Greenspan: “Griechen bleiben nicht mehr lang im Euro”

Wie der ehemalige Präsident der FED äußerte, sei die schlimmste Beunruhigung nicht die Rezession, sondern die Stagnation. „Die Eurozone … scheitert“ laut Greenspan, der weiter meinte: „Griechenland ist mit einem ernsthaften Problem konfrontiert und wird unabhängig von dem, was derzeit geschieht, nicht mehr lange im Euro verbleiben.„ Wie Greenspan einschätzte, wurde die Ablehnung des Status Quo in Europa durch die britischen Wähler von der sich in ganz Europa ausbreitende „massenhaften Verlangsamung“ des Rhythmus der Entwicklung der realen Einkommen gezündet. Dies – meinte er – schaffe ernsthafte politische Probleme, die nicht leicht zu lösen sind. Auf die Frage, was er tun würde, wenn er noch immer Leiter der US-Notenbank wäre, antwortete Alan Greenspan: „Ich würde mir Sorgen machen.” (hier)

12 comments

  1. Thomas Holzer

    Ist das griechisches Haushaltsdefizit eigentlich “innerhalb” der Maastricht-Kriterien?!

  2. Fragolin

    Er hätte sich Sorgen machen sollen, als er für die Vorgänge noch selbst verantwortlich war. Mich kotzen diese späten Läuterungen der Verantwortlichen der Misere schön langsam an. Erst ziehen sie Millionen Menschen durch den Kakao, zwingen sie dann noch, selbigen auszutrinken und wenn sie fertig sind, erklären sie, dass sie dieses Gesöff für eklig halten. Geht’s noch zynischer?
    Ich darf gar nicht dran denken, was Merkel in ihrer Pension noch so ablassen wird.
    Besser wäre es, diese Gestalten würden einfach mal das Maul halten…

  3. Johannes

    Das Explodieren der Defizite würde ich mit einem außer Kontrolle geratenen Reaktor vergleichen. Je mehr Geld gedruckt und in eine Wirtschaft geschmissen wird die es gar nicht annimmt umso schneller nähern wir uns dem Supergau. Ich habe nie verstanden warum Dr Stephan Schulmeister die Krisenbekämpfung von Schulden mit noch mehr Schulden propagiert.
    Wir haben seit 2008 eine Wirtschaftskrise, sie wurde in erster Linie durch eine Überhitzung wegen spekulativer Geldgeschäfte ausgelöst.
    Meiner Meinung müssen wir uns eingestehen das wir über unsere Verhältnisse lebten. Was macht man normalerweise wenn man über seine Verhältnisse lebt? Ich würde sagen man schaut wo man unnötige Ausgaben hat und reduziert sie, früher nannte man es sparen.
    Der Grund warum wir es nicht schaffen werden einen Umschwung zu schaffen ist weil keine Regierung den Mut hat ihrer Bevölkerung zu sagen das der Gürtel enger geschnallt werden muß und eine Konsolidierung nur so geschafft werden kann. Nicht nur im Fußball auch in dieser Frage könnte uns Island ein gutes Vorbild sein.

  4. Carl Schurz

    Ich habe ebenfalls Probleme mit dem Lösungsverschlag ” den Gürtel enger zu schnallen” und zu sparen. Das ist zu wenig. Siehe erste Weltwirtschaftskrise. Damals meinte man seitens der Zentralbanken nun sparen zu müssen, nach demnach zuvor das Geld nur zu heraushaute.
    Das wurde auch noch mit staatlichen Maßnahmen und Lenkungen flankiert, als sei der Staat allwissend und der bessere Akteur im Markt. Es hat das Leiden damals nur verlängert.
    Es gibt eine Antwort. Eine Antwort mit vielen mehr oder weniger gleicher Bedeutung, die man unter Freiheit zusammenfassen kann. Schon die Abwesenheit von Zwang, wie z. B. die Abschaffung der Staatspreise in D 1948, setzte produktive Kräfte frei.
    Es sollte mittlerweile jeder Spatz vom Dach pfeifen können. Je mehr der Staat eingreift, lenkt und regelt, also nichts anderes als Zwang ausübt, desto ineffektiver die Verteilung knapper Güter, desto schlechter der wirtschaftliche Ertrag. Nutznießer sind in diesen Fällen immer Einzelgruppen zu Lasten der unfreieren Mehrheit. Und je näher diese Einzelgruppen an den Futtertrögen der Zentralbanken und Staatsorganen sitzen, desto größer deren Vorteile.
    Um aus der Nummer heraus zu kommen, muss man Schulden machen, um den Übergang von der Staatswirtschaft (Sozialismus) zur Freien Marktwirtschaft (Kapitalismus) sozial verträglich abzufedern. Denn ohne massive Steuer- und Abgabensenkungen und Abschaffung der diversen Subventionen wird dieser Wandel nicht machbar sein. Jedoch hat man diese Munition “Schulden” fast aufgebraucht, ohne auch nur einen Schritt weiter zu sein. Hat lieber die Wirtschaft noch weiter geknebelt. Allmählich erkennen ein paar der elitären Vollpfosten, dass geschlachtete Milchkühe nicht mehr gemolken werden können. Es sind nur wenige, die in der Lage sind das zu begreifen. Die meisten glauben immer noch die seien Gott und das Geld aus dem Tropf Tote zu Leben erweckt. Bruce Allmächtigen war dagegen wenigstens auch lustig. Aber das hier ist echt und alles andere als lustig.
    Kurz und einfach: mehr arbeiten, mehr Freiheit und Eigentun für alle.

