Hass gegen Deutsche: Der Feind in den eigenen Reihen

Von | 11. April 2017

“Vergangene Woche twitterte die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende und Europaabgeordnete Beatrix von Storch Auszüge aus einem Artikel des Tagesspiegel-Redakteurs Malte Lehming und löste damit online einen gewissen Wirbel aus. In diesem Text, der Mitte November 2010 erstveröffentlicht wurde und dem weiteste Verbreitung bis in die Sozialkunde- und Ethik-Lehrbücher der Oberstufe zu wünschen ist, heißt es: „In Berlin gibt es ausländische Jugendbanden. Das ist ein Problem. Noch größer wäre das Problem, wenn es sie nicht gäbe. Sie sind jung, mutig, mobil, hungrig, risikobereit, initiativ. Solche Menschen braucht das Land.“ Hinter der „Kritik“ am Walten dieser Unentbehrlichen verberge sich „oft bloß der Neid derer, die Vitalität als Bedrohung empfinden, weil sich die eigene Mobilität auf den Wechsel vom Einfamilienreihenhaus in die Seniorenresidenz beschränkt“, statuiert der Journalist. „Lieber ein paar junge ausländische Intensivtäter als ein Heer von alten, intensiv passiven Eingeborenen.“ (weiter hier)

18 Gedanken zu „Hass gegen Deutsche: Der Feind in den eigenen Reihen

  1. elfenzauberin

    Eine brillante Analyse von Michael Klonovsky, auf den ich durch einen Tip von Fragolin gekommen bin. Klonovsky ist ein wortgewaltiger Radikal-Konservativer, dessen website (michael-klonovsky.de) und hier insbesondere seine Acta diurna nur wärmstens weiterempfehelen kann. Er ist ein äußerst kunst- und feinsinnger Mensch, verheiratet mit einer jüdischen Pianistin und neuerdings Berater von Frauke Petry. Klonovsky schrieb auch diverse Reden von AFD-Politikern (nicht die umstrittene von Björn Höcke, dem auch Klonovsky ablehnend gegenübersteht).

  2. elfenzauberin

    Noch eine kleine Ergänzung: warum schrieb ich “jüdische Pianistin”?

    Wladimir Horowitz meinte einmal, es gäbe drei Gruppen von Pianisten, nämlich schwule, jüdische und schlechte. Dieses bonmot ist mittlerweile politisch unkorrekt, aber es steckt ein Körnchen Wahrheit drin. Wie auch immer es sich verhält, ich finde es bemerkenswert, dass der Spin-Doktor der AFD entgegen gängigen Vorurteilen mit einer (ganz nebenbei erwähnt äußerst attraktiven) Jüdin verheiratet ist und somit über rassistische Voruteile erhaben ist. Die AFD ist – anders als in den Systemmedien dargestellt – keinesfalls eine rassistisch-nationalistische Partei, sondern programmatisch radikal-konservativ mit einem gesunden Schuss Wirtschaftsliberalismus. SIe ist sozusagen eine deutsche tea-party, nur besser organisiert, die den Platz der CSU und des rechten Flügels der CDU einnimmt. Trotz ihrer radikal-konservativen Position, was Gesellschaftspolitik betrifft (also Bekenntnis zur Familie als Keimzelle der Gesellschaft), toleriert sie auch in ihren Reihen Menschen wie Alice Weidel, die bekennende Lesbe ist. Homosexuelle Partnerschaften werden von der AFD keineswegs abgelehnt, es wird nur darauf hingewiesen, dass derartige Partnerschaften nicht dem gesellschaftlichen Leitbild entsprechen – eine vernünftige Haltung, wie ich glaube.

  3. Thomas Holzer

    @elfenzauberin
    Ich persönlich würde mich hüten, die AfD als etwas zu verklären, was sie nach derzeitigem Stand definitiv (noch) nicht ist; da hilft auch die Anwesenheit eines! bekennenden Konservativen nichts.

    “Hass gegen Deutsche: Der Feind in den eigenen Reihen”

    Alleine diese Überschrift verführt mich fast, bekannte Termini hier zum Besten zu geben, aber ich habe (für mich) beschlossen, dies nicht zu tun, da der erwünschte Lerneffekt mehr als nur überschaubar wäre – leider.

