Fußball, Merkel, mutige Worte

(A.UNTERBERGER) Gewiss: Deutschlands 7:1 geht in die Fußballgeschichte ein und freut alle Deutschland-Fans. Aber noch viel mehr imponiert mir Angela Merkel (die jetzt wohl wieder zum WM-Finale über den Atlantik düsen wird). Gewiss: Mir tut der Rest meiner Familie eigentlich leid, der mehrheitlich ganz im Gegensatz zu mir prinzipiell immer gegen Deutschland ist. Dieses Halbfinale wird mit Sicherheit auch noch nach Jahrzehnten immer wieder Gesprächsstoff sein. Fußball ist einfach super aufregend. Trotzdem imponiert mir noch viel mehr Angela Merkel, die Stunden davor mitten in China gesagt hat: „Nur eine Gesellschaft, die offen ist, die pluralistisch ist und jedem seine Freiräume gibt, ist in der Lage, Zukunft erfolgreich zu gestalten”. Einen richtigeren Satz kann man nicht sagen. Und dann denkt man an die jämmerlichen Auftritte österreichischer Politiker: Gibt es da auch nur einen, der diesen Satz in einem Land sagen würde, das Pluralismus, Offenheit, Freiheit mit Füßen tritt? Da würden doch sofort die Bedenkenträger der Linken und der Wirtschaft verhindern. Denn selbst wenn man an diese Werte glaubt (was freilich sowohl bei Wirtschaftskapitänen wie Linken zu bezweifeln ist): So etwas sagt man doch nicht vor Russen oder Chinesen . . . (TB)

3 comments

  1. Herr Karl jun.

    Wieso Frau Frau Merkel bewundern? Wegen ihres windigen europäischen Kurses, der uns eine domestizierte EZB und einen verfassungsrechtlich wie wirtschaftlich fragwürdigen “Rettungschirm” eingebracht haben oder weil sie in Deutschland die CDU rosarot weichgespült hat? Und nun die unbedarfte Wiederholung der unseligen Gleichstellung von “Staat” und “Gesellschaft” in der alten Hegel’schen (oder auch protestantischen) Tradition. Es geht nicht um EINE offene Gesellschaft, sondern um Pluralismus (was selbstverständlich auch verbohrte, enggeführte, unangenehme Mitmenschen und “sektiererische” (Sub)-Kulturen miteinschliesst). Aus liberaler Sicht hätte der Staat dabei eine ehrliche Maklerfunktion auszuüben und nicht den manipulierenden Meinungs- und Gesellschaftsklempner zu spielen. Die Metapher von der “offene Gesellschaft” versucht doch oft genug nur mühsam die Orientierungs- und Grundsatzlosigkeit der Meinungs-Eliten zu übertünchen. Der Volksmund weiss es manchmal besser: Wer “offen” ist, ist nicht ganz dicht.

  2. Thomas Holzer

    @Herr Karl jun.
    “rosarot” weichgespült ist aber sehr milde formuliert 😉

  3. Rennziege

    Mutige Worte aus den hängenden Mundwinkeln Frau Merkels? Das wüsst’ ich aber; hab’ längere Zeit in Germanien gewohnt und bin auch heute noch oft dort. (Der Flug von Toronto nach Hamburg oder Berlin dauert lumpige sieben Stunden.)
    Was la bella Angela in China von sich gab, ist ein gutmenschlicher Stehsatz, jederzeit aus den Taschen des rotgrün gefütterten Hosenanzugs zu angeln. Weshalb Altmeister Unterberger darin Bewunderswertes ortet, wird sein Geheimnis bleiben.
    Der Expastor (und post festum) selbsternannte Aktivist der “friedlichen Revolution” der DDR, an der er nur als Zaungast teilnahm, Joachim Gauck, von Merkel widerstrebend ins Amt gehievt, nachdem Christian Wulff von der Bild-Zeitung rausgemobbt wurde, plappert inzwischen vergleichbare Nichtigkeiten; auch daran zu erkennen, dass seine Mundwinkel ebenso tief zu Tal hängen wie die der in roten Ehren emeritierten FDJ-Funktionärin.

    Is’ halt so: Jahrelanges Lügen für und Anschleimen an kommunistische Unterdrückung lassen sich aus Gesichtern nicht wegradieren. Da muss auch jeder Schöhnheitschirurg und Botox-Spritzer passen.

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