Goethe und der Liberalismus

Von | 21. Februar 2017

Dumont ist eben ein gemäßigter Liberaler, wie es alle vernünftigen Leute sind und sein sollen und wie ich selber es bin und in welchem Sinne zu wirken ich während eines langen Lebens mich bemüht habe. Der wahre Liberale sucht mit den Mitteln, die ihm Gebote stehen, so viel Gutes zu bewirken, als er nur immer kann; aber er hütet sich, die oft unvermeidlichen Mängel sogleich mit Feuer und Schwert vertilgen zu wollen. Er ist bemüht, durch ein kluges Fortschreiten die öffentlichen Gebrechen nach und nach zu verdrängen, ohne durch gewaltsame Maßregeln zugleich ebenso viel Gutes mit zu verderben. Er begnügt sich in dieser steht unvollkommenen Welt so lange mit dem Guten, bis ihn, das Bessere zu erreichen, Zeit und Umstände begünstigen.
(Goethe zu Johann Peter Eckermann am Mittwoch, den 3. Februar 1830)

3 Gedanken zu „Goethe und der Liberalismus

  1. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser
    Ja eh!
    Leider werden die weisen Worte des Geheimrates immer wieder, auch im 21. Jahrhundert von der Realität überholt.
    Da tritt irgendein Claqueur auf, leider meistens stimmgewaltig, die Massen laufen ihm nach, wählen ihn -lassen sich im schlechtesten Fall für ihn erschießen- und jene, welche übrig bleiben, greifen sich nach der Massenhysterie an den Kopf und fragen sich, warum sie mitgemacht hatten (im besten Fall).
    Und, die Geschichte wiederholt sich leider immer wieder auf ein Neues, eigentlich egal, wohin man blickt 🙁

  2. stiller Mitleser

    @ Thomas Holzer
    a) neue Umfragen in F: 1. Marine 2. Fillon 3. Macron
    b) eine gute Lektüre über Kriegsbegeisterung sind auch die Futuristen

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