Geld ist das, was man anderen wegnimmt, wenn man es braucht

Wer sich als Handwerksmeister, Arzt oder leitender Angestellter im Laufe seines arbeitsamen Lebens ein paar hunderttausend Euro ersparen konnte, ist ausgerechnet der eng mit der SPÖ liierten „Gewerkschaft der Privatangestellten“ (GPA) neuerdings zu Dank verpflichtet.

Denn indem die GPA ihren Kongress diese Woche unter der Losung „Geld ist genug da!“ abhielt, sandten sie eine an Deutlichkeit kaum zu überbietende Botschaft an alle, die sich in diesem Land ein bescheidenes Vermögen erarbeiten konnten. Sie lautet: Weil „genug Geld“ da ist, werden wir euch einen Teil dieses Geld wegnehmen, sobald und soweit wir das können. Und zwar, damit wir mit eurem Geld weiter die Frühestpension von 52-jährigen Wiener Gemeindebürokraten, eine Milliarde Sozialmissbrauch pro Jahr oder die milliardenschweren Zuschüsse für die Staatsbahn finanzieren können.

Es ist schon eine beachtenswerte Mentalität, die sich hinter diesem „Geld ist genug da“ verbirgt. Sie entspricht im Kern derjenigen eines Einbrechers im Villenviertel, der seine Tätigkeit mit dem Argument rechtfertigte, die von ihm Bestohlenen verfügten ja ohnehin über ausreichenden Besitz und könnten auch nach seinem Besuch weiter in Wohlstand leben. Geld, wird dieser Einbrecher erklären, ist ja genug da. Stimmt ja auch, irgendwie.

Wer als potenzielles Opfer dieses politischen Einbruchs hofft, in der Österreichischen Volkspartei einen Verbündeten gegen diese Form des avisierten Eigentumsentzuges zu finden, der kann übrigens genauso gut auf die Wirksamkeit spiritistischer Seancen setzen. Das „Her mit der Marie“ der ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner passt fugendicht zum „Geld ist genug da“ der anderen sozialistischen Partei des Landes. Da ist schon längst zusammengewachsen, was früher nicht zusammengehörte, als es noch eine leidlich bürgerliche Partei in diesem Lande gab.

Wer nach dieser klaren Absichtserklärung der roten Gewerkschafter weiter seine Ersparnisse in Form von Barem, Wertsachen oder Immobilien im Land hält, muss wissen, welches Risiko er damit sehenden Auges eingeht: Es gleicht etwa jenem, ein prall gefüllte Brieftasche eine Stunde im Kaffeehaus unbeaufsichtigt herumliegen zu lassen.

Denn schon jetzt wird dieses Vermögen bekanntlich im Wege der „finanziellen Repression“ (negative Realverzinsung) schleichend enteignet. Und seit Kurzem wissen wir ja auch, dass EU-Staaten im Zweifelsfall ohne Wimpernzucken auf diese Vermögen zugreifen werden, wenn ihnen das Wasser finanziell auf der Oberkante der Unterlippe steht.

Was dann noch übrig bleibt, dürfte nach den jüngsten Klassenkampf-Parolen der sozialistischen Gewerkschafter schließlich teilweise zur Finanzierung deren Vorstellungen von „Gerechtigkeit“ herangezogen werden.

Wem es zu mühsam ist, seine Ersparnisse angesichts dieser multiplen Begehrlichkeiten in eine Gegend zu retten, in der Besitz nicht deliktisch ist, Diebstahl hingegen schon, dem bleibt eigentlich nur eine sinnhafte Alternative: sein Vermögen möglichst vergnüglich auszugeben. Das ist nämlich für den, der es sich erarbeitet hat, wesentlich erbaulicher, als es sich einfach wegnehmen zu lassen. (“Presse”)

11 comments

  1. Thomas Holzer

    Hat die GPA eigentlich auch erklärt, wem sie in die Tasche greifen will, wenn nicht mehr “genug Geld da ist”, um ihre “Wohltaten” weiter zu finanzieren? 😉

    Der Kopfpolster und/oder die Matratze werden wieder zu Alternativen für die Geldaufbewahrung 🙂

  2. FDominicus

    @Thomas Holzer

    Gebt mir jede Menge Banken mit 100 % Mindestreserve und Geld als Wert und lasst diesen Ihr Papierspielgeld, ohne das ich es noch annehmen muß… Und
    man könnte sehen, vieles wäre besser… 😉

  3. Reinhard

    Ach ja, die GPA, deren größter Erfolg in der “interessenvertretung für die armen ausgebeuteten Freien Dienstnehmer” besteht; das hat vielen von denen erst das Rutschen unter das Existenzminimum und die Aufgabe der Selbstständigkeit beschert.

