Hauptsache, die Blasmusik gerettet

(A. UNTERBERGER) So sieht Sparen auf österreichisch aus. Die Koalition hat sich geeinigt. Es werden nicht so viele Kasernen zugesperrt und nicht ganz so viele Panzer außer Dienst genommen wie ursprünglich geplant. Es gibt mehr Geld für die Miliz. Aber vor allem: Alle neun Bundesländer behalten eine – wenn auch etwas verkleinerte – Militärmusik.

Es gibt aber keinen Ton dazu, wo statt dessen gespart würde. Die Musik ist in Österreich offenbar die für die Verteidigung wichtigste Einheit.

Damit haben sich wieder einmal die Landeshauptleute durchgesetzt, die halt gerne jeder eine „eigene“ Musikkapelle haben. Die immer nur das Geld anderer ausgeben, die mit verschränkten Armen den Bund in immer tiefere Schulden hineingleiten sehen. Und die Regierung kann sich gegen sie weiterhin nicht durchsetzen.

Selten hat sich die Notwendigkeit einer effizienten Landesverteidigung so deutlich gezeigt wie durch die Kriege 2014. Aber die Wünsche von Bürgermeistern (Kasernen) und Landeshauptleuten (Musik) erhöhen die Verteidigungsbereitschaft mit Gewissheit nicht.

Das ist offensichtlich ein Sieg der ÖVP gegen die schwer angeschlagene Faymann-SPÖ. Ein glaubwürdiger Verfechter der Notwendigkeit von Landesverteidigung UND Sparzwängen ist die ÖVP damit sicher nicht geworden. Sechs Panzer sind zwar ein Mini-Pluspunkt für die Landesverteidigung. Kasernen und Musikkapellen aber sicher nicht. (hier)

21 comments

  1. Rennziege

    Vielleicht a wengerl a Weisheit hinter der G’schicht: Es gibt Bundesheer-Blaskapellen, deren Geräusche jeden Feind wirksamer in die Flucht schlagen als Panzer und Eurofighter. Würde Kanzler Faymann nach seiner aktiven Zeit das Dirigentenstaberl schwingen, wäre Österreichs Souveränität vollends unangreifbar.

  2. w.maurer

    Die Militärmusik hat (hätte) eine wichtige Funktion in unserem Land, nämlich die Akzeptanz des Bundesheeres in der Bevölkerung, die höher ist als manche glauben, auf sympathische Weise weiter zu verbessern. Wer Veranstaltungen der, musikalisch oft sehr hochstehenden, Militärmusik beobachtet, kann diese Sympathie tatsächlich spüren. Die österreichische Bevölkerung hat auch sicher mehr Verständnis als die aktuelle Politik, für höhere Militärausgaben, wenn diese zu einer echten Modernisierung führen würden.

  3. Ähm

    Ich finde es ziemlich verlogen von Ihnen, Herr Unterberger, wenn Sie die Landesverteidigung als notwendig erachten, um dann im nächsten Atemzug auf sie draufzuschlagen!

    Unsere Souveränität kann nur von einem schlagkräftigen Heer verteidigt werden. Wissen Sie, was Sie wirklich anprangern sollten?! Die Milliarden, die der Staat in den Rachen der immerzu gierigen Sozialleistungsempfänger schiebt! 40 Milliarden geben wir für Pensionen aus! Jährlich! Für etwas, worauf niemand, absolut niemand (!) ein Recht hat. Unsere Pensionisten werden unseren Arsch nicht retten, wenn die Museln anfangen, uns niederzumetzeln oder die Russen oder Amerikaner beschließen sollten, dass endlich wieder einmal so ein richtig schöner Weltkrieg (wenn auch in anderer Form als damals) hermuss!

    Herr Unterberger, diese Leute sind (zumindest theoretisch, in der Praxis weiß man das ja nicht) bereit, ihr Leben für uns alle zu geben! Wir sollten diese Menschen verehren, wir sollten ihnen Bewunderung entgegenbringen. Unser Heer sollte mit modernstem Kriegsgerät ausgerüstet sein und die besten Leute engagieren. Dafür reichen fünf Milliarden jährlich! Nebenbei bemerkt: Fünf Milliarden jährlich, das ist jene gewisse Summe, die unsere Allparteienräuber in den Rachen einer unnötigen ÖBB zu werfen pflegen.

