Hamas schießt mit Waffen aus Österreich auf Israelis

“A video depicting a sniper rifle that was purportedly manufactured by Hamas is making the rounds on the Web. The grainy footage shows the weapon before cutting to a ski mask-clad fighter firing at Israeli soldiers. Contrary to Hamas’s claim, however, the rifle is Austrian-made and has been displayed by the militant group in the past.
“Hamas’ claim to have indigenously manufactured this rifle is totally false – from what is visible on the video, it’s clearly an Austrian Steyr HS.50 rifle,” Charles Lister, a visiting fellow at Brookings Doha Center who tracks weapons use in the region, said in an e-mail. (hier)

19 comments

  1. cmh

    So what?

    Was die Hamas anbelangt muss man sich auch bei der Lieferung von Beton oder Ziegeln auf einen Kampfeinsatz gegen Israel gefasst machen. Einzig die ausreichende Zahl an Käfigbetten für die Hamasleitung kann Abhilfe schaffen. Denn die ticken doch alle miteinander nicht mehr ganz richtig. Und das ist nicht heilbar.

    Das Schlimme daran ist, dass jeder Lösungsvorschlag gleich wie jede Parteinahme für oder gegen die eine oder andere der beiden Seiten nicht nur nix nutzt, sondern vielmehr einen selber auch auf die gleiche Ebene mit diesen Spinnern stellt. Am schlimmsten ist dabei sicher Israel getroffen, denn die Unmöglichkeit, diesen asymetrischen Krieg zu beenden muss nach all den Jahren zur gleichen geistigen Krankheit führen.

    In diesem Umfeld ist die Lieferung von Waffen moralisch verwerflich, ebenso wie die Nichtlieferung von Waffen.

    Sich jetzt darüber zu erhitzen, dass Waffen aus Österreich bei einer der beiden Spinnerparteien aufgetaucht, ist jedoch nur dumm. Denn Waffen führen ein Eigenleben, das sehr oft länger ist, als das Leben der Soldaten, die sie bedienen. (Bei den Waffen die das ÖBH noch weit in die 80er Jahre hinein verwendete – russische MP40 und deutsches MG 42, usw – konnte man auch nie sicher sein, ob mit dem Ding nicht schon bereits ein Mensch umgebracht worden ist.)

    Überspitzt und ironisch könnte man sogar sagen, seien wir froh, dass sie sich mit österreichischen Handfeuerwaffen (small arms) umbringen und nicht mit deutschen, französischen oder amerikanischen Chemikalien (WMDs weapons of mass destruction).

    Zynismus aus!

  2. Andreas Tögel

    Tja, auf dem Bild ist außer dem bösen österreichischen Schießgewehr auch ein Zielfernrohr vom Typ Schmidt & Bender PM II zu sehen – ein deutsches Produkt, das auch von den US-Streitkräften verwendet wird. Und weiter? Geräte dieser Art (das Gewehr, wie auch das ZF) wurden für militärische Zwecke konzipiert. Militärische Zwecke heißt, daß ihr Einsatz gewöhnlich über das Herzeigen bei Paraden hinausgeht, ist es nicht? Daß die Hamas-Mörderbanden sich sofort aufs Dattelklauben verlegen würden, wenn sie keine Steyr-SSGs mehr geliefert bekämen (vermutlich via Iran), glaubt wohl nicht einmal Herr Konecny von der Palästinensisch-Österreichischen Gesellschaft…
    Merke: Probleme gehen niemals von Waffen aus, sondern immer nur von den Menschen, die sie bedienen!

  3. sokrates

    MIT amerikanischen Waffen werden taeglich tausende Menschenumgebracht Ueberhaupt kein Problem! Die friedensliebendeEu hat gerade das Embargo gegen Kiew aufgehobebDA REGT SICH NIEMAND AUF! Doch wehe wenneinmalwo einoeyterreichisches Gewehr gefunden wird

  4. Rennziege

    Die Steyr HS.50 ist ein modernisierter, gewichtsreduzierter Abkömmling der Browning .50 cal, die im Zweiten Weltkrieg, in Korea und Vietnam von amerikanischen und britischen Truppen als schweres MG vor allem gegen Flugzeuge und leichtgepanzerte Fahrzeuge eingesetzt wurde, aber auch heute noch verwendet wird. Beide verwenden das Halbzoll-Kaliber 12,7 mm. Im österreichischen Bundesheer, solange es diesen Namen noch verdiente, berichtet der mit mir leichtfertig verheiratete Reserveleutnant, wurde die Browning-Version als FlaMG bezeichnet, meist auf einem Jeep oder Haflinger montiert.
    Das HS.50, halbautomatisch, vereint die hohe Mündungsgeschwindigkeit und Durchschlagskraft des US-Vorbilds mit heutigen Zielhilfen bis hin zum Laserpointer und -tracker. Und ist auf dem militärischen Markt gefragter als Wienerschnitzel und Donauwalzer. Es ist die ideale Sniper-Waffe, Mündungsfeuer so gut wie unsichtbar.
    Ich gebe dies völlig wertfrei wieder; es hat mich halt interessiert. Und, wie an anderer Stelle dieses Blogs deutlich gesagt: Nicht Waffen töten, sondern die, die sie benützen.

