Herr Hitzlsperger ist schwul, na und?

Von | 11. Januar 2014

(C.O.) Seit der deutsche Fußballer Thomas Hitzlsperger seine Homosexualität öffentlich gemacht hat, hyperventilieren die deutschen Medien in einem derart überschäumenden Ausmaß, als hätten die beiden derzeit im Vatikan lebenden Päpste ihre bevorstehende Verpartnerung annonciert; die deutsche Bundesregierung sah sich genötigt, zu diesem Vorfall offiziell Stellung zu beziehen, und selbst der britische Premier behelligte die Öffentlichkeit mit seiner doch eher unerheblichen Meinung über die sexuelle Orientierung des Deutschen Hitzlsperger.

 Nun wurde zwar Homosexualität in der seltsamen Welt des Fußballs bisher tatsächlich verdrängt wie im viktorianischen England, was vermutlich mit dem betont männlichkeitsorientierten Charakter dieses Sportes zusammenhängt – aber dass die Frage, mit wem Herr Hitzlsperger gern Verkehr hat, für derartige unproportionale mediale Erregung sorgt, ist gelinde gesagt eher eigenartig. Noch dazu in einem Land, in dem schwule Spitzenpolitiker (anders als übrigens in Österreich) mittlerweile erfreulicherweise völlig akzeptiert sind. So what?

Noch wesentlich befremdlicher wird der Medien-Hype um den schwulen Kicker jedoch angesichts eines anderen Vorfalles, um den sich die dermaßen aufgeregte Öffentlichkeit erstaunlich wenig schert. Denn just als sich Hitzlsperger outete, wurde Fifa-Boss Sepp Blatter bei einer Pressekonferenz darauf angesprochen, dass im streng muslimischen Emirat Katar, dem Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2022, Homosexualität mit Auspeitschung bestraft wird – und dass der dortige Chef der Gesundheitsbehörden ankündigt: “Wir müssen strengere Maßnahmen ergreifen, die uns helfen, Schwule zu entlarven, die wir dann an der Einreise hindern können.”

Für Herrn Blatter ist das kein Problem. “Ich denke, dann sollten sie jegliche sexuelle Aktivität unterlassen”, blaffte der Fifa-Präsident in Richtung Homosexuelle und fand das auch noch komisch. Doch von einem medialen Aufschrei gegen Blatter keine Spur.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Emirate am Golf einschlägig unangenehm auffallen. Erst dieser Tage wurde dem Fußballer Dan Mori vom niederländischen Klub Vitesse Arnheim die Einreise zum Trainingscamp in Abu Dhabi verweigert, weil er israelischer Staatsbürger ist. Im benachbarten Dubai wiederum wurden im Herbst israelische Schwimmer bei einem Wettkampf systematisch diskriminiert, weder die Flagge des Judenstaates noch dessen Name durften gezeigt oder genannt werden.

Dass in einer Gegend, wo Juden und Schwule dermaßen systematisch grob menschenrechtswidrig behandelt werden – ohne jegliches Unrechtsbewusstsein in aller Öffentlichkeit -, in wenigen Jahren eine Fußball-WM ausgetragen wird, ist ein wirkliches Ärgernis. Dass Politiker, die mit hohlem Gestus Wladimir Putin in Sotschi boykottieren, dazu bloß schweigen, ist ungustiöse Doppelmoral. Und dass jene mediale Öffentlichkeit, die sich über ein Kicker-Outing nicht einkriegen kann vor Vergnügen, das kaum der Rede wert findet, ist nicht gerade eine journalistische Glanzleistung. (WZ)

22 Gedanken zu „Herr Hitzlsperger ist schwul, na und?

  1. Thomas Braun

    Schwule werden seit jeher skeptisch betrachtet oder sogar angefeindet, weil das, was Schwule in der Hitze sexueller Erregung miteinander tun, die ueberwiegende Mehrheit der nicht-schwulen Männer schlicht und einfach anekelt.

    Sie sollen es tun dürfen. Keine Frage. Aber je offensiver sie das Schwulsein bewerben, desto heftiger wird die allgemeine Ablehnung ausfallen, die – wie so vieles anderes – lediglich von der uebermaechtigen politischen Korrektheit niedergedrückt wird.

  2. Thomas Holzer

    @Der Realist
    Das Gleiche gilt aber auch für Heteros.
    Man sollte eigentlich denken, daß es niemanden interessiert, wer es mit wem wo treibt, aber “unsere” informationsgetriebene Adabeigesellschaft würde halt liebend gerne jedem A bis Z “Promi” bei dessen Aktivitäten im Schlafzimmer zusehen. Einfach nur mehr peinlich, wenn jede Minute eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden muß.

