Griechische Pleite in Zeitlupe

“……Nun hat Ministerpräsident Alexis Tsipras an alle griechischen Botschaften und Konsulate rund um den Globus einen brisanten Brief geschickt: In diesem fordert er den sofortigen Transfer aller dortigen Rücklagen und Einnahmen nach Athen….” (hier)

4 comments

  1. sokrates9

    Warten in der EU eigentlich alle darauf noch schnell Monat für Monat ihren dicken Gehalt zu beziehen, bevor der Eurokollaps kommt ??.Griechenland liegt mit multiplen Organversagen auf der Intensivstation, doch niemand traut sich den Stecker zu ziehen; da wird lieber weiter Geld verbraten..

  2. Rennziege

    Der deutsche Vizekanzler und (ausgerechnet!) Wirtschaftsminister, der im wahrsten Sinne des Wortes leibhaftige Sigmar Gabriel, hat den Griechen soeben in der “BamS” ein drittes Hilfepaket in Aussicht gesellt: im Gegenzug für weitere windelweiche Reformversprechen, die — wie die Praxis seit 2010 zeigt — stets neuem Luxusleben der Beamten und Untätigen weichen.
    Gabriels Begründung:
    „Das Ausscheiden Griechenlands wäre nicht wirtschaftlich, aber politisch brandgefährlich.“ Wenn das erste Land gehe, werde der Rest der Welt Europa anders betrachten, sagte Gabriel. „Niemand wird mehr Vertrauen in Europa haben, wenn wir in der ersten großen Kriese auseinanderbrechen.“
    Ob es Herrn Gabriels putzige Orthographie (“Kriese”) oder die der Bams oder der daraus zitierenden FAZ ist … dschast wörscht, wie wir Briten sagen. 🙂 Aber es wirft ein weiteres trübes Licht auf die Qualität deutschsprachiger Journalisten.

  3. sokrates9

    rennziege@ Frage: Was denken eigentlich die Kanadier über den Narrenverein EU, wird Europa anders betrachtet wenn man die Griechen nicht mit weiteren Milliarden – die man nicht hat – sponsert?

  4. Rennziege

    17. Mai 2015 – 18:48 sokrates9
    Die Kanadier, soweit ich diesen riesigen Subkontinent (zehn Provinzen und drei Territorien) bislang durchblicke, interessieren sich wenig für Europa. Aber ich muss mich auf Ontario (Fläche: 2,315 Mio. km², ca. 13 Mio. Einwohner — man vergleiche dies mit der Bevölkerungsdichte Österreíchs oder der noch viel engeren Deutschlands) beschränken, wo wir in der Nähe von Toronto (von Einheimischen als “Tronno” ausgesprochen) in paradiesischer Commuter-Natur leben.
    Skurril, aber lustig, von den Kanadiern ebenso entspannt betrachtet, ist die nur legistische Loslösung vom British Empire, die durch die Can$-Scheine und die meisten Münzen durch das Konterfei der Queen ad absurdum geführt wird. Hier wird auch britisches Englisch gepflegt, sowohl in Aussprache als auch Orthographie: Wer “color” statt “colour” schreibt, kriegt einen liebevollen Stupser. Das Commonwealth-Gefühl ist hier noch lebendig.
    Ontario als die wirtschaftlich aktivste Region Kanadas — die anderen liegen aber gleichermaßen über EU-Niveau, von Deutschland abgesehen — hat kein Problem mit den USA, mit denen ein reger Handel besteht, auch bilateral in Verträgen abgesegnet.

    Mein bisheriger Text ist arg simplifiziert; aber Romane über die Gegend sind informativer, wenn auch älter: James Fenimore Coopers Beschreibungen (“Lederstrumpf” und so), Jack London (“Wolfsblut” etc.) et al. erklären Kanadas Gegenwart aus seiner Geschichte noch heute besser als jeder heutige Journalist.
    Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Nein, die Kanadier denken über den Narrenverein EU erst auf Befragen nach, und dann sagen sie: “Whaddaya mean, lady? We’ve got a liberal free-trade economy going in a free society. We don’t care about communists. If this is what Europeans want, we just let them. The markets and opportunities they keep killing for themselves are part of our future.”
    Es herrscht halt liberale Marktwirtschaft hier, wohltuend entspannt. Die griechische EU-Warze kennt hier kein Mensch; die Medien berichten auch fast nix darüber. Ich tät’ mich nicht trauen, irgendwen danach zu fragen; es interessiert schlicht nicht. Im Englischen bedeutet ja auch die Redewendung “It’s all Greek to me” soviel wie “Sind mir alles böhmische Dörfer”.
    Herzliche Grüße, für ein paar Tage noch in London.

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