Georg Vetters Wahlkampftagebuch (Epilog)

Von | 29. September 2013

(Georg Vetter ) Es ist geschafft. Die Wahl ist vorbei und das Team Stronach wird in das Parlament einziehen. Ich selbst, so habe ich es mir vorgenommen, werde die nächsten fünf Jahre eine Rede nach der anderen für die Freiheit und gegen den Sozialismus halten.

Manche werden von dem Ergebnis – knapp 6 Prozent – enttäuscht sein. Dazu besteht kein Anlass. Dafür, dass das Team Stronach erst ein Jahr existiert und naturgemäß eine heterogene Gruppe darstellt, ist das Ergebnis jedenfalls als Erfolg zu werten. Wichtig ist, was wir in den nächsten Jahren mit der parlamentarischen Existenz anfangen wissen. Die Chancen, zu einer offeneren Gesellschaft beizutragen, sind jedenfalls groß. Auch die Macht des gesprochenen Wortes sollten wir keineswegs unterschätzen.

Dies war mein letzter Tagebucheintrag. Ich danke Christian Ortner, dass er mir die Gelegenheit zu diesen Veröffentlichungen geboten hat, ich danke allen Lesern für’s Lesen, für die Kritik in jeder Richtung und hoffe auch in Zukunft auf eine aufmerksame Begleitung

14 Gedanken zu „Georg Vetters Wahlkampftagebuch (Epilog)

  1. Carl F. Pfaffinger

    Sehr geehrter Herr Legatus designatus, lieber Georg!

    Deine Tagebucheinträge habe ich mit Interesse verfolgt und ich gratuliere Dir von ganzem Herzen zu diesem nun errungenen Erfolg. Ich freue mich auf Dein Wirken für Volk und Staat auch in dieser Aufgabe in den kommenden fünf Jahren und wünsche Dir dazu Gottes Segen, viel Kraft und das Glück des Tüchtigen. Feiere ausgiebig und dann beginne kraftvoll Dein Wirken. Vielleicht ist Christian Ortner ja so freundlich und läßt in Zukunft auch soewas, wie ein Vetter’sches Parlamentskalendarium zu?

    Liebe und kameradschaftliche Grüße?

  2. Wolfgang

    Lieber Georg, könntest Du hier bitte weiter auch in Zukunft schreiben, zumindest alle paar Tage ? Liebe Grüße, Wolfgang

  3. Maria Kiel

    Sehr geschätzter Herr Dr. Vetter!
    Ich möchte Sie bitten, Herrn Stronach von uns auszurichten, dass wir hoffen, er nimmt sich all die Häme und Anwürfe nicht zu Herzen, die man jetzt glaubt ungestraft gegen ihn richten zu dürfen. Hier gilt wirklich das Wort “viel Feind – viel Ehr”, man könnte auch sagen “wer nach dem Begriff der Ehre lebt, den verfolgt man mit besonders viel Feindschaft”. Für uns jedenfalls war jeder Tag, an dem wir ihn im Fernsehen beobachten durften, ein guter Tag. Möge er seinen gesunden Humor bewahren! Das Baby TS, dem er auf die Welt geholfen hat, befindet sich in guten Händen und wir freuen uns auf viele kräftige Lebens-Schreie im Parlament. Vielleicht wird “der” Österreicher in absehbarer Zeit doch noch so erwachsen und selbstbestimmt, dass er das Angebot und Programm des TS’ begreifen und schätzen kann.
    Ihnen Herr Dr. Vetter wünschen wir für Ihre kommende Tätigkeit im NR gute Nerven, die nötige innere Distanz, eine ruhige Stimme am Rednerpult und selbstverständlich rundum viel Erfolg!
    Familie Hübner

  4. Zaungast

    Knapp 6% ist sowohl ein Erfolg als auch ein Mißerfolg. Ein Erfolg für eine neue Gruppierung, es in den NR geschafft zu haben, ein Mißerfolg angesichts der eingesetzten finanziellen Mittel. Da sehe ich den Erfolg der NEOS viel höher, auch wenn sie um ein Prozent weniger haben. Beide Erfolge freuen mich, weil es ein Beginn für mehr Beweglichkeit ist, weil es zukünftige neue Gruppierungen ermuntert.

