Forscher-Star Penninger geht: “Stagnation herrscht”

Ein paar Jahre war Josef Penninger “der” österreichische Vorzeige-Forscher. Jetzt springt er nach Berlin ab.
Er habe von dort ein „phantastisches Angebot“ erhalten. Nun ist es ja an sich gut, dass Forscher international wandern; so arbeitete Penninger ja auch selbst einst in Übersee. Das viel Schlimmere ist die Leere in der Forschungslandschaft, die jetzt schon hinter ihm herrscht. Die Regierung kürzt – siehe Budgetvorschau – die Forschung zugunsten der explodierenden Pensionszuschüsse. Die Universitäten gründen lieber Gender- als seriöse Lehrstühle. Ein eigenes Wissenschafts-Ressort wurde abgeschafft. Und viel von dem eigentlich der Forschung gewidmeten Steuergeld wird für die Forschungsbeilagen in Zeitungen ausgegeben, die niemand liest (Ich jedenfalls lese begeistert im „Spiegel“ und im „Presse“-Feuilleton über Forschungsthemen, nie in PR-Beilagen). Das Peinlichste für die Regierung sind aber die Aussagen des – an sich eher linksgewickelten – Penninger: Als er vor zwölf Jahren nach Österreich zurückgekommen sei, habe in der biomedizinischen Grundlagenforschung „Aufbruchsstimmung“ geherrscht; heute mache sich hingegen Stagnation breit. Na so etwas! Vor zwölf Jahren hat ja ein gewisser Wolfgang Schüssel regiert. Da darf doch nichts Gutes gesagt werden!

9 comments

  1. Ehrenmitglied der ÖBB

    Keine Sorge über den Abgang von Penninger, wir haben eh den Faymann und den Hundstorfer!
    🙁 🙁 🙁

  2. aneagle

    @ ÖBB
    gehe ich recht in der Annahme, dass Österreich zusätzlich zu den Forschungsstars FayMANN und HundstofrER gendergerecht zwei Weibchen dazunehmen muß? 🙂

  3. sokrates

    Wir müssen unsere Genderkompetenz stärken! Schließlich ist das die einzige Disziplin, die an den österreichischen Hochschulen massiv Lehrstühle ( 30) bekommen hat! Dass die Genderei sinnlos ist und in Schweden wieder abgeschafft wurde hat keine Bedeutung! Wir brauchen schließlich auch akademische Arbeitsplätze für unsere Quotenfrauen! Warum bemühen wir uns nicht um eine international anerkannte zukunftsrelevante Wissenschaftlerin?? Oder gibt es so was nicht??

  4. Der Bockerer

    Nun, richtige Forschung kostet Geld und braucht Geduld, und das alles mit ungewissem Ausgang. Das ist es doch leichter Gender-Lehrstühle zu finanzieren – da weiß man schon von vornherein, was rauskommt. Und außerdem haben wieder ein paar Inkompetente die Chance Professx zu werden.

  5. H.Trickler

    Mit Verlaub – Fremde Feder:

    Mit Zeilinger und dem vcq.quantum.at/ steht es in Österreich nicht halb so schlecht wie vorgegeben wird. Dann kommt mir spontan noch http://www.ssw.uni-linz.ac.at/ mit Hr. Mössenböck in den Sinn.

    Aber natürlich, beide Institute machen keinen Lärm in Standard, Focus und dergleichen…

  6. Christian Weiss

    Man sollte sich wirklich auf Gender-Forschung beschränken. Diese Forschung hat Zukunft und wird uns auch in den nächsten Jahren mit eindrücklichen Studien beliefern, die beweisen, dass Mann und Frau genau gleich sind, mit dem kleinen Unterschied, das Frauen die bessern Menschen sind.
    Alles andere ist Teufelszeugs. Da wird mit Atomen hantiert und versucht, die Pflanzen mit Genen zu verseuchen. Gewisse versuchen sich schon an diesem Nano. Und über die Sexisten, die mit ihrer String-Theorie sowieso wieder nur die Frau auf ihre körperlichen Reize reduzieren wollen, muss man ja kein Wort mehr verlieren.

  7. Thomas F.

    Forschung ist nicht Staatsaufgabe. Und hochgejubelte Star-Forscher sind insbesondere suspekt, schon gar, wenn sie ihr Leben lang von Steuergeld gelebt haben.
    Die großen, nützlichen Entdeckungen wurden der Menschheit fast ausschließlich von Personen, die im Privatsektor tätig waren, beschert. – Wenn man von Patentamt-Sachbearbeitern, die besonderen Hobbies nachgehen, mal absieht…

  8. Christian Weiss

    “Forschung ist nicht Staatsaufgabe.”

    Nicht zwingend. Und die diversen privat finanzierten Spitzenunis in den USA zeigen, dass man damit auch auf dem Bereich der nicht-kommerziellen Grundlagenforschung Erfolg hat. Aber wenn ich da Europa sehe, falle ich gern ein wenig von der reinen liberalen Lehre ab. Die Geschichte der europäischen Universitäten und Forschungseinrichtungen ist eine andere. Das Universitätswesen hat seine Wurzeln noch in den Zeiten des Feudalwesens, als Fürsten in ihren protostaatlichen Gebilden Bildungseinrichtungen gründeten (z.B. Universität Heidelberg). Später waren dann auch die neu geschaffenen Nationalstaaten und Republiken an der Schaffung von Hochschulen beteiligt (z.B. ETH Zürich).
    Ich könnte mir vorstellen, dass es eine recht schwierige Angelegenheit ist, von diesem eingeschlagenen Weg wieder weg hin zu rein privat finanzierten Einrichtungen zu kommen. Als Forschungsinstitut ist es da etwa genau so schwer zu überleben, wie als Landwirt, der im Gegensatz zu all seinen europäischen Konkurrenten auf Subventionen verzichten muss.

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