Gott & Gleitgel

Von | 12. Juli 2017

“…Erstmals beteiligt sich eine Volkskirche ganz offiziell und massiv an der Homosexuellen-Parade Christopher Street Day (CSD). Als erste Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird die berlin-brandenburgische Kirche am 22. Juli mit einem großen Truck Teil des CSD in der Hauptstadt sein. Dazu werden nach taz-Informationen im Namen der Kirche auch Kondome und Gleitgel an Tausende von Feiernden verschenkt…..” (hier)

20 Gedanken zu „Gott & Gleitgel

  1. Dr.Fischer

    Daß der kürzliche Besuch Obamas der homosexuellen Abteilung der Evangelischen Kirche Deutschlands dermaßen den Penis äh den Rücken gestärkt hätte, ist bestimmt nur eine ganz absurde Annahme. Dennoch liegt die Richtung klar zum Sehen vor den Augen. Die katholische Kirche ist bloß derzeit ein wenig schmähstad angesichts der sexuellen Verwerfungen im Vatikan.

    Unsere traditionelle Gesellschaft verändert sich rasant – nur, mir gefällt diese Richtung einfach nicht. Ganz und gar nicht. Ich glaube auch nicht, daß diese Entwicklung zu spiritueller Entfaltung, Friede, Barmherzigkeit, Güte und Liebe beiträgt.Da läuft etwas falsch: Ist doch völlig ok, wenn Menschen andere als biologisch vorgesehene Öffnungen zur sexuellen Vereinigung benutzen.. Nicht ok ist, wenn diese winzige Minderheit grellbunt bemalt statt bekleidet öffentlich sich zu Schau stellt und unsere Politiker so tun, als fänden sie das nicht nur völlig “normal” sondern auch als erstrebenswert , being proud of being gay. (Wüßte nicht, warum man darauf stolz sein könnte. Ich habe noch keinen Hetero nackt und buntgeschmückt auf einer Regenbogenparade kreischen gehört daß er stolz sei, hetero zu sein)
    Nein, dieses Hochpushen finde ich nicht normal und sehe ich nicht als Beitrag zu einer gesunden Entwicklung unsres Staates. Homosexuelle Beziehungen sind Endstation für menschliche Vermehrung und Weiterentwicklung. Wieso soll das plötzlich erstrebenswert, stolzmachend sein? Es gibt die sexuelle Variante der gleichgeschlechtlichen Anziehung, na und? War noch nie anders, war noch nie mehr als ein Minderheiten”programm”, das zu tolerieren ist. Eine “Hochzeit” mit staatlicher Witwen/Witwerpension muß daraus nicht folgen, ebensowenig wie das Adoptionsrecht auf Kinder, die man zu einem Aufwachsen in paranoralem Milieu zwingt.

    Es erschließt sich mir die Motivation der Kirche für ihr diesbezügliches Verhalten nicht.

  2. Mona Rieboldt

    Diie evangelische Kirche ist keine Kirche mehr, sondern ein rot-grüner Verein. Sie verliert auch mehr Mitglieder als die katholische Kirche. Allerdings ist der Papst nicht viel besser, sympathisiert mit den Linken.

