Grüner Grazer Gender-Unfug

(ANDREAS UNTERBERGER)Es sind oft kleine Dinge, an Hand derer man exemplarisch eine immer totalitärer werdende Einstellung der Politik ablesen kann. Wobei die Grünen diesbezüglich weit an der Spitze stehen. Sie behandeln, kaum sind sie in Ämter gekommen, öffentliche Gelder und Entscheidungen als ihre privaten ideologischen Waffen, mit denen sie jeden Andersdenkenden in die Knie zwingen wollen.

Es geht im konkreten Beispiel um eine kleine Subvention von 1500 Euro durch den Grazer Gemeinderat, die der Verein „Klassik4Kids“ erbeten hat. Sein Ziel: Er will Kinder zur klassischen Musik heranholen. Lassen wir offen, ob diese Subvention notwendig ist. Angesichts der vielen Unsinnigkeiten, die sonst von Gemeinderäten zwischen Donau und Mur mit Steuergeld bedacht werden, scheint mir jedenfalls dieses Vorhaben noch zu den relativ sinnvolleren Subventionszielen zu gehören.

Skandalös ist jedenfalls die Begründung, mit der die zuständige grüne Stadträtin in Graz, eine gewisse Lisa Rücker, die Subvention abgelehnt hat. Sie begründet das allen Ernstes mit „Gender Mainstreaming“ und mit „Geschlechtergerechtigkeit“!

Wohlgemerkt: Es geht um klassische Musik! Der Verein will Kinder zu dieser hinführen, was in Zeiten ein sehr lobenswertes Ziel ist, da die Parteien selbst mit Millionen Steuergeldern irgendwelche Popkonzerte veranstalten. Und der Verein hat auch keineswegs angedeutet oder gar angekündigt, nur oder überwiegend Buben anzusprechen.

Dennoch verlangt die Frau Rücker wörtlich: „Mädchen müssen als solche angesprochen werden.“ Erst wenn das in einem neuen Ansuchen geschieht, ist sie bereit, „noch einmal über die Förderung zu reden.“ Sie gab in einer Gemeinderatssitzung auch ganz offen zu, dass sie in gleicher Art auch alle anderen ansuchenden Vereine vor den grünen Phrasen in die Knie zwingen wird.

In Graz müssen jetzt also alle Antragsteller einen Kotau vor der „Geschlechtergerechtigkeit“ machen. Was auch immer diese konkret bedeuten mag. Wahrscheinlich muss jetzt in jedem Antrag fünf Mal „Mädchen“ und „Frauen“ stehen, um Gnade vor den Augen der Dame zu finden. Offenbar muss halt auch ein Veranstalter von klassischer Musik Mädchen als solche „ansprechen“, wollen sie so subventioniert werden wie etwa migrantische Radfahrerinnen. Wie auch immer sich die Dame, die fremde Steuergelder verteilt, das genau vorstellen mag. Bei Geistesriesen wie dieser Frau Rücker wird die geforderte „Ansprache“ freilich sinnlos sein. Bei ihr geht wohl weder klassische Musik noch Vernunft hinein. Da ist alles voll mit verbissener Gender-Ideologie.

Dieser Vorfall erinnert mich lebhaft an die Universitäten im einstigen Ostblock: Dort musste in jeder Dissertation (ob diese nun der klassischen Musik oder der Vermehrung der Maikäfer gewidmet war) eine ausdrückliche Reverenz an den Marxismus-Leninismus enthalten sein. Im Nationalsozialismus wiederum war ein Hitler-Zitat Voraussetzung für die Annahme einer „wissenschaftlichen“ Arbeit. In Schillers „Wilhelm Tell“ gibt es den Gessler-Hut, den jeder Schweizer in Zeiten der Habsburger-Herrschaft demütig zu grüßen hatte. Maria Theresia wiederum ließ den Sakramentenempfang der Schulkinder kontrollieren.

