Gorbi zerstört Legende der Putin-Versteher

“…Ein weiteres Geschenk Gorbatschows an die Deutschen: Zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls bezeugt der Ex-Staatschef, dass der Westen mit der Nato-Osterweiterung keine Absprachen verletzt hat…” (hier)

11 comments

  1. cmh

    Die EU führt sich in der Ukraine so auf wie die “Asylanten” in Europa. Da gibt es doch nichts zu verstehen, dass Russland (nicht nur Putin) grantig werden könnte, wenn man es an den Eiern packt.

    Ich kenne nur Ukrainer, die sich bei uns wie die Neureichen aufführen. Sympatieträger erster Klasse. Da braucht man gar nicht das politische Personal der Urainer, welcher PRovenienz auch immer anschauen.

    Und für welche Teile der ukrainischen Bevölkerung müssen wir jetzt die Lasten der Sanktionen tragen? Für die korrupten oder für die desinteressierten?

    Die Sympatie, die ich für die Ukraine hege, wird nur noch von meiner Sympatie für diejenigen übertroffen, die sich in den letzten Monaten zu Know-it-alls in Ukraineangelegenheiten gemausert haben, davor aber keine Ahnung hatten, wo das Land genau liegt.

  2. Enpi

    Außer für die Hohlbirnigsten unter den Putler-Speichelleckern war es für jeden rational denkenden Menschen stets klar, daß es weder ein Versprechen noch eine bindende Übereinkunft über eine “Ost-Erweiterung der NATO” gab. Dieses PR-Argument zu entkräften ist daher keine Kunst und dazu braucht man auch nicht die fragwürdige Altersweisheit vom Russen-Gorbi. Nationen entscheiden frei nach ihren Interessen welchen Militär- oder Wirtschaftsbündnissen sie angehören wollen. Entschiedener Kampf gegen den bösartigen Abschaum, der das anders sieht!

  3. Thomas F.

    Er könnte noch einiges für sein Land tun, indem er sich der Gehirnwäsche durch den staatlichen Propagandaapparat entgegenstellt. Ihn können sie nicht mehr knebeln oder wegsperren.

  4. Christian Weiss

    Im Zusammenhang mit Putin legen ja eh einige eine Interpretation des Wortes “Provokation” an den Tag, die man dem Klischee nach gerne slawisch stämmigen Personen nachsagt. Wenn es eine “Provokation” sein soll, dass osteuropäische Staaten selbstbestimmt der NATO und/oder der EU beitreten, dann kann man natürlich in einer Bar völlig zurecht eins in die Fresse bekommen, weil man einen grimmigen Russen “blöd angeschaut” hat.

  5. ricbor

    @Manfred erzetic

    Gorbi hat wörtlich im Interview gesagt:” Die Frage (einer möglichen Osterweiterung der Nato) stellte sich überhaupt nicht, weil zu dieser Zeit ja der Warschauer Pakt noch existierte.”

  6. Christian Weiss

    “Gorbi” hat sich letztlich immer nur Sachzwängen gebeugt und wird dafür heute seltsamerweise als Held gefeiert. Sein Buch “Perestroika” wird als selbstkritisches sozialistisches Reformwerk gefeiert, dabei ist es eine einzige Anklage gegen den Westen, den “American Way of Life” und ausgerechnet gegen das westliche Wettrüsten. Über letzteres hat er sich natürlich fürchterlich aufgeregt: Die westlichen Staaten haben damals irgendwo zwischen 2 und 5 % ihres Bruttoinlandsprodukts in die Armeen gebuttert und in der ökonomisch darniederliegenden Sowjetunion haben nicht mal 15% gereicht, um abgesehen von einer nummerischen Überlegenheit bei den Panzern ein Gleichgewicht bei den konventionellen Waffen zu erzielen. Schon damals hörte man die Rufe von der angeblichen westlichen “Kriegstreiberei”.

