Finnland: bald 800 Euro monatlich für jeden vom Staat

Von | 8. Dezember 2015

„Es ist ein gigantisches politisches Experiment: Finnland hat angekündigt, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger einzuführen. Eine entsprechende Passage war Teil des Koalitionsvertrags der in diesem Jahr neugewählten Regierung. Umfragen zufolge hatten 79 Prozent der Finnen dieses Vorhaben unterstützt. (hier)

17 Gedanken zu „Finnland: bald 800 Euro monatlich für jeden vom Staat

  1. Der leiwaunde Johnny

    Genial! Der entscheidende Punkt ist, dass es offenbar JEDER Erwachsene bekommt. Egal ob bedürftig oder nicht. Somit hat man auch nicht dieses latente Unrechtsempfinden, das einem als Nettozahler in Ö so vertraut ist.

    Man stelle sich vor welch wunderbare Einsparungsmöglichkeiten sich dadurch ergäben: allein die ganzen NGO-Gutmenschen, deren einzige Aufgabe es ist, öffentliche Fördergelder für „Bedürftige“ zu beschaffen. Alle über Nacht unnötig. Herrlich!

  2. Lisa

    Vermutlich gibt es aber auch da Menschen, die mit dem Geld nicht umgehen können und betteln gehen. (die zahlreichen Lottomillionäre, die sich anch kurzer Zeit sogar verschulden!) Wenns kein Geld mehr vom Sozialamt gibt, heulen sie eben anderen vor, warum das Geld nicht reicht. Karitative Organisationen, Kirchen, Wohltäter etc. Als Idee aber nicht schlecht.

  3. Thomas Holzer

    All die Beamten, welche sich damit (unproduktiv) beschäftigen müssen, zu überprüfen, ob jemand einen Anspruch hat, alle die unproduktiven Angestellten in Arbeitsämtern, alle die Kosten für diese und die gesamte damit einhergehende (notwendige?!) Infrastruktur fallen weg.
    Einfach ein Knopfdruck, und die Geschichte ist erledigt.
    So wird es auch bei uns kommen; manchmal schadet es nicht, einen kurzen Blick über den Tellerrand zu wagen 😉

  4. Mordred

    finnland kenne ich nicht gut genug, um mir dafür ein urteil bilden zu können.
    in deutschland und österreich gäbe es aber mehrere enorme risiken:
    1. 800€ könnten für viele sozialhilfeempfänger in ballungszentren nicht ausreichend sein, bspw. wegen der mieten.
    2. die unternehmen werden sich darauf einstellen. „jeder unserer kunden hat 800€ netto auf jeden fall? na dann wollen wir aber auch ein angemessenes stück vom kuchen haben.“
    3. arbeitnehmer im niedriglohnsektor und insb. aufstocker dürften auch spaß mit ihrem arbeitgeber bekommen. „ach du bekommst ja jetzt sowieso 800€. na dann muss ich dir ja nicht mehr soviel zahlen…“
    4. viele der unter 3. genannten dürften das arbeiten adhoc einstellen.

  5. Falke

    Ich berechne das einmal für Österreich: Es gibt rund 6 Mio. Erwachsene; 800 Euro pro Monat (12x, bei uns wären es ja sogar 14x) ergeben knapp 10.000 Euro pro Jahr. 6 Mio x 10.000 = 60 Milliarden. Die gesamten Budgeteinnahmen für 2016 betragen knapp 72 Md. Wie soll sich das ausgehen?

  6. Paul H. Ertl

    Es soll, ich habe nachgerechnet, EUR 800 pro Person, nicht etwa pro Erwachsenen geben. Das ist natürlich Unfug, weil das pro Person EUR 9.600 p.a. sind. Zum Vergleich: Der Finanzbedarf des deutschen Staats (Bund, Länder und Gemeinden) liegt z.Z. unter. EUR 8.000 pro Einwohner und Jahr. Dieser würde sich durch so eine Aktion über Nacht mehr als verdoppeln. Woher nehmen ? Außer massiven Steuererhöhungen, die eine große Mehrheit der Bevölkerung treffen müßten, fällt einem da eigentlich nichts ein. Am Ende also eine Luftnummer, der erdrückenden Mehrheit wird man das Grundeinkommen sofort aus der anderen Tasche ziehen müssen, wie immer natürlich gebührenpflichtig. Der eine Beamte gibt, der andere nimmt, vergeblich ist es, aber nicht umsonst. Gleichzeitig werden viele derer, die man heute per Jobcenter irgendwie noch zum Arbeiten bringt, zu Hause bleiben. Im Prinzip haben wir dann wieder die Verhältnisse vor der Agenda 2010, nur die Namen ändern sich: Was früher Arbeitslosen- und Sozialhilfe hieß, heißt dann Grundsicherung. Der Gesamtverwaltungsaufwand sinkt nicht wesentlich, dem Nichtstun wird wieder Vorschub geleistet und für die Masse der Leute ändert sich nichts. Außer natürlich für fruchtbare Kulturberreicherer: Acht rechtgläubige Kinder bringen der Familie dann ein Einkommen von wenigstens 8000 Euro Monatseinkommen – netto. Mit Zweit- oder Drittfrau entsprechend mehr. Von den Nebenfrauen abgesehen, können das natürlich auch Ungläubie machen, welche das sein werden, kann man sich leicht vorstellen.

  7. Fragolin

    Der Staat als Himmel, von dem Manna fällt. Wo es herkommt – egal!
    Den Leistenden halt noch mehr abpressen, weil sie ja jetzt auch „Nutznießer“ sind?!
    Kotz!

