Gefährliche Privatisierung von Bahnen?

Von | 29. Juli 2013

In Diskussionen um die Privatisierung von staatlichen Bahnen wird regelmäßig das Argument vorgebracht, dadurch würde zur Steigerung des Profites die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet. Wäre nett, wenn dieses Argument nach der jüngsten Katastrophe der staatlichen spanischen Eisenbahn nicht mehr über Gebühr strapaziert würde.

8 Gedanken zu „Gefährliche Privatisierung von Bahnen?

  1. Schnabeltierfresser

    Obschon ich der Privatisierung von staatlichen Bahnen 100% positiv gegenüberstehe, ist mir hier der Zusammenhang nicht wirklich klar. Es handelte sich um menschliches Versagen, dass nicht wirklich was mit den Eigentumsverhältnissen zu tun hat.

  2. Plan B

    Wir müssen hier trennen: privatisierte Bahnen und staatliche Infrastruktur (Schiene); z.B. hier in Deutschland. Der Unfall in Spanien ist nur deshalb auf menschliches Versagen abzuschieben, weil es an der nötigen Sicherheitstechnik fehlte (sollte erst später installiert werden). Hätte in diesem Falle ein privater Betreiber von Bahn und Strecke eine Zulassung bekommen? Ich glaube nicht.

  3. apz

    Die (mediale) Aufmerksamkeit wollte wohl richtiger auf “politisches Versagen/Inkompetent und/oder Korruption” im Bereich von Planung & Aufsicht gelegt werden; alles andere sind ja nur durchsichtige Besitzstand/Privilegien/Pfründe-Wahrungsversuche

  4. Schnabeltierfresser

    Der Unfall in Spanien ist nur deshalb auf menschliches Versagen abzuschieben, weil es an der nötigen Sicherheitstechnik fehlte (sollte erst später installiert werden). Hätte in diesem Falle ein privater Betreiber von Bahn und Strecke eine Zulassung bekommen? Ich glaube nicht.

    Das ist schon stark gesetzlich geregelt. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass es einem privaten verwehrt worden wäre.

  5. Pingback: Gefährliche Privatisierung von Bahnen? | FreieWelt.net

  6. Stefan Wehinger

    Eine Privatisierung wird es nie geben, kein privater wäre so blöd die bestehenden Lasten aus Anstellungsverträgen und explodierenden Instandhaltungslasten zu übernehmen. Eine reine Privatisierung der Absatzbereiche Personenverkehr und Güterverkehr ist unter gegebenen politischen Bedingungen denkunmöglich.

    Dabei gibt es historische Beispiele: Die JNR (Japan National Rail) wurde 1987 Zwangsprivatisiert, nachdem deren Schulden mehr als 50% der Japanischen Wirtschaftsleistung ausgemacht haben. In der heutigen JR Gruppe gibt es 9 unabhängige, völlig private Nachfolgeunternehmen. Fünf von diesen notieren erfolgreich an der Börse. Wer schon Bahn gefahren ist in Japan weiss: besser kann man es nicht machen.

    Was von Journalisten oft vergessen wird: Das europäische Bahnsystem ist seit 1996 liberalisiert, in Österreich sogar umfassend (Österreich hat den Bahn Act fleissig und schnell als eines der ersten Länder umgesetzt).
    Allerdings gibt es außer der WESTbahn in Österreich, dem Leo Express in Tschechien und der NTV in Italien (und einigen Kleinstunternehmen) keine Unternehmen welche die Möglichkeiten des liberalisierten Marktes nutzen. Alle genannten Unternehmen leiden unter heftigen Fouls der Machthabenden Staatsbahnen, die Liberalisierung ist ein Farse.

    Gerne zitiert und leider völlig falsch: die angeblich gescheiterte Privatisierung der Britischen Bahn unter Thatcher (eigentlich keine Privatisierung sondern ein Übergang auf ein Konzessionsmodell auf Zeit). Heute fahren mehr als doppelt soviel Menschen Bahn in England wie vor der Privatisierung.

    Meine private Prognose: Nichts wird sich ändern, die Schulden werden explodieren, das Eigenkapital geht zur Neige und gehandelt wird wenn es wirklich zu spät ist a la AUA.

  7. Prinz Eugen von Savoyen

    Bahnen zu privatisieren wäre ein Sakrileg. Dann wären wir wieder dort, wo es angefangen hat, als sich die Bahnen überall auf der Welt ausbreiteten.

    Heute kostet eine Fahrt von Österreich nach Paris mit der geförderten Bahn mehr als mit der privaten Luftlinie. So wollten wir es. Lassen wir die Bahn der Gewerkschaft, dann stehen die Räder still, wie der starke Arm es will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.