Geld verprassen ist tugendhaft, sparen hingegen übel

(WERNER BECHER) Speziell sozialistisch indoktrinierte Menschen glauben an das Wunder, die wirtschaftlichen Probleme eines Landes könnten einfach dadurch gelöst werden, dass die Bürger einfach mehr konsumieren. Dieser wirren Idee folgend, nehmen viele Politiker seit Jahrzehnten immer noch höhere Staatsschulden in Kauf, um mit diesem Geld auf Pump die Wirtschaft „ankurbeln”.

Wozu das geführt hat, kann man an der Staatsverschuldung von wirtschaftspolitisch eher sozialistisch orientierten Ländern einfach ablesen: zu einer gigantisch hohen Staatsverschuldung. Diese Staatsschulden dürfte es aber gar nicht geben, denn eigentlich hätte die Ankurbelung der Wirtschaft auf Pump ja bereits in der Vergangenheit funktionieren müssen. Sie hat aber niemals zum erwarteten höheren Konsum und damit höheren Steuereinnahmen für den Staat geführt sondern konsequent immer nur zu einem: zu noch mehr Schulden.

Nachdem immer mehr Staaten mittlerweile vor einem unbewältigbarem Schuldenberg stehen und die Gefahr droht, dass ihnen die Finanzmärkte keine weiteren Kredite mehr für eine politisch motivierte Geldvernichtung borgen, müssen neue Ideen her.

Der sozialistische italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hatte nun eine solche. Auch er möchte wenig überraschend den Binnenkonsum ankurbeln, um der Wirtschaft seines reformresistenten Landes aus der Rezession zu helfen. Dazu schlägt er allen Ernstes vor, die Italiener sollen einkaufen gehen, statt für das Alter vorzusorgen.

Konkret ist die Regierung Italiens unter Ministerpräsident Renzi offenbar bereit, nun auch die private Zukunft der Menschen zu verschleudern. Nachdem jene des Staates, längst unwiderbringlich verpfändet wurde. Geplant ist, die zweite Säule der Rentenversicherung in Italien zu öffnen, um die Bürger zu noch viel mehr Konsum zu verführen. Derzeit müssen Italiens Unternehmen monatlich einen Teil des Lohns für die Altersvorsorge einbehalten.

Anstatt für das Alter anzusparen, sollen die Italiener nach den Plänen Renzis das Geld lieber sofort ausgeben. Wovon die Menschen dann im Alter leben sollen, scheint ihn nicht zu interessieren, ist doch die Wahrscheinlichkeit gering, dass er dann noch politische Verantwortung tragen wird.

Geht es nach Renzi, soll die Pflicht zum Ansparen in einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge für Unternehmen entfallen. Der entsprechende monatliche Betrag soll stattdessen sofort an die Mitarbeiter ausgezahlt werden.

Hatten noch Renzis Vorgänger Mario Monti und Enrico Letta das Sparen als Tugend gepriesen, so gilt nun unter Renzi das Gegenteil. Damit befindet er sich in einer illustren Runde mit anderen Genossen, wie Werner Faymann in Österreich oder dem französische Präsident François Hollande.

Sparen ist jetzt pfui, ordentliche Bürger sollten stattdessen konsumieren, was das Zeug hält. Vermutlich sollen nach dem Vorbild des Staates dazu auch private Schulden recht und billig sein. Wichtig ist nur, dass konsumiert wird. Schließlich geht es um nicht weniger als das Wohl der Gesellschaft.

5 comments

  1. MSc

    “Geht es nach Renzi, soll die Pflicht zum Ansparen in einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge für Unternehmen entfallen. Der entsprechende monatliche Betrag soll stattdessen sofort an die Mitarbeiter ausgezahlt werden.”
    Na und ? Das ist doch positiv und ermöglicht den Menschen, zu konsumieren, zu investieren, das Geld zu verbrennen ODER SELBST für sich vorzusorgen. Was man halt so macht mit SEINEM Geld.
    Vergleichbar ist bei uns die unsägliche und schwachsinnige betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorge. Unterstützt halt wieder bankenähnliche Strukturen.
    Hauptsache, die Verfügungsgewalt über das eigene Vermögen ist den Menschen entzogen. DAS ist sozialistisch.

  2. FDominicus

    Sparen wird überbewertet – man kann doch die EZB einfach verknacken mehr Geld zu drucken, da werden wir doch automatisch alle reicher – oder so.

  3. Thomas Braun

    Die enorme Staatsverschuldung der letzten Jahrzehnte ist nicht primär wegen der div. Konjunkturprogramme entstanden, sondern weil die Sozialleistungen von den Politikern zwecks Wählerbestechung immer weiter ausgeweitet wurden und werden. Hätten wir ab morgen wieder die (inflationsbereinigte) Sozialgesetztgebung der 60er-Jahre, würde Österreich in einem Budgetüberschuss biblischen Ausmaßes ersaufen.

    Das Thema Massenmigration wäre damit ganz nebenbei auch gelöst. Aber das ist eine andere Geschichte….

  4. Paul H. Ertl

    “Wovon die Menschen dann im Alter leben sollen, scheint ihn nicht zu interessieren” Ich weiß nicht, ob diese Unterstellung nicht etwas überzogen ist: Mutmaßlich sollen die armen Alten dann von den Idioten leben, die so impertinent waren, zu sparen und Vermögen zu bilden, kurz, sich in Ihrem neoliberalen Wahn (womöglich auch noch vorsätzlich) unsozial (die Schere geht immer weiter auf ….),unsolidarisch (kein Geld mehr für “Bildung” und Infrastruktur) und – wie die Voodoo-Doktoren uns jetzt erklären, auch noch wirtschaftsschädlich verhalten haben. Wer sollte mit denen schon Mitleid haben, wenn man Ihnen wegnimmt, was sie zum Schaden der Allgemeinheit angehäuft haben, um denen zu helfen, die ihr Geld selbstlos verpraßt haben ? Höchstens Unmenschen wie Becher oder Ortner, aber die kommen auch noch dran …

  5. Thomas Holzer

    “Geht es nach Renzi, soll die Pflicht zum Ansparen in einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge für Unternehmen entfallen.”

    Was geht das den Staat an?!
    Alleine daß vom Staat eine Pflicht zu irgendetwas verordnet wird, ist schon eine Anmaßung; genauso wie in Österreich die Pflicht der Arbeitnehmerveranlagung etc.

    Alles bevormundender Schwachsinn, nur dazu da, den “Bürger” weiter an der Hundeleine zu halten; frei nach dem Motto: “der Staat gewährt Dir nur so viel “Freiheit” wie er(der Staat) für “richtig”, “rechtmäßig” und für das dumme Bürgerlein zumutbar erachtet”

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