein elektronische Währung – völlig substanzlos und lebt (im Gegensatz zu einem Warengeld) allein von der Hoffnung seiner Nutzer. Schauderhafter Gedanke.

    Ganz besonders verstörend aber ist die Vorstellung, dass man seine Finanzen einem Unternehmen wie Facebook anvertraut, das einem nach Belieben und Gutdünken den Hahn abdrehen kann – so, wie es das jetzt schon bei unliebsamen Interneteinträgen tut. Bei unbotmäßigem, politisch unkorrektem Verhalten, droht dann eventuell die 30-tägige Zugangssperre zum Konto? Super! Mein Vertrauen in alles, was man nicht mit Händen greifen und im wahrsten Sinn des Wortes auf die Goldwaage legen kann, ist jedenfalls endenwollend. Oder, wie Danny Glover es ausdrücken würde: ich bin zu alt für diesen Scheiß!

  2. GeBa

    Und abgesehen von den absolut sinnvollen Überlegungen von Herrn Tögel, würde ich nie zu dieser Währung kommen, weil ich mich erfolgreich Facebook verweigert habe und nicht die Absicht habe, das noch zu ändern. Auch Ihrem letzten Satz ist von meiner Seite aus nichts mehr hinzuzufügen!

  3. Marcel Elsener

    Wohl gesprochen, werter Herr Tögel. Sie haben die grundlegende Schwäche (Substanzlosigkeit) der modernen Währungen treffend dargelegt. Der Libra ist hier keine Ausnahme. Im Grunde genommen steht der Kunde vor einem Einheitsangebot namens Fiat-Money, welches aber mit sehr unterschiedlichen Farben (= Währungen) eingefärbt wurde, damit der fade schmeckende Einheitsbrei wenigstens bunt aussieht. Und jetzt kommt halt noch eine neue Farbei hinzu.

    Auch Ihrer Bemerkung zu Facebook kann ich nur zustimmen. Wer allen Ernstes dieser Datenkrake auch noch sein Vermögen leiht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Unbotmässiges Verhalten führt womöglich zum temporären Verlust über sein Vermögen; ja, das ist kein angenehmer Gedanke. Auch wenn in der EU ebendas in Zypern und in Griechenland zuvor bereits generalstabsmässig durchexerziert wurde; da handelte es sich eindeutig um einen Putsch gegen die geltende Rechtsordnung, der aber für die Putschisten keinerlei negativen Folgen hatte. Insofern sollte man sich keinerlei Illusionen darüber hingeben, dass das Geld bei einer Bank sicherer wäre als bei Facebook. Facebook veranstaltet Lösch- und Sperrorgien ja nicht von sich aus, sondern weil es vom Staat bzw. von supranationalen Organisationen dazu genötigt wird. Das ist jetzt keine Rechtfertigung von dessen Geschäftspolitik sondern lediglich eine Feststellung.

    P.S. Ich vermisse Ihre durchdachten und gehaltvollen Text sehr, Herr Tögel.

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