  4. stiller Mitleser

    Malte Lehming segelt halt in der langen literarischen – und vor allem cineastischen Tradition – der Identifikation mit jugendlichen Subkulturen, sexy underdogs à la James Dean. Diese Schablone wird – so ist zu fürchten – noch länger herhalten müssen.

  5. stiller Mitleser

    @ Elfenzauberin
    Frau Weidel ist in allererster Linie nicht “tolerierte Lesbe” sondern wirtschaftspolitisch kompetente, sehr gute Rednerin

  6. Der Realist

    der Text wurde 2010 veröffentlicht, da haben hierzulande auch noch die verschiedensten Gruppierungen das Hohe Lied auf Multikulti gesungen, heute hüten sich sogar die Grüninnen davor

  7. elfenzauberin

    @Thomas Holzer, 08:38

    Ich verkläre keinesfalls die AFD, sondern habe mich nur etwas genauer mit dieser Partei beschäftigt. Das Parteiprogramm der AFD liest sich wie das der CSU, es ist über weite Strecken ununterscheidbar. Natürlich gibt es in der AFD als junge Partei Richtungsstreitigkeiten, die dieser Partei Probleme bereiten. Die AFD hat jedenfalls das Zeug dazu, eine breite konservativ-bürgerliche Partei zu werden und damit das Feld zu besetzen, das die CDU/CSU unter Merkel und Seehofer mit ihrem Linksruck freigemacht haben. Es gibt mittlerweile schon eine ganze Reihe von Funktionären, die aus der CDU ausgetreten und die der AFD beigetreten sind. Denn niemand ist der CDU beigetreten, um eine Flüchtlings- und Energiepolitik zu stützen, die weit links von dem liegt, was die gemäßigte Linke jemals gefordert hat.

  8. aneagle

    *Feministinnen, die ihren Werte bekennenden, demokratischen Staat nicht veranlassen, robust gegen Länder mit Geschlechtsapartheit vorgehen, sind nicht glaubwürdig.

    *Homosexuelle, die ihren Werte bekennenden, demokratischen Staat nicht veranlassen, robust gegen Länder, die Gewalt gegen und Morde an Schwulen tolerieren, vorzugehen, sind nicht glaubwürdig

    *Religiöse aller Religionen, die ihren Werte bekennenden, demokratischen Staat nicht veranlassen, Antisemitismus von wem auch immer im eigenen Land rigoros zu unterbinden, sind nicht glaubwürdig.

    *Demokraten, die ihren Werte bekennenden, demokratischen Staat nicht veranlassen, faschistoide Bewegungen wie BDS im eigenen Land mit allen legalen Mitteln zu bekämpfen, sind nicht glaubwürdig.

    **Religiöse, Demokraten, Homosexuelle und Feministinnen, die ihren Werte bekennenden, demokratischen Staat nicht veranlassen, außenpolitisch unverzüglich wirksame Sofortmaßnahmen gegen Christen- und Kirchenverbrennungen zu ergreifen, sind nicht glaubwürdig.

    Alle diese sogenannten Werte der westlichen Demokratie liegen in Deutschland auf der Straße, frei zur Entnahme. Die AFD, wie jeder andere, kann sie einfach aufheben und daraus eine Solidargemeinschaft formen, die den Namen AfD verdient. Will sie das?

  9. Falke

    Da muss man gar nicht ins Jahr 2010 zurückblicken, es gibt genügend aktuelle einschlägige Beispiele: Ich muss wohl nicht nochmals die Aussagen des in türkischer Haft sitzenden “Welt-Journalisten” Deniz Yücel über Deutschland und das deutsche Volk wiederholen – sie dürften allgemein bekannt sein. Vielleicht ist aber dem einen oder anderen die Aussage des dicken deutschen Stinkefinger-Außenministers entgangen, wonach Yücel ein “deutscher Patriot” sei. Übrigens haben die sogenannten “alten weißen Männer” den Wahlsieg Trumps gesichert. “Leider” gibt es auch in Deutschland recht viele davon und “leider” zählt ihre Stimme bei den Wahlen genausoviel wie jene der jungen aggressiven links-grünen p.c. Gutmenschen.

  10. elfenzauberin

    @Falke
    Die alten weißen Männer werden in der amerikanischen Öffentlichkeit nicht selten als “white trash” bezeichnet. Ich frage mich, was wohl los wäre, würde man von einem “black trash” oder “hispanic trash” schreiben und sprechen. Ein medialer Empörungsaufstand samt Lichterkette mit dazugehöriger Demo samt Vollverschleierten wäre wohl unausbleiblich. Es ist die Verlogenheit des juste-milieus, die so widerlich ist.

  11. Selbstdenker

    „Daß sie die Urangst des älteren weißen Mannes – die nehmen uns unsere Frauen weg – auf der Domplatte in der Silvesternacht ausagiert haben, war die größtmögliche Provokation einer Gesellschaft, die sie nicht aufnehmen will.“

    Diese “Argumentations”-Muster schimmern immer wieder durch; siehe auch die Gegenüberstellung der angeblich ungepflegten, abgearbeiteten Einheimischen gegen idealisierte Fremde durch Frau Zöchling im Profil.

    Mich beschleicht schon seit längerer Zeit folgender Eindruck:

    Der über einen sehr langen Zeitraum in gewissen Kreisen konditionierte Hass gegen die westliche Kultur ist zum Teil in einen sexuellen Fetisch übergegangen; die Kategorien sind Dominanz, Erniedrigung, Idealisierung und Verachtung.

    Wenn Siegmund Freud heute leben würde, so würde er das “Innenleben” heutiger linker Puritaner (SJWs) sehr genau analysieren. Viele sind derart besessen von ihren Fetisch, dass sie diesen mit umgekehrten Vorzeichen auf alle andere projizieren: sie erfinden irgendwelche “Phobien” von Normalos, obwohl den Normalos die Vorlieben von anderen ganz einfach völlig egal sind.

    Die – im wahrsten Sinne des Wortes – schwarz-weiß Malerei von Frau Zöchling hat keine reale Aussagekraft in Bezug auf die “Gruppenästhetik” von Einheimischen oder Migranten (Menschen sind nun mal individuell sehr unterschiedlich), allerdings ist diese dahingehend sehr aufschlussreich wie ihre Neigung die subjektive Wahrnehmung filtert.

    Da ich mich nicht zu den Moralisten zähle und zudem ein radikaler Befürworter von Meinungsfreiheit einerseits und bestimmten konservativen Prinzipien andererseits bin, hätte ich einen Vorschlag mit dem Linke ihren Seelenfrieden finden können, ohne dabei anderen zu schaden:

    Anstatt den Einheimischen (als künstliche Kategorie) Dinge anzudichten, könnte sich z.B. Frau Zöchling dazu bekennen, dass sie auf Südländer steht. 99% der Österreicherinnen und Österreicher lässt das völlig kalt und ich wünsche ihr viel Vergnügen dabei.

    Anstatt den Männern (als künstliche Kategorie) eine mehr oder weniger genetisch bedingte generelle Neigung zur sexualisierten Dominanz oder gar Gewalt zu unterstellen, sollten sich radikale Feminist*Innen selbst fragen, ob sie zum Teil nicht einer Projektion hinterherrennen, die sie möglicherweise sogar suchen.

    Mein konstruktiv gemeinter Lösungsvorschlag ist der, dass individuelle Probleme auf individueller statt auf gesellschaftlicher Ebene gelöst werden sollten:

    Radikale Feminist*Innen können sich meinetwegen in einschlägigen Clubs mit noch einschlägigeren Hilfsmitteln austoben oder im Rahmen einer Sommerfrische in Syrien oder Afghanistan die befreiende Wirkung von Hijab, Niquab, Tschador und Burka erleben.

    Verfechter*Innen vom radikalen Migrantismus könnten sich überlegen, ob sie ihre Zeit und ihr Geld nicht besser in Reisen nach Tunesien, Ägypten, Gambia oder Kuba als in Kampagnen gegen die autochtone Bevölkerung in Europa investieren.

