Grander: Brückenbauer zwischen Pseudowissenschaft und Kommerz

“…..Gerade erst wurde das Unternehmen und das Konzept Grander-Wasser mit dem Goldenen Brett vorm Kopf, in der Kategorie Lebenswerk, geehrt. Damit dürfte pünktlich zum 40. Jubiläum ein weiterer Meilenstein für das Wasser erreicht sein, hat man doch auch endlich den harten wissenschaftlichen Nachweis erbracht, dass Granderwasser wirkt. Dies verkündet man stolz auf der Webseite des Unternehmen: mehr hier

6 comments

  1. Herbert Manninger

    Na, dann pick ich mir halt ein paar starke, bei Amazon für wenige € in Stärken erwerbbar, dass sie mit Warnhineisen versehen sind, auf die Leitung….

  2. ottomosk

    mit dem Wasser ist es wie mit der Religion oder der Liebe: wenn man dran glaubt, wirkt es.

  3. astuga

    Granderwasser steht also auf einer Stufe mit “wissenschaftlichen” Erkenntnissen die zur Bewerbung von Margarine und Fructose, oder dem Verzicht von Eigelb in der Ernährung geführt haben.

  4. Selbstdenker

    An dieser Stelle möchte ich auf meinen Kommentar zu folgenden Blog-Eintrag verweisen:
    https://www.ortneronline.at/das-e-scooter-debakel-ist-ein-paradebeispiel-fuer-die-oft-verlogene-digital-denke/#comment-317618

    Die Politik hat für die Tech-Giganten in Silicon Valley aus zum Teil völlig gegensätzlichen ideologischen Zugängen heraus Verhältnisse der totalen Narrenfreiheit geschaffen. Einige Start-ups versuchen dieses Modell zu kopieren, das wie folgt charakterisiert werden kann:

    1) Mit dem Geld anderer (no skin in the game) ein Nischenmonopol schaffen.

    2) Die (physischen und intellektuellen) Eigentumsrechte anderer missachten um einerseits etwas mehrfach verkaufen zu können was einem gar nicht gehört und andererseits negative externe Effekte größtmöglich abzuwälzen.

    3) Substitution realer Güter- und Dienstleistungen durch Marketingprodukte; idealerweise ein Geschäftsmodell, das ausschließlich auf einer Marke als Glaubensgut beruht.

    4) Unterminierung der freien, informierten und eigenständigen Entscheidungsmacht der Konsumenten.
    Diese Punkte fallen mir ad hoc ein; wahrscheinlich gibt es etliche andere.

    Insbesondere der Punkt 4) ist für eine auf freiheitlich verfasste Lebensentwürfe basierende Kultur eine Katastrophe. Der Mensch wird zum Trottel gemacht bzw. erklärt und ihm die Fähigkeit der eigenständigen Willensbildung aberkannt. Der Mensch wird auf seine biologischen Funktionen reduziert, während Apparate / Apparatschicks ihm das Denken (ab-)nehmen.

  5. Selbstdenker

    Selbstverständlich halte ich Grander & Co für Hokuspokus.

    Grander kann man zugute halten, dass nur der Punkt 3) meiner Aufzählung zutrifft – insbesondere wird niemand zum Kauf dieser Produkte gezwungen.

    Im Kern der Sache ist der Geschäftsgegenstand ein Glaubensgut, das in seiner gemäßigten Form beim Marketingprodukt beginnt und in seiner extremsten Form lediglich in einer abstrakten Idee, die nochmals über ein Wort oder ein Symbol abstrahiert werden kann, besteht.

    Die meisten Menschen können nicht aus ihrer Haut heraus, wenn es um den Umgang mit Ungewissheit bei Dingen, die ihnen viel bedeuten, geht. Sie würden vieles – teilweise auch alles – dafür glauben und geben, um ihr Schicksal und das ihrer Nahestehenden beeinflussen zu können.

    Religionen, Quacksalber, Politiker und ihre Sophisten bewirtschaften alle auf ihre Art und Weise diese menschliche Grundeigenschaft. Diesbezüglich empfehle ich einmal mehr das (Hör-)buch Skin in the Game von Nassim Taleb.

    An sich verurteile ich Glaubensgüter nicht grundsätzlich.

    Der “Spass” hört sich jedoch auf, wenn Zwang involviert ist, Notlagen hemmungslos ausgenützt werden oder Glaubensgüter als Vehikel von Machtaneignung und -ausübung eingesetzt werden.

    Nassim Taleb beschreibt sehr treffend, dass der Begriff Religion in unterschiedlichen Religionen sehr unterschiedlich verstanden wird: Spiritualität, Philosophie, Kult, soziale Norm oder Rechtssystem.

    Die Linken sind die religiösen Fundamentalisten seit “Gott tot ist”. Sie brauchen gläubige, aber harmlose Christen als Projektionsfläche. Die Universitäten sind ihre Kathedralen, Jacques Derrida ihr Abraham und Gender, Klima und Gleichheit ihre Konfessionen.

    Ich mache mich nicht über eine Frau lustig, die in der Kirche eine Kerze anzündet, um mit dem Schmerz eines verstorbenen Kindes klarzukommen.

    Aber jene Spinner, die aus einen fundamentalistischen Glaubenssystem heraus eine ganze Gesellschaft – egal zu welchen menschlichen und ökonomischen Preis – neu formatieren möchten, verdienen jeden Spott und jede Verachtung dieser Welt.

    Grander ist da eine völlig harmlose Nebenfront.

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