Hat Geert Wilders doch gewonnen?

Die niederländischen Wahlen mögen nicht den befürchteten Sieg der Rechtspopulisten gebracht haben. Geert Wilders und seinesgleichen gewinnen jedoch den Krieg der Ideen, meint der politische Autor Rutger Bregman. (weiter hier)

18 comments

  1. stiller Mitleser

    “In der Politik geht es eigentlich nicht um Prozente und Sitze, sondern darum, welche Ideen die Geschichte beeinflussen und welche nicht.”

    Das stimmt für den historischen Rückblick, aber nicht für parteipolitische Akteure, für die geht es um Stimmen, Posten, Subventionen und sonst gar nichts. Der Rest an Ideen wird von spin doctors aufbereitet.

  2. stiller Mitleser

    off topic:
    http://orf.at/#/stories/2383780/
    Meiner Beobachtung nach sinkt die demographische Aktivität bei Migranten, die berufstätig sind, vor allem dann, wenn auch die Frauen arbeiten.Transferbezug macht demographisch aktiver.

  3. Thomas Holzer

    “Krieg der Ideen”
    Für meinen Geschmack ein bisserl zu sehr martialisch………

  4. Der Realist

    bezüglich Ideen müssten sich Politiker nur mehr an den Bürgern orientieren, aber die meisten Politiker halten sich in ihrem Überlegenheitswahn eben für unfehlbar und erklären der Bevölkerung stets von oben herab, was gut oder schlecht ist.

  5. astuga

    Naja, die europäische Sozialdemokratie hat ja neue Ideen und neue Wählerschichten.
    Sie dient sich dem Islam an.

    Geht halt nur längerfristig in die Hose, weil die innerhalb des Systems politisch aktiven Muslime nunmal sind wie sie sind (letztlich antiwestlich und antidemokratisch), und weil es in letzter Konsequenz ohnehin auf die Gründung Islamischer Parteien hinausläuft.
    Siehe “Denk” in den Niederlanden.

    So oder so, die Sozen können am Ende nur verlieren (mit einem kleinen Zwischenhoch).
    Was bleibt sind linksaußen Parteien (wie die Grünen), mit unglaubwürdigen und unbrauchbaren Positionen in Sachen Islam und Migration.
    Weil sie von ihrer Ideologie getrieben sind, und nicht von Realpolitik.

  6. mariuslupus

    Ist doch schwachsinnig, ständig Artikel zu schreiben in denen nur Rechtspopulisten vorkommen. Die komplette, von oben ferngesteurte Presse und andere Medien, sind in das Wort verliebt. Es gibt keine Petry, keine LePen, keinen Wilders, keinen Trump, ohne dass ihnen dieses pejorative Anhängsel verpasst wird.
    Aber es gibt keine Linkspopulistische Lügner. Verkünden, verschweigen die Medien. Alle Lügen der EU Despoten, verwandeln sich in der Presse zu glorreichen Wahrheiten.

  7. astuga

    @mariuslupus
    Ohnehin, was heute medial als rechtspopulistisch oder “rechtswasauchimmer” bezeichnet wird war die frühere Mitte.
    Wenn es in den letzten Jahrzehnten eine Verschiebung gegeben hat, dann eine Richtung Linskpopulismus.
    Dafür stehen sowohl die Grünen, Linksliberale, oder Leute von Tony Blair bis zu heimischen wie Vranitzky, Gusenbauer, Faymann und Kern.
    Selbst eine angebliche Konservative bzw bürgerliche wie Merkel ist in Wahrheit eine Linkspopulistin.
    Wenn es ihr Vorteile bringt überholt sie noch Gabriel und Claudia Roth von links.

  8. Selbstdenker

    Das Interview ist in mehrfacher Hinsicht sehr aufschlussreich.

    “Wenn deine Gegner deine Ideen übernehmen, gewinnst du.”

    Das ist definitiv richtig. Mindestens die letzten drei Jahrzehnte haben rote und grüne Marxismus-Derivate unaufhaltsam gewonnen, so dass ehemals konservative und liberale Parteien ihre Ideen vielfach übernommen haben.

    Die aktuelle Malaise in vielen westlichen Ländern ist der Implementierung rot-grüner Programmen in Sachen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik geschuldet. Das dämmert auch ansonsten eher passiven Zeitgenossen allmählich.

    “Das universelle Grundeinkommen, radikale verkürzte Arbeitswochen, Thomas Pickettys Ideen über Ungleichheit. All das kommt nicht aus traditionellen sozialdemokratischen Strukturen. Das ist das eigentliche Problem.

    An mehreren Stellen im Interview wird klar, das Rutger Bregman – so wie die meisten seiner Berufskollegen – Marxisten sind. Aus seiner Sicht fallen die Sozialdemokraten bis auf Weiteres als Vehikel zur weiteren Implementierung marxistischer Ideologien aus. Wenn er den Sozialdemokraten noch linkere Programme empfiehlt, so kommt dies der Empfehlung eines Kurpfuschers gleich, der einem Alkoholiker den Umstieg von Bier auf Schnaps empfiehlt. Man sehe sich in UK den Zustand der Labour Party unter Jeremy Corbyn an.