  5. Mourawetz

    Ja nicht Waffen töten, sondern die, die es benutzen. Aber mit Verlaub, hier geht es ja darum, dass Waffen in die falschen Hände geraten sind. Hier wird insinuiert, dass man beim Waffenhandel etwas vorsichtiger umgehen muss. Es muss ja nicht sein, dass österreichische Firmen am Terror der Hamas verdienen.

  6. Mona Rieboldt

    Der größte Waffenlieferant der EU ist Frankreich. Und die werden auch das deutsche Geschäft übernehmen, wonach ein Millionendeal mit Russland von unserer Regierung
    gestoppt wurde.

    Was die Hamas angeht, so hat sie vor allem ihre weitreichenden Raketen vom Iran, und wenn sie nun ein Gewehr aus Österreich hat, ist das uninteressant, sonst hätten sie es
    eben aus Frankreich.
    Viel wichtiger ist, dass die EU der Hamas nicht soviel Geld zahlt wie bisher, denn davon
    kaufen sie ja auch Waffen. Die EU hat durchaus eine Mitschuld, wie die Hamas agiert.

  7. Mourawetz

    @Mona Rieboldt,

    Stimmt schon, dann hätten sie die Gewehre eben aus Frankreich. Aber muss man jedes Geschäft machen? Genau das nennt man ja skrupellose Geschäftemacherei. Und wenn sich die Franzosen dafür hergeben, sollen sie nur, diese Kapitalistenschweine. Achso das geht ja nicht, das sind ja gute Linke…

  8. Rennziege

    7. August 2014 – 19:19 Mourawetz
    Ihre Argumente wurden schon oft geäußert, scheitern aber an der Realität. Mag der Erstkäufer noch von den zuständigen Exportbehörden genehmigt und koscher sein — aber an wen und wohin der die Waffen nach einer gewissen Schon- oder Schamfrist weiterverkauft, entzieht sich dem Einfluß des Herstellers und des Ausgangslandes. Die wenigsten an Schurkenstaaten und Terroristen gelangten Waffen gelangten auf direktem Wege dirthin.

  9. Christian Weiss

    Kleinwaffen sind mobil. Auf welchen Umwegen das Schiessgewehr seinen Weg nach Gaza fand, ist ja wohl nicht bekannt.
    Entscheidender ist: Wer hat die Knarre bezahlt? Und da schaut es für die Westler und ihre “Entwicklungshilfe”, die irgendwo in dunkeln Kanälen versickert, nicht sonderlich gut aus.

  10. Mourawetz

    @Rennziege

    Stimmt schon, der Waffenverkauf wurde von der österreichischen Regierung genehmigt. Und alles was genehmigt ist, ist ja auch rechtens und koscher, nicht wahr? Und stimmt schon, die Waffe wurde nicht an die Schurken im Gazastreifen verkauft, sondern zuallererst an die iranischen Revolutionsgarden. Der Iran ist ja auch kein Schurkenstaat, er wird halt nur von den Amerikanern als solcher auf der Achse des Bösen eingezeichnet. Dafür wurde Steyr vom U.S. State Department sanktioniert, wie im Artikel zu lesen ist. Die Amerikaner, wer sind denn die schon, dass die uns erklären dürfen, wohin wir Österreicher unsere Waffen verkaufen dürfen.
    Diese Waffe treibt schon seit einigen Jahren ihr Unwesen in der arabischen Welt. Aber dafür können wir ja nichts. We didnt start the fire. It was always burning since the world is turning. wie es schon in den Achtzigerjahren die Vöglein von den Dächern zwitscherten.

  11. Mona Rieboldt

    @Mourawetz
    Woher wissen Sie denn so genau, dass diese Waffen “zuallererst an die iranischen Revolutionsgarden” verkauft wurden?

