Henryk Broders Weihnachts-Ansprache

Von | 19. Dezember 2017

“…Guten Abend, meine Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen, liebe Wähler und Wählerinnen, liebe Verbraucher und Verbraucherinnen, liebe Alle, die Sie, wie auch ich, gut und gerne in diesem Land leben. Ich weiß, dass sich einige von Ihnen auf diesen Abend gefreut haben. Willkommen. Ich weiß aber auch, dass andere diesem Fest der Freude mit einem wohltemperierten Grauen entgegengefiebert haben, wie ein Patient einer Vorsorgeuntersuchung. Guten Abend, Herr Eichel.

Beißen Sie die Zähne tapfer zusammen, halten Sie durch. Und nehmen Sie es bitte nicht persönlich, was ich Ihnen sagen werde. Einige meiner besten Freunde sind Sozialdemokraten – oder sie waren es, bevor sie zur AfD überwechselten.

Ich habe lange überlegt, worüber ich zu Ihnen reden soll. Ich möchte Sie nicht langweilen, aber – ganz ehrlich – ich habe auch keine Lust, Sie zu bespaßen. Sie werden schon genug bespaßt, von den Kollegen bei den Tagesthemen, von Claus Kleber im heute-journal, von Mario Barth und Oliver Welke, von Thomas de Maizière und Martin Schulz. Ich weiß, dass ich mit diesen Großmeistern des Humors nicht mithalten kann. weiter hier

5 Gedanken zu „Henryk Broders Weihnachts-Ansprache

  1. Rennziege

    Broder, wie immer, ein Leuchtturm in der Brandung. Den allgegenwärtigen Bespaßern kann man nur wünschen, ihn unvoreingenommen zu lesen. Ob sie’s tun werden? Aber auch hier gilt die alte nautische Erfahrung: Wer den Leuchtturm ignoriert, zerschellt an der Küste.

  2. caruso

    Großartig, wie Broder meistens ist. Und ich könnte mich schieflachen, wäre das Ganze nicht so
    traurig. Wie tief D gesunken ist – allen voran seine Politiker und seine Medienmacher. Schade,
    so schade!
    lg
    caruso

  3. Thomas Holzer

    @Caruso
    Sie schreiben es!
    Aus dem Kommentarbereich:
    “Michael Steiding / 19.12.2017

    Man stelle sich vor, man hätte “Für ein friedliches Miteinander aller Menschen“ auf das Holocaust-Denkmal geschrieben.”

  4. Falke

    @Thomas Holzer
    Genau diesen Kommentar habe ich auch gelesen und dessen Sarkasmus mehr als treffend gefunden.

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