    Arbeiter sollten an dieser Stelle sehr hellhörig werden: linken Parteien haben sie als Wählergruppe fallen gelassen. Arbeitern ging und geht es um einen fairen Lohn im Tausch gegen ihre Arbeitsleistung, so dass sie sich selbst etwas aufbauen können. Es geht ihnen nicht um dauerhafte Abhängigkeit vom Staat.

    Linke Parteien wenden sich hingegen einer neuen Klasse der Anti-Werktätigen zu: ewige Studenten, Aktivisten, Gender-Studies Absolventen, Formal-Professoren, pseudowissenschaftliche Auftragsstudienschreiber, MA2412-Beamte, sogenannte “Künstler”, Sozial-Migranten, etc. Diese Leute richten ihr ganzes Leben danach aus, dass andere die Rechnung für ihr Dasein als Nettotransferempfänger bezahlen sollen.

    Im Grunde genommen ist es eine neue Form der (unverdienten) Aristokratie in der eine Schmarotzer-Klasse den produktiven Teil der Gesellschaft zur Absicherung ihres privilegierten Lebens schrittweise versklavt. Zur Disziplinierung dient ein vom Kindesalter in die Köpfe der Menschen eingepflanzter Schuldkomplex. Statt mit knallenden Peitschenhieben werden Abweichler mit unwahren Charakterzuschreibungen öffentlich verächtlich und somit kleinlaut gemacht: “Rassist”, “Nazi”, “Frauenhasser”, “Rechtsextremer”, “Klimaleugner”, etc.

    Der Sozialismus ist eine der fatalsten Lügen, die die Menschheit je heimgesucht hat. Wir erleben aktuell einen erneuten Zusammenbruch eines sozialistischen Glaubensgebäudes, der historisch offenbar alle ein bis zwei Generationen auftritt:

    Ein Teil durschaut das Lügengebäude und wendet sich angewidert vom Sozialismus ab, ein anderer Teil tut so, als hätte dies alles mit dem Sozialismus nichts zu tun und ein dritter Teil wendet sich kleinen, häufig noch radikaleren Gruppierungen zu.

    Das erklärt meines Erachtens die Vorgänge im politisch linken Spektrum in den Niederlanden.

  9. Selbstdenker

    Anbei ein längerer aber sehr interessanter Vortrag von Prof. Jordan Peterson, der den Krebs in den philosophischen Wurzeln linker Ideologien treffend beschreibt:

  10. Falke

    “… sagen Zentrumspolitiker heute Dinge, für die sie vor 30 Jahren …noch ins Gefängnis gegangen wären”. Genau das glaube ich nicht, im Gegenteil: Damals gab es tatsächlich noch echte Meinungsfreiheit, pc war noch kaum ein Thema. Gerade heute werden, vor allem in Deutschland (Maas) und in Österreich (Brandstetter), jede Menge Gesetze eingeführt und Institutionen gegründet (“Wahrheitsministerium”, Amadeu-Antonio-Stiftung), die unter dem Vorwand “Verhetzung”, “Hasspostings” und “Fake news” jeden Menschen mit gerichtlicher Verurteilung bedrohen, der es wagt, eine Meinung entgegen dem von den Regierungen vorgegebenen Mainstream zu haben und auch zu äußern.

  11. Selbstdenker

    @Falke:
    Sie haben recht.

    Ähnlich wie beim Soros-Artikel vor dem Jahreswechsel, baut Rutger Bregman an entscheidenden Stellen einen Vorzeichenwechsel ein.

  12. Oliver H.

    @Selbstdenker,
    “Ähnlich wie beim Soros-Artikel vor dem Jahreswechsel, baut Rutger Bregman an entscheidenden Stellen einen Vorzeichenwechsel ein.”

    Wie Sie weiter oben im Thread schon richtig anführten: Bregman ist ein waschechter Linker. Sein jüngstes und von den üblichen Kreisen in den Himmel gehyptes Buch “Utopia for Realists” träumt vom bedingunglosen Grundeinkommen, 15-Stunden-Arbeitswoche und einer Welt ohne Staatsgrenzen.
    Der innovative Schmäh (siehe sein Interview im “Economist”) besteht darin, all das als nicht-linke Ansinnen zu verkaufen. Der Fehler der deklarierten Sozialisten läge seiner Meinung nach im Zwang, während er bloß anregt, damit zu experimentieren, zumal es ja gar keine natürliche Ordnung gäbe, wie Menschen ihr Zusammenleben organisieren. Tabula rasa reloaded.