  5. Falke

    @Johannes
    Stephan Schulmeister gehört der linksmarxistischen Schule an, die – wie Sie richtig bemerkt haben – Schulden mit noch mehr Schulden bekämpfen und das dann fehlende Geld von den “Reichen” holen will (Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern, 80%-ige Einkommenssteuern usw.). Kreisky hat da den Anstoß gegeben, und alle seine Nachfolger sind ihm brav gefolgt. Dabei könnte man ja direkt auf österreichische Spitzenökonomen und Nobelpreisträger (Hayek, Mises, Schumpeter) zurückgreifen, die ganz andere Lösungen anbieten. Die waren aber alle keine Linken und hatten noch die altmodishe Auffassung, dass man erstens geborgtes Geld auch zurückzahlen muss und zweitens dass man die Kuh, die man melken will, gut mästen und pfleglich behandeln soll und sie keinesfalls schlachten darf.

  6. Christian Weiss

    Und jetzt noch Allan Greenspan, dieser Grösste aller Scharlatane. Mit seiner Geldpolitik hat er ja das ganze Drama angefangen.

  7. Gerald Steinbach

    Ein Land im Euroraum zu halten, wo Steuerhinterziehung Volkssport Nummer 1 vor Fußball ist, wo sogar im Supermarkt unter der Pudel gehandelt wird, die immer noch keinen Grundstückskataster zusammengebracht haben ist ein Ende der Daueralimentation nicht absehbar.
    Bis jetzt hat jede Regierung dort versagt, ob sie rechts war, link, schwer links war, so wird auch der Tsipras versagen bzw hat schon versagt, der Klientelismus, Vetternwirtschaft lebt der Tsipras genau so weiter wie seine Vorgänger.
    Die Politik ist repräsentativ für das Volk, also raus aus den Euro und zurück zur Drachme

  8. sokrates9

    Dank der Globalisierung glaubt man auch die Schulden globalisieren zu können! Und zahlen sollen immer die anderen! Dasselbe System lauft auch auf der CO2LügeÖkoseite! Der nun völlig in Verdammnis gebrachte Nationalismus wäre vielleicht für den Menschen noch nachvollziehbar! ( Wir Österreicher müssen jetzt sparen, damit es uns dann allen wieder besser geht..) Dies wurde dann an den Internationalismus abgetreten, wo jetzt keiner mehr Anreiz sieht. Mit dieser Methode hat sich auch der Kommunismus in das Abseits geschossen!

  9. Gerald Steinbach

    Sokrates@
    Da fürchte ich, da haben sie Recht
    Mittelfristig werden sogenannte Eurobonds aufgelegt und der Club Med mit Griechenland an der Spitze können genussvoll unter den Olivenbaum den Schatten genießen und die Nordländer müssen sich anstrengen
    Eine weitere längerfristige Null Zinspolitik kann ja nicht auf Dauer aufrecht bleiben und ein Euro Ausscheiden von Griechenland, Portugal,… kommt ja nicht in Frage , weil alternativlos!
    Das Wort “alternativlos” würde ich als Unwort des Jahres vorschlagen

  10. gms

    Gerald Steinbach,

    “Mittelfristig werden sogenannte Eurobonds aufgelegt und der Club Med mit Griechenland an der Spitze ..”

    Nein, nicht mit Griechenland. Weder äußert sich Greenspan zufällig, noch findet er grundlos hierfür entsprechendes Medienecho. Zu lesen war seine Wortmeldung vom 24 Juni nicht allein in südländischen Lokalblättern, sondern auch in “USA-Today” und “Bloomberg” [0].

    Bereits im Februar 2015 (!) auf BBC, Forbes, Guardian, CNN, Time-Magazine, etc. pp. konnte man erfahren: “Greece: Greenspan predicts exit from euro inevitable”. Damit wirklich alle wissen, wo die Reise hingehen soll: “The problem is that there there is no way that I can conceive of the euro of continuing, unless and until all of the members of eurozone become politically integrated – actually even just fiscally integrated won’t do it” [1]

    Seit Jahren steht fest, daß ein Kerneuropa mit Griechenland nicht zu machen ist. Deshalb muß der Grexit auch permanent am Köcheln gehalten werden — sogar oder gerade dann, wenn man unlängst das nächste Milliardenpaket dort versenkt hatte. Die Botschaft für’s verdummte Volk: Wenn Griechenland draußen ist, dann steht der Fusion nichts mehr im Weg.

    Den flankierenden Probegalopp hatte man im Frühjahr schon veranstaltet, als man propagierte, Griechenland könne seine Grenzen nicht sichern und sei daher möglicherweise aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Geographisch betrachtet (Stichwort Migranten und Landgrenzen) ist das natürlich komisch und verglichen mit dem anschwellenden Zuzug aus Afrika via Italien zusätzlich eigentümlich, aber den durchschnittlichen Medienkonsumenten kümmern solche Details nicht, also kann man ihn auch getrost mit solchen Meldungen auf Linie bringen.

    [0] bloomberg.com/news/articles/2016-06-27/greenspan-calls-brexit-a-terrible-outcome-as-euro-area-tested
    usatoday.com/story/money/business/2016/06/24/greenspan-brexit-euro-eu-greece-oecd-economy/86336802/
    [1] bbc.com/news/business-31249907

  11. dickbrettbohrer

    Ich nehme an, sie haben Griechenland jetzt “abgegrast”. Es ist nichts mehr über die Umverteilung zu holen, und da ist es nur zu konsequent, daß jetzt abgespeckt wird. Das wird so lange weitergehen, bis der “Speckgürtel” der EU ebenfalls gegen Null schrumpft. Denn um nichts anderes geht es als um ein gigantisches Unternehmen zum Absaugen des privaten Eigentums der bisherigen Leistungsträger in “Kerneuropa” – vulgo Deutschland und Österreich. Das ist der eigentlichen Zwek, zu dem man die EU konstruiert hat: der erleichterte und zentralisierte Zugriff auf Besitz, Ersparnisse und Konten der Bürger.
    Doch nun ist ein weiteres Unternehmen in Konkurrenz zum Modell EU getreten: der Import von Konsumenten. Das ist der Bransatzbeschleuniger in Richtung Crash. Dieses Unternehmensmodell ist offensichtlich lukrativer als die EU es jemals war, deshalb wird es auch mit unverminderter Wucht vorangetrieben, inzwischen hochprofessionalisiert und daher geräuschlos – aber der Durchfremdungspegel steigt, die Kassenknappheit auch. Auch wenn uns kreativ rechnende Ökonomen weismachen wollen, daß die Einwanderung insgesamt ein großer Gewinn ist (der Politik und Asylindustrie, den Versicherungen, der Pharmaindustrie und den Sozialverbänden bringt es tatsächlich vorübergehend einen gigantischen Geldsegen!), so wird täglich der Wohlstandskuchen kleiner. Man kann eben nicht einen Kuchen gleichzeitig essen und behalten wollen. Das heißt: WIR – und dazu zähle ich mich – werden ärmer, während SIE – die anderen (s.o.) reicher werden.
    Jedes Unternehmen ist naturgesetzlich auf Wachstum aus – und wachsen kann nur das, was Gewinn abwirft. Also wird auch die Migration so lange weitergetrieben werden, bis die Gewinnmarge schrumpft und die Manager abspringen. Das Blöde an der Sache ist, daß der Import von Konsumenten nicht mehr rückgängig gemacht werden kann wie etwa das Konstrukt EU oder der Euro.
    Da wird was auf uns zukommen, wenn die Töpfe leer sind und die Umlagefinanzierung an ihre natürlichen Grenzen stößt. Die dann am besten an dem Deal verdient haben, sind mit ihrem unappetitlich erworbenen Vermögen dann jedoch über alle Berge. Es ist dies keine Frage des Ob sondern nur des Wann.

    Schönen Sonntag wünscht der dickbrettbohrer

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