Grüne Vision: Mit Lastenrädern ins Digitalzeitalter

Von | 5. September 2021

(ANDREAS TÖGEL / “EXXPRESS”) Eine Milliarde Euro, so nimmt es der staunende Steuerzahler zur Kenntnis, wollen die deutschen Grünen – ihre recht wahrscheinliche Regierungsbeteiligung ab Herbst vorausgesetzt – zur Subventionierung von Lastenrädern ausgeben. Muskel- statt Maschinenkraft – ein beispielhaft zukunftsträchtiger Gedanke! Besonders in einer Zeit, da in China die von den Grünen daheim torpedierte deutsche Erfindung einer Magnetschwebebahn („Transrapid“) verwirklicht wird und in der die „Industrie 4.0“, also eine weitreichende Digitalisierung der Industrieproduktion, ansteht.

Doch was die grünen Khmer Deutschlands können, das können linke Maschinenstürmer im Land der Hämmer schon lange: So träumte die ehemalige Vizebürgermeisterin von Wien und Führerin der Stadtgrünen, Maria Vassilakou, schon im Frühjahr 2017 von einem Ersatz der Diesel-LKW durch Lastenfahrräder. Ihr Ziel war damals eine 100% CO2-freie Hauptstadtlogistik bis zum Jahr 2030. War es nicht ein roter Kanzler (Franz Vranitzky), der meinte: „Wer Visionen hat, braucht einen Arzt“?

Doch nicht nur im Hinblick auf die Eindämmung der Emissionen des bekanntlich tödlichen „Klimagases“ CO2 ist die Idee der Grünen genial. Nein, auch das Problem der Arbeitslosigkeit könnte damit auf einen Schlag gelöst werden. Abertausende, hochattraktive Jobs könnten geschaffen werden, lüde man die Fracht von LKW auf Fahrräder um: Da ein dreiachsiger Laster bis zu 13t befördern kann, könnte die Zahl der Arbeitsplätze in der Transportwirtschaft problemlos mehr als verhundertfacht werden.

Immerhin warnen ja nicht wenige „Zukunftsforscher“, die Wahrsager unserer Tage, unablässig davor, dass künftig Roboter den Menschen die Arbeit wegnehmen und viele Bürger der Industrienationen zur dauerhaften Untätigkeit verdammen werden. Gerade dieser Tage geistern beispielsweise Elon Musks Humanoiden durch die Nachrichten.

Nichts hat sich seit der industriellen Revolution an der Sorge geändert, nicht mehr gebraucht zu werden – zumindest nicht für eine Erwerbsarbeit. Weltuntergangspropheten haben seither Dauerkonjunktur – zumindest in Kreisen selbsternannter Geistesakrobaten, die noch nie eine Werkhalle von innen gesehen haben.

Die grünen Maschinenstürmer unserer Tage zäumen den Esel, auf dem sie in die Steinzeit zurückzureiten beabsichtigen, allerdings von einer anderen Seite auf, als ihre Vorgänger im 19. Jahrhundert. Sie kaprizieren sich nicht auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern peilen – mit der Verringerung der CO2-Emissionen – nicht weniger an, als die Rettung des Planeten.

Leider haben sich weltfremde Träumer noch nie für praktische Fragen oder für die Konsequenzen ihres Handelns interessiert. Sich den Transport von Zement und anderer schwerer Lasten auf Fahrrädern vorzustellen, gelingt vermutlich nur Typen von Extinction Rebellion & Co.

Der Vorstoß der Grünen zeigt exemplarisch, welcher Geist in ihren Reihen weht. Wem oder was wir die stürmische Wohlstandsmehrung der letzten 250 Jahre zu verdanken haben, haben sie nie begriffen. Dass die leistungslosen Einkommen die sie beziehen, jenen Produktiven geschuldet sind, die sie so inbrünstig hassen, erkennen sie auch nicht. Dass jedes Zurück vom Kapitaleinsatz zur Muskelkraft erhöhte Mühen bei verringertem Output bedeutet, sehen sie nicht.

Wie abgehoben und verrückt muss man sein, um den Menschen wieder schwere körperliche Arbeit zuzumuten, wenn diese seit dem 18. Jahrhundert von Maschinen erledigt werden kann? Welchen Segen brachten Erfindungen wie die Dampfmaschine, der Elektro- und der Dieselmotor! Und wer meint, dass in einer Gesellschaft, die auf Stromerzeugung durch kalorische Kraftwerke angewiesen ist und – Windräder hin oder her – auch bleiben wird (Atomkraft kommt ja nicht in Frage – zumindest nicht in Deutschland und Österreich), Elektroautos eine positive Umweltbilanz aufweisen, hat von Physik und Maschinenbau keinen Schimmer. Besonders erschreckend ist die fehlende Einsicht der Grünen in die Bedeutung des Kapitaleinsatzes für den Lebensstandard. Denn sicher ist: Kapital liefert die Basis jener Produktivität, die erst hohe Arbeitseinkommen ermöglicht. Aber erklären Sie das einem Klüngel obstinater Marxisten

11 Gedanken zu „Grüne Vision: Mit Lastenrädern ins Digitalzeitalter

  1. Sokrates 9

    Das kommt heraus wenn man die Schulabbrecherin Greta verehrt und Wissenschaft für unbrauchbar erklärt!

  2. dna1

    Lastenfahrräder sind eine tolle Idee, und lassen wir sie halt von Robotern fahren, damit die Menschen ihre work-life balance erhalten können.
    🙂

  3. Kluftinger

    @GeBa
    Man wird staunen, wie geistig “beweglich” manche Journalisten sein können?

  4. Ernst Lorenz

    Vielen Dank für ihre Bemühung, derartig gute und treffende Beiträge zu schreiben. Leider interessieren sich für ihre excelenten Artikel nur eine eher wirklich “elitäre” Gruppe von Menschen.
    Liebe Grüße
    elokrat

  5. Cora

    Wohin das führt, wenn der Transport einknickt: In England fehlen laut etwa 100 000 Camion-Fahrer. Regale in Supermärkten sind leer, sogar das Bier geht aus. Der Nachschub ist schleppend, die Versorgung der Bevölkerung ist lückenhaft. Die Engländer haben sich das nicht durch die Einführung von Lastenrädern eingebrockt, aber man sieht am lebenden Beispiel, wohin das führt. Was würden die Lastenradbefürworterinnen den Engländern raten, was sie tun sollen? Auf Lastenrad umsteigen? Wenn ich Journalist wäre, würde ich das fragen. Komisch, dass in Deutschland niemand auf die Idee kommt.

  6. Franz Meier

    Es ist ein Zeichen von Inkompetenz und Unwissen was die Grünen da vorschlagen. Die haben keine Ahnung von den Sorgen und Nöten der (eigenen) Bevölkerung, von den Bedürfnissen der Menschen. Sie wollen vor allem die Macht – der neue kommunistische Adel. Lastenfahrräder sind für die Wirtschaft und das Gewerbe als Ersatz für Kleinlaster und Pritschenwagen, geschweige denn für Lastwägen und Sattelschlepper keine Option. Wie soll ein Maler seine Mitarbeiter und die Utensilien von einer Baustelle zur anderen bringen? Wie soll ein Metzger sein zu kühlendes Fleisch ohne Kühlaggregat vom Schlachthof in die Metzgerei transportieren? Ach ja, wir sollen ja eigentlich kein Fleisch mehr essen dürfen. Wie soll eine Möbelfirma die Möbel mit einem Lastenfahrrad zum Kunden bringen? Schwachsinn. Die kommunistischen Länder wurden dominiert von inkompetenten Politikern, Funktionären und Bürokraten. Wichtig war und ist in kommunistisch/sozialistischen Ländern immer ausschliesslich die Ideologie, sie steht über allem – nicht das Wohl der Menschen. Wichtig sind nicht die Bürger und ihre Bedürfnisse, sondern der Schutz der Parteielite und der Nomenklatura und eine utopische Gesellschaftsform. Diese wird mit allen Mitteln umgesetzt und verteitigt – bis zum Letzten, bis zum Äussersten. Auch wenn das Land und die Menschen vor die Hunde gehen, auch wenn Mangel herrscht, auch wenn das System daran zerbricht. Darum wurden Nachrichten und Berichte über Unfälle, Probleme im Alltag, die schreckliche Mangelwirtschaft und der gewaltige Schlendrian auch immer unter Verschluss gehalten. Darum gab es die Stasi. Die Auswahl der Minister erfolgt grundsätzlich nicht nach Kompetenz, sondern nach ganz anderen Kriterien und nach Quoten. Die Kompetenz ist irrelevant. Parteizugehörigkeit und absolute/bedingungslose Loyalität sind entscheidend. Die spiessige Kommunistin im deutschen Kanzleramt hat mit ihren wirren, primitiv und einfach gestrickten Vorstellungen und Ideen sehr viel Schaden angerichtet. Sie hat ganz Europa und der Europäischen Union geschadet. Solche Leute sollte man nicht an die Macht lassen, vor allem nicht so viele Jahre – der Schaden ist immens. Der Machterhalt stand immer zuoberst auf ihrer Agenda. Ihre grünen Busenfreunde und Genossen im Geiste werden es genau so weiterführen wenn sie im Herbst an die Macht kommen. Gut sind die Linken nur darin sich als “cool, menschenfreundlich, revolutionär und sozial” zu profilieren. In der Propaganda und in der politischen Agitation sind sie einfach nicht zu schlagen. Sie haben die Medien, die Presse, die Schulen und Universitäten und die Richterämter besetzt. Die Linken sind gefährlich für uns alle, die ganze Menschheit. Wer sie wählt, wählt Satan. Wer sie wählt, wählt den Untergang, das Chaos, den Kontrollverlust und die Antifa wählt man auch gleich mit.

  7. Allahut

    Hierzulande haben die Grünen ja auch allerhand zukunftsweisende Ideen, man wird sich noch wundern, was alles möglich ist.

  8. LePenseur

    Cher Monsier Meier,

    Ihre Zustimmung präsumierend, bringe ich Ihren treffenden Kommentar als Gastkommentar auf dem LP-Blog!

    Herzlichst

    LePenseur

  9. Urban Galler

    danke Herr Meier für die fast vollständige Zusammenfassung der Geisteskrankheit Sozialismus/Kommunismus. Und die noch schrecklichere Erkenntnis, dass dieser Geisteskrankheit, trotz der geschichtlichen Beweislast des Scheiterns und Endens im Elend, Not und Tod, mit umso mehr Eifer und Inbrunst nachgejagt wird. Und das vorwiegend im fortschrittlichen Westen.

  10. Franz Meier

    @LePenseur
    Ja, einverstanden betreffend Gastkommentar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.