    Auch ist die primitive Forderung nach Abschaffung der Länder und Gemeinden so ziemlich das Ärgerlichste, was einem begegnen kann! Leute, geht es euch noch gut?! Wir geben 15 Milliarden für Subventionen aus, wiederum jährlich! Wollt ihr mir alle weismachen, dass ihr lieber beinahe 1000 Jahre lang bestehende Einheiten, die nahe am Bürger sein können, auslöschen wollt, als dass ihr Unternehmen geschenkte Steuergelder streicht!? Ist nicht euer Ernst, oder?!
    Verdammt noch einmal wir brauchen eine Revolution in unserem Staat und nicht seine Aushöhlung! Wir brauchen endlich ein Parteienverbot, eine Bereinigung der Verfassung, sodass sie nur noch in einem Dokument existiert (und nicht wie jetzt in tausend [nein das ist keine metaphorische Zahl] Einzelgesetzen). Wir brauchen eine moderne Justiz, die Verfahren so schnell, wie es die Rechtssicherheit zulässt durchführt. Wir brauchen eine Polizei, die uns schützt und nicht eine, die nur mit den Schultern zuckt, wenn einem das Auto gestohlen wird. Wir brauchen endlich die Erstarkung der Länder. Das Verhältnis EU- Österreich müsste eher das Verhältnis Österreich- Land sein (sieht man von der Kompetenz- Kompetenz ab).

    Was wir nicht brauchen, sind Pensionistenheere, Sozialschmarotzerheere, Beamtenheere und vor allem keine “Reformer”, die meinen, unserem Land gehe es sofort besser, nur weil man den Menschen ihre Gemeinden und Länder wegnimmt, jene letzten politischen Gebietskörperschaften, zu denen der Bürger noch halbwegs einen Bezug hat!

    Die EU erwähne ich gar nicht mehr, die gibt momentan sowieso ihr letztes Todesröcheln von sich.

  4. Erich

    @Ähm
    Warum bringen sie ihre Ideen gegen die Pensionisten nicht zu Ende? Sollen die arbeiten bis sie tot umfallen? Oder soll jede Familie 10 Kinder haben, die dann die Alten, die keinerlei Einkommen mehr haben, ernähren? Oder schaffen wir Pensionistenanhaltelager (was das zur Folge hat kennen wir aus der Vergangenheit mit anderen Volksgruppen bzw. Anhängern von Parteien)? Oder wollen sie alle, die aus der Arbeitswelt – freiwillig oder weil sie nicht mehr können – ausscheiden aussteuern (wie die Arbeitslosen in der 1.Republik)?

    Ich glaube, sie sind noch sehr weit weg von dem Alter, in dem man sich Gedanken macht, wie es weitergeht. Sie sollten zuerst ihre offensichtliche Midlifecrisis überwinden bevor sie uns mit solchen Ideen überschütten!

    Es gibt übrigens so viele Beamte, weil es so viele Gesetze und Verordnungen gibt, die exekutiert werden müssen. Bezüglich Verfassung darf ich die USA anführen: dort waren auch jede Menge amendements notwendig um einen modernen Staat zu garantieren.

    Und zu ihren revolutionären Vorschlägen: was hat die französische Revolution den damals lebenden Franzosen gebracht? Hunderttausende Geköpfte und schlussendlich einen Kaiser, der die Menschen bei seinen Kriegen verheizte.

