Fall Pirincci: Der Buchhändler als politischer Richter

“Wo man auf öffentliche Aufwallungen vertraut und nicht auf Regeln und Gesetze, ist das Ergebnis oft Heuchelei. Bei Amazon.de sind alle nicht-antiquarischen Bücher von Pirinçci gesperrt, “Mein Kampf” hingegen kann man über die amerikanische Seite problemlos beziehen. Will man im Ernst sagen, dass ein Katzenroman von Akif Pirinçci gefährlicher ist als das zentrale Buch von Adolf Hitler?” (hier)

22 comments

  1. nattl

    Sosehr ich die Aktion der Medien und der Buchhändler gegen Pirincci ablehne, ich muss leider sagen, dass es der kleine Akif schon sehr darauf angelegt hat, möglichst allen verbal in die Genetalien zu treten. War es am Anfang ein interessantes Stilmittel, so muss man mittlerweile feststellen, dass Pirincci mittlerweile nicht mehr in der Lage ist, auch nur einen Satz zu schreiben, ohne dass sich darin mindestens fünf Fäkalausdrücke wiederfinden. Auch das Publikum hat sich gewandelt. Waren es noch vor kurzem hauptsächlich Libertäre und solche, die glauben es zu sein, so sind es jetzt… ähhh… unterbelichtete Halbwüchsige. Eine Kostprobe? Einfach mal auf der Homepage von Akif (http://der-kleine-akif.de/) in den Kommentaren nachstöbern. Die Beschimpfungen dort untereinander sind auf Unterstufenniveau…

  2. Thomas Holzer

    Wenn den Empörungsbetrunkenen die Deutungshoheit auch noch über den Buchhandel überlassen wird, dann werden bald wieder Bücher am Scheiterhaufen, zumindest aber im Schredder landen, wie von einem pseudoechauffierten Buchhändler in Deutschland groß angekündigt, dann aber, nach einer Schrecksekunde ob seiner öffentlich vorgetragenen Dummheit, kleinlaut zurückgezogen.

  3. astuga

    @nattl
    Und wo ist dabei die Relevanz?
    Außerdem ist wohl der Kommentarbereich eines Blogs kaum ausschlaggebend dafür, ob ein Autor vom Buchhandel boykottiert wird oder nicht.
    Zudem führen sich Deppen im Kommentarbereich vor allem selber vor.
    Auch hier hält Pirincci der Gesellschaft einen Spiegel vor.

    Vertrottelte Kommentare finden sich übrigens auch in jeder Zeitung im Onlinebereich (gerade auch beim Standard).
    Nach meiner Beobachtung werden aber gerade die oftmals freigeschalten, sachlich-kritische hingegen nicht.

  4. astuga

    Dieses ganze politisch korrekte Gesindel im Buchhandel und in den Verlagen sind einfach nur widerliche Opportunisten.
    Die selben verantwortlichen Personen hätten sich auch bei den Nazis und Kommunisten weisungsgemäß verhalten.

    Ich übergebe dem Feuer die Schriften von…

  5. Gert Cok

    Ja, das ist elektronische Bücherverbrennung. Und “Der Spiegel” ist nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung, selbst dann nicht, wenn jetzt so tut, als wäre über die Entwicklung empört.

  6. aneagle

    Vorne weg: ManuScriptum liefert (noch) alles von Pirincci und macht ein Bombengeschäft. Viele Sensationsgeier, unter Ihnen auch ich, können dem Autor ebenso wenig abgewinnen, wie einst den satanischen Versen von S.Rushdie. Kurz gesagt: das Buch brauchte, um lesenswert zu werden, ziemlich dringend einen Eklat.
    Aber: warum soll eine Fatwa light, verdeckt durchgesetzt in unserem schönen freien Deutschland/Europa, weniger wirksam verlaufen als eine, die Salman Rushdie für seine satanischen Verse im ebenso schönen ebenso freien Iran, erleiden und G´tt sei Dank überleben konnte ? Alle nur eine Frage des jeweiligen zivilisatorischen Gustos.
    Das Schöne an unseren Fatwas ist doch, wie kultiviert (= ohne “hässliche Bilder”) diese verlaufen und dass man keinen Baukran dafür zweckentfremden muss. Alles läuft human unter der gemütlich schmuddeligen Gutmenschdecke. Respekt, das ist DDR perfektioniert.
    Alle eilfertigen Handlanger, die Buchhändler und hyperaktivistischen Bischöfe, fungieren als vorauseilende Scharia-Polizei. Sie heißen alle mit dem Vornamen immer schon “Charlie Hebdo” und sind, gleich ihren Großvätern, die wahren Täter. Sie sollten eine aufgeklärte, halbwegs funktionierende Marktwirtschaft nicht überleben.

    Ökonomisch ist Herrn Pirincci anzuraten, es wie Rushdie zu machen und vorerst mal nach Teheran auszuweichen, wo seine aktuellen Ergüsse eventuell eher Anklang finden werden. Sollte sein Buch zu ungeahnter Berühmtheit gelangen- ich habe schon eines! 🙂

  7. Fragolin

    Bei aller nachvollziehbaren Verwunderung über die Selbstkastration des Buchhandels möge man aber eines nicht vergessen: Buchhändler sind private Unternehmer, die können ins Programm aufnehmen oder aus dem Programm verstoßen wen oder was immer sie wollen. Sie machen sich aktuell lächerlich und den Herrn Pirincci berühmt – und einen Nischenverlag wohlhabend. 😉

  8. cmh

    Wenn aber einer oder alle Buchhändler eine marktbeherrschende Stellung erlangt haben, dann hört sich das Gesöcks von der Privatwirtschaft aber schon auf. So einfach gestrickte Argumente sollte man nicht verwenden.

    Denn die euroäischen Fatwahs hierzulande treffen ja nicht durch die vernichtete bzw nicht gelieferte Ware Buch, sondern durch den moralischen Anspruch, den dieses Handeln zum Ausdruck bringt.

    Genauso wie dem braven Muselmädel der Imam und die ganze Nachbarschaft sagt: “Eine gute Muslima trägt Kopftuch, weil so!”, genauso wie die Tschänderantinnen sagen : “Neger ist pfui und sagt man nicht wiel ich ein Määäähdchen bin!” so sagt der Buchhandel damit vor allem den Ahnungslosen, die keine Zeit haben ein Buch und schon gar keines der überflüssigen Pirinciis zu lesen, dass Pirinci genauso böse ist wie alle die einen solchen am Bücherbord stehen haben.

    Das ist schlicht präpotent und damit verzichtbar.

  9. Christian Peter

    Wohin die aktuelle Entwicklung geht, wurde bereits in George Orwells Roman 1984 beschrieben.
    Im Mittelalter und unter den Nationalsozialisten wurden Bücher verbrannt, im 21. Jahrhundert wird der Vertrieb von unliebsamen Büchern unterbunden.

  10. Manuel Leitgeb

    @Fragolin
    Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht bzgl. private Unternehmer, aber Buchhandlungen und Verlage sind aus 2 Gründen, meiner Meinung nach, etwas anders:
    a) Da Bücher als “Kulturgut” gelten, haben sie Sonderbestimmungen und Erleichterungen (z.B. Buchpreisbindung).
    b) Gehören Verlage und Händler zu jenen die bei möglicher Konkurrenz am lautesten jammern und sofort nach dem Staat schreien, man denke nur an die Reaktionen auf Amazon und Google (wobei in diesem konkreten Fall auch Amazon unrühmlich auftritt).

  11. astuga

    @Christian Peter
    Oder Huxleys Schöne Neue Welt.
    Scheint mir in manchem realistischer, auch weil man da als Gesellschaft so aus Bequemlichkeit hineinrutscht.

  12. gms

    Fragolin,

    > [Die Sanktionisten machen] einen Nischenverlag wohlhabend.

    Mag sein, bloß liefert ManuScriptum nur drei Bücher von Pirincci, aber mangels Vertriebsrechte nicht dessen Katzenromane, an denen selbst die nun empörungstrunkene Meute keinerlei Anstoß nahm — im Gegenteil [3]. Unterm Strich bleibt eine konzertierte, umfassende und außergerichtliche Strafaktion einer von der Politik verhätschelten Soziotät wider einen Autor, basierend auf einer Anklage ohne Faktenbezug.

    > Buchhändler sind private Unternehmer, die können ins Programm aufnehmen oder aus dem Programm
    > verstoßen wen oder was immer sie wollen.

    Das klingt in erster Lesung stimmig, doch als Zünftler einer geschützten Werkstatt mit Buchpreisbindung und ermäßigtem MwSt-Satz evident gegen die Intentionen des Gesetzgebers zu verstoßen [1], macht die ansich schon ungustiöse Angelegenheit noch unappetitlicher und wäre in jedem zivilisierten Land eigentlich Anlaß für eine gerüttelte Grundsatzdebatte.