    @Thomas Holzer
    Jedem, der hat. Außer, er hat es aus der Gewrkschaftskassa.

  4. Wettbewerber

    Umverteiler sind Diebe. Umverteiler sind unmoralisch. Umverteiler sind schwere Soziopathen. Ich meine das ernst. Meine einzige Sorge dabei: Hab ich was vergessen?

  5. G.K.

    @Wettbewerber
    Und Umverteiler machen viele, nämlich die jüngeren von ihren Begünstigten kaputt. Die “frühestpensionierten 52-jährigen Wiener Gemeindebürokraten” haben kein Problem damit, nach etwa 34 Jahren Arbeit weitere etwa 34 Pensionsjahre vor sich zu haben. Man hat’s ja hart erarbeitet … Aber der 30-jährige, dem eingetrichtert wird, wenn du keine passende Arbeit findest, kein Problem, das Geld organisieren wir für dich, Geld braucht der Mensch letztendlich, nicht Arbeit, ja der, der wird erstens weder zufrieden noch glücklich wenn nicht gar krank (das Geld reicht ja dann doch nicht für all das, wofür man Lust und vor allem reichlich Zeit hätte). Und zweitens nach einigen Jahren Nichtstun wird er definitiv unvermittelbar auf dem Arbeitsmarkt, Endstation Abhängigkeit vom Sozialstaat, ein Leben ohne Ziel und Sinn.

    Noch allgemeiner formuliert: Die Umverteiler töten den Lebensinstikt der Menschen ab.

  6. Reinhard

    @G.K.

    “Die Umverteiler töten den Lebensinstikt der Menschen ab.”
    Ja, das wusste schon Nietzsche.

  7. Karl Markt

    Umverteilen ist die Rückführung des Wertes an jene, die ihn geschaffen haben (vorrausgesetzt es kommt auch an).

    Alle, die im Ausbeutungsprozess (=Arbeit im Kapitalismus) verelenden, sind auf Umfairteilung angewiesen, um sich Gesundheit, Bildung und Pension (=unproduktive Phase des Humankapitals) leisten zu können.

    Wenn man schon mit martialischen Begriffen hantiert, dann aber auch richtig. Diestahl findet wenn dann im Produktionsprozess statt, wo der Privateigentümer des Produktionsmittel die unmittelbaren Produzenten vom geschaffenen Wert ausschließt.

    Es muss offensichtlich gebetsmühlenartig wiederholt werden, vor allem für Klassenkämpfer von oben.

  8. G.K.

    @Karl Markt
    “Umverteilen ist die Rückführung des Wertes an jene, die ihn geschaffen haben”

    Ich wünschte, Sie hätten recht. Lieber Marxisten als unsere real existierenden pseudo-linken Umverteiler.

    Führen unsere Umverteiler den Wert an jene, die ihn geschaffen haben, zurück? Nein, sie machen das Gegenteil, in Bezug auf den Ausgebeuteten selbst, auf jeden Fall. Dass sie den Ausbeuter gerne noch mehr ausquetschen wollen, ist lobenswert, tröstet den Ausgebeuteten nur wenig. Also: Der im Sinne von Marx Ausgebeutete arbeitet und verdient das Geld, was nach der Ausbeutung noch übrig bleibt. Die Umverteiler ziehen dann Sozialabgaben und Steuern ein. Schon die Aldi-Kassiererin (sofern ledig und kinderlos) ist Nettozahlerin im Sozialstaat der Umverteiler.

    Und wohin geht das Geld, das umverteilt werden will? Lassen wir mal die immerhin ca. 3 Jahrzehnte lang werktätigen “frühestpensionierten 52-jährigen Wiener Gemeindebürokraten”, die nebenbei im Sinne von Marx nicht ausgebeutet wurden, ausser Acht. Ich konzentriere mich lieber auf den überwiegenden und im zahlenmässig im stetigen Wachstum befindlichen Rest: Randgruppen jeglicher Art, darunter Künstler (Beispiel weiter unten), sowie auf in das soziale Netz und in Paralellgesellschaften Zugewanderte (z.B.: 147’000 Armutszugewanderte in Deutschland aus Rumänien und Bulgarien im Zeitraum 2007-2011). Diese Menschen können und/oder wollen im Produktionsprozess nicht teilnehmen und werden daher auch nicht ausgebeutet. Sie sind aber die Begünstigten der Umverteiler.

    Zum Schluss noch eine Kostprobe von einem Künstler, der zugleich Politiker ist: Johannes Ponader ist (noch) der Chef der deutschen Piraten. Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Ponader lohnt sich die Abschnitte “Politische Karriere und Positionen” sowie “Auseinandersetzung mit der Bundesagentur für Arbeit” zu lesen.

    Nochmals: Marxisten wären besser als die Umverteiler.

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