    Gerade erst durften wir lesen, dass die westlichen Staaten wieder aufrüsten sollen wegen des bösen Putin. Da sind dann Waffen sehr gewünscht.
    Und zum Glück hat Israel Waffen, mit denen sie sich verteidigen können. Waffen werden also immer hergestellt für jede Armee der Welt. Und dass dann auch diejenigen Waffen haben, die besser keine hätten, das lässt sich nicht vermeiden.
    Vermeiden ließen sich aber zuerst einmal die großen Geldzahlungen der EU an die Palästinenser.

  12. Mourawetz

    @Mona Rieboldt

    Googeln sie mal nach “Steyr Waffenverkauf Iran”. Österreich hat nicht um ersten Mal Waffen an Schurken verkauft, darin hat man hier eine gewisse Tradition, siehe Noricum-Skandal. Ja, es ließe sich vermeiden, dass Terroristen an militärische Waffen westlicher Erzeugung kommen.

  13. Mourawetz

    Um Ihre Frage zu beantworten: steht im von Christian Ortner verlinkten Artikel der Washington Post drin:
    Lister said the Steyr HS.50 is currently used by the Iranian Revolutionary Guard Corps. The rifle has also been displayed by Hamas’s military wing, the Izzedine al-Qassam Brigades. Lister suggested that while the weapon shown in the new video could have been acquired by Hamas on the black market, it was mostly likely provided by Iran, which makes its own variant, the Sayad-2.

  14. DNJ

    @Rennziege
    Sorry, die Steyr HS 50 ist keineswegs halbautomatisch, sondern ein Einzel(!)lader (man muss nach jedem Schuss eine neue unhandliche Patrone reinpopeln) und damit für Kriegseinsätze denkbar ungeeignet, sondern bestenfalls für Anschläge aus hoher Entfernung. Das nötige Know-how dafür bei der Hamas darf bezweifelt werden. So gibt es denn wohl auch keinen Bericht vom erfolgreichen Einsatz dieser Waffe im Gaza. Ich persönlich würde im Einsatz jederzeit eine MP und Handgranaten bevorzugen
    Diese Waffe hat übrigens nicht mehr mit dem Browning üsMG .50 cal zu tun als ein Mannlicher Jagdstutzen 8X57 mit einem Mg 42. Befragen Sie Ihren Oberleutnant, ich war übrigens auch Reservist im ÖBH.

    Zur Technik: “Die Steyr HS sind als einschüssige Zylinderverschluss-Büchsen konzipiert, das heißt, dass die leere Patronenhülse nach dem Abschuss des Projektils beim Öffnen des Verschlusses ausgeworfen wird. Da die Version HS .50 über kein Magazin verfügt, aus dem eine neue Patrone nachgeladen wird, muss diese vom Schützen selbst eingelegt werden.” wiki

  15. Andreas Tögel

    Ohne den Faden jetzt in Richtung Waffentechnik verbiegen zu wollen: Ein Scharfschützengewehr mit dem man auch etwas teffen will, ist halt nun einmal ein Repetierer oder Einztellader und kein “Automat”. Jeder, der über ein bisserl persönliche Erfahrungen als Langwaffenschütze verfügt, weiß das. Viele Armeen dieser Welt verwenden dahrer nach wie vor Repetiergewehre für ihre Scharfschützen – und keine (halb)autoamtischen Waffen. Bei einer Büchse, die auf 1.000 m Entfernung und mehr zum Einsatz kommt, ist die Feuergeschwindigkeit kein wichtiges Kriterium. Entscheidend sind vielmehr Präzision und Geschosswirkung. http://de.wikipedia.org/wiki/Craig_Harrison_(Soldat) Verwendet wurde dafür ein Repetierer…

  16. DNJ

    @Tögel
    Ich wolte nur die Fehlinformation von Rennziege korrigieren. Craig Harrison und andere Sniper zeigen, dass so eine Waffe nur in der Hand von absoluten Profis einen echten Wert hat. Und davon gibt es bei der Hamas sicher keinen. Für die sind Kalashnikows, ungesteuerte Minraketen und Einweg-Sprengsätze das Mittel der Wahl.

  17. DNJ

    Wahrscheinlich hat es Rennziege mit diesem verwechselt (hat allerdings nix mit Steyr oder Ö zu tun)

    AS50 (Arctic Semi-automatic .50 Kaliber)

    Das Arctic-Semi-automatic-50-Gewehr (AS50) ist ein halbautomatisches Scharfschützengewehr, welches das Kaliber 12,7 × 99 mm NATO verschießt. Es wurde als Gemeinschaftsprojekt von AI und dem Naval Surface Warfare Center in Crane (Indiana) entwickelt.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .