9 comments

  1. sokrates9

    Verstaatlichen ist sicherlich ein Alptraum! Andereseits dürfte es nicht sein dass Facebook willkürlich Menschen von der Kommunikation ausschließt und sie damit de facto für “vogelfrei” erklärt! Vielleicht noch die Bankkonten streichen und der Mensch wird sich im Zeiten des bargeldlosen Verkehrs schwer tun physisch zu überleben!

  2. Selbstdenker

    Wenn die enorme Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht das Problem ist, wird dieser Umstand durch eine Verstaatlichung nicht nur nicht gelöst, sondern sogar massiv verschlimmert.

    Die Tech-Monopolisten sind Meister der Verschleierung:
    a) Es gibt nicht wirklich eine (brauchbare) Adresse an die man Beschwerden richten kann,
    b) sie wechseln ihr Auftreten zwischen platform und publisher wie ein Chamäleon die Farben wechselt,
    c) sie gehen mit Daten um als würden ihnen nicht nur die Accounts sondern auch die Menschen dahinter gehören,
    d) der wahre Verkaufspreis ihrer Services bleibt für die Nutzer im Dunkeln…
    e) …womit sie sich im Gegensatz zu den finanziell und bürokratisch geschundenen Klein- und Mittelbetrieben Europas der völlig überbordenden Besteuerung und Regulierung entziehen.

    Eine Verstaatlichung wäre der völlig falsche Weg. Im Gegensatz zu den lupenreinen Libertären – jedes positive Prinzip kann man durch seine völlige Überdehnung ins Gegenteil verkehren – bin ich aber für eine Zerschlagung der Tech-Monopolisten, da der Missbrauch ihrer Marktmacht mehr als offenkundig ist.

    Man sollte sich vor Augen halten, dass der sehr dynamische und innovative Telekommunikationsmarkt aus der Zerschlagung ehemaliger (in Europa: staatlicher) Monopole hervorgegangen ist. Die Regulierung mächtiger Telekommunikationsanbieter könnte in einigen Bereichen eine Vorlage für den Umgang mit Tech-Monopolisten sein.

    If there is no price, then you are price

    Das Geschäftsmodell der Tech-Monopolisten würde ich aus mehreren Gründen als nicht gerade seriös bezeichnen:
    a) Es handelt sich vielfach um Unternehmen, die ihre enorme Marktmacht einem staatlichen Eingriff in Form von Startup-Förderungen (Geld gegen Zugang zu Daten) zu verdanken haben.
    b) Sie bieten ihre Services vermeintlich „kostenlos“ an, bis sie eine de facto Monopolstellung erreicht haben und so zum einzigen Gatekeeper geworden sind. Aus dieser Stellung heraus sind sie dann in der Lage selbst Politik zu betreiben und wie man sieht, sinkt auch die Hemmschwelle bei der Kooperation mit totalitären Regimen immer weiter.
    c) Die Tech-Monopolisten sind selbst die größten Raubkopierer. Viele ihrer „Erfindungen“ haben sie entweder direkt kleineren Unternehmen geklaut, denen keine Armee von Anwälten zur Verfügung steht, oder sie beruhen auf das indirekte Auspionieren von Unternehmen, die ihre Services nutzen.

    Kapital ist jede materielle oder immaterielle Basis, die seinem Eigentümer heute oder künftig Nutzen stiften kann. Der Kapitalwert ist der aggregierte und abgezinste Nutzenzufluss.

    Den meisten Anwendern ist nicht bewusst, dass die Nutzung jener Services, die von den Tech-Monopolisten angeboten werden ein Tauschhandel (nicht in Geldeinheiten bewerteter Service gegen nicht in Geldeinheiten bewertete persönliche Daten als Kapital) ist.

    Ironischerweise geht man im „Darknet“ ehrlicher diesem Sachverhalt um, indem sich Schwarzmarktpreise für private Nutzerdaten herausbilden, die dort gehandelt werden.

    Während Tech-Monopolisten das Wesen ihrer Geschäftstätigkeit aus verständlichen Gründen verschleiern, versuchen Linke das Wesen persönlicher Daten als Kapital aus ideologischen Gründen weg- oder umzudefinieren.

    Die aktuelle Malaise ist somit 1) der Trägheit und Ignoranz der Nutzer, 2) der Verschleierung vom Geschäftsmodell durch die Tech-Monopolisten und 3) der Weg- bzw. Umdefinition von Begriffen durch die Linken zu verdanken.

    Sich selbst so an eine zentrale Macht im Tausch gegen ein paar häufig nutzlose „Gratis“-Services zu verkaufen, kommt dem Verkauf der eigenen Seele an den Teufel gleich.

  3. Falke

    Ich glaube nicht, dass wir neben dem staatlichen Rundfunk/Fernsehen noch ein mächtiges staatliches Medium brauchen, ganz im Gegenteil; auch wenn an facebook vieles auszusetzen ist, ein willkommenes Gegenstück zum links-grünen Monopol ORF (ARD, ZDF) ist es allemal.

  4. Selbstdenker

    @Falke:
    Ich gebe Ihnen Recht; jedoch wurden und werden auch die Tech-Monopolisten gerade massiv von den Linken unterwandert. Einseitige Zensurpraktiken und das schrittweise Deplattforming kritischer Stimmen zeigen, welche Kräfte hier am Werk sind.

    Selbstverständlich nutzen die sogenannten “öffentlich-rechtlichen” Rundfunkanstalten (genauer: zwangsabgabenfinanzierte Propagandasender) jede Diskusssion betreffend Social Media um ihr Monopol und ihre absolutistische Deutungshoheit wiederzuerlangen.

    Exakt ins Bild passt auch die juristische Seifenoper um jene grüne Aktivistin, die sich zunehmend als Gesetzgeberin aufspielt. Der Aufwand um auch Teile der Regierung zur Abschaffung der Meinungsfreiheit als neutrales Prinzip zu bewegen, ist nicht hoch: ein paar untergriffige anonyme E-Mails an türkise Karrierefrauen reichen offenbar aus.

    Was völlig untergeht, ist, dass viele angebliche “Hate Crimes” als False-Flag Operationen enttarnt wurden. Leider berichten die Medien nur über den ersten Verdacht (=”die Rechten”) und nicht mehr über die Ermittlungsergebnisse.

    Der Vorfall im Café Prückel vor einigen Jahren (lesbisches Paar provoziert den Rauswurf) war ja auch nicht gerade dem Zufall geschuldet.

  5. Falke

    @Selbsdenker
    Bei den “türkisen Karrierefrauen”, die sich leicht instrumentalisieren lassen, denke ich in erster Linie an die Staatssekretärin Edtstadler, in zweiter Linie an die Ministerinnen Köstinger und Schramböck, von deren intellektuellen Fähigkeiten und fachlichen Kompetenzen ich nicht sehr viel halte. Sie auch?

  6. Selbstdenker

    @Falke:
    Sie scheinen da ähnliche Gedanken zu haben.

    Die (schwarze) ÖVP ist in der Vergangenheit der Divide et impera Strategie der SPÖ regelmäßig auf den Leim gegangen. Beim letzten Wahlkampf versuchte ein ausländischer Auftragsrufmörder im Dienste einer inländischen Partei die zwei heutigen Regierungsparteien gegeneinander aufzuhetzen.

    Dann kam der sogenannte “12-Stundentag”: altschwarze AK-Funktionäre wurden gegen die türkis-blaue Regierung aufgewiegelt. Bei der Sozialversicherungsreform waren es die altschwarzen Landesfürsten, die man gegen die Regierung aufspielen wollte.

    Nun der Fall Maurer: türkise Karrierefrauen “müssen” sich unbedingt (warum eigentlich?) mit grünen Aktivistinnen verbünden, weil sie ein Gerichtsurteil nicht ertragen können.

    Man sieht klar das Muster, das die Roten und die Grünen bemühen: objektive Prinzipien, von denen alle einen Vorteil haben, werden über gezielt lancierte Anlassfälle geknackt.

    Ferner kann man sich ausmalen, was von bis dato allgemein anerkannten Prinzipien übrig bleiben wird, wenn die Gäste unserer Nachbarin einen noch höheren Anteil der Bevölkerung stellen.

    Frauen, die das Rückgrad des Westens über ihre Identity Politics gebrochen haben, können dann zusehen, wie die Gäste unserer Nachbarin auch mit jenen Prinzipien “aufräumen”, die ihnen sowohl weltweit als auch historisch nie dagewesene Chancengleichheit geboten haben.

  7. Selbstdenker

    @GeBa:
    Der Hype, den der Mainstream in der frühen Phase von Facebook und Twitter gemacht hat, war sehr auffällig. Solange diese Medien primär als Echokammer und / oder Plattform für linke Aktivisten galten, waren dort “Hasspostings” bzw. online konzertierte Aktionen gegnen Menschen und Sachen der realen Welt akzeptiert.

    Mit dem Wahlsieg von Donald Trump wurde den Linken bewusst, dass auch zunehmend Nicht-Linke Social Media zur politischen Mobilisierung nutzen können. Seitdem stehen sie in der Kritik.

    Mark und Jack waren mir von Anfang an suspekt uns sie haben bei zahlreichen Anlässen gezeigt, wie “neutral” sie sind bzw. wie sie zum Schutz persönlicher Daten stehen. Es war für mich eine Frage der Logik, dass die selbsternannten “Guten” dann, wenn sie zuviel Macht bekommen, schnell bösartig werden können.

    In Silicon Valley geben schon lange nicht mehr die innovativen, leicht schrägen und manchmal sogar originellen Freidenker den Ton an, sondern es ist zu einen Club arroganter Weltberbesserungs- und Welteroberungsphantasten degeneriert.

    Die Antwort auf zuviel zentrale Macht kann nur radikale Dezentralisierung heissen.

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