“Grünes Gesülze, wiedergekäut”

Der deutsche Brachial-Journo Akif Pirinçci  schreibt einen offenen Brief an die Schriftstellerin Sibylle Berg – da beleibt kein Auge trocken: “Liebe Sibylle,ich hab da mal eine Frage: Kann es sein, dass Du gar keine Schriftstellerin bist, sondern eine Schriftstellerdarstellerin, der S.P.O.N. wöchentlich ein paar hundert Euro zusteckt, damit Du exakt die Multikulti-Kampf-gegen-Rechts-schaffen-wir-die-Familie-ab-Deutsche-sind-alle-Nazis-Kacke, eigentlich das irre und total abgedroschene Gesülze der Grünen Jugend in witzig sein sollender Weise wiederkäust? Weißt Du, Sibylle, Autoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie hinter die Verhältnisse gucken, die auf den ersten Blick glasklar erscheinen, eben nicht blind die Sichtweise eines Parteiprogramms übernehmen. Deshalb wollen die Leute ja ihr Zeug lesen, weil es etwas anderes, etwas Überraschendes ist als das Übliche. Im besten Falle kommt dabei die Wahrheit ans Licht. Davon bist Du allerdings Lichtjahre entfernt….” (weiter hier, lohnt sich!)

4 comments

  1. Mona Rieboldt

    Ja, Akif P. schreibt wunderbar erfrischend, vor allem das, was man so nicht sagen “darf”, ohne gleich als “rechts” bezeichnet zu werden,

  2. gms

    Ein Sozialismus, der ohne offene physische Gewalt daherkommen will, braucht die Lufthoheit über die öffentliche Meinung, die sogenannte Diskurshoheit. Anders als mit sprichwörtlich maschinenstürmenden Revolutionären, kommt der neue Sozialismus evolutionär und scheibchenweise daher — als Kulturmarxismus. So weit, so banal.
    Geduld ist dabei eine zwingend nötige Tugend, läßt sich doch jede beliebige Schraube anbringen, so man nur ausreichend viele Achtel-, Viertel- und Halbdrehungen hintereinander bewerkstelligt. Laut Lehrbuch ist ein stillstehender Sozialimus dem Untergang geweiht, weswegen auch im Minutentakt bisher vermeintlich Abgehaktes wieder auf den Tisch kommt, oder zwecks Klassenkampf neue Opfergruppen gefunden oder Benachteiligungen konstruiert werden müssen.

    Mit dem Proletarier ist für Linke heute kein Staat mehr zu machen, der Zug fuhr lange schon ab. Die heutigen Bündnispartner sind “Künstler”, “Redakteure” und der “Intellektuelle”, sind doch diese eingedenk ihres Über- oder zumindest Neben-den-Dingen-Stehens die einzig wahrhaft redlichen Abonnenten des richtigen Blickes auf die Welt. Sie wissen was ist, warum etwas ist und was sein soll, sie sind die einzig legitimen Erklärbären, welche einem Otto-Normaldenker nach einem Fehltritt wieder den rechten Weg der neuen Tugend weisen, und zur Abwendung künftiger Unfälle die nötigen Leitplanken des Denk- und Sprechbaren in die geistige Landschaft stellen.

    Sah es vor wenigen Jahren noch so aus, als hätte diese Zunft den Kontinent final und flächendeckend mit ihrem Gesinnungsbrei überzogen, der dem Individuum vorgaukelt, es sei unumkehrbar mit seinem Empfinden und seinen Wahrnehmung weit und breit allein auf dem Ozean, lassen inzwischen vermehrt einige Aufrechte öffentlichkeitswirksam den Stöpsel aus der Wanne — und siehe da: Nackte – wohin das Auge blickt!

    Akif Pirinçci und Seinesgleichen sind Spielverderber, die jenen den Mittelfinger entgegenhalten, deren Einfluß sich maßgeblich aus dem sich Unterwerfen unter ihre Spielregeln speist. Sozialismus steht und fällt mit der Beeinflussung der Massen, und dieses Beeinflussen wiederum hängt am erfolgreichen Aufrechterhalten von Illusionen. Abweichler und Widerworte sind Gift für Sozialmus, kann doch die kleinste Nadel selbst die größte Seifenblase in den historischen Orkus senden.

    Sollen oder müssen Nadelstiche nun hart und deftig daherkommen? — Einige gute Gründe sprechen dafür. Einer davon ist Unmißverständlichkeit, es ernst zu meinen. Selbst wenn Stefane Hessel mit seinem “Empört euch!” definitiv falsch abgebogen ist, so hat er doch mittelbar mit seinem Eintreten für eine überfällige Unduldsamkeit zugleich auch einen wahren Kern getroffen.
    Daneben transportiert die Deftigkeit von Nadelstichen eine Abwendung von jeder einem versuchsweise durch die Gegenseite oktroyierten Plüschartigkeit der Sprach- und Wortwahl. “Liebes, wie können gerne spielen, aber erst nachdem ich mir mit deinem Regelbuch den Arsch gewischt habe.”
    Last not least operiert die Kaste der linken chattering classes nachwievor in der Hoffnung, ihren Mündeln durch massives Auftreten und mehr oder minder offen praktizierte Untergriffe den Schneid abzukaufen. Der Furchtsame muckt nicht auf.

    Tit-for-Tat dagegen entstellt das “politisch Korrekte” — bis hin zu seiner Kenntlichkeit! Es taucht all die Vernunft-Leugner und -Skeptiker, Hetero- und Taxophoben, Progressionsfanatiker, Gleichheitsfaschisten und Sprachpatriarchen in deren eigene Ausscheidungen, es emanzipiert im besten Wortsinn von all jenen, für die Kontrolle über Sprache und deren Verwendung zugleich die Kontrolle des Gesagten ist.
    Mundtot ist die erste Stufe zur Ohnmacht. Mut zur eigenen Sprache und der darin geäußerten eigenen Meinung ist aber unverzichtbar zum Aufzeigen der seit Langem schon mehrfach übertretenen Grenzen durch nützlichen Idioten, die als “Künstler”, “Intellektuelle” und “Redakteure” den Steitwagen des Kulturmarxismus’ ziehen. Akif Pirinçci läßt diese “Leitfiguren” an deren eigenen Leinen traben, er streichelt sie mit derselben Patronanz und fürsorglichen Strenge, gepaart mit Häme und Anmaßung, die vorgeblich einzig allein die Fünfte Kolonne redlich innehat. Und das ist gut so!

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