„Für einen aufgeklärten Islam gibt es keine Grundlage“

Von | 19. Juni 2016

“…….Man muss sich über eines im Klaren sein: dass eines Tages ein aufgeklärter Islam auftaucht und sich weiterentwickelt, dafür gibt es keine Grundlage, in keinem Land – sei es ein arabisches oder ein europäisches…. ” (weiter hier)

15 Gedanken zu „„Für einen aufgeklärten Islam gibt es keine Grundlage“

  1. Falke

    “… müssten auch demokratische arabische Staaten einbezogen werden”. Und das wären?

  2. Calderwood

    Ein “aufgeklärter” Islam wäre nichts weiter als eine Häresie. Für einen frommen Moslem kommt so etwas nicht in Frage.

    Und die säkularisierten Moslems brauchen ihn auch nicht. Die werden entweder zu Ex-Moslems oder zu bloßen Papier-Moslems analog den Taufschein-Christen.

  3. wbeier

    @Calderwood
    So isses – ein aufgeklärter Islam mit Koran und Sunna ist unmöglich.
    Damit bleiben Utopien wie “Euro-Islam”, Islam “light” und ein in abendländische Gesellschaften integrierbarer Islam nur feuchte Träume und Phantasien.
    Bestenfalls kann eine aufnehmende Gesellschaft eine überschaubare islamische Parallelkultur verdauen, was ein zum daraus zu erwartenden Gewinn ohnehin kaum proportionales Mühsal bedeutet. Allerdings scheint der Punkt der gerade noch verdaubaren “kritischen Masse” bereits deutlich überschritten.
    Damit bleiben für Bio-Europäer bei anhaltendem Trend ohnehin nur die drei evolutionären “A”: Aussterben / Anpassen / Auswandern…….
    Was wiederum die Frage fördert: Warum sollt der Islam sich ändern? Time is on his side.

  4. Christian Peter

    Logisch, der Koran wird wegen Anpassung an westliche Werte wohl kaum umgeschrieben werden. Dieser sieht eine Weltherrschaft der Muslime mit absoluten Geltungsanspruch der muslimischen Weltanschauung vor, wobei alle Ungläubigen unterworfen werden müssen. 64 % des Textes widmet der Koran den Ungläubigen, welche als Objekt der Bekämpfung, Schmähung, Herabwürdigung und Tötung zentrales Kernthema islamischen Glaubens bilden.

    ”Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen.” Koran, Sure 8 Vers 55.

  5. waldsee

    warum gab es kaum muslime/islamproblem bis in der 1960-er jahren in europa?

  6. cmh

    Ein Euroislam wäre nur ein schlechter Abklatsch des Christentums.

    Aber es gibt Ansätze. Heute habe ich z.B. gelesen: “Teilen im Ramadan”

    DAs klingt wie ein Abklatsch der Caritas. Moselmisch kann das doch nur heißen: “Gib Almosen besonders im Ramadan!”

    Und jetzt stellt sich die Frage: Taqqia oder echte Übernahme?

  7. cmh

    Nachtrag: Die Zeit arbeitet nicht für den Islam, sondern gegen den Westen und den Islam. Oder glaubt irgendwer, nach einer islamischen Übernahme Europas gäbe es noch jemanden, der die Flugzueuge und Panzer der Saudis wartet? Die Chinesen vielleicht, aber nicht wahrscheinlich. Auch die pharmazeutischen Industrien im Maghreb würden nach 50 wartungslosen Jahren auch den Geist aufgeben.

    Und in den 60er Jahren gab es keine Parallelgesellschaften. Denn ein Moslem allein ist der beste Freund, ein Moslem mit Moscheeverein ein eher nicht.

  8. astuga

    Man rechnet für eine Generation etwa 30 Jahre.
    Dh. selbst wenn die Muslime die jetzt Kinder sind oder die gerade geboren werden sich durch irgendein Wunder alle zu aufgeklärten, säkularen Muslimen entwicklen würden.
    So müsste man immer noch gut 30 Jahre warten, bis sich der Islam grundlegend zu ändern beginnt.