    Offensichtlich sind die Sozialisten bei den Leuten schon dermaßen unten durch, daß sie nun im neuen Gewand auf die Bühnen hüpfen müssen, irgendwie lockerer und mit der Parole: “Versuchen wir’s einfach mit den Utopien”. Nachdem er im “Economist” exemplarisch einige Pseudobürgerliche aufzählte, die mit linken Agenden hausieren gingen, wähnt er sich richtig mit der Behauptung, das Links-Rechts-Schema hätte sich überholt. Netter Versuch, denn ebenso wie jemand dumm ist, der Dummes tut (frei nach ‘Forrest Gump’), ist derjenige links, der Linkes propagiert.

    Hayeks ‘Weg in die Knechschaft’ war den Sozialisten in allen Parteien gewidmet; speziell in Umbruchszeiten wie den aktuellen sollte unser Augenmerk diesen schwarz lackierten Maulwürfen gelten, die mit Scheinopposition das politmediale Werkel befeuern und mit dem daraufhin einkassierten Zuspruch an der Wahlurne erst recht wieder linke Politik betreiben.

  13. Selbstdenker

    @Oliver H:
    Die Philosophie, auf der der Marxismus aufbaut, hat in mehrfacher Hinsicht was dämonisches an sich:

    Ein Dämon kann ohne Wirt nicht überleben. Er nistet sich im Bewusstsein seines Opfers ein, flüstert im Schlaf unaufhörlich Parolen ins Ohr und verdreht im Wachzustand die Interpretation von Wahrnehmungen. So kann er den Wirt zu Handlungen motivieren, die dieser bei eigenen, vernunftbasierenden Entscheidungen nicht tun würde. Ziel ist es über den Wirt zu agieren und Ressourcen bzw. Leistungen anderer an sich zu reißen.

    Wenn die Ressourcen vom Wirt erschöpft sind, kommt es zum unausweichlichen und lautstarken Showdown, bei der sich der Dämon nochmals von seiner ungeschminkten Seite zeigt. Er verlässt den Körper des Besessenen und sucht sich mit einen neuen Namen einen anderen Wirt.

    “Wie konnte das nur passieren?!”

    Was haben sämtliche Implementierungsversuche vom “Sozialismus” gemeinsam? Das nachher behauptet wird, dies hätte nichts mit dem Sozialismus zu tun. Er wird einen neuen, in seinem Selbstverständnis nicht ganz sattelfesten Wirt finden und das Grauen kann unter einer neuen ideologischen Marke von vorne losgehen.

    Damit erfüllten die Anhänger vom Sozialismus, Einsteins Definition vom Wahnsinn:
    “Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.”

    Rutger Bregman hat erkannt, dass der Sozialismus längere Zeit seit 1989 wieder zur Anti-Marke geworden ist. Er versucht bereits eine neue Marke für den alten, ranzigen Inhalt aufzubauen.

  14. mariuslupus

    @astuga
    Korrekt, die Verschiebung ist ideologisch nach links gegangen. Nur ein Vergleich, die Positionen von Merkel und Helmuth Schmidt. Ein SPD Kanzler wie es Schmidt war, hätte die katastrophale Situation in die Merkel die EU manövriert hat, nie zugelassen. Merkel würde den Attentätern von Mogadiscio des Bundeskreuz am Schnürrl verleihen, die GSG Männer hätte sie zum Strafzettel verteilen abkommandiert.

  15. Karl

    @Oliver: “Offensichtlich sind die Sozialisten bei den Leuten schon dermaßen unten durch, daß sie nun im neuen Gewand auf die Bühnen hüpfen müssen”

    Wie aktuell beim linken Dandy Macron zu sehen. Durch und durch ein Sozialist, wird medial aber als der Messias der Mitte insziniert.
    Die dumpfe Masse wird es glauben und wieder den Sozi-Rattenfängern hinterher laufen.

  16. Johannes

    Die etablierte Politik in Europa weiß was auf dem Spiel steht. Nach dem Brexit fanden bzw finden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Österreich statt. Angesichts dieser Tatsache und das seit dem Jahr 2015 eine gewisse Sensibilisierung der Menschen bezüglich massiver Einbußen an Sicherheit (nein ich spreche nicht von den Statistiken sondern von den Terroranschlägen und der Terrorgefahr) stattgefunden hat ist es ein Gebot der Stunde die Wahlen mit der Übernahme von stets als populistisch gebrandmarkten Positionen zu bestreiten.
    Ob diese Positionen nach den Wahlen dauerhaft gehalten werden ist fraglich, nicht zuletzt in den Medien und bei den NGO ist es verdächtig ruhig geworden auch dort weiß man was auf dem Spiel steht und plötzlich können grundvernünftige Ankündigungen der Regierenden ohne nennenswerten Widerstand zumindest angekündigt werden.
    Was danach geschieht? Schwer zu sagen, aber eher unwahrscheinlich das es nach den Wahlen so weitergeht wenn die Rechnung der Etablierten aufgeht und es zu keinem Wechsel kommt wird uns die EU, nach meiner Meinung, wieder gehörig abwatschen.

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