  5. Ähm

    @ Erich

    Ich bin noch viel jünger als Sie denken und von Midlifecrisis weit entfernt, keine Bange. Und trotzdem habe ich mir, ob Sie es nun staunend zur Kenntnis nehmen wollen oder nicht, genug Gedanken über die Pensionisten gemacht. Da ich Ihrerseits von einem reifen Alter ausgehe, werde ich Sie, denke ich, erfreuen können, wenn Sie lesen, dass meine Pläne eine starke Erhöhung der Pensionen vorsehen. Richtig gelesen.
    Nichtsdestotrotz ändert das nichts am Grundprinzip, dass niemand ein Recht auf eine Zahlung des Steuerzahlers hat, nur weil er alt ist. Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich und muss selbst sehen, wie er in der Zeit zurechtkommt, wo er physisch nicht mehr in der Lage ist, zu arbeiten. Nebenbei bemerkt sieht die Realität momentan bei Weitem nicht im Mindesten so aus, das die Pensionisten physisch nicht mehr in der Lage wären, zu arbeiten, aber bitte.
    Die Pensionen sollten also erhöht werden, gleichzeitg muss all jenen, die noch die Zeit für Altersvorsorge haben, klar gemacht werden, dass sie keine staatliche Pension erhalten (was im Übrigen sowieso so sein wird). Das Umlagesystem muss sukzessive aufgelöst werden. Selbstverständlich geht das alles nur in einem Umfeld, wo wir ein stabiles Geldsystem haben. Kein staatliches Papiergeld mehr, kein Teilreservesystem mehr und zahlreiche weitere Begleitmaßnahmen. Sie sehen, ich habe weitaus mehr bedacht, als Sie jemals vermuten würden. Eingehen kann ich hier natürlich nur auf einen Bruchteil.

    “Es gibt übrigens so viele Beamte, weil es so viele Gesetze und Verordnungen gibt, die exekutiert werden müssen. Bezüglich Verfassung darf ich die USA anführen: dort waren auch jede Menge amendements notwendig um einen modernen Staat zu garantieren.”

    Korrekt, deswegen müssen zahlreiche Gesetze auch “sterben”. Und nein, damit meine ich nicht das ABGB, die StVO, das StGB usw.
    Und wenn eine Verfassung Anpassungen benötigt ist das überhaupt kein Problem. Meine Forderung ist ja auch nicht “Machen wir keine Verfassungsgesetze mehr”, sondern “Streichen wir die unzähligen unnötigen Verfassungsbestimmungen und fassen die ganze Verfassung in einer Urkunde zusammen”. Dieser Urkunde kann man ja problemlos Gesetze hinzufügen, wird ja heutzutage auch ständig betrieben (auf nicht gerade professionelle Art und Weise).
    Und bitte erläutern Sie mir, was ein “moderner Staat” ist. Hohle Floskel?

    Und bitte seien Sie nicht naiv. Das Wort Revolution bedeutet nicht Köpfen und alles über den Bach schmeißen in der Hoffnung, es kommt was Besseres. Das Wort Revolution bedeutet einfach nur, dass Vieles anders gemacht wird. Und ich bitte Sie doch, dieses Andere am Inhalt zu messen und nicht an historischen Ereignissen. Sowas machen nur Kleinkinder.

  6. Thomas Holzer

    Ich hoffe, Ortner’s blog verkommt nicht zu einer Spielwiese von Verschwörungstheoretikern………

  7. Fragolin

    @Ähm
    Vielleicht etwas weniger hart formulieren, dann unterstütze ich Ihre Worte gern.
    Den Alten auzurichten, sie sollen eben arbeiten gehen, wenn sie sich nichts erspart haben, ist in einer Gesellschaft, in der über 45-jährige praktisch nicht mehr vermittelbar sind, schon etwas dreist. Zusätzlich unter dem Gesichtspunkt der massiven Vernichtung von Sparguthaben, die wir derzeit erleben dürfen.
    Das Umlagesystem als solches ist die beste Lösung für alle Beteiligten, wenn man es als reines Umlagesystem betreibt und nicht als den Badeteich wohlerworbener Rechte, in dem sich heute privilegierte Pensionisten tummeln. Die in unserer Gesellschaft fest verankerte Mentalität des leistungsfreien Bereicherns der Alten auf Kosten der Jungen ist unerträglich.
    Aber was heißt reines Umlagesystem?
    Alle Einnahmen aus der Pensionskassa, die monatlich dort hineinfließen, werden nach einem prozentualen Schlüssel auf die bestehenden Pensionisten aufgeteilt. Das heißt, je mehr Einnahmen, desto höhere Bezüge; je weniger Einnahmen, desto schmälere Bezüge. Ja, die Pensionen wachsen, wenn Zahl und Verdienst der Aktiven wächst und schrumpfen, wenn immer mehr in die Pension drängen. Denn warum sollen die Jungen allein die Folgen einer wirtschaftlichen Krise schultern und die alleinigen Träger von Kaufkraft- und Wohlstandsverlusten sein?
    Dieses Modell würde, neben der Abschaffung einer gesetzlichen Alterspensionsgrenze, plötzlich dazu führen, dass sich auch Ältere, statt vom “wohlverdienten Ruhestand” in Saus und Braus zu träumen, wieder interessiert daran zeigen würden, woher denn ihr Geld so kommt und wie gut oder schlecht es der Wirtschaft geht.
    Aber die immer eingeforderte Solidarität soll immer wieder nur eine Einbahnstraße von Jung zu Alt sein, während die Alten trotzig pöbeln, sie würden ihren Enkeln ja genug schenken.
    Übrigens steht vor meinem Alter schon ein 5er, ich bin der Pension nicht mehr allzu fern. Aber trotzdem widert mich das bestehende System und die trotzigen Forderungen der Pensionisten nach längerer Arbeitszeit und Verzicht nur auf Seiten der Jungen an.