    Aber was man beobachten kann ist eher eine gegenteilige Entwicklung.
    Wobie man sich von einer oberflächlichen Modernisierung und dem Gebrauch technologischer Versatzstücke nicht täuschen lassen darf.
    Im Ggt. wie man gesehen hat, erleichtern beispielsweise facebook und Smartphone sogar noch die Radikalisierung.

  9. wbeier

    @cmh
    > Oder glaubt irgendwer, nach einer islamischen Übernahme Europas gäbe es noch jemanden, der die Flugzueuge und Panzer der Saudis wartet?Auch die pharmazeutischen Industrien im Maghreb würden nach 50 wartungslosen Jahren auch den Geist aufgeben.Denn ein Moslem allein ist der beste Freund<
    Dem wahren Rechtgläubigen ist jede Freundschaft mit den die Schrift besitzenden Affen und Schweinen (Juden und Christen) und allen anderen im Dunkel sowieso verboten. Die Täuschung hingegen ist wohlgefällig.

  10. astuga

    Nachsatz.
    Ein aufgeklärter Islam ist schon deshalb nicht möglich, weil der Islam bereits historisch an den Vorbedingungen gescheitert ist.
    Anders als im lateinischen Christentum gab es keinen Universalienstreit (Nominalismus).
    Daraus ergab sich die Trennung von religiöser Doktrin und Ratio in Europa.
    Während im Islam der Grundsatz des Wahi gilt: Einheit/Ganzheit von isl. Wissen, menschlicher Vernunft und göttl. Offenbarung.
    Erkenntnis außerhalb dieses Rahmens kommt nicht von Gott (Quelle echten Wissens) und ist daher verboten (Bid`ah).

    Und was dann die eigentliche Aufklärung betrifft, letztlich wurde auch das Christentum nicht aufgeklärter.
    Es wurde bloß entmachtet, weil die europäische Gesellschaft säkular wurde und das auch gegen die Kirche durchgesetzt hat (siehe Säkularisierung, und sogar noch der sog. Kulturkampf unter Bismarck).

  11. Nattl

    Im Vierzehnten Jahrhundert war es auch undenkbar, dass die Kirche nicht mehr die allesumfassende Macht in Europa ist. Kurz danach kamen die Reformationen, die Gegenreformation, der 30 jährige Krieg und letztendlich die Aufklärung. Ich halte es für sehr vermessen und arrogant, eine Liberalisierung des Islam von vorne herein für immer auszuschließen. Natürlich: betrachtet man den Zeithorizont 21. Jahrundert scheint eine solche Entwicklung unwahrscheinlich. Andererseits war der Islam bereits relativ liberal, doch haben westliche und östliche Kräfte radikale Gruppen unterstützt, als es geopolitisch opportun war. Das beginnt bei der Unterstützung der arabischen Revolte gegen die Ottomanen durch das britische Empire im ersten Weltkrieg (besser durch die Geschichte von Lawrence von Arabien bekannt), geht über die Islamische Revolution in Persien weiter (UdSSR Unterstützung) und endet beim IS.

  12. Thomas F.

    Der aufgeklärte Islam heisst dann Atheismus, so wie es bei anderen Religionen auch ist.
    Alles andere ist keine wirkliche Aufklärung.

  13. astuga

    @Nattl
    Wo und wann war der Islam jemals (relativ) liberal?

    Das würde mich jetzt wirklich interessieren.
    Mir ist davon nichts bekannt, ich kenne nur europäische Idealisierungen (zB al-Andalus) die von Muslimen naturgemäß bereitwillig aufgegriffen werden.

  14. astuga

    @Thomas F.
    So ist es – Atheismus oder weitgehende Bedeutungslosigkeit.

    Die katholische Kirche wettert ja bis heute gegen die Säkularisierung.
    Und auch den religiös aktiven Muslimen ist das völlig klar, anders als den westlichen Islam-Apologeten.
    Die kennen diesbezüglich weder ihre eigene Geschichte noch jene des Islam.

  15. astuga

    „Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben“
    Der Philosoph Konrad Paul Lissmann im Standard, 16.04.2016

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