  7. LePenseur

    Cher Monsieur Ortner,

    Gorbtschow hat aber (praktisch zeitgleich) auch noch ganz anderes gesagt:

    http://www.welt.de/politik/ausland/article134142744/Gorbatschow-wirft-Westen-Vertrauensbruch-vor.html
    (“WELT”, ähnlich transatlantisch gestrickt wie Sie, werden Sie doch Glauben schenken, oder nicht?)

    Vielleicht sollten Sie doch besser mit Ihrer Legendenbildung aufhören, daß Gorbatschow “Legende der Putin-Versteher” zerstört hätte …

    In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis von Kollegen “ricbor” nicht außer acht zu lassen.

    Und, cher “Enpi”,
    Ich bin ganz bei Ihnen, wenn Sie schreiben: Nationen entscheiden frei nach ihren Interessen welchen Militär- oder Wirtschaftsbündnissen sie angehören wollen. Entschiedener Kampf gegen den bösartigen Abschaum, der das anders sieht
    … und zwar ganz besonders bei jenem Abschaum an der US-East-Coast, der jeden, der seine “geopolitischen Interessen” nicht zu teilen wagt, in die Tonne tritt.

    Und schließlich, cher Christian Weiss,

    was die “Rufe von der angeblichen westlichen Kriegstreiberei” betrifft, könnte ein Blick auf diesen Artikel:
    http://www.politplatschquatsch.com/2014/05/riese-von-zwerg-zu-tode-gerustet.html
    bei Ihnen möglicherweise einen ungeahnten Erkenntnisschub auslösen — bloß einen vermutlich ungewollten.

    Lupenreine Friedenspolitik des USA und ihrer NATO/EUdSSR-Pudel, selbstmurmelnd. Wie wir sie ja in den letzten 25 Jahren im Irak und an vielen anderen Plätzen der Welt erkennen konnten und können …

  8. Thomas Holzer

    Fakt ist aber auch, egal wie das jetzt mit der “sogenannten Osterweiterung” der Nato war oder nicht, die Welt dreht sich weiter; schriftlich hat es nichts gegeben, “pacta sunt servanda” gilt, aber nur in der Privatwirtschaft. Welcher Staat/Politiker hat sich auf längere Sicht schon je daran gehalten

  9. Christian Weiss

    Cher LePenseur

    Lustiger Link. Dass der Nachfolgestaat der Sowjetunion in schlichtem ökonomischen Unvermögen nicht annähernd so viel Geld ausgibt wie jene zum Glück in Sachen Interventionen noch einigermassen handlungsfähigen Staaten wie die USA, Grossbritannien und Frankreich, freut mich nur spärlich.
    Tatsache ist, dass die Hälfte aller weltweit existierenden Atomwaffen in diesem ewigen Failed State Namens Russland stehen. Rüstungsausgaben gehören zudem zu jenen Zahlen, die man mitunter schlecht vergleichen kann. Der Wehretat der Bundesrepublik Deutschland ist inzwischen so gering, dass 90% davon für Personalkosten und Unterhalt drauf geht. Grosse Neuanschaffungen sind nicht mehr möglich. Da machen es die Russen besser. Beim Personal verschwendet man nicht viel Geld. Die Wehrpflichtigen können froh sein, wenn sie in ihrem Abenteuerurlaub mit Aussicht auf seelische und körperliche Misshandlung eine warme Mahlzeit am Tag kriegen. Kapitäne von Atom-U-Booten, die nicht gerade die kleine Verantwortung über 20 Interkontinentalraketen à 10 Nuklearsprengköpfen haben, leben in Wohnungen, die man Westlerseits nicht mal einem Flüchtling zumuten würde.

    Zusammenfassend: Russland ist immer noch hoch gefährlich. Und mit Verlaub und mit dem besten Willen, Euch nicht zu beleidigen, aber es geht nicht anders: Ihr Putinversteher habt alle einen an der Klatsche!

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