Für wie blöd hält Herr Schieder seine Wähler?

(C.O.) “Die SPÖ ist entschieden gegen einen Ausverkauf Österreichs und das Verscherbeln des Familiensilbers. Weitere Privatisierungen sind kurzsichtig, ökonomisch falsch und schlecht für den Standort“, warnte gestern Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) – Na klar, der Mann hat voll recht: deswegen ist ja auch etwa die VOEST als verstaatlichter Betrieb bekanntlich so erfolgreich gewesen, dass sie nur einige wenige Milliarden Verlust gemacht hat und taumelt seit der Privatisierung  am Rande des Ruins dahin, mit schlappen 500 Millionen Euro Gewinn im letzten Jahr. Für wie blöd hält Herr Schieder seine Wähler eigentlich?

11 comments

  1. Zaungast

    Herr Schieder hält seine Wähler für so blöd, wie sie sind. Das gilt auch für viele andere Politiker. Die wissen schon, mit welchen Ansagen sie ihre Schafe einfangen.

  2. Thomas Braun

    Rot hat unverändert die relative Mehrheit in diesem Land. Und das wird auch nach dieser Wahl so bleiben. Schieders Aussagen oder auch absurde Pensionssicherungsversprechen auf Plakaten tragen mit dazu bei. So viel zur Intelligenz der Wähler.
    Interessant finde ich nur, dass die Linken, die mehrheitlich von sozial Schwachen, Ungebildeten und Zuwanderern gewählt werden, seit Jahrzehnten als die Partei der Intellektuellen gilt. Also genau jener Personen, die so weit weg vom sonst noch links wählenden einfachen Volk sind, wie kaum eine andere Personengruppe. Geniale Marketingleistung!

  3. Thomas Holzer

    Einen wesentlichen Grund für keine Privatisierungen sollte man auch nicht vergessen, zu erwähnen: es ist nämlich für alle Beteiligten einfacher, sich zusätzlich von verstaatlichten Betrieben finanzieren zu lassen, als nur aus Steuergeldern.

    Lt. “Die Presse” von heute hat die öffentliche Hand im Zeitraum Mitte 2012 bis Mitte 2013 EUR 203 Millionen für “Eigenwerbung” ausgegeben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  4. Christian Peter

    @thomas braun

    dass Linkswähler besser gebildet sind, ist eine Tatsache. Die mit Abstand gebildetsten Wähler sind Grünwähler, fast 2/3 haben einen höheren Bildungsabschluss. Zur ungebildeten Unterschicht zählen Wähler der Christdemokraten : Nur 14 % schaffen es bis zur mittleren Reife :

    http://fss.plone.uni-giessen.de/fss/ueber-uns-pressestelle/materialien-1/parteien-studie/file/PMxx-11%20Studie%20zu20Parteipräferenzen%20unterschiedlicher%20Bevölkerungsgruppen.pdf

  5. Thomas Braun

    @ Christian Peter
    Wollen Sie mir allen Ernstes einreden, die angeblich 2 Drittel gebildeten Linkswähler von den Grünen (davon vermutlich jede Menge Kunstgeschichtler und Publizistikabsolventen) bilden eine gebildete Mehrheit im Vergleich zu den Massen von Gemeindebaubewohnern und Zuwanderern, die überwiegend SPÖ wählen? Geh bitte!

    Habe mich vorhin allerdings auch unpräzise ausgedrückt. Ich denke, es ist nicht nur die schulische Bildung, die den Unterschied macht sondern eine gewisse Wertehaltung (Leistungsbereitschaft, Fleiß,…) die im Regelfall bei Nicht-Links-Wählern ausgeprägter ist, weil sie auch etwas besitzen bzw. sich geschaffen haben: Unternehmer, leitende Angestellte, Gewerbetreibende, Bauern.

    Dem linken Umverteilungswahn inkl. Neiddiskussionen können solche Menschen naturgemäß weniger abgewinnen.

  6. J. Peer

    @Christian Peter
    Demnach – Bildung schützt nicht vor Irrtum (einer mehrfach gescheiterten Ideologie zu folgen) und auch nicht vor Neid.

  7. Rennziege

    16. September 2013 – 14:07 – Thomas Braun
    16. September 2013 – 14:18 – J. Peer
    Wir dürfen, wie so oft, gelassen bleiben ob Christian Peters Quellen. Dieses gemeinsame Papierchen der Unis Gießen und Leipzig (2011) stammt aus zwei verkalkt verknöchert linken Kaderschmieden mit nachhaltig korrumpiertem akademischem Ruf. Der Text entspricht Jean de la Fontaines Fabelweisheit “Jeder Fuchs lobt seinen Schwanz”.
    So ist auch dieses Pamphlet zu lesen: Diese ansonsten — besonders in ernsthaften Fächern —wenig frequentierten Lehranstalten sind bekannt dafür, dass jeder an anderen Unis gescheiterte Studiosus dort seinen Titel erlangen kann. Schwerpunkte: Politologie, Sozial- und Gender-“Wissenschaften”.
    Gießen liegt zwar nicht ganz in Ossiland, hat sich aber schon lange vor der Wende so verhalten. Leipzigs Lehrkörper besteht vorrangig aus alten SED-Seilschaften. Der Osten hat eine einzige wirklich beispielhafte Uni: die im thüringischen Jena, 1547 gegründet, wo einst Feuerbach, Hegel, Fichte, Haeckel, Schelling und Schiller lehrten und Goethe die klügsten Köpfe in die Fakultäten holte.
    Das Zahlenverhältnis Professoren : Studenten ist fünfmal so hoch wie im Westen; es gibt noch einen echten Campus, wo Profs und Studis unter Schillers Platanen sitzen und auf persönliche Bekanntschaft Wert legen.
    Das Städtchen Jena hat ~100.000 Einwohner, davon mehr als ein Fünftel Studenten, was für eine bunte, fröhliche Atmosphäre sorgt. Die Mieten sind billig, die Straßenbahnen pünktlich, die Menschen weltoffen, die Wirtschaft (Zeiss u.a.) erfolgreich. Aber die Friedrich-Schiller-Universítät hat ihren DDR-Mief zielstrebig entsorgt, beschäftigt Professoren aus ganz Europa, die in ihren Muttersprachen lehren, was die Studenten ebenfalls nach vorne bringt — und schenkt nix her, weshalb sie im weltweiten Ranking unaufhaltsam steigt. Und weshalb ihre späteren Absolventen, wenn die Examina einigermaßen passen, schon im dritten oder vierten Semester Jobangebote aus aller Welt erhalten.

    P.S.: Den Rahmen dieses Threads damit gesprengt … O.K., hab’ ich. Aber ich habe meine Schwester, die dort ihren Doktor gemacht hat, oft in Jena besucht und kenn’ mich recht gut aus. Dort schwingt halt wieder der gute alte Humboldt in Forschung und Lehre mit, nach der Wiedervereinigung antizyklisch wiederbelebt. Was wir an der Wiener und anderen österreichschen, auch an vielen deutschen Unis heutzutag’ vergeblich suchen.

    P.P.S: für Karl Markt et al., um die Genossen zu trösten: Auch Karl Marx wurde in Jena promoviert, nachdem er an anderen Unis wegen fehlender Lateinkenntnisse auf Granit gebissen hatte. Aber damals hatte Jena eine kurze Phase, in der auch geistige Barfüßer, sofern solvent (was Marx dank Engels, aber nur durch ihn, zeitlebens war), dissertieren durften.

  8. J. Peer

    Vermögen ist “ungerecht” ! – Aber sicher kein Zufall. Vielleicht unterscheiden sich die “Vermögenden” von den anderen durch eine andere Lebenseinstellung, eine andere Lebensführung, sind leistungsbereit, zielstrebig etc.
    Alles Faktoren welche in einer Gesellschaft positive Wirkungen hat. Und man sagt die sollten einen Beitrag leisten, als ob die “Vermögenden” zuwenig Steuern bezahlen würden – gerade in Österreich !
    Und wie sagt man ? – “Ohne Fleiß kein Preis” aber eines Tages wird man sagen “ohne Preis kein Fleiß” . . . . .

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