  8. Bösmensch

    Habe ich das richtig verstanden? 800€ für alle Bürger, auch wenn sie in Beschäftigung sind? Wie soll sich das je ausgehen? Ganz abgesehen davon, dass dann kaum noch jemand arbeiten gehen wird, zumindest nicht Vollzeit. Bspw erhielte ein Paar dann bedingungslos 1600€ im Monat. Davon kann man alle Rechnungen bezahlen und dennoch ganz gut leben, wenn man halbwegs sparsam ist. Ich bin schon gespannt, wie dieses Sozialistenexperiment ausgeht.

  9. Thomas Holzer

    @Bösmensch
    „Ganz abgesehen davon, dass dann kaum noch jemand arbeiten gehen wird“

    Ein weit verbreiteter Irrglaube; erst durch Erwerbsarbeit hat man ja die Möglichkeit, sich zusätzliche Wünsche zu erfüllen, oder eben auch nicht.

    @Falke
    Das 13. und 14. Gehalt in Österreich sollte sowieso ersatzlos gestrichen werden; wie kommt der Arbeitgeber dazu, für den Arbeitnehmer vorzusorgen?!
    Wie schon o.a.; tausende unproduktive, vom Steuerzahler finanzierte Arbeitsplätze im geschützten Bereich werden sich (erfreulicher Weise) in Luft auflösen, tausende von Gebäuden, für AMS und andere Ämter derzeit missbraucht (Kosten für Miete, Instandhaltung etc. seien nur nebenbei erwähnt) können für sinnvollere Zwecke verwendet werden.
    Alleine der Wegfall der Arbeitsstelle des Herrn Kopf würde zumindest 5 BGE-Bezieher finanzieren…………es geht sich locker aus, es gäbe ja neben dem BGE keinerlei andere staatliche Unterstützungen, man muß nur die dummen Gedanken (arbeitsfaul, jeder, der BMS bezieht ist Alkoholiker und schlägt Frau und Kind, oder verzockt zumindest die BSM et al. ) aus den Köpfen der Menschen bringen

  10. mariuslupus

    Der Marxismus erklimmt die nächste Entwicklungsstufe – jeden nach seinen Bedürfnissen. Noch nicht ganz, aber ein wichtiger Schritt könnte vollbracht sein. Tachinierer aller Länder, vereinigt euch.
    Finanzierung durch die Notenpresse. Rezept ausgestellt von Dr. Draghi, Wunderheiler und Pepetuummobiliker.
    Anmerkung: Papiergeld könnte noch mit Ketchup essbar sein, aber wer soll die Pradeiser pflanzen ? Oder wer wird hie gepflanzt ?

  11. Thomas Holzer

    Nachtrag:
    natürlich müssten in Österreich im Zuge der Einführung des BGE auch sämtliche Pflichtmitgliedschaften abgeschafft werden; alleine durch den Wegfall dieser zwangsfinanzierten „Arbeitsplätze“ könnte für Tausende, wenn nicht Zehntausende (die nunmehr Arbeitslosen AKler, WKler, LKler et al. nicht eingerechnet) problemlos finanziert werden

  12. Falke

    @Thomas Holzer
    Bei dem 13. und 14. Gehalt rennen Sie bei mir offene Türen ein; es wurde seinerzeit eingeführt (unter den Bezeichnungen „Urlaubsgeld“ und „Weihnachtsgeld“), weil der durchschnittliche österreichische Arbeitnehmer als zu blöd erachtet wurde, sich für diese Gelegenheiten Geld zurückzulegen. Natürlich gehört das abgeschafft, allerdings sind ja diese Sonderzahlungen mit nur 6% pauschalbesteuert; und eine Abschaffung dürfte nur konstenneutral erfolgen, was allerdings – wohl zu Recht – niemand glaubt. Daher traut sich keine Regierung an dieses Problem heran.

  13. Thomas Holzer

    Ob und wofür sich der österr. Arbeitnehmer Geld hinterlegt oder eben nicht hat niemanden zu interessieren, außer diesen konkreten Arbeitnehmer: Alles andere ist dumm, patriarchalisch, meinetwegen auch feministisch, auf jeden Fall bevormundend, primitiv und dummdreist

  14. Fragolin

    Liberale Menschen können also plötzlich damit leben, dass der Staat die Hälfte des Erarbeiteten zwangsenteignet, wenn er es nur schön mit der Gießkanne wieder ausschüttet? Da habe ich aber irgendwas an „liberal“ nicht verstanden und muss meinen politischen Standpunkt überdenken. Da fehlt ja nur noch einer von Herrn Peters Kollegen, der schnell „Aber unser Geld nur für unsere Leut‘!“ dazuplärrt…

  15. wbeier

    Na dann bereite man schön langsam diverse Klagen vor. Nicht einzusehen, dass jemand 40 Jahre deftig in Versicherungen einbezahlt (z.B. Arbeitslose) und andere eben nicht!

  16. Lisa

    @Thomas Holzer: das ist tatsächlich so, zumindest beim Druchschnittsbürger, der in der Arbeit auch einen Sinn findet. Oder wenigstens ein gewiisses Besitzstreben aufweist. Es gibt aber (v.a. in Finnland) viele Alkoholiker – da dürfte das GEld schnell alle sein, Auch für Arbeitsscheue oder anspruchslose junge Leute, die von Luft und Idealismus und Liebe leben, ist das auf Dauer keine Lösung. Sie werden betteln gehen – oder aktiv werden. Immerhin kann sich der Staat sämtliche Sozialkosten sparen. Dass neue Arbeitslose dadurch entstehen, ist nicht schlimm, sie können sich ja anderweitig umsehen. Oder soll man Ärzte beklagen, weil sie mangels Patienten keine Arbeit mehr haben?

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