Freiheit statt Kollektivismus

(JOSEF STARGL)  Immer mehr Bürger befürworten es, dem Staat und dem Staatenverbund die Verantwortung für das Wirtschaftsleben anzuvertrauen. Wilhelm Röpke (1899-1966) nannte das den Irrweg des Kollektivismus.

Er stellte fest, dass das Verständnis für die Marktwirtschaft verloren gegangen ist, forderte mehr Zivilcourage und den Mut zu einer Erziehung zur Freiheit.

Röpke warnte vor einer „Zerstörung der Marktwirtschaft im Namen der Brüderlichkeit und einer parasitären Caritas“, vor einer „Herrschaft der Apparate“ und vor dem „Dirigismus der Kommissare (!)“.

Die neojakobinischen Kollektivisten, die „Pseudo-Heiligen“ und die „Pseudo-Moralisten“ haben (vor allem in den Bildungs- und Kulturinstitutionen sowie in den Medien) in den letzten fünf Jahrzehnten mit ihren „kollektivistischen Sozialtechniken“ die „Selbsteinschmelzung des Individuums“ (als „den eigentlichen geistig-moralischen Kollektivismus“) massiv gefördert.

Es gibt immer weniger staatsfreie Bereiche.

Die „Sozialisierung des Menschen“ und die „Politisierung des gesamten Lebens“ sind vorangeschritten.

Der „Kollektivismus ist ein Weg zur Unfreiheit“, aber auch eine „macht- und stellen- bzw. postenschaffende Ideologie“. Die „Politisierung des Wirtschaftslebens“ lohnt sich für die „Privilegierten des Kollektivismus“.

Die „Fiskalsozialisten“ (und die „geldpolitischen Sozialisten“) wissen, dass ihre „Beglückungspläne“ und die „vom Kollektivismus geforderte Zwangsumverteilung“ den Sonder- und Regionalinteressen dienen.

Die Aushöhlung der „rechtsstaatlichen Marktwirtschaft“ schreitet voran.

Welche Politiker engagieren sich heute noch für mehr Freiheit, für mehr Eigenverantwortung, für Selbstdisziplin, für eine „Verbindung von Risiko und Entscheidung“, für einen Dezentralismus und für eine wettbewerbsgesteuerte „rechtsstaatliche Marktwirtschaft“?

Der Staat und der Staatenverbund wurden immer mehr zur Beute von Sonderinteressengruppen und von Lobbys.

Der Zwangsumverteilungsstaat(enverbund) ist unsozial. Eine rechtsstaatliche Wettbewerbsordnung mit einem Vorrang des Individual-, des Subsidiaritäts- und des Versicherungsprinzips ist sozial.

Wettbewerbs- und Leistungsdenken sind mit einer wechselseitigen Verantwortlichkeit vereinbar. Ohne eine Förderung der persönlichen Autonomie und der „Kupplung von Verantwortlichkeit und Risiko“ kann auch eine frei gewählte Solidarität nicht gefördert werden. In einer Wettbewerbsordnung gibt es die Chance, so erfolgreich sein zu können, dass man von sich aus anderen helfen kann. Wettbewerb ist solidarischer als eine Zwangsumverteilung, die „Geld ohne Mühe“ und „Konsum ohne Leistung“ verspricht.

Kollektivistisch orientierte Politiker ignorieren die Erkenntnis von Wilhelm Röpke, dass es „die edelste Form der Mildtätigkeit ist, wenn man die Mildtätigkeit einem anderen erspart“.

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