Free Detroit!

“…..Die sich über Jahrzehnte entwickelnde Tragödie in Detroit ist eine einmalige Gelegenheit, unsere libertären Grundsätze auszuprobieren: und zwar indem Detroit zur freien Stadt erklärt wird, in der die Regierung für die öffentliche Sicherheit, Rechtsprechung und für den Schutz des privaten Eigentums sorgt – und vielleicht noch etwas darüber hinaus tut. Könnte sich unter diesen Bedingungen in Detroit nicht freies Unternehmertum entwickeln, wie es in Amerika schon immer der Fall gewesen ist?…” – Eine ganz witzige Idee, nachzulesen hier.

3 comments

  1. Chris

    Interessante Thesen. Für mich jedoch nur ein interessantes, akademisches Gedankenspiel. Ich bin, aus beruflichen Gründen, sehr oft in Michigan und dem Großraum Detroit. Die “City” of Detroit ist schon, seitdem ich diese Gegend bereise, eine “tote” Stadt. Der Mittelstand und die Oberschicht lebt in den, mittlerweile relativ großen, Satellitenstädten rund um Detroit. Das sind z.b. Ann Arbor, Ypsilanti, Rochester,MI, o.ä. Diesen Städten geht es auch noch wesentlich besser als der Stadt Detroit. Meine Erfahrung ist es auch, dass die Mittelschicht in Michigan erzkonservativ ist. D.h. für diese Menschen kann es gar nicht wenig genug Staat geben. Soziale Gedanken sind nahezu nicht vorhanden.
    Wenn man nun die “City” Detroit zur “Free City” erklärt, dann hat man dort keine breite gesellschaftliche Schicht die die Stadt wieder aufbauen würde, sobald jemand in dieser “Free City” es sich auch nur annähernd leisten kann würde er in eine der “schönen” Satellitenstädte ziehen und Detroit würde nur weiter aufgezerrt werden. Ein solches “Experiment” kann meiner Meinung nach nur funktionieren wenn es wirklich isoliert stattfindet, das ist aber in einer globalisierten Welt unmöglich, deswegen ein interessantes Gedankenspiel, aber eben auch nicht mehr.

    Aus meiner Sicht würde Detroit drei wesentliche Dinge benotigen:
    – Schuldenerlass (haircut)
    – Milliardeninvestitionen in Infrastruktur, damit verbunden neue ökonomische Ideen (z.b. “Green City”)
    – steuerliche Begünstigungen für die “City” oder zusätzliche Abgaben der Satellitenstädte an Detroit

    Michigan ist ein wunderschöner Bundesstaat. Mir schmerzt immer das Herz wenn ich in österreichischen Medien Bilder der tristen, verlassenen und verkommenen Straßenzüge sehe. Michigan hat soviel mehr zu bieten und viele wären überrascht zu sehen wieviel Lebenswert man in diesem Staat findet.

  2. apz

    @chris, und sonstige “extra-konservative Linke”
    Succuss dieser “Intention”, einzig die sogenannten “Kleinen” – die vorgeblich unschuldig seien, die aber durchaus ausbeuterisch/transferorientiert mittels deren dominanter Stimmenzahl die Politik “bestimmen” – sollen saniert und deren Hängematte erhalten werden!
    Das ist der prononciert “linke” Ansatz (könnte von “Hollande” stammen), und der extra-konservative, es darf keinesfalls Bestehendes infrage gestellt werden (Urheberrecht bei “Queen”?)!
    Scheint’s drängt es die Bewohner in die Vorstädte/Umgebung, weil es einerseits für den Standort Detroit keine bedeutsame Notwendigkeit mehr gibt und die linke (wohl doppelsinnig) Detroit’er Politik es für Bürger unattraktiv machte zu bleiben; also warum nicht alles Entbehrliche verkaufen und den Rest unterpflügen, bzw. redimensionieren – zzgl. alle offenen Forderungen auch max. rückwirkend eintreiben, was ernsthaft spricht dagegen?
    “Zahlen” werden es sowieso vorrangig alle jene, die gerade ein wenig über der Transfergrenze bestehen – denn die drunter haben nichts (wollten auch nichts löhnen) und die Kopfzahl mal Abgabenlast ist daher eben unmittelbar darüber dominant, weiters “zahlen” es ggf. Banken die es naturgemäß stante-pede den Kreditnehmern weiter verrechnen, weiters Versicherungen & … die entweder weiter verrechnen oder Leistungen deswegen einschränken. Was sich jedweder Logik – so gewollt – wohl leicht erschließen sollte. Ach, da bleiben ja noch die “Reichen”, eigentlich ein unverschämtes Pack, aber deren Reichtum steckt nunmal entweder direkt in Firmen oder sonst wie in Investments, die wiederum Arbeitsplätze bedeuten … und da dran zu “schneiden” fällt außer “Linken” wohl niemand ernsthaft ein (außerdem gibt’s in Summe gar nicht viel aus, aber für Symbol-Spielchen natürlich alleweil geeignet …)
    Oder?

  3. Sven Lagler

    Um zu sehen wie Kapitalismus in der Realität funktionieren kann empfehle ich Herrn Barron einen Besuch im kommunistischen China.
    Wer nicht zu Klasse der Funktionäre bzw. Staatsbediensteten zählt lebt unter Barron´s geforderten „Idealbedingungen“. Und das sind ganz viele.

    Wer bildungsmäßig und oder wirtschaftlich vorankommen will wird nicht behindert.
    Bezüglich Sicherheit gibt es Abstriche, Waffenbesitz ist für Private unmöglich, allerdings ist das allgemeine Sicherheitsniveau besser als in vielen Demokratien.

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