  8. Fragolin

    @Erich
    Geht es noch ein wenig populistischer? Wer das Bestehende kritisiert will gleich alle Alten ausrotten?
    Da muss ja jemand sehr fettte Ansprüche gefährdet sehen, um so zu reagieren.

  9. Ähm

    @ Fragolin

    “Den Alten auzurichten,…”

    Habe ich nicht, im Gegenteil, mein Plan (s.o.) sieht vor, die Pensionen zu erhöhen, von mir aus auch für jene, die über 45 sind, gerade wegen der von Ihnen angeführten Punkte. Unter 45 (irgendwo muss man eine Grenze setzen) ist es dann aber vorbei.

    “Das Umlagesystem als solches ist die beste Lösung für alle Beteiligten”

    Bezeichnen Sie es als Lösung, wenn der Staat Geld raubt, um es Leuten zu schenken, die arbeiten gehen könnten? Also bitte, Sie müssen schon begründen, warum jemand überhaupt ein Anrecht auf Pension haben soll. In einer Marktwirtschaft hat man sein Leben lang genug Zeit, um sich Geld für das Alter auf die Seite zu legen. Und wenn einer das nicht tut, belohnt man ihn auch noch, indem man hart arbeitende Menschen beraubt? Sind wir schon so weit, dass sogar Menschen mit Vernunft dem zustimmen?!

    “Das heißt, je mehr Einnahmen, desto höhere Bezüge; je weniger Einnahmen, desto schmälere Bezüge”

    Wenn also 2/3 der Bevölkerung im Pensionsalter sind und eine Wirtschaftskrise herrscht, wollen Sie die Bezüge entsprechend kürzen? Also leben die Pensionisten dann von 50 Euro im Monat?

    Hören wir endlich auf, davon auszugehen, dass der Staat die Bürger berauben darf, um dann munter herumzuverteilen. Der Staat muss erst begründen, warum er unbedingt Geld für alte Menschen braucht, nicht der Bürger begründen, warum er keine Beiträge in die PV leisten will.

  10. MaKu

    das BH wurde von VP-SP im Gleichschritt total ruiniert, keine Frage!
    die Militärmusik ist gut und unterhaltend – Klug u Konsorten nur blöd.

  11. Fragolin

    @Ähm

    Erstens ist ein Ansparen aufs Alter reines Russisch Roulette; momentan werden Sparguthaben durch ihre reine Existenz verbrannt.
    Zweitens wird immer verdient, somit ist ein Umlagesystem die einzige Versicherung, dass zumindest die Alten nicht verhungern müssen.
    Das solidarische Umlagesystem abzuschaffen heißt die staatliche Pension abzuschaffen. Wie sie das System und damit die Pensionszahlung abschaffen und gleichzeitig die Pensionszahlung erhöhen wollen, verschließt sich mir.

