Gerhard Schröder hat einfach recht

Von | 1. Februar 2014

(A. UNTERBERGER) Der sozialdemokratische Ex-Kanzler kritisiert mit gutem Grund die Wohltaten-Verteilung durch die neue deutsche Regierung in Grund und Boden. In der Tat: Die einst unter Schröder mutig fixierte Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 67 Jahre hat mitgeholfen, einen positiven Boom in Deutschland auszulösen. Der wird jetzt durch die Einführung einer Hacklerregelung, mit der Deutsche wieder ab 63 Jahren in Pension gehen können, zunichte gemacht. Gewiss, Schröders SPD hat damals etliche Wähler an die Linke verloren. Aber Deutschland selbst hat enorm profitiert. Daher geißelt Schröder zu Recht die Reformpläne als ein „absolut falsches Signal“. Außerdem macht er klar: Diese Rentenreform koste nicht nur einmal Milliarden, sondern künftig jedes Jahr. Das werde unweigerlich wieder Debatten über eine Erhöhung der Rentenbeiträge führen. „Das ist so sicher wie das Amen im Gebet.“ Irgendwie sind auch wir mit Schröder fassungslos, warum die jetzige Berliner Regierung so schwachsinnig agiert. Nur weil Angela Merkel alles tut, um an der Macht zu bleiben? Nur weil die SPD wieder ganz auf populistischem Wohlfahrtskurs ist? Die Konklusion ist jedenfalls nüchtern: Kaum geht es einem Land wieder besser (noch 2006/07 ist Deutschland ja ganz darniedergelegen), macht die Politik wieder einen Unsinn nach dem anderen. Und insbesondere die Sozialdemokraten sind nur dann vernünftig, wenn ihnen wie in Frankreich oder Italien das Wasser bis über die Nasenlöcher steht. (TB)

PS: Die Österreicher könnten erst recht von den wahnwitzigen Folgekosten einer großen Koalition berichten.Aber sie fragt ja niemand (wen sollte man da auch fragen?)

12 Gedanken zu „Gerhard Schröder hat einfach recht

  1. Reinhard

    Ein Mann wie Schröder würde unsere ÖVP noch weit rechts überholen…

  2. Thomas Holzer

    Jeder sollte dann in Pension gehen, wann er möchte, mit entsprechenden Zu- und Abschlägen.

  3. Klaus Kastner

    Es steht außer Frage, dass ein Land wie Frankreich riesige Reformen zu bewältigen hat, will es denn international wieder wettbewerbsfähig werden. Wenn man jedoch Deutschland als das weltweite Vorbild hinstellt, muss man auch folgendes beachten:

    Würden alle Länder dieser Erde das deutsche Modell verfolgen (Exportwachstum getrieben u. a. von eingedämmten Lohnstückkosten), dann müsste der Planet Erde rasch einen neun Planeten finden, der Importbedarf hat.

  4. gms

    Klaus Kastner,

    “.. dann müsste der Planet Erde rasch einen neun Planeten finden, der Importbedarf hat”

    Eine derartige Betrachtung verkennt völlig dynamische Zusammenhänge und leitet aus diesem Verkennen dumme Forderungen ab. Was für ein Land gilt, gilt für ein Individuum oder eine Firma analog nicht minder, doch würde keiner von Verstand jemals ausführen: “Unternehmer und Firmen, deren Geschäftsmodell auf mehr Einnahmen als Ausgaben abzielt, müssten marketing- und absatztechnisch rasch einen neun Planeten erschließen.”

    Jeder bringt eine Leistung, sei es als Individuum oder im Kollektiv, die einen mehr, die anderen weniger. Das Ganze firmiert unter wirtschaftlicher Interaktion, in der ausnahmlos jeder im eignen und auch im Interesse des Gesamten angehalten ist, sein Bestes zu geben, anstatt sich im Tachinieren zu versuchen.

    Was die infantilen Bevormundungskünstler als Sprechblasen durch Megaphone jagen, kann und darf einzig und allein eine Folge von Veränderungen sein, niemals jedoch deren verordnete Ursache. Sättigungen und daraus resultierende Neuorientierungen — all das wird sich einstellen, wenn sich die jeweiligen Umstände der Beteiligen verändern und diese wiederum ihr Verhalten anpassen. Solchen natürlichen Wechselwirkungen aber flächendeckend per Verordnung eine ganz bestimmte Interpunktion aufzwingen zu wollen, war schon immer der beste Weg in den Niedergang. Typisch links, typisch anmaßend, typisch kontraproduktiv, typisch blöd.

  5. nometa

    @gms: “Typisch links, typisch anmaßend, typisch kontraproduktiv, typisch blöd.”

    Ah, das hat gut getan, nicht wahr? Sich einmal so richtig ausrülpsen. – Andererseits, von Ihnen kennt man eh nichts anderes…

  6. Klaus Kastner

    @gms
    Gestatten Sie mir eine simple Frage: wenn alle Länder dieser Erde einen Leistungsbilanzüberschuss à la Deutschland hätten, wer hätte dann das Defizit? (Tipp zum Nachdenken: Leistungsbilanzüberschüsse/-defizite sind weltweit ein Null-Summenspiel).

  7. gms

    nometa,

    Nachdem Sie sich mit Ihrem unoriginellen Ringen um Aufmerksamkeit schon als Forschungsobjekt anbiedern — wollen Sie dem, was Sie bislang implizit über Ihr Wesen ausbreiteten, noch etwas Explizites nachreichen? Zwar ist erkenntnistechnisch daran niemand interessiert, sind seichte Figuren wie Sie doch omnipräsent wie Blätter am Boden eines Laubwaldes. Für Sie wär’s allerdings ein willkommener Anlaß zur psychohygienischen Fellpflege, von der dann niemand mehr behaupten könnte, Sie wollten jemanden persönlich und offtopic anrülpsen, ohne zuvor unmittelbar adressiert gewesen zu sein.

    So Sie dieser freundlichen Aufforderung, hier offen deklariert als Spielzeug zu fungieren, nicht nachkommen möchten, nehmen Sie Nachfolgendes als Prognose: Alle heiligen Zeiten werden Sie wie bisher unter ein Posting von mir Ihre moralintriefende Zierleiste rotzen, und ich schenke dem die gebührende Aufmerksamkeit, sei’s durch Ignorieren, oder wie diesmal durch fürsorgliches Tätscheln Ihres Köpfchens.

  8. gms

    Klaus Kastner,

    “Gestatten Sie mir eine simple Frage: wenn alle Länder dieser Erde einen Leistungsbilanzüberschuss à la Deutschland hätten, wer hätte dann das Defizit? (Tipp zum Nachdenken: Leistungsbilanzüberschüsse/-defizite sind weltweit ein Null-Summenspiel).”

    Dem Antrag wird stattgegeben, der Tipp kommt in den Akt.

    Wer meint, obige Frage inklusive Beipacktext wäre zweckdienlich, der frage sich: “Wenn alle Menschen größer sind als der Durchschnitt, wer wäre dann kleiner?”

    Ehrlich gesagt schwanke ich zwischen einer weitergehenden Antwort einerseits, und dessen Verwerfen andererseits, scheiterte doch das Verständnis einer allfälligen Replik erwartbar an dem bereits dargelegten Verkennen der *Dynamiken* in Wechselwirkungen.
    Zugleich, Herr Kastner, habe Sie einmal mehr gebrachte Analogien and flankierende Darlegungen völlig ignoriert und bloß Bekanntes wiederholt. Bei aller Freundschaft: So wird das nichts.

  9. Dr.Michael Rupprecht

    Reinhard, ist das bei dieser ÖVP schwer ?

  10. Smarti

    @Klaus Kastner
    “Gestatten Sie mir eine simple Frage: wenn alle Länder dieser Erde einen Leistungsbilanzüberschuss à la Deutschland hätten, wer hätte dann das Defizit? (Tipp zum Nachdenken: Leistungsbilanzüberschüsse/-defizite sind weltweit ein Null-Summenspiel).”

    Ist Ihnen das Prinzip des Wettbewerbs ein Begriff?
    Alle Unternehmen wollen die billigsten Preise bieten / ihre Marktposition ausbauen.
    Dennoch kann nur EIN Unternehmen den billigsten Preis bieten / der Branchenprimus sein.

    Sollte aufgrund dieser einfachen Tatsache, nämlich des Zielkonflikts der Konkurrenten, der Wettbewerb nun abgeschafft werden?

    Natürlich ist ihre Frage im Kern eine Nebelkerze. Es geht nicht darum einen Zustand zu erreichen (alle haben einen Exportüberschuss), sondern eine Dynamik zu entfalten: alle versuchen möglichst hochwertig und gleichzeitig preisgünstig herzustellen. Natürlich kann man auch den umgekehrten Weg gehen und, anstatt sich selbst anzustrengen, von anderen fordern genauso unproduktiv zu sein wie man selbst. Die Folge wird freilich wirtschaftlicher Niedergang sein – und das wohlgemerkt unabhängig ob nun die eigene Zahlungsbilanz ausgeglichen ist oder nicht.

  11. Christian Peter

    @klaus kastner

    Leistungsbilanzungleichgewichte sind bloß temporäre Erscheinungen, welche sich auf lange Sicht stets wieder ausgleichen. Zu Deutschland : (Aller-) Spätestens bis 2030 werden Deutschlands LB-Überschüsse wegen des demografischen Wandels (Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung) abgeschmolzen sein, danach werden negative LB – Salden erwartet.

    http://www.zew.de/de/presse/2111/demografischer-wandel-laesst-deutschen-leistungsbilanzueberschuss-schmelzen

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