Mag sein, dass sich die Grünen, die in ihrer Jugend von revolutionärer Durchlüftung und „Freiheit für Vietnam“ (was freilich in Wahrheit schon damals kommunistische Diktatur bedeutet hat) geschwätzt haben, in dieser Gesellschaft wohlfühlen. Mit Demokratie, Rechtsstaat oder gar Freiheit hat das Verhalten der Grünen jedenfalls ganz sicher gar nichts zu tun. Das ist nur totalitärer Gesinnungsdruck. (TB)

 

15 comments

  1. Fragolin

    Man darf aber eines nicht vergessen: Die Waffen, die unsere grünfaschistischen Gesellschaftsgouvernanten permanent zur Durchsetzung ihrer Ideologie einsetzen, wurden von Rot und Schwarz gebaut und zur Verfügung gestellt.
    Wenn man das gesamte idiotische System der Subventionen abschafft und solche verbietet, haben Menschen wie diese unsägliche Lisa Rücker genau gar nichts mehr, um anderen zu versuchen ihren Willen aufzuzwingen. Dann müssten sie Menschen mit Worten überzeugen anstatt sie einfach zu zwingen, und das bedeutet das Ende dieser ganzen Genderblödelei und dem ganzen PC-Gequatsche. Das funktioniert nämlich nur, wenn man jeden logisch denkenden Menschen unter Zwang setzt.

  2. Fragolin

    Und an diesen Verein: Hört auf Euch vor dumpfbackigen Rathausbeamtinnen zu prostituieren und um Manna zu betteln sondern sucht Mäzene! Sammelt privat Spenden, versucht zahlende Unterstützungsmitglieder zu lukrieren, Kämpft bei Veranstaltungen um Eure Sache! Genau DAS ist vielleicht der mühsamere Weg als das einfache Einsacken von Steuergeld, aber es verleiht Euch die Macht, selbst zu entscheiden, wie tief Euch ein Unterstützer erniedrigen darf!

  3. Thomas Holzer

    “Mag sein, dass sich die Grünen, ………..,in dieser Gesellschaft wohlfühlen”

    Hier irren Sie, Herr A.U.:
    die Grünen fühlen sich in dieser Gesellschaft eben nicht wohl; ansonsten würden sie nicht permanent versuchen -leider mit ziemlichem Erfolg- diese Gesellschaft eben im Unsinne ihrer menschenverachtenden Ideologie zu verändern.

    “Erlösung” von diesem Übel naht mit Riesenschritten durch die muslimischen Fundamentalisten; um dies zu erkennen, dafür fehlt den Grünen jedoch der Nah- und oder Weitblick 😉

  4. Reini

    Wie lange wohl ein Staat nur mit Grünen überlebt? … hätte dann Österreich 10 Millionen Einwohner oder mehr? … wie wäre die Sicherheit des Landes, würden sich alle gegenseitig eliminieren? … wie wäre die Arbeitsmoral – da ja alle alles bekommen, wie hoch wäre der Schuldenberg – oder gäbe es längst eine Staatspleite! … ein Horrorschocker von Steven Spielberg – “der grüne Untergang einer Nation”! 😉

  5. Familienvater

    @Fragolin
    Sehr richtig. Ihr Ansatz gefällt mir gut. Er ist schwierig, aber letztlich der einzig zielführende. Man sieht wohin Förderungen und Subventionen unsere heimische Kunst geführt haben: In eine Sackgasse.

    Wir waren das Land von Mozart, Klimt und zahllosen anderen Künstlern von Weltrang. Und was produzieren wir heute? Elfriede Jelinek, Valie Export und Ulrich Seidl. Das kommt raus, wenn man Kunst mit staatlicher Förderung subventioniert: Ein Trauerspiel.

  6. Bösmensch

    Und solche “GestörtInnen” werden vom Steuerzahler subventioniert. Benötigt man eigentlich eine bestimmte geistige Störung, um den Grünen beitreten zu können?

  7. Lisa

    @Familienvare und Fragolin: ganz richtig. Aber ist Ihnen nicht auch aufgefallen, das “Grün” überhaupt nicht (mehr) grün ist? Was hat das Gendergplapper mit Umweltschutz und Sorge zur Natur zu tun? Dass vor dem alten Bildungsbürgertum mit der Forderung nach mehr “Klassik” ein Kotau gemacht wird, kann ich noch nachvollziehen, denn wer sich ein Abo leisten kann, muss wohl Geld haben. Und da zunehmend “Kevins und Jessicas” bei den Einheimischen nachwachsen (Bildungsbürger haben eher wenig bis gar keine Kinder) und der Nachwuchs bei den Migranten mit unserer (traditionellen) Kultur erst recht nichts anfangen kann, muss da ganz klar eine Lenkungssteuer zugunsten des aussterbenden Bildungsbürgertums her. Da es indes für Junge nicht erstrebenswert ist, zu dieser Gruppe zu gehören, ist das nur wieder eine Alibiübung auf Kosten des Steuerzahler – wozu zugegebenermassen die Bildungsbürger einen hohen Teil beitragen. 😉 Heute gelten andere Werte (Geld, 5 minutes of fame, internette Beachtung, egal womit etc.): die Zeiten, wo sich Studenten und andere Bildungsbeflissene um die Stehplätze in der Burg drängten, sind unwiederbringlich vorbei.

  8. stiller Mitleser

    Alles Luxusprobleme.
    Don Alphonso von der F.A.Z. hat einen Text zum aktuellen Zusammenschluß von Genderfeminismus und – ich nenns halt mal so – Kulturalismus angekündigt.

  9. stiller Mitleser

    @ Waldsee
    üblicherweise mit Abwahl und finanziellem Entzug – aber Graz ist eine Universitätsstadt, die wohl länger noch einen hohen Grünanteil haben wird. Man wird also mit der Dame reden müssen, geduldig und wiederholt. Obs nützt? Ungewiß, die Weisheiten kommen aus Berlin und haben Sie einen Politiker einsichtiger und klüger werden gesehen?

  10. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser
    Wie wollen Sie diesen Politikerdarsteller die finanziellen Mittel entziehen, wenn es genau diese Politikerdarsteller sind, welche über die Vergabe der finanziellen Mittel entscheiden?!

    Mit Verlaub – aber demokratisch geht da gar nichts

  11. Fragolin

    @Lisa
    Natürlich ist mir das schon aufgefallen, aber schon lange. Grün ist die Heimat all jener Marxisten geworden, denen der linke Flügel der Roten zu rechts ist. Nicht umsonst heißen die hier bei uns auch “Melonen” – grün von außen, aber tiefrot innen.
    Schauen Sie sich den grünen Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen an. Linksextremer Marxist und Anhänger eines europäischen Zentralstaates, EUdSSR-Fan gewissermaßen. Umweltschutz? Fehlanzeige. Neokommunismus ist das Parteiprogramm, Umwelt wird höchstens als Feigenblättchen verwendet.

  12. Fragolin

    @Thomas Holzer
    “Mit Verlaub – aber demokratisch geht da gar nichts”
    Befürchte ich auch, zumindest bezogen auf repräsentativdemokratisch. Denn bei jedem Machtwechsel hat noch niemals die neue Machtpartei die Förderungen abgeschafft, sondern nur die Geldströme zu den eigenen Freunderln umgeleitet. Das Parteiensystem kann nicht durch Parteien zerschlagen werden. Und direkte Demokratie wird es bekämpfen (in D fordert die AfD auch nur in wenigen Ansätzen direkte Demokratie und wird deswegen bereits als demokratiefeindlich bezeichnet…) bis auf’s Blut.
    Wenn unser System demokratisch nicht mehr reformierbar ist, riecht es aber irgendwann nach Mistgabeln und Pulverdampf…

  13. Fragolin

    @Familienvater
    Danke für den Zuspruch, gebe Ihnen vollkommen Recht. Mäzene vergeben Förderungen oft nach eigenem Kunstgeschmack, das setzt einen solchen voraus; Parteigenossen und Beamte vergeben Förderungen nach politischer Agenda oder propagandistischem Wert, Geschmack kommt da nicht vor. Was dabei herauskommt haben Sie treffend beschrieben.
    Und meine meinung nach Verbot öffentlicher Subvention erstreckt sich nicht nur auf die Kunst sondern genau genommen auf alles. Wirklich alles.

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