    Das Pensionsumlagesystem sehe ich nicht als Enteignung sondern als Solidarität. Enteignung orte ich erst, wenn Steuern erhöht werden um widersinnige Pensionsansprüche mit Steuermilliarden zu subventionieren. Was das Umlagesystem hergibt, muss ausreichen. Es kann mehr werden oder weniger, aber niemals nichts. Es ergibt sich immer nur ein prozentualer Anteil am Gesamtkuchen für den Einzelnen, aber kein Anspruch auf absolute Beträge oder gar deren automatischer Steigerung.
    Wer mehr haben will oder früher in Pension gehen, der kann sein Glück mit Sparmodellen oder Investitionen versuchen. Wohin das führen kann brauchen Sie nur jene amerikanischen Pensionsfonds fragen, die gerade ihren Kunden ausrichten dürfen, dass ihre künftige Pension, auf die sie z.T. Jahrzehnte angespart haben, sich in Luft aufgelöst hat. Das Umlagesystem würde jene, die Pech hatten, zumindest auffangen.

    Ich bin absolut kein Freund staatlicher Zwangsumverteilung, aber im Pensionsumlagesystem sehe ich die einzige Chance dafür, die Alten zumindest nicht verhungern zu lassen, wenn Krisen ihr Erspartes vernichtet haben.
    Ich sehe keinen Bedarf zur Solidarität mit Menschen, die nie einen Finger zum Nutzen unserer Gesellschaft gekrümmt haben; der Anteil am Kuchen soll sich durchaus am Anteil der Einzahlungen über die Lebenszeit errechnen lassen. Auf prozentuale Anteile besteht ein Anspruch der sich aus vorangegangener Leistung ergibt; da sehe ich kein willkürliches Herumverteilen des Staates. Es gibt auch keine Mindestpension, sondern genau das, was sich aus dem Prozentschlüssel ergibt. So bleibt durchaus jeder seines (Pensions-)Glückes Schmied.
    Aber wie gesagt, absolute Ansprüche lassen sich daraus nicht ableiten. Diese sind der einzige Todesstoß für das Umlagesystem.

  12. Ähm

    “Erstens ist ein Ansparen aufs Alter reines Russisch Roulette; momentan werden Sparguthaben durch ihre reine Existenz verbrannt.”

    Man muss sich zwangsweise die Frage stellen, ob hiesige Kommentatoren wirklich des sinnerfassenden Lesens mächtig sind. Ich habe Ihnen schon ad nauseam dargelegt, dass das Geldsystem sowieso verändert werden muss und in einem Vollgeldsystem verbrennt gar nichts mehr. Was soll ich hier noch machen? Es in Kleinkindworte verpacken?

    “Zweitens wird immer verdient, somit ist ein Umlagesystem die einzige Versicherung, dass zumindest die Alten nicht verhungern müssen.”

    Es drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob Sie ernsthaft der Meinung sind, dass die Menschen bis ins Jahr 1920 verreckt sind, sobald sie nicht mehr arbeiten konnten. Sagen Sie jetzt nicht ja, denn das entbehrt jeglicher Grundlage. Nochmal: Man hat in einer Marktwirtschaft zigtausende Möglichkeiten, sein Vermögen so anzulegen (sogar die Matratze würde genügen), dass man auch im Alter gemütlich davon leben kann.

    “Das Pensionsumlagesystem sehe ich nicht als Enteignung sondern als Solidarität.”

    Wenn wir zwei verschiedene Sprachen sprechen, brauchen wir gar nicht weiter reden. Ich sprach von Raub:

    Raub

    § 142. (1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben (§ 89) einem anderen eine fremde bewegliche Sache mit dem Vorsatz wegnimmt oder abnötigt, durch deren Zueignung sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.

    Wenn Sie wirklich meinen, dass der Staat nicht raubt, dann frage ich mich, in welcher Realität Sie leben.
    Und Solidarität schließt staatlichen Zwang per definitionem aus. Dass staatliche erzwungene “Solidarität in Wahrheit zur Entsolidarisierung führt, wurde hier im Blog mit zahlreichen Artikeln dargelegt. Lesen Sie die überhaupt?

    “Wie sie das System und damit die Pensionszahlung abschaffen und gleichzeitig die Pensionszahlung erhöhen wollen, verschließt sich mir.”

    Da kann ich mir gut vorstellen. Ich habe Ihnen auch das schon erklärt. Jeder unter 45 bekommt keine Pension mehr, über 45 erhöhte Pensionen.

    Den Rest Ihres Sermons hätten Sie sich sparen können, da es nur Tautologie darstellt.