  3. stiller Mitleser

    Die deutsche evangelische Kirche war immer staatsnahe und die kleinen Kirchen haben sich schon früh marginalen Gruppen zugewandt (Segnungen als Vorstufe des eigentlichen großen Rituals, etc…).
    Man muß sehr froh sein, daß Ächtung (mit allen Konsequenzen wie Verheimlichen und Erpressbarkeit)
    der Vergangenheit angehört; coming out in meiner Generation war (auch für die Eltern) eine sehr schwierige Sache, auch von daher ist das Bestreben von Normalisierung und Gleichsetzung zu verstehen (das Argument von Frau Griss), homosexuelle Biographien jüngerer Leute verlaufen auch glücklicher und weniger unruhig als früher, die homosexuellen Kinder von Freunden führen richtig spießige Ehen und man ist erleichtert drüber. Dennoch bedeuten diese Forderungen einen riesigen, unreflektierten Kulturbruch, auch wenn man bedenken sollte, daß vollständige Familien zwar das Ideal, aber für große Gesellschaftsgruppen
    unerreichbar waren (allein schon die Geschichte des Wiener Findelhauses! die ledigen Kinder und Kegel der Mägde! )
    Wenn man in einer beratenden Funktion stärker ins Vertrauen gezogen wird, weiß man daß Analsex nicht nur ein pornobedingtes Thema auf Teeny-sites, sondern in vormodernen und unterentwickelten Gegenden
    (auch in Europa) die gebräuchlichste Methode der Verhütung ist und Frauen immer schon aufgedrängt wurde.

  4. Weninger

    @Rieboldt
    Ja, dann sucht euch eine neue, vielleicht etwas strengere Religion, …. hmmm?!

  5. mariuslupus

    Die EKD ist immer mit den Trends mitgelaufen. In der DDR war sie staatstragend, Merkel kann sich auf ihre Kirchenfrauen zu 100% verlassen, eines der Lieblings Folterinstrumente der EKD gegen die Andersdenkenden ist die politische Korrektheit. Eine Konversion von Grünsein zum Schwulsein und zum Islam ist nur eine Frage der Zeit. Die Liebe zu den Schwulen, Förderung der Schwulenehe und die Bewunderung der islamischen Aggressivität, ist offensichtlich, ohne Widerspruch, in der Seele des evangelikalen möglich. Aber das Dilemma, die Ambivalenz ist vorprogrammiert. Auf welcher Seite wird die EKD stehen, wenn die muslimischen Imame beschliessen, dass die Schwulen base-jumping ohne Fallschirm üben sollen ?

  6. mariuslupus

    @Weninger
    Komme sehr gut ohne Religion aus. Als Marxist, bin ich der Meinung, die Religion ist das Opium für das Volk, als Liberaler möchte ich selbstverantwortlich handeln.
    Nur, die Religion ist nicht Gott. Genauso wie die EU nicht Europa ist, der Papst ist kein Christ sondern ein Sozialist , und eine Volksdemokratie à la Merkel , ist keine Demokratie.

  7. Weninger

    @marius
    Ich will jetzt nicht über Religion diskutieren, aber das Christentum wurde im Laufe seiner Geschichte so oft gebogen und als Herrschaftsinstrument ausgenutzt, obwohl es Aspekte der Nächstenliebe und des Teilens benutzt, wurden im Namen des Christentums mehr Menschen getötet, gefoltert und unterdrückt, als es selbst der Islam je getan hat. Religion in fast allen Formen strebt nach Macht und Geld unter dem Mantel des Seelenheils naiver Sternlicher. Jedem steht es frei Gott zu suchen, ob man ihn am Ende braucht, ist wohl eine Frage der persönlichen Entwicklung.

  8. Selbstdenker

    Da kriegt der Begriff “Entrismus” noch eine weitere – von vielen wohl unerwartete – Bedeutung. Wenn manche über den Vordereingang nicht ans Ziel kommen, benutzen sie eben den Hintereingang.

  9. Korrektur

    @Weninger

    Das mit dem Christentum als “böseste” Religion stimmt so nur, wenn Sie zB die Toten der Schlacht von Tours und Portiers als “Opfer des Christentums” mitrechnen.

    Nur weil zum Zwecke der Verharmlosung von religiös motivierter Gewalt anderer Religionen beinahe täglich auf die “Opfer des Christentums” hingewiesen wird und andere Opfer (zB die der islamischen Expansion, die der islamischen Sklavenhalter, etc.) immer vergessen werden, gab es diese trotzdem.

