FPÖ: Der Marsch nach Knittelfeld, 2.0

(ANDREAS UNTERBERGER) In der schwarz-blauen Koalition ist aus eher marginalem Anlass der bisher tiefste Zwist entstanden, der möglicherweise letal enden wird. Dessen Kern besteht gar nicht in unterschiedlichen Bewertungen des eher unbedeutenden Minivereins der “Identitären”, sondern im geänderten Umgangston zwischen den Koalitionsparteien. Sebastian Kurz hat das für die Koalitionshygiene so entscheidende Prinzip der gleichen Augenhöhe zwischen den beiden Parteien aufgegeben und kehrt plötzlich öffentlich den Chef heraus. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mittelfristig zu einem neuen Knittelfeld führen, zu einem Zerreißen oder Absprung der Freiheitlichen. Das wird Kurz zwar kurzfristig den Beifall der Mainstreammedien eintragen – aber auch das Ende seiner Regierungsformel. Und die Rückkehr der Linken zur halben Macht, die gerade einem (im Gegensatz zu den Identitären) wirklich zur Gewalt aufrufenden Linksextremisten namens Ziegler zugejubelt haben.

Was Kurz im Gegensatz zu den Kontakten zwischen Freiheitlichen und Identitären bisher mit keiner Silbe widerlich gefunden hat. Und was ORF& Co schon gar nicht als berichtenswerte Sauerei empfinden.

Zur Erinnerung für jene, die es vergessen haben, oder die damals zu jung gewesen sind (wie auch Kurz selber): Zwischen 2000 und 2002 war die schwarz-blaue Regierung Schüssel ungemein erfolgreich gewesen. Sie ist trotz heftigen Gegenwindes aus vielen Medien und den anderen EU-Staaten mutig wichtige Reformen angegangen und hat sich großer Sympathien erfreut, nicht zuletzt auf Grund des engen Zusammenhalts zwischen den Koalitionsparteien. Dieser war weit enger und vertrauensvoller als er je zwischen Schwarz und Rot gewesen ist (mit Ausnahme der Besatzungsjahre nach 1945 und der Zeit rund um das EU-Referendum 1994).

Das alles kommt einem heute wieder sehr aktuell vor. Auch die Frist bis zum Ablauf der Flitterwochen: Diese dauern offensichtlich zwischen Schwarz und Blau regelmäßig nicht ganz zwei Jahre. Dann schmeißt immer jemand die Nerven weg. Erstaunlicherweise tut das jedes Mal einer der talentiertesten Politiker des Landes.

Damals war es eindeutig Jörg Haider, der, obwohl gemeinsam mit Schüssel Vater der Koalition, inzwischen gelb vor Neid über den Erfolg dieser Regierung geworden war. Der FPÖ-Chef war 2000 freiwillig nicht in diese Regierung gegangen, sondern Landeshauptmann in Klagenfurt geblieben. Aber er ertrug es in der Folge nicht, dass Schüssel trotz seiner emotionsarmen Art (oder gerade deswegen?) inzwischen sensationelle Popularitätswerte errungen hat und dass auch Haiders einstige Pressesprecherin Susanne Riess-Passer als Vizekanzlerin erstaunlich strahlend dagestanden ist, während er zum provinziellen Bösewicht geworden ist.

Bei einer FPÖ-Versammlung in Knittelfeld zündete Haider dann die Bombe gegen die eigene Regierungsmannschaft. Das gelang ihm relativ leicht, denn die FPÖ war und ist eine Partei mit einer überaus heterogenen Mitglieder- und auch Wählerschaft (bestehend vor allem aus vielen ins Kleinbürgertum aufgestiegenen Arbeitern, altliberalen Akademikern, deutschnationalen Nostalgikern, heimlichen NS-Sympathisanten, schlagenden Burschenschaftern, ideologisch ungebundenen Karrieristen und Dissidenten, die sich im Zorn einmal von einer anderen Partei abgewendet hatten). Die FPÖ war und ist auch eine Partei mit sehr wenig Erfahrung in Sachen Regieren und Kompromisseschließen sowie mit sehr wenig fürs Regieren geeignetem Personal.

Die weitere Geschichte von Schwarz-Blau I. sei übersprungen, sowohl die damaligen Sachfragen (wie Jahrhundert-Hochwasser, Abfangjäger, Pensionsreform und Haiders Linkspopulismus, der dann viele weitere Reformen blockierte) wie auch die parteipolitischen Wendungen (großer Schüssel-Sieg 2002, Haiders Rückkehr zu Schüssel, neuerliche Koalition mit den Blauen – aber mit viel weniger Dynamik als die erste –, endgültige Spaltung der FPÖ entlang neuer Bruchlinien, Wahlniederlage Schüssels 2006, weil er, statt Wahlkampf zu machen, sich schon als der sichere Sieger fühlen musste, Ende der schwarz-blauen Epoche, weil dann auch Schüssel in den Fehler einer Ausgrenzung Straches verfallen war und weil sich Haider und Strache nicht mehr versöhnten, obwohl Strache einst ein begeisterter Anhänger Haiders gewesen war).

Strache hat bei seinem Neuaufbau der FPÖ drei Fehler Haiders vermieden:

  • Er ging selbst in die Regierung;
  • er revidierte den Bruch zwischen Partei und den schlagenden Verbindungen, weil er erkannte, dass diese das einzige Reservoir für freiheitliches Führungspersonal sind;
  • und er zog eine scharfe Trennlinie zu allen NS-nostalgischen oder antisemitischen Äußerungen.

Andererseits zeigte sich in den ersten beiden Jahren der Regierung Kurz-Strache zunehmend: Strache ist halt bei weitem nicht das politische Kaliber, das Haider oder auch Riess-Passer gewesen sind. Sport und Rauchen sind auch sachlich bloße Leichtgewichtsthemen, die ihm nicht viel weiterhelfen.

Dennoch ist es diesmal nicht wie 2002 der blaue, sondern der schwarze Teil der Regierung, der dabei ist, die Zündschnur für die Koalition zu ziehen. Sebastian Kurz versuchte in den letzten Wochen schon mehrmals den FPÖ-Innenminister Kickl öffentlich abzukanzeln. Und er diktiert nun öffentlich der FPÖ, dass sie selbst unter ihren Mitarbeitern niemanden haben dürfe, der bei den Identitären angestreift ist, einer aktionistischen Anti-Migrationsgruppe. Was umso erstaunlicher ist, als die Identitären ein zugelassener Verein sind, der – mit Ausnahme des Greenpeace-artigen Aktionismus – im Grund dasselbe will, was die Österreicher eigentlich auch als Ziel der Koalition angesehen haben.

Der ÖVP-Chef begeht damit einen schweren Fehler – einmal angenommen, er will nicht insgeheim über die Bande einen Koalitionswechsel und damit einen Sprung in unbekannte Tiefen vorbereiten:

  • Er übersieht, dass die FPÖ-Funktionäre auf eine solche Demütigung spätestens nach dem ersten spürbaren Minus bei irgendwelchen Wahlen kräftig zurückschlagen werden (selbst wenn es sich Strache gefallen lässt, der offensichtlich das Vizekanzler-Sein genießt).
  • Er vergisst, wie sehr er selbst zum Gegner von Rot-Schwarz geworden ist, als ihn die SPÖ-Bundeskanzler ähnlich autoritär vorführen wollten.
  • Er übersieht, dass die FPÖ gerade auf Grund der jahrzehntelangen Diskriminierung und Ausgrenzung (die immer das Einheitsrezept der anderen war, sofern die FPÖ nicht gerade wieder als Mehrheitsbeschaffer für Rot beziehungsweise Schwarz benötigt wurde) nur eine Koalition auf – der eineinhalb Jahre auch tatsächlich praktizierten – Augenhöhe akzeptieren kann.
  • Er übersieht, dass der Großteil der FPÖ im Zweifel eher mit Kickl als mit Strache gehen wird.

Wenn Kurz nicht seine neoautoritäre Haltung rasch wieder beendet, dann wird Strache nicht umhin können, noch vor der EU-Wahl auch öffentlich ein ebenso scharfes Kontra zu setzen. Auch wenn ihm vorerst keine klare Reaktion eingefallen ist, weil er Kurz noch nicht von dieser Seite erlebt hat. Denn wenn er das nicht tut, ist Strache selber weg vom Fenster.

Es sei denn, die FPÖ kommt zu dem Schluss, dass alle, die Ähnliches wollen wie sie selbst, gefährliche Konkurrenten und nicht potenzielle Verbündete sind, die man dann wild bekämpfen muss. Dieses taktische Denken ist in Parteizentralen durchaus üblich – bei Funktionären und Wählern jedoch nicht.

Dann könnte sich die Geschichte wirklich Richtung eines Knittelfeld II. wiederholen, was vorerst nur dadurch verhindert wird, dass es keine von außen erkennbaren persönlichen Aversionen zwischen Strache und Kickl gibt. Aber der FPÖ-interne Widerstand kann auch über einen Dritten zur Explosion führen, wobei insbesondere der hochtalentierte (und zum Unterschied von Strache und Kickl) auch von Wirtschaft etwas verstehende Oberösterreicher Haimbuchner in Frage käme, der auch als Erster öffentlich den Kurz’schen Rügen widersprochen hat.

Warum aber tut Kurz das? Nur aus Mangel an Erfahrung?

  1. Ein schon genannter, wenn auch absurder Grund wäre die Absicht des ÖVP-Chefs, sich neue Koalitionspartner zu suchen (etwa nach dem Merkelschen Jamaika-Modell bei Grün und Liberal?).
  2. Oder hat Kurz unter dem dauernden Trommelfeuer von Opposition und Mainstreammedien, er würde sich nicht genug vom angeblich skandalösen Koalitionspartner distanzieren, er würde zu sehr schweigen, einfach die Nerven weggeschmissen?
  3. Ein anderer möglicher Grund sind die bevorstehenden EU-Wahlen: Kurz hat sich dabei ja auf den ständigen Koalitionskritiker Othmar Karas als ÖVP-Spitzenkandidaten eingelassen. Das kann nur bedeuten, er will mit Karas möglichst viele Stimmen von der linken Mitte erobern, während die nicht links stehende Karoline Edtstadler als Nummer zwei die Kurz-Wähler vom letzten Mal dennoch bei der Stange halten soll. Das ist ein hochriskantes Spiel, das aber zumindest die plötzlichen Demütigungsversuche gegenüber den Freiheitlichen erklären würde. Der Einsatz für Kurz ist dabei freilich gewaltig: Denn er riskiert damit erstens eine Verwirrung der ÖVP-Wähler vor den EU-Wahlen, zweitens einen Verlust an eigener Glaubwürdigkeit, und drittens auch den Fortbestand der Koalition. Geplante Konflikte geraten allzu leicht außer Kontrolle.
  4. Ein weiterer möglicher Grund: Kurz findet die Identitären wirklich so “widerlich”, dass er blind vor Zorn geworden ist. Eine solche allzu große Emotionalität würde freilich ebenfalls sehr gegen ihn sprechen. Es sei denn, Kurz weiß Dinge über die Identitären, die wir alle nicht wissen. Aber dann hat er sie offenzulegen. Die öffentlich bekannten Fakten, die die Identitären belasten, sind jedenfalls eindeutig zuwenig für seine Reaktion:
    • Das eine Faktum war, dass der heutige Identitären-Chef Sellner vor 13 Jahren (also lange vor der Gründung der Identitären) als 17-Jähriger Hakenkreuze an eine Synagoge geklebt hat. Das war für eine gerichtliche Verurteilung zu wenig. Denn Sellner bereute diese Grauslichkeit und kam mit Sozialarbeit als Diversion davon, wurde also nie verurteilt. Wenn aber wirklich Taten eines 17-Jährigen auch 13 Jahre später so entscheidend für die Bewertung eines damals noch gar nicht existierenden Vereins sind, dann müsste sich zweifellos auch Kurz lebenslänglich seine schwer pubertären und unappetitlichen Wahlkampagnen mit “Geilo-Mobil” vorhalten lassen, die er als 24-Jähriger(!) geführt hatte. Was auch nicht so lange her ist wie Sellners Kleberei.
    • Das andere ist die Tatsache, dass eine (durch den U-Ausschuss jetzt als sehr links goutete) Referentin im Bericht des Verfassungsschutzes über die Identitären ohne weitere Beweise die Formulierung verwendet hat, diese würden einen “modernen Rechtsextremismus” vertreten. Diese Formulierung ist eindeutig zuwenig, solange sie nicht gerichtlich abgesichert ist, und solange nirgends objektiv definiert ist, was “Extremismus” eigentlich ist. Denn bekanntlich arbeiten die österreichischen Linksparteien und die ihnen nahestehenden Medien seit Jahr und Tag immer mit dem gleichen Schmäh, alles als “rechtsextrem” zu denunzieren, wo die Blauen jemals angestreift sind, einmal sind es die Burschenschaften, ein andermal eben die Identitären.
    • Das dritte war die Annahme einer Spende von 1500 Euro des späteren Christchurch-Massenmörders durch die Identitären. Nur war dieser Spender halt damals für diese ein völlig unbekannter Gönner aus einem fernen Land (es sei denn eben, Kurz weiß mehr darüber).
  5. Oder steckt schlicht altersbedingt Rivalität gegenüber einem Angehörigen der gleichen Generation dahinter, die sich vielleicht irgendwann einmal auch direkt begegnet sind?
  6. Auch der letzte mögliche Grund für das Verhalten des Bundeskanzlers ist kein sehr schmeichelhafter für ihn. Es könnte ihm die scheinbare Allmacht des Bundeskanzlers und der in Österreich gegenüber Amtsträgern noch immer sehr verbreitete Byzantinismus zu Kopf gestiegen sein, sodass er wie einst Bruno Kreisky alles und jedes ex catherda be- und verurteilt. Dabei schien Kurz ja eigentlich diese Gefahr erkannt zu haben und er versuchte ihr mit Höflichkeit (anstelle der oft unerträglichen Politiker-Präpotenz) und demonstrativem Economy-Class-Fliegen zu entgehen. Aber vielleicht spielt da seine Jugend doch eine größere Rolle als geglaubt, die dazu führt, dass man einen solchen steilen Aufstieg nicht ganz verkraftet. Wie man ja auch an jenen beiden Politikern sieht, die einst ebenfalls schon in seinem Alter zu absoluten Superstars aufgestiegen sind: Denn sowohl Hannes Androsch wie auch Karl-Heinz Grasser mussten dann Bekanntschaft mit dem Strafrichter machen.

Wie auch immer: Man kann der linken Opposition trotz der Schwäche aller drei Oppositionsparteien nur gratulieren. Sie haben durch ihre ständige und in Wahlkampfzeiten regelmäßig vervielfachte Denunziationspolitik (vor allem über ihre Hauptgeschütze “Falter” und ORF) nun einen großen Erfolg erzielt. Auch wenn man ihn im Interesse Österreichs und der mit dem letzten Wahlergebnis verbunden gewesenen Hoffnungen bedauern muss. (Tagebuch)

13 comments

  1. CE___

    Naja, Naja, der Vergleich eines Geilo-Mobils mit dem Schmieren von Hakenkreuzen ist schon sehr abwegig und lehne ich ab.

    Ein Geilomobil ist lustig oder blöd, da zucke ich höchstens mit den Achseln, soll ein jeder für sich entscheiden, es ist unbedeutend.

    Das Schmieren von Hakenkreuzen allerdings zeigt für mich das der Täter zu diesem Zeitpunkt eine Scheiss-Gesinnung hatte welche für Leichenberge sonder Zahl verantwortlich ist, die ich ablehne.

    Nur eines lehne ich auch ab:

    Das links(extreme)-rot-grün sich hier als Kralshüter aufpuddeln und daraus ein Kesseltreiben veranstalten mit billigster politischer Instrumentaliserung, jedoch selber nichts dabei finden Anhänger von marxistischen/sozialistischen/kommunistsichen Giftideen bis in höchste Parteikreise zu haben und entsprechende gepolte Schlägertrupps wie eine Antifa zu alimentieren oder zumindest zu kokettieren.

    Also wie ich gestern schon sagte:

    Entweder alle mit einmal gezeigter Scheixx-Gesinnung schliessen sich politisch aus, also Schmieren von Hakenkreuzen, Herummrennen mit Che-Guevara-Leiberln, Zeigen von Hammer und Sichel auf Demo’s, etc. etc. ODER keiner.

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  3. Herbert Manninger

    Die Furcht vor der Nazikeule lässt die politische Mitte, von der linken Ecke aus gesehen naturgemäß rechts/rechtsextrem, stets in die Knie gehen. Wie wär’s mit einem Gegenangriff? Linke Verbrechen und Verbrechersympathiesanten gibt es ja zuhauf.
    Ob Spekulanten aufhängen Wollende oder, Stichwort: Jugendsünden, RAF-Mörderbanden Unterstützende, die es dann zu Ministerehren bringen, finanzielle Zuwendungen an gewaltbereite und auch anwendende Gruppierungen
    usw… Tut doch was, auch wenn die linksextreme Medienmeute vorerst getroffen aufjault!

  4. sokrates9

    Der groesste Fehler der Fpoe war es nicht sofort zu versuchen den ORF zu “neutralisieren”-ein Wort was ja jetzt auch schon voellig anders interpretiert wird!-(Ich meine das noch altmodisch im Sinne von objektivierung! )
    Nun totale ideologische Bankrotterklaerung der gesamten FPOe! Vorgestern wurde noch erklaert dass mannicht in privatrechtliche Mietvertraege eingreifen kann und darf, gestern wurxe stolz die Kuendigungverlautbart! Der Grazer Politiker wurde auch kalt gestellt! Die Rueckgradlosigkeit derFpoe ist bemerkenswert! Das alles weil die Linken eine Mickeymousepartei fuer sich instrumentalisiert haben! Strache ist unwaehlbar geworden! Der Babymonat als sein Verdienst ist keine epochale Leistung!

  5. Der Realist

    @sokrates9
    die FPÖ hat schon einige Fehler begangen, angefangen, und das völlig ohne Not, mit der Raucherdebatte, das Rauchverbot war beschlossene Sache, und zwar von der Vorgängerregierung. Und wie Sie auch schreiben, haben die Freiheitlichen nach Eintritt in die Koalition, ihre Geschütze gegen den ORF aus der Frontlinie abgezogen. Auch die viel propagierte “direkte Demokratie” wurde auf die lange Bank geschoben, ebenso die Abschaffung diverser Zwangsmitgliedschaften.
    Warum Kurz bezüglich der Identitären so überreagiert und den Koalitionspartner unnötig unter Druck setzt, weiß wahrscheinlich nur er. Die freiheitliche Parteispitze lässt sich von ein paar linken Dauerempörten und Frustrierten am Nasenring vorführen, das ist nicht nur feig, sondern auch zutiefst charakterlos. Allein Mietverträge in diesem Zusammenhang zu kündigen, zeugt von Schwäche. Dass einige an der Spitze der Partei mangelhafte intellektuelle Kapazitäten besitzen, ist ja erst nicht seit den letzten Tagen bekannt.

  6. sokrates9

    Der Realist@ FPÖ: Strategielos, Hirnlos, Charakterlos, glaubend wenn sie ganz brav sind nicht in das rechte Eck gestellt zu werden, opfern ihre Gesinnung für ein paar Scheinamtelern, geht es noch naiver? Was ist bei den Identitären politisch so schlimm (rechtlich ist ja gerichtsmäßig gar nichts dran) – dass man sich voll distanzieren muss? Ob das Papamonat – de facto die einzige innovative Idee der Partei beim Wähler so gut ankommt wird sich zeigen! Bin überzeugt sollte Sellner vielleicht mit Hilfe der AfD eine Partei gründen, 40% der FPÖ Wähler hat er sofort!

  7. Eric W.

    Ein weiterer Grund für das scheinbar irrationale Verhalten von Kurz wird hier nicht angeführt:

    7. Seine im Hintergrund waltenden Strippenzieher fordern dieses Vorgehen nun einfach von Kurz ein. Er ist ja nicht ohne Hilfe so schnell in diese politische Sphäre gekommen. Ich meine damit in erster Linie Vertreter der “alten ÖVP” und Geldgeber wie Konrad und die Raiffeisen, samt den ganzen Seilschaften. Denn es kann durchaus taktisches Kalkül sein. Eine Neuwahl würde die türkise ÖVP mit ihrem gemäßigt-rechten Image voraussichtlich haushoch gewinnen, die FPÖ würde man an die Wand fahren lassen wie schon damals unter Schüssel. Schon vor der Wahl hat die türkise ÖVP ja erfolgreich Themen der FPÖ übernommen und besser als die eigenen verkauft (Sicherheit, Migration etc.). Lassen es diese Seilschaften also doch auf Neuwahlen ankommen, ist die FPÖ für die nächsten Jahrzehnte weg vom Fenster der Regierungsbeteiligung, während es sich die ÖVP mit einen noch schwächeren Koalitionspartner wieder einmal sehr einfach machen kann (SPÖ oder gar Neos)…Abwegig erscheint mir das zumindest nicht.

  8. Selbstdenker

    @CE___:
    Ich gebe Ihnen Recht.

    An sich sind die Identitären ein unbedeutender Mini-Verein. Leider blasen die Medien diesen Haufen überproportional auf um damit die Koalition zu sprengen. Sie nehmen damit bewusst in Kauf, dass die Identitären dank dieser medialen Gratis-Präsenz starken Zulauf bekommen und sich Sellner ganz wichtig vorkommt.

    Durch das permanente Konstruieren einer Verbindung zu den Anschlägen in Neuseeland beschädigen die Linksmedien nicht nur den Ruf unseres Landes, sondern machen Österreich sogar zu einenen symbolträchtigen Anschlagsziel.

    Dass Teile der FPÖ dieses zynische Spiel in selbstbeschädigender Art und Weise mitspielen, lässt mich massiv an der Intelligenz dieser Gestalten zweifeln.

    Die richtige Reaktion der FPÖ wäre eine klare Distanzierung von diesen ethno-nationalistischen Identitären. Gleichzeitig sollte man aber auch auf die massive Verstrickung der Linksparteien mit radikalen – und im Gegensatz zu den Identitären sogar offen gewaltbereiten – Organisationen hinweisen und entsprechende Verbotsverfahren einleiten.

  9. astuga

    Kurz sollte auch in seiner Position als “Baby Hitler” (© Titanic) nicht vergessen, dass er selbst ebenfalls schon mehrfach als Nazi oder Rechtsextremer bezeichnet wurde, bzw in deren Nähe gerückt wurde.
    Von internationalen wie heimischen Medien und natürlich von der Opposition.

    Das zeigt auch, wie fragwürdig und durchschaubar solche Bezeichnungen im öffentlichen Diskurs heute geworden sind, und das überwiegend dank linker Instrumentalisierung.
    Und um das zu konterkarieren hütet man sich dann aber aus politischer Korrektheit diese Begriffe dort zu verwenden wo sie noch am ehesten angebracht wären.

    Und was Minderjährige, Antisemitismus und Parteipolitik betrifft (bisserl mehr als nur Pickerl kleben):
    https://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/480312/Ebensee_Aktion-sollte-nur-ein-Jugendstreich-sein-

  10. sokrates9

    CE@ Die richtige Reaktion kann nicht im Schwanzeinziehen vor den Identitären sein! Nimmt ihnen doch niemand ab; ist dieselbe Ideologie und rechts sind schon die Worte Flüchtling, Bevölkerungszuwachs, Islam usw! Ich würde diese ganzen (kindischen) Vorwürfe und in das Winkerl stelle nicht einmal ignorieren! Gewinnt man nur einen linken Wähler wenn die FPÖ nun mit dem “schmerzreichern Rosenkranz” hausieren geht? Ich würde jetzt in Sachen Klima attackieren und den Österreichern klarmachen dass sie sich ihre Neuautos, schnelles Fahren, unbeschwertes Essen usw einrexen können wenn die Grüne Forderung nach Decarbonisierung eingehalten wird! Da hat ja auch Köstinger bei den Strafen und Grenzwertforderungen brav mitgemischt! Grundlage der Co2 Diskussion findet auf Greta – Niveau statt!

  11. Welt.krank

    Ich kann an der IB beim besten Willen nichts Verwerfliches finden. Und was den hier einmal erwähnten “Ethno-Nationalismus” betrifft: Wünsche ich mir auch, und eine Menge Länder fahren damit sehr gut.

  12. LePenseur

    Cher Eric W.,

    Ihrem 7. Punkt kann ich nur zustimmen (leider). Aber er ist zu schade, um hier in einem Kommentarthread zu verschimmeln — hätten Sie was dagegen, wenn ich ihn als “Gastkommentar zu Unterbergs These” auf dem LP-Blog veröffentliche? U.A.w.g.

    Herzlichst

    LePenseur

  13. Eric W.

    @LePenseur

    Nein, dagegen habe ich nichts. Sie können den Kommentar gerne beliebig verwenden. Vielen Dank für ihre positives Feedback dazu.

    Mfg Eric W.

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