  5. Milton

    Bei dieser Gelegenheit würde sich ein Tagebuch zum Parlamentarismus anbieten.

  6. Mario Gut

    Das “Team Stronach” sollte nun behutsam danach trachten, zu einem TEAM zu werden – einem Team mit dem Ziel sich “auch abseits des Gründers” selbständig zu profilieren. Ich glaube da wird das ganze Potential der Wahlgruppierung liegen. Was neben den tatsächlich optisch verunglückten Auftritten des Herrn Stronach untergegangen ist, dass hinter dem Team Stronach zum Teil weitaus interessantere Personen, als hinter den NEOS stecken. Herrn Strolz in Ehren, aber Haselsteiner ist eine Figur von Gestern, und Herrn Alm sollte man mit kompletter Kopfbedeckung möglichst sparsam am Rande rumkasperln lassen. Die Konturen wurden im Wahlkampf vom “Team” ebenfalls klarer präsentiert. Eine schnelle, private Umfrage unter NEOS Sympathisanten in meinem Umfeld zeigte mir ebenfalls schnell, dass der bürgerliche Teil unter ihnen keine Ahnung hat, wen sie da eigentlich gewählt haben. Jung und pink – also hipp…..das wird, trotz aller Euphorie für 5 Jahre und in 5 Jahren nicht reichen.
    Darin könnte die Kraft des “Teams” liegen, die trotz aller Holprigkeit des Gründers, im Programm weitaus interessantere Denkansätze vorweisen können. Nur Herrn Lugar sollten sie irgendwie aufs Abstellgleis verfrachten…
    Vielleicht findet sich ja noch der eine oder andere interessante Neuzugang – da liegt viel drinnen für den Urnengang in 5 Jahren!

  7. Weninger

    Mein gutgmeinter Ratschlag: alle orangen Karrieristen möglichst schnell durch komptente und integre Leute aus der Wirtschaft ersetzen.

  8. Tom Jericho

    Lieber Herr Vetter,

    auch von mir herzliche Glückwünsche! Eine Art Tagebuch der parlamentarischen Arbeit wäre sehr zu begrüßen, auch weil man sich als Nicht-Parlamentarier vielleicht völlig falsche Vorstellungen macht.

  9. J.Peer

    Nun, es wäre dem TS zu wünschen, daß man zielführende Ideen und Vorschläge im Parlament einbringt und die anderen Parteien nicht so einfach darüber hinwegsehen können sodaß in Verwaltung und Wirtschaft insgesamt effizienter gearbeitet werden kann.

  10. Thomas Holzer

    @J.Peer
    nun denn, einbringen und hoffen, daß die anderen Parteien nicht so einfach darüber hinweg sehen können, ist herzlich wenig für notwendige Veränderungen.
    Über unzählige Anträge haben die anderen Parteien nicht einfach hinweg gesehen, sondern diese ausgiebig im Plenum diskutiert, um sie dann in den Schubladen aller Parlamentsparteien verschwinden zu lassen.

  11. Wettbewerber

    @Thomas Holzer
    Sie schreiben von notwendigen Veränderungen. Es mag altklug klingen, aber seien Sie sicher, dass es diese nicht geben wird. Wer immer (heute oder nach einer der nächsten Wahlen) die Zügel von den Wählern in die Hand bekommt, zentriert in und um sich eine derartige Macht, dass jeglicher echte Reformwille bald an der (Macht-)Realität scheitert. Man will als Politiker ja in erster Linie gut dastehen, ja, in bezug auf Politiker ist das wahrscheinlich deren allergrößte Charaktereigenschaft: Gut da stehen wollen und geliebt werden. Und deshalb zählen in erster Linie Worte, nicht Taten, denn letztere werden immer irgendjemand sauer aufstoßen, während gute Reden auch den intelligentesten Menschen vom Stuhl und zum Applaus reißen. “Bravo!” “Long live King Obama!”

    Einen sehr kleinen Funken Hoffnung gibt es, langfristig: Wenn sich etwas verändern soll, dann müssen die Verlierer all dieses Wahnsinns mehr Einfluss bekommen. Und der erwähnte Wahnsinn treibt die Zahl derer, die sich als Verlierer fühlen, unweigerlich in die Höhe. Dass darin auch eine noch viel größere Gefahr liegt, liegt auf der Hand, aber es hat eben alles auch eine Kehrseite.

    Wie sähe die Lösung aus (oder, gemäß Thomas Sowell, der “Trade-off”)? Im Prinzip ganz einfach. Wir besinnen uns an die ureigensten Lektionen, die wir schon im Kindergarten gelernt haben (“Wende zur Erreichung Deiner Ziele weder Gewalt noch Betrug an”), und erheben diese zum allerersten, unabänderlichen Prinzip, und alles kommt ins Reine, ganz von alleine. Es kann ruhig weiter Staaten geben – nur dass ein Staat zu tolerieren hat, wenn ein anderer auf “seinem” (in Wahrheit durch Gewalt usurpierten) Territorium ebenfalls aufkreuzt. Wettbewerb von Staaten eben, unbegrenzt. Dann können all die offenen und verkappten echten Kommunisten, Monarchisten, Ochlokraten usw. endlich ungestört ihr eigenes “Paradies auf Erden” errichten. Auf ihrem eigenen Gebiet, versteht sich. Meinereiner würde sich ganz einfach mit jenen zusammentun, die an das oben beschriebene oberste Prinzip glauben. Es wird genauso Höhen und Tiefen geben, jedoch mit 1000-prozentiger Sicherheit keine Geld- und Schuldenkrisen, keine Bildungsmisere und keine Verarmung von Familien, keine Slums und keinen Kampf gegen Drogen, der organisiertes Verbrechen erst ermöglicht und fördert und nebenbei gewaltige Ressourcen bindet und vernichtet.

    Ich werde es nur nicht mehr erleben.

  12. Wettbewerber

    @Georg Vetter
    Gratulation! Jede Rede, die Sie gegen den Sozialismus in all seinen gegenwärtigen, vergangenen und zukünftigen Formen halten, würde ich gerne hier lesen. Da kann ich bestimmt noch viel dazulernen.

    Mein Ratschlag (auch ein Schlag, aber ich kann eben nicht anders, war selbst zu lange im Politgeschäft): Reden Sie nicht von der Freiheit. Reden Sie von den Verlierern. Ich denke, das ist einer der Gründe für das Ron-Paul-Phänomen. Sprechen Sie im Sinne Bastiat’s davon, “was wir sehen und was wir nicht sehen”. Nehmen Sie staatliche Monopole aufs Korn und zeigen Sie auf die Verlierer: Familien, Junge, Leistungswillige.

    Werden Sie zum Anwalt dieser Leute. Dann können Sie verdammt viel Gutes bewirken, und brauchen sich weniger selbst dafür attackieren, dass Sie Teil des Systems sind, und zwar weit oben an der Spitze. Wir alle bezahlen Sie mit unserem durch Gewalt abgepressten Steuergeld dafür, dass Sie das tun.

    Ich hoffe wirklich inständig, Sie können mit diesen Zeilen etwas anfangen. Viel Glück!

  13. Anton Aushecker

    Herzliche Gratulation und alle Gute für die nun kommende parlamentarische Arbeit. Ich würde mich sehr über einen Vetterschen-Weblog freuen, wie Peter Pilz ihn hat. Ich teile Pilz-Meinungen zwar in 99% der Fälle nicht, habe aber Hochachtung vor dem wie er es kommuniziert und auch eine Feedback-Funktion offen hält. In einer ähnlichen Form über eine von Ihnen stammende parlamentarische Kommentierung lesen zu können – es wäre wie der Blick in die Morgenzeitung täglich zu absolvieren.
    Auf eine gute und wichtige Stimme für den Liberalismus!
    beste Grüße

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