“Geben wir Gott halt noch mal eine Chance!”

“….Papst Franziskus hat die Gläubigen gebeten, am Samstag einen Tag des Betens und Fastens für den Frieden in Syrien einzulegen. Ob das tatsächlich eine bessere Idee ist, als irdische Mächte zu bemühen?” (Henryk M. Broder, “Welt“)

3 comments

  1. cmh

    Der Kommentar Broders ist witzig, nicht falsch, aber gedankenlos und blöde. Man merkt dabei, dass es halt doch nicht genügt zu wissen, wo der liebe Franziskus zu hause ist.

    Da ist zuerst einmal der Umstand, dass alle nach Handlungen schreien, aber nur nach Handlungen anderer. Das ist nicht nur nicht moralisch, sondern scheinheilig und damit geradezu unmoralisch. Denn militärisch-chirurgische Aktionen der Amiländer wie auch die “zivilen Sanktionen” die lt Broder das liebe Fräulein Roth fordert bedeuten letztendlich nichts anderes als dass irgendwelsche Syrer als “target” mit Zielscheiben versehen werden, auf die nur in einem Fall die Amerikaner im anderen Fall die Rebellen schießen. Diese angemasste Rechtschaffenheit der versammelten Gutmenschen ist sowas von zum Kotzen.

    Eine andere Schule meint, man solle den Syrern Geld schicken, um “ihre Not zu lindern”. Das steht sowohl auf dem intellektuellen wie moralisch/heuchlerischen Niveau des Ablasshandels. Man kann sich nicht durch Geld von irgendwas freikaufen, auch nicht von der Belästigung durch das gegenseitige Umbringen der Syrer.

    Worüber sich Broder nun lustig macht ist, dass er meint, gläubige Christen meinten, der liebe Gott ließe mit sich handeln und würde Christus selber von dessen Kreuz herabsteigend machen lassen, wenn diese Idioten von Katholen nur ausreichend wenig fressen täten.

    Vollkoffer! Aber die fahrlässig bis vorsätzliche Verwechslung von Christentum mit Voodoo ist sogar in höchstintellektuellen Kreisen en vogue.

    Derlei Übungen dienen in erster Linie der Verstärkung der Verbindung des Fastenden mit Christus und damit mit Gott selber. ERst in zweiter Linie und das auch nur vielleicht wird dadurch den Syreren und ihren moslemischen Glaubensbrüdern überhaupt durch das Vorbild der Christen gezeigt, dass eine Lösung ihres Konfliktes, bei dem nur sie selber wissen worum es überhaupt geht, einzig und allein durch beiderseitiges Zurücksstecken der wechselseitigen Forderungen – und das ist Fasten letztlich – eine tragfähige Lösung für das beiderseitige Zusammenleben und Zusammenwirken gewonnen werden kann.

    NB: Ausgesprochen wohltuend ist, dass die Quasseltante der IGGiÖ sich noch nicht zum Syrienkonflikt geäußert hat. Zuständig dafür wären die doch viel eher als der Papst. Aber der Islam ist ja bekanntlich im Gegensatz zum kreuzügigen Christentum DIE Religion des Friedens.

  2. Thomas F.

    Ich warte erst mal ab, ob es was hilft, bevor ich meinen Samstag opfere. Wäre schade darum.

  3. cmh

    Thomas F

    Tun Sie nur. Ihre Pension ist ja auch gesichert, schon vor Ihrem Arbeitsantritt. 😉

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