    Ich würde diese Leute nicht verurteilen und sogar die wenigen Momente ihrer Ehrlichkeit schätzen. Dafür sollten sie aber bitte die anderen Menschen, die nichts damit zu tun haben, einfach in Ruhe lassen.

  12. Selbstdenker

    @elfenzauberin:
    Den Begriff “White Trash” gibt es mindestens schon seit der Zeit der Sklaverei in den USA.

    Er beschreibt nicht ältere, weiße Männer, sondern die unterste soziale Schicht der Weißen, auf die sowohl alle anderen Weißen als auch die Schwarzen herabblicken.

    Der “White Trash” zeichnet sich durch generationenübergreifende Armut, Bildungsferne, Kriminalität, Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie körperlicher und sexueller Missbrauch innerhalb der Familie aus.

    Ein Kind das in so einer Umgebung aufwächst, hat im amerikanischen System der Affirmative Action (eigentlich: Oppression Olympics) definitiv die Arschkarte gezogen: es wächst in einem dysfunktionalen Umfeld auf und wird darüber hinaus auch noch sozial stigmatisiert.

    Schulkinder aus dem “White Trash” sind sehr häufig Opfer von Übergriffen durch Gleichaltrige, egal ob Black, White oder Hispanic. Auf die Unterstützung durch offizielle Stellen brauchen sie nicht setzen, weil sich diese primär um die offiziell vorgegebenen “Opfergruppen” kümmern. Sollten sie sich als Teenager oder Erwachsene organisieren, werden sie als “Nazis” oder “White Supremacits” de­nun­zie­rt.

    Auch in den – dem EU-Sozialismus sei “Dank” – zunehmend verrottenden Industriestädten Europas bildet sich langsam aber sicher etwas heraus, das dem “White Trash” im US-Sprachgebrauch immer näher kommt. Die Missbrauchsskandale in Nordengland, Belgien und Frankreich passen ins Bild vom “White Trash”. Die Reaktionen (besser: Nicht-Reaktionen) von Justiz und Polizei ebenso.

  13. CE___

    @ Selbstdenker

    Super Kommentar, der sich 100% mit dem deckt was ich mir auch seit geraumer Zeit denke.

    Uns allen wäre wahnsinnig geholfen wenn sich alle die eigene westliche Kultur hassenden, wohlstandsüberdrüssigen und wohlstandverwahrlosten “Mitkulturbürger”, hier einfach abmelden, ein Flugticket kaufen und sich in die Kultur “schleichen” in der sie glauben ihr Seelenheil finden zu können, sei das jetzt der Fundamentalislam a la KSA oder Afghanisten, eine Stammesgesellschaft in der Kalahari oder die Anarchie a la Somalia.

    Wie es im Englischen zu schön heisst: Walk the talk.

  14. Falke

    @CE_
    In diesem Fall wäre ich sogar dafür, dass der Staat ihnen das Ticket kauft. Ausnahmsweise wären hier die Steuergelder gut angelegt.

  15. stiller Mitleser

    @ Selbstdenker
    danke für die Begriffsklärung und die Erinnerung an die Mißbrauchsopfer aus dieser Sozialschicht in UK, Belgien und bereits auch Wien (das Mädchen, dem in Park der Kiefer gebrochen wurde)

  16. Johannes

    Es ist alles so einfach, ein Land das solche Wesenszüge hat wird übernommen.
    Der Wähler hat es so gewollt und die Geschichte nimmt ihren Lauf, nach ähnlichem Schema liefen alle Völkerwanderungen der Geschichte ab. Wer untergeht verschindet von der Bildfläche und andere kommen nach.
    Wenn Deutschland es so will machen sie es mit deutscher Gründlichkeit und keiner kann sie davon abhalten.

  17. mariuslupus

    @raindancer
    Danke für den link. Ungarn und Polen haben die Wahl. Entweder arm sein, aber leben, oder mit der EU im islamischen Sumpf unterzugehen. Und was macht Österreich ?
    @Der Realist
    Ihre Aussage stimmt leider nicht. Die Linksgrüninen sind immer mehr begeistert von ihren “Flüchtlinegn” und sehnen den Untergang des Abendlandes herbei.

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