Fekter, eine “Alternative für Österreich”?

(ANDREAS UNTERBERGER) Kein Zweifel: Maria Fekter hat Fehler begangen, vor allem aus falscher Solidarität gegenüber Partei und Heimatbundesland. Dazu zählt etwa ihr Ja zu einer – total überflüssigen – Linzer Medizin-Uni (der Ärzte-Engpass wird nicht durch einen Uni-Mangel, sondern durch Spitäler und Krankenkassen verursacht, deren Honorare viele Jungmediziner ins Ausland vergraulen). Dazu zählt etwa ihr Ja zur Finanztransaktionssteuer (die am Ende Inhaber einer Lebensversicherung zahlen werden).
Maria Fekter hat aber im Vergleich zu sämtlichen(!) anderen Mitgliedern dieser Regierung und insbesondere zur knieweichen Regierungsspitze sowohl Wirtschaftsverstand wie Mut. Sie hat zahllose Male im Interesse der Steuerzahler zu populistischen Forderungen einzelner Minister und Lobbys Nein gesagt. Sie hat wenigstens zeitweise gewagt, Nein zu Europas Schuldenmacherei, Sparunwilligkeit und gierigen Griffen nach immer noch mehr Geld der Bürger zu sagen. Und sie hat auch in Sachen Bankgeheimnis Recht; denn jeder, der das EU-Recht kennt, weiß, dass dieses zwangsläufig und wider alle von der Politik derzeit ausgestreute Lügen auch für Inländer fallen wird, sobald der erste EU-Ausländer gegen diese Diskriminierung beim EuGH klagt.

Das einzige was unverständlich bleibt, ist Fekters sklavische Parteitreue. Sie wäre derzeit wohl die einzige, die glaubwürdig eine “Alternative für Österreich” bilden könnte. So wie jetzt eine ähnliche Alternative in Deutschland Furore macht. So wie einst Josef Klaus durch seinen Rücktritt als Finanzminister einer lähmenden und sparunwilligen Koalition den späteren (vorletzten) bürgerlichen Triumph eingeleitet hatte. Und so wie Wolfgang Schüssel durch seine Konsequenz gegen die reformverweigernde SPÖ den bisher (?) letzten ÖVP-Erfolg eingeleitet hat. (Tagebuch)

19 comments

  1. Christian Peter

    In Österreichs Spitälern wird nicht zu wenig, sondern viel zu viel bezahlt.
    In kaum einem Land Europas verdienen Ärzte mehr als in Österreich :
    Der von Ärztekammern immer wieder propagierte Ärztemangel ist eine
    Mär.

  2. Christian Peter

    Man kann nur hoffen, dass Witzfiguren wie Fekter, Spindelegger & Co
    von der österreichischen Bevölkerung im Herbst endlich abgewählt
    werden.

  3. derGärtner

    … für mich ist Frau FEKTER eine Politikerin mit Rückgrad, daß denn
    anderen Politiker leider fehlt.

  4. Zaungast

    @derGärtner
    Frau Fekter – auch nur heiße Luft und nix dahinter. Ein Politiker mit Rückgrad tritt zurück, wenn er etwas mit seinem Gewissen und seinen Wertvorstellungen nicht mehr vereinbaren kann. Alles andere sind sesselklebende Baddeimarionetten, die für ein paar Silberlinge alles machen.

  5. norbert bender

    Fekters ewig gleicher Auftritt: konsequentes Handeln markieren – Tage/oft nur wenige Stunden später klein beigeben.
    Warum nicht gleich wie Faymann&Spindelegger: von Beginn an kriechen.
    Auch eine Art konsequentes Verhalten…..

  6. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> sobald der erste EU-Ausländer gegen diese Diskriminierung beim EuGH klagt. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Bitte was ist ein EU-Ausländer? Ich habe noch nie gehört, daß etwa in Wien Personen aus den Bundesländern als "Österreich-Ausländer" bezeichnet wurden.

    Europäer, die sich in Europa aufhalten sind Inländer!!!!
    Das heliozentrische Weltbild ist richtig und das geozentrische falsch!!!!!!!!!!!
    Beides sind Erkenntnisse, die nicht mehr diskutiert zu werden brauchen!

  7. Thomas Holzer

    @world-citizen
    “Europäer, die sich in Europa aufhalten sind Inländer!!!!”

    Und Europäer, welche sich in Asien aufhalten, sind dann Ausländer??

    Wenn alle EU-Europäer nach Ihrer Diktion Inländer sind, warum haben die dann 28 verschiedene Pässe?

    Tiroler haben ja auch den gleichen Pass wie Wiener! 😉

  8. Christian Peter

    Maria Fekter ist eine Alternative für den Österreichischen Seniorenbund.
    In Österreich haben die Parteien offensichtlich erhebliche Schwierigkeiten,
    Frauenquoten zu erfüllen.

  9. rubens

    @Thomas Holzer
    Hat der Menasse eh schon gefordert, die Pässe abzuschaffen. Diese Weltbürger sind zu allem fähig, auch zum Erzwingen von Solidarität.

  10. world-citizen

    Thomas Holzer :
    @world-citizen
    “Europäer, die sich in Europa aufhalten sind Inländer!!!!”
    Und Europäer, welche sich in Asien aufhalten, sind dann Ausländer??
    Wenn alle EU-Europäer nach Ihrer Diktion Inländer sind, warum haben die dann 28 verschiedene Pässe?
    Tiroler haben ja auch den gleichen Pass wie Wiener!

    Ich würde mir gerne meinen europäischen Pass holen. Und ich will es auch erleben dürfen, daß ich ihn eines Tages bekomme.
    Leider gibt es immer noch viel zu viele, die mir dieses Recht in böswilliger Absicht vorenthalten wollen.

  11. Rennziege

    @world-citizen
    Armer WC! Aber getrost: Sie werden ihn erleben, Ihren europäischen Reisepass. Aber wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf dem Deckel das Ihnen eh vertraute Hammer-und-Sichel-Emblem wiederfinden, ruinierte Wirtschaft als Pferdefuß, Paten und Bonzen, wertlose Währung im Börsel — während in Putins Russland allmählich eine elastische, zielstrebige und offene Gesellschaft heranwächst, die sich über die neosowjetischen Irrungen der EU totlacht. F.F. (Viel Vergnügen!)

  12. world-citizen

    @Rennziege

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>> während in Putins Russland allmählich eine elastische, zielstrebige und offene Gesellschaft heranwächst, die sich über die neosowjetischen Irrungen der EU totlacht. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Aber Russland ist 4x so groß wie die gesamte EU. Ich dachte immer, große politische Einheiten seien Ihnen ein Greul.

    Sie widersprechen sich andauernd selbst.

  13. Rennziege

    @world-citizen
    Naa, Chef! Владимир Владимирович Путин hat aus der Vergangenheit der UdSSR gelernt, dass verschiedene Kulturen, Temperamente und Traditionen sich nicht in einem planwirtschaftlichen Korsett zusammenschnüren lassen. Wladimir Wladimirowitsch setzt diese Erkenntnis um, was natürlich nicht von heute auf morgen flutscht.
    Aus Putins und meiner Sicht bewegt sich die EU in entgegengesetzter Richtung, also in eine gescheiterte: retro, déjà vu, Geriatriestation des sozialistischen Sterbezimmers.

  14. Christian Peter

    Finanzministerin Österreichs hält wissenschaftlichen Vortrag :

  15. Christian Peter

    Hoffentlich kommt nach den Wahlen im Herbst Besseres nach.

  16. world-citizen

    Rennziege :
    @world-citizen
    Naa, Chef! Владимир Владимирович Путин hat aus der Vergangenheit der UdSSR gelernt, dass verschiedene Kulturen, Temperamente und Traditionen sich nicht in einem planwirtschaftlichen Korsett zusammenschnüren lassen.

    Um verschiedene Kulturen, Temperamente und Traditionen kennen zu lernen bedarf es keiner größeren Reise, sondern eine kurze Fahrt mit der U-Bahn von der Mariahilferstraße nach Transdanubien reicht dazu völlig aus.
    Es liegen zwar Welten zwischen den kosmopolitischen Bezirken innerhalb des Gürtels und dem eher provinziellen Transdanubien.
    Aber diese Unterschiede rechtfertigen in keinster weise die Errichtung von Trennlinien. Ausserdem würde wohl auch niemand einen Sinn erkennen, wenn man in Transdanubien jetzt ein anderes Zahlungsmittel als in den Innenbezirken hätte.
    Und die EU respektiert und fördert die regionalen Unterschiede, aber sie ist auch sehr konsequent, wenn es um den Abbau von Trennlinien geht.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .