Germanen, Geld und Gruppensex

Von | 26. Oktober 2021

(Christian Ortner/ „EXXPRESS“) Unter dem zugegebenermaßen etwas jenseitigen Titel „Fünf Geizige sind geiler“ (scheint sich um irgendeine Art von Piefke-Schweinkram zu handeln, von dem wir besser nichts wissen) spendierte jüngst das renommierte deutsche Magazin „WirtschaftsWoche“ dem österreichischen Finanzminister Gernot Blümel ein dickes, wenn auch indirektes Lob.

„Als vergangenes Jahr mitten in der Coronakrise der europäische Wiederaufbaufonds auf dem Tisch lag, waren sich alle einig. Fast alle. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande stemmten sich dagegen. Sie wollten zwar befristet Nothilfe leisten, aber keine Schuldenunion durch die Hintertür einführen. Und vor allem wollten sie die Hilfen in Form von rückzahlbaren Krediten und nicht von Zuschüssen vergeben. Prompt wurden sie als die „geizigen Vier“ gebrandmarkt“, schreibt da der Chefredakteur Beat Balzli höchstpersönlich. Und lobt ganz ausdrücklich: Obwohl die gemeinsamen Schulden trotzdem kamen, „hat sich der Kampf des Quartetts im Rückblick gelohnt. Das Geld wird nur zum Teil in Form von Zuschüssen fließen… Kämpfe wie diese prägen die Art und Weise, wie der europäische Stabilitätsgedanke gelebt wird – oder bald beerdigt.“

Genauso ist es. Dass Blümel für seinen Widerstand gegen die Schuldenunion zwar in seriösen deutschen Medien gelobt wird, in Österreich hingegen kaum oder gar nicht, ist irgendwie charakteristisch. Hierzulande suhlt man sich lieber wochenlang in spätpubertär anmutenden Chatverläufen, ob der Euro hingegen endgültig zum Inflationsgeld wird oder nicht, interessiert deutlich weniger, jedenfalls gemessen an der jeweiligen Intensität der Berichterstattung. weiter hier

4 Gedanken zu „Germanen, Geld und Gruppensex

  1. Gast

    Desnächstens werde ich zu den Kindern sagen: seid schön brav in der Arbeit, dafür dürft ihr im Supermarkt klauen und beim Fortgehen den Idioten die Nase polieren. Das ist die neue Rechtsstaatlichkeit!
    Und dass die gelenkten Medien (und Schulen) seit Jahrzehnten kein Interesse daran haben, den Leuten die wesentlichen Grundlagen des Geldsystems nahezubringen – wer hat daran wohl Interesse?

  2. Kluftinger

    Danke Herr Ortner !
    Was Österreich betrifft, so hat man bezüglicher Politik (NR, Ministerien etc..) den Eindruck, dass die Patienten die Anstalt übernommen haben? Und was die EU Kredite betrifft, bitte darauf achten, dass die Rückzahlungen wirklich erfolgen und nicht letztlich „umgewandelt“ werden.

  3. Cora

    “ Hierzulande suhlt man sich lieber wochenlang in spätpubertär anmutenden Chatverläufen, …“
    sehr richtig. Als ihnen der Sündenbock abhanden kam, durch Selbststrangulierung, wurde eiligst Blümel für den Mißtrauensantrag auserkoren. Unser sog. Parlament, wer hat die gewählt? Würden die Parlamentarier in den außer-övplichen Parteien sich mehr um die Realpolitik, das was tatsächlich geschieht, kümmern, als um die Privat Chats, könnte man sie auch ernst nehmen. Wir sind endgültig auf dem Niveau von TicToc angelangt. von Bekümmerungstanten die vor lauter moralischer Entrüstung – er hat „Oasch“ gesagt! – die Realität aus den Augen verloren haben. Leben in ihrer Scheinwelt „österr. Parlament“.

  4. Johannes

    Die FDP kann entweder blockieren oder mitstimmen wenn Rot-Grün der Schuldengeilheit frönen wollen.
    Es wird also ein andauerndes entweder-oder die Politik bestimmen und die FDP wird vom Koalitionspartner und dem Medienmainstream immer und in jedem Fall den schwarzen Peter zugeteilt bekommen.
    Das hält keine Partei lange durch daher wird man einknicken und Symbolpolitik betreiben in der Hoffnung der Wähler kauft einem das ab.
    Im schlechtesten Fall wird der österreichische Weg der Kriminalisierung die FDP züchtigen, wobei ich glaube das die Deutschen, Ehre wem Ehre gebührt, in dieser Hinsicht solche Spielchen – bis auf die Linksextremen vielleicht -ablehnen.

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