  10. Mona Rieboldt

    Weninger
    Wenn man die politische Richtung einer Kirche kritisiert, schreiben Sie mir, solle ich mir eine strengere suchen. Was soll das? Ihre Bemerkung empfinde ich als dreist. Ich komme seit Jahrzehnten gut ohne jede Religion aus.

  11. Weninger

    @Rieboldt
    Dann muss es Ihnen doch egal sein, dass die Kirchen bzw ihre Führung immer weniger religiös sind? Oder was?
    Wer ist jetzt näher an der Lehre Christi, ein Ratzinger Benedikt oder ein Papst Franziskus?

    @Korrektur
    habe damit gerechnet, aber ich sage nicht dass das Christentum die böseste Religion ist, im Gegenteil: es ist nur die missbrauchteste Religion weil das was im Laufe der Jahrhunderte getan wurde nicht das Geringste mit Jesus und seiner Lehre zu tun hatte.
    Die Mohammedaner haben “uns” bei Tour und Poitier überfallen, na gut, aber war das verwerflicher als die “Bekehrung”, Ausbeutung und Ermordung von Germanen, Slawen, später Indios und Negern. Was ist der Unterschied?

  12. astuga

    Volkskirche, Landeskirche… sehr Retro, beinahe faschistoid.

    Kirche für alle(s) und jede*s
    So muss das heißen! 😉

  13. namor

    @weninger
    Was werfen sie dem Christentum vor? Dass es aus einem der gefährlichsten Raubtier kein Opferlamm gemacht hat? Das sich selber suizidiert damit Feinde sich nicht versündigen müssen?

    Dem Kaiser von Byzanz verwehrten die Geistlichen den Heiligen Krieg gegen die Osmanen. Der Papst erklärte ihn erst 1000 Jahre nach Christus, die Märtyrer wurden aber nicht mit Himmelsgaben belohnt, es wurden ihnen nur die Sünden vergeben. Der Papst verbot auch die Versklavung. Die frühe Ausbreitung des Christentums verlief RELATIV unblutig, Herrscher nahmen den Glauben an und verordneten ihn den Untertanen. Nur weil ein Taufscheinchrist seine Frau schlägt, schlagen Christen nicht ihre Fraun. Und selbst wenn ein Christ seine Faru schlägt, schlägt noch lange nicht das Christentum. Wenn ein Moslem einen Hindu erschlägt, dann ist es sehr gut möglich, dass der Islam zugschlagen hat, den der Islam gibt dafür klare Handlungsanweisung.

    Wenn der Belesene sich an der Tochter vergreift, ist dann das Lesen Schuld? Muss sich der Österreicher eigentlich schon schämen, weil er gegen die Osmanen gekämpft hat, immerhin hätte er sich wie sein Opfergott ergeben können. So hat er doch Blut an seinen Händen, vom bestialischen Abwehrkampf.

    Heute denkt man, der Mensch sei gut. Und man dürfe dies nur nicht kaputt machen, dann wird das schon. Das Christentum denkt, der Mensch ist schlecht und man müsse ihn den Weg weisen und anspornen. Der zweite Ansatz ist mir der fruchtbarere.

  14. Mona Rieboldt

    Weninger
    Ich würde sagen, Benedikt ist näher an der Lehre Christi als der Papst. Sie wissen es aber sicher besser.

  15. mariuslupus

    @Weninger
    Bitte nicht schon wieder die Wiederholung der Anklagen gegen das Christentum und die Katholische Kirche. Die katholische Kirche, als monotheistische Institution war ein Machtinstrument parallel zum Kaisertum. Im Unterschied zum Islam hat sich die katholische Kirche entwickelt. Der zeitliche Unterschied zwischen der Erhebung des Christentums zu Staatsreligion und der Machtübernahme durch den Islam beträgt ungefähr 400.
    Jahre. Der Unterschied in der humanistischen Entwicklung zwischen dem Islam als Ideologie und der aktuellen Glaubenslehre der katholischen Kirche beträgt mindestens 600 Jahre. D.h. Islam als Ideologie hat diesen Rückstand nicht aufgeholt, sondern ist weiter zurückgefallen.
    Ob es einen Gott gibt, ist eigentlich irrelevant. Tatsache ist, das Christentum war immer ein integraler Bestandteil der europäischen Kultur immer.