    Übrigens schätze ich Sie als beständigen ÖVP- Wähler ein, der gerne FPÖ wählen würde, sich aber nicht traut. Wie auch immer, Ihr Wahlverhalten hat dazu geführt, dass wir heute auf einem unabzahlbarem Schuldenberg leben. Danke dafür! Menschen wie Sie richten mit ihrem politischem Engagement weit mehr Schaden an, als würden sie nichts tun.

  13. Fragolin

    Schon erstaunlich, wie präpotent jemand daherkommt, wenn er eine Abweichung von seiner Meinung ortet.
    Sie liegen mit Ihrer Einschätzung meines Wahlverhaltens zwar weit neben der Realität, aber das gilt auch für Ihr gesamtes Wunschdenken. Ich richte mich aus Lebenserfahrung an der Realität aus und versuche diese lieber besser zu gestalten als Revolutionsträumen nachzueifern. Dies sei Ihrer unbedarften Jugend zugeschrieben.
    Wie ich Sie ansonsten einschätze behalte ich lieber für mich. Soviel Höflichkeit muss sein.

  14. Fragolin

    @Ähm
    Nachtrag: die durchschnittliche Lebenserwartung 1920 betrug keine 60 Jahre; früher noch weniger.
    http://www.berlin-institut.org/newsletter/Newsletter_13_09_2006.html
    Über die Altersversorgung von Bürgern brauchte sich damals keiner Gedanken machen; außer Adligen und Beamten, beide wohlbestallt, stand keiner vor dem Problem, eine Krankheit zu überleben, die ihn arbeitsunfähig macht. Wenn Sie diese Zeiten als Vorbild Ihres Traumreiches machen, ist Ihnen nicht zu helfen.

  15. Ähm

    Schon merkwürdig, wie schnell jemand nach Beleidigungen greift, nur weil er keine Ahnung hat und ihm die Argumente ausgehen. Ihre Höflichkeit können Sie sich sparen, es wäre mir lieber, Sie würden etwas mehr wirtschaftlichen Sachverstand mitbringen. Und Ihr Wahlverhalten kann meiner Vermutung gar nicht weit entfernt sein. Es gab damals ja nur vier Parteien, bzw. noch früher nur drei.Und dass Sie damals protestierender, ob der Massenverschuldung aufschreiender Protestwähler waren, können Sie Ihrer Urgroßmutter erzählen.

    Zum einzigen “Argument” Ihrer zwei Beiträge: die Lebenserwartung sagt rein gar nichts aus. Es gab damals genug Menschen, die weit über 60 waren und Ihre Aussagen suggerieren nunmal, dass diese eigentlich gar nicht hätten leben dürfen. Haben sie aber. Schon komisch, nicht wahr?

  16. Ähm

    Übrigens: Präpotenz ankreiden, nur weil ich Ihnen mal den Spiegel Ihrer Unwissenheit vor Augen führe und sich gleichzeitig präpotent auf einen Sockel heben, und das nur weil sie früher geboren wurden, das ist wirklich ein starkes Stück. Ihr alten Säcke habt wirklich Mumm uns in die Schuldenfalle zu wählen und dann auch noch dummdreist euch für schlauer zu halten.

  17. Dorfbewohner

    @ Ähm
    Kam gestern Abend nicht mehr dazu, aber als “alter Sack”(67) wollte ich Ihnen sagen, dass Sie vollkommen richtig liegen!
    Es freut mich, dass es auch junge Leute mit derartig abgerundetem Gesamtverständnis gibt.
    Komme mir ein bisschen vor wie Ron Paul im Kreise seiner jungen Libertären.
    Ich hatte übrigens in meiner Jugend auch so einen “Ron Paul” als Augenöffner.
    Also nicht jung gegen alt positionieren, sondern forschend gegen behäbig.

  18. Ähm

    @ Dorfbewohner

    Ich danke Ihnen für Ihren Kommentar. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es genug ältere Menschen gibt, die Bescheid wissen. Mein Posting war gegen all jene “alten Säcke” gerichtet, die in lernresistenter Weise mal mehr, mal weniger Reformen fordern, aber einfach nicht einsehen wollen, dass sich grundlegend was ändern muss.
    Es wird sich sowieso alles stark durch den finalen Crash ändern, aber wir müssen schauen, dass wir unsere Lektionen daraus lernen und die Zügel in der Hand behalten.
    Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr!

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