    Daß das Ganze sogar vom Dachverband [2] getragen wird, der noch dazu als weltweites Unikum alle Stufen der Wertschöpfungskette im deutschen Verlagswesen abdeckt, und zugleich sich dieser Verband selbstherrlich des Eintretens für Meinungsfreiheit und -pluralismus beweihräuchert, offenbart einmal mehr expemplarisch die Gesinnung heutiger Sittenkalfaktoren und die Richtigkeit des Befundes, wonach Deutschland von Sinnen ist.

    [1] gesetze-im-internet.de/buchprg/__1.html
    § 1 Zweck des Gesetzes
    Das Gesetz dient dem Schutz des Kulturgutes Buch. Die Festsetzung verbindlicher Preise beim Verkauf an Letztabnehmer sichert den Erhalt eines breiten Buchangebots. Das Gesetz gewährleistet zugleich, dass dieses Angebot für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist, indem es die Existenz einer großen Zahl von Verkaufsstellen fördert.

    [2] boersenverein.de/de/portal/Boersenverein/158389
    Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. ist weltweit der einzige Verband, der alle drei Handelsstufen unter einem Dach vereinigt – Verlage, Buchhandlungen, den Zwischenbuchhandel, Antiquariate und Verlagsvertreter. Er versteht sich als Sprachrohr der Buchbranche und steht Öffentlichkeit und Politik beratend zur Seite. Als Berufsverband setzt sich der Börsenverein für wirtschaftlich und politisch optimale Rahmenbedingungen im Sinne seiner Mitglieder ein. Dazu gehören insbesondere die Mittelstandsförderung, die Erhaltung der Buchpreisbindung und ein faires Urheberrecht. [..] Er engagiert sich für das Kulturgut Buch und das Lesen, für die Meinungsfreiheit und die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft.

    [3] berlinerbuchhandel.de/de/portal/Katzenkrimi/404544

  13. Mario Wolf

    Empfehlung an Buchhändler. Lesen sie Bücher. Ray Bradbury : Fahrenheit 451. Film – Regisseur Francois Truffaut, Hauptdarsteller Oskar Werner

  14. Mona Rieboldt

    @nattl
    Es ist völlig gleichgültig, ob man den Autor und seinen Stil mag oder nicht mag. Es gibt auch Autoren, die hochgelobt werden, die ich nicht mag und langweilig finde.

    Es geht darum, dass man hier die berufliche Existenz eines Autors vernichten wollte. Und was den Buchhandel, Bertelsmann etc. angeht, so hätten sie seinerzeit auch die Vorgaben von Politik und Presse sofort umgesetzt, Bücher jüdischer Autoren nicht mehr zu verlegen, zu verkaufen. Und zu den Buchhändlern hat gms das Richtige gesagt.

  15. Christian Peter

    @Mario Wolf

    sehr richtig. Ich meint übrigens auch Fahreinheit 451 und nicht George Orwells Roman 1984.

  16. gms

    Mona Rieboldt,

    > Es ist völlig gleichgültig, ob man den Autor und seinen Stil mag oder nicht mag

    Daß es auch anders geht, bewies unlängst Voggenhuber, der, nicht in Verdacht stehend, irgendwie mit Susanne Winter zu packeln, das jüngste infame Treiben des obersten medialen Scharfrichters hierzulande gegen die nunmehrige wilde Abgeordnete schärfstens kritisierte. Hut ab & Respekt!

    Nicht minder honorabel ist David Berger, der sich als Publizist satirisch zu Pirincci äußerte und von diesem ebenso öffentlich eine entsprechend gepfefferte Breitseite notorischer Machart als Replik erhielt. Der homosexuelle und medial aktiv für Schwulenanliegen eintretende Berger hätte später eingedenk des konzertierten Agierens gegen Pirincci daran teilnehmen oder sich schweigend verhalten können — doch nein — er nennt als einer der ersten vor zwei Wochen schon die Dinge beim Namen [1].

    Offensichtlich sind in der deutschsprachigen Gummizelle noch nicht alle total charly, aufdaß sie besoffen vom kollektiven Gutsein dem Herdentrieb nach einem “Hängt ihn höher!” Ausdruck verleihen.

    Da gibt es also tatsächlich Linke, die nicht nur anständig, sondern auch mutig sind, und fast wollte man schließen, dies sei gut so, wäre es zugleich nicht bedauernswert, es eingedenk der ansonst fest geschlossenen Reihen im Lager gegenüber überhaupt betonen zu müssen.

    [1] heise.de/tp/artikel/46/46385/1.html
    [2] i.imgur.com/ngDUO2f.jpg

  17. Mourawetz

    Ich habe mein Exemplar des Buches gestern mit der Post bekommen, direkt vom Verlag. Ich habe meine Bestellung bei Amazon storniert, nachdem ich erfuhr, dass Amazon wie viele andere Buchhändler auch, das Buch nicht liefern möchte, welches ich bei ihm schon seit Monaten vorbestellt habe. Amazon, bei dem ich pro Jahr um tausende Euros bestellt hatte, sieht mich nie mehr wieder.

  18. Christian Weiss

    “Bei aller nachvollziehbaren Verwunderung über die Selbstkastration des Buchhandels möge man aber eines nicht vergessen: Buchhändler sind private Unternehmer, die können ins Programm aufnehmen oder aus dem Programm verstoßen wen oder was immer sie wollen.”

    Stimmt natürlich, dass die Buchhändler ihr Sortiment frei wählen dürfen. Aber hier organisiert sich eine Art kommerzieller Lynchmob, der sich kartellmässig abspricht, um einen Autoren wegen unliebsamer Äusserungen abzustrafen.
    Zudem erscheint gerade diese Moralisierung im Kulturbereich höchst fragwürdig. Habe jedenfalls noch nie von einem Medienhändler gehört, dass er die Produkte der folgenden Beispiele nicht mehr im Sortiment führt:
    Michael Jackson (hat sich vielleicht an Kindern vergangen)
    Mel Gibson (Säufer, Steinzeitkatholik und Antisemit)
    Richard Wagner (Antisemit, Hitler fand ihn gut)
    Roman Polanski (Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen)
    Charlie Chaplin (dito)
    DMX (Raubüberfall, Körperverletzung)
    Ike Turner (Körperverletzung, Misshandlung)
    50 Cent (Körperverletzung, Drogenhandel)
    Wesley Snipes (Steuerhinterziehung)
    James Brown (Drogendelikte, illegaler Waffenbesitz, Drohung)
    Chuck Berry (illegaler Waffenbesitz, Steuerhinterziehung)
    Tupac Shakur (Sexuelle Belästigung)
    Pussy Riots (Rowdytum mit “religiösem Hass”)
    Bill Cosby (vermutlich Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in mehreren Fällen)
    R. Kelly (Besitz von Kinderpornographie)

  19. Fragolin

    @Christian Weiss
    Ich stimme Ihnen vollinhaltlich zu. Ich sehe nur den Unterschied, ob es staatliche Repressionen gibt (da fand ich das Berufsverbot gegen Sarrazin durch Merkel persönlich weit bedenklicher) oder sich der übliche moralingepeitschte Lynchmob auf ein selbsterwähltes Opfer schmeißt, auch um den Preis eigener Nachteile. Dass dieser Lynchmob in seiner bigotten Verlogenheit kaum zu überbieten ist steht dabei kaum in Zweifel, ebensowenig, dass Pirincci provokativ darum gebettelt hat, die Meute zum Heulen zu bringen.
    Pikant ist dabei auch, dass der Mob ihn wegen der bewusst falschen Auslegung einer ganz deutlich anders getätigten Aussage lyncht, obwohl es vorher ganz andere, delikatere und härtere Aussagen von ihm gab, über die sie sich wirklich hätten echauffieren können. Da hatte der Buchhandel wohl im Augenwinkel das Wohlwollen des Hofes; man möchte halt rechtzeitig auf der “richtigen Seite” stehen, wenn der erwartete Hexentanz beginnt. Diesen Furor des vorauseilenden Gehorsams kennen wir aus der Geschichte zur Genüge, er gehört zu allen Formen des nationalen wie internationalen Sozialismus wie der Putzerfisch zum Hai.
    Das Sittenbild zeigt eines wieder in aller Deutlichkeit: DIe moralingetränkte Meute der “Wehret-den-Anfängen”-Plärrer ist immer ganz vorne mit dabei, wenn es um aktive Wiederbetätigung wie die Definition entarteter Kunst, die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden und Bücherverbrennung geht. Und nebenbei erwähnt auch Einschränkungen der persönlichen und der Meinungsfreiheit, Enteignung Besitzender, Antisemitismus, Kriegstreiberei gegen Russland und und und…

  20. gms

    Christian Weiss,

    > Aber hier organisiert sich eine Art kommerzieller Lynchmob, der sich kartellmässig abspricht,

    Ja, und das Offensichtliche dabei ist das erbärmliche Pharisäertum im Gepäck des Kartellmobs.
    Laut “Portal der Buchbranche” — Zitat [1] —
    Börsenverein reicht Beschwerde beim Bundeskartellamt gegen Amazon ein. 24. Juni 2014
    Erpresserisches Vorgehen gegenüber Verlagen

    [..] Dabei versucht Amazon, seine Forderungen mit Mitteln durchzusetzen, die der Nötigung gleichkommen. Amazon baut durch seine Lieferverzögerung erheblichen Druck auf die betroffenen Verlage auf, die die wirtschaftlichen Konsequenzen unmittelbar zu spüren bekommen. [..] Diese [marktstarke Position] wird nicht in Marktanteilen festgemacht, sondern in der Tatsache, dass die Teilnehmer eines Marktes von einem Unternehmen in einer bestimmten Weise abhängig sind.
    Im konkreten Fall haben Verlage aufgrund der übermächtigen Stellung von Amazon keine Möglichkeiten, auf alternative Absatzportale auszuweichen, ohne erhebliche Wettbewerbsnachteile zu erleiden.
    — Zitatende —

    Eines Kommentars bedarf das nicht, es spricht für sich selbst.

    [1] boersenblatt.net/artikel-boersenverein_reicht_beschwerde_beim_bundeskartellamt_gegen_amazon_ein.803967.html

  21. gms

    Fragolin,

    ” .. oder sich der übliche moralingepeitschte Lynchmob auf ein selbsterwähltes Opfer schmeißt, auch um den Preis eigener Nachteile.”

    Besagte Nachteile sind relativ, stehen diese doch jenen gegenüber, hätte der Kartellmob sich nicht dem Mob von der Straße gebeugt. Ja mehr noch kann’s sogar monetär positiv ausgehen, daß der organisierte Buchhandel nun den politisch korrekten Henker mimt.

    “Da hatte der Buchhandel wohl im Augenwinkel das Wohlwollen des Hofes; man möchte halt rechtzeitig auf der „richtigen Seite“ stehen, wenn der erwartete Hexentanz beginnt.”

    Richtig, bloß im bereits thematisierten Kontext einer von Staats wegen geschützten Werkstatt (Preisbindung, reduzierte MwSt), einer zugleich ostentativ beschworenen Huldigung der Pluralität, und zum Drüberstreuen eigenes Lamento plus Anrufen der Staatsgewalt wegen der Umtriebe eines starken Marktteilnehmers (“Wettbewerbsnachteile!”), ist alles andere als eine erfolgreiche Klage gegen den protegierten Kartelmob Wasser auf die Mühlen derer, für die der Staat allenfalls Garant des Unrechts ist.

    Apropos “Wohlwollen des Hofes” und “geschütze Werkstatt”: Umfassend aufgelistet finden sich die Verzerrungen, Verdrehungen und Verfälschungen auf [1], wobei einmal mehr das Zwangsfernsehen einen besonders infamen Höhepunkt bildet, siehe eingebettete Aufzeichnung “Markus Lanz, ZDF, 20.10.”, wo ein echofierter Moderator die Lüge sogar explizit konstruiert (“mit Blick auf Ausländer ganz generell”), mit einem “Das hat so stattgefunden!” noch bekräftigt, und man und sich wechselseitig mit “richtig!”, “genau!” und vergleichbaren Affirmationen gegenseitig Mut zupfeift.

    Wer es mit einer solch geballten Masse hauptberuflicher Amokläufer zu tun hat, kann selbst angekündigter Weise [2] noch so legal auf der richtigen Seite fahren, aufdaß diejenigen ihm nicht das Gegenteil beweisen, deren Treiben ihn erst auf den Weg brachte.

    [1] stefan-niggemeier.de/blog/22191/die-unwahrheit-ueber-akif-pirincis-kz-rede/
    [2] der-kleine-akif.de/2015/10/18/liebe-freundinnen-und-freunde-4/
    Morgen, also Montag (19. 10. 2015), werde ich anläßlich des einjährigen Bestehens von PEGIDA in Dresden auftreten und einen hübschen Text vorlesen, der in Sachen Wutrede in diesem Lande Maßstäbe setzen wird. Es wird um die Verbrechen gehen, die man diesem Volk gegenwärtig antut. Man erwartet bis zu 30.000 Leute, ich glaube, daß es mehr werden. Ach, Herr Staatsanwalt, bitte immer den Gesamtzusammenhang sehen und sich keine Wort-Rosinen rauspicken. So doof bin ich nämlich auch nicht

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