  16. Weninger

    @namor
    Das Christentum hat sich die halbe Welt unterworfen und auch die eigene christliche Bevölkerung unterdrückt mit absurden Geboten, die über die 10 Gebote hinausgehen. Ist das Christen böse? Nein Aber: Es nur als Verteidigung gegen den Islam hinstellen zu wollen, ist absurd. Seit der Aufklärung der Zurückdrängung der katholischen Herrschaft ist die Welt eine bessere. Noch unter Maria Theresia wurden Protestanten aus Österreich vertrieben, wie bigottisch und christlich?

    @Rieboldt
    Wenn Sie es begründen können? Ich bin kein Theologe, aber Sie behaupten mit der Religion nichts am Hut zu haben, und finden trotzdem den strengeren Papst besser? Weil er das Abendland glaubhafter verteidigt. oder wie?

  17. raindancer

    ich muss sagen ich bin ganz Dr Fischer seiner Meinung, warum muss Schwulsein immer diesen Halbseidenen Touch haben, schon allein von Anziehen und vom Verhalten her…
    Das ganze erinnert mich immer an Puff und Nutten.
    Das muss mir nicht gefallen.
    Es wurde ja bereits versucht auf sehr subtile Weise auch das Sado Maso Milieu gesellschaftsfähig zu machen zb durch idotische Dummfilme wie Shades of Grey.
    Ebenso finde ich dass Adoption bei Schwulenpärchen nicht erlaubt sein sollte.

  18. Weninger

    Ich frage mich aber nur, warum aufgeklärte liberale Menschen immer nach einer strenggläubigen Kirche schielen?
    Wer bitte selbst von gläubigen Katholiken hält sich an Kondomverbot, Verbot von vorhehlichen Sex und Abtreibungsverbot? Warum sollten es dann liberale Religionsferne tun? Und was änderte es, wenn die Kirche Homosexulaität verbietet, der doch in den eigenen Reihen grassiert? Das sind doch alles herbe Widersprüche.

  19. namor

    @weninger
    ein ausuferndes Thema. Es gibt gute Gründe warum man Sektierer verfolgt. Der Reformation kann man sich auch über die machtpolitische Ebene der Kleinstaaten und des Kaisers nähern. Was beanstanden Sie als nächstes? Dass für Gesetzesbrüche bestraft wurde, wo doch nur Gott richten darf. Dass vergewaltigte Christinnen anstatt einer Anzeige lieber die anderen Körperöffnungen anbieten soll, so legt es doch der Opfergott nahe.

  20. Weninger

    @namor
    Ich frage mich nur, warum gerade Liberale und Säkulare so ein Problem mit einer weichgespülten Kirche haben? Natürlich hat die Kirche heute keine echten Druckmittel mehr und muss mit Schalmeientönen locken, weil sie keine Ketzer mehr verbrennen oder ausweisen kann. Gestzesbrüche bestrafen? Dann waren die rechtssystem im 3. Reich und der Sowjetunion eh ok, war halt geltendes Recht. Aha.
    Das Beispiel mit den armen vergewaltigten Christinnen ist eher epinlich, wo doch gerade weiße Eroberer auch im Namen des Glaubens gegenüber Ungläubigen auch nie zimperlich waren. Und wenn schon der Islam unser Antagonist ist, was ich gerne einräume, wozu brauche ich da ein wehrhaftes Katholikentum? Es reicht wenn wir unsere Rechtsstaatlichkti druchsetzen, dann brauchen sich die Kirchenvertreter schon nicht die Hände schmutzig machen.

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