  3. Reinhard

    Laut den deutschen Medien ist “Hitzelspergers mutiges Outing beispielgebend”.
    Welches Beispiel gibt es denn?
    In seiner aktiven Zeit, als das Zugeben seiner sexuellen Neigung (die eigentlich keinen Menschen zu interesseiren hat!) Nachteile hätte bringen können, hat er brav den Mund gehalten. Nun, wo die aktive Karriere vorbei ist und er in der Versenkung zu verschwinden droht, katapultiert sich der Herr in die Schlagzeilen und bastelt an seiner Karriere als künftiger “erster schwuler Bundestrainer” (wetten, dass…?) oder zumindets als erster “offizieller FIFA-Schwulen-und-Lesben-Beauftragter”. Dass eine Biografie zur nächsten Buchmesse ein Renner wird, ist auch ohne rosarote Glaskugel vorhersehbar.
    Also sagt sein Beispiel: Haltet das Maul, wenn Reden euch schaden könnte und redet nur dann, wenn es euch nutzt!
    Für mich bleibt die Frage: Was, liebe in extatischer Verzückung hyperventilierenden Redaktionsfrösche ist an diesem Verhalten “mutig”? Es interesseirt eh kein Schwein mehr, mit wem oder was irgend ein abgewrackter Exsportler in die Kiste steigt! Wenn einer absolut uninteressante und den Rest der Welt schlicht nichts angehende private Praktiken auspackt, gehört das in die dumpfen Zwitscherkisten von “twitter” und Co., diesen ganzen exhibitionistischen Quatschbuden der virtuellen Freakshow.
    Und ich halte es mit Herrn Thomas Holzer – egal ob schwul, sodomistisch, hetero oder gummifetischistisch, es ist einfach absolut ohne jede Bedeutung, was einer in seinem Schlafzimmer treibt, so lange er keine Unmündigen oder Schwächeren vergewaltigt.

  4. Nattl

    Sexuelle Orientierung sollte wurscht sein, wer mit wem Körperflüssigkeiten austauscht, geht eigentlich niemand was an, solange kein Dritter ohne dessen Zustimmung zu Schaden kommt. Allerdings interessiert mich nicht, welche Neigungen die Menschen haben, mit denen ich im täglichen Leben zu tun habe — wenns doch jemand tut, bekomme ich davon immer diese Bilder im Kopf (egal obs die 140kg/160cm Nachbarin mit neuem Freund oder eben irgendeine Tatütatatyp ist) und das will ich nicht.

  5. Thomas Holzer

    @Nattl
    Sexuelle Orientierung ist/war auch egal, bis zu dem Tag, an dem es “modern” wurde, diese “Orientierung” vor einer zwangsbeglückten Öffentlichkeit auszubreiten; beginnend mit den unterschiedlichsten “Paraden” mit ohrenbetäubendem Getöse bis zu den sog, “outings” aller möglichen und unmöglichen “Promis”. Vielleicht alles mit dem Ziel der vereinigten Linken, die traditionelle Familie endgültig als reaktionär und diskriminierungswürdig (sic!) in den Orcus der Geschichte zu verbannen, im Gegenzug dafür Quoten für Homos, Transen und was es sonst noch alles gibt, einzufordern,

    Ich habe noch nirgendwo gelesen, daß sich ein Hetero während oder nach seiner “Karriere” öffentlich als Hetero geoutet hat 😉

  6. Mona Rieboldt

    Thomas Holzer,
    Herr H. will halt noch etwas Geld verdienen zum Ende seiner Karriere. Soweit sein Outing verständlich und vor allem völlig ungefährlich in Deutschland. Aber wie verrückt muss die Regierung sein, sich dazu auch noch zu äußern, haben wir keine anderen Sorgen? Den Medien fällt halt auch kein anderes Thema ein, da der letzte Amoklauf, den man wochenlang ausschlachten konnte, schon länger zurück liegt.

    Ja, es ist modern geworden, sich zu outen. Und da will ich nicht zurück stehen und oute mich auch: Ich bin hoffnungslos hetero und dafür kann ich nun wirklich nichts. Ich hoffe auf die Toleranz der Gesellschaft. 😉

  7. Turing

    Ich sehe nicht, dass die Medien hyperventilieren. Für “Hitz the Fritz” war das ein mutiger Schritt und es wird für jeden anderen Fußballer ein ebenso mutiger Schritt sein, weil die Reaktionen unangenehm werden. Homosexuellenfeindlichkeit ist nach wie vor tief in der Bevölkerung verankert, vergleichbar mit dem Antisemitismus.

    Mutiger als seine Homosexualität öffentlich zu machen, dürfte nur noch das politische Bekenntnis sein: “Ja, ich wähle FDP.” – Das würde vielleicht Reaktionen hervorrufen.

  8. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    Die deutsche Regierung hat sich ja auch bemüßigt gefühlt, offiziell(sic!) zum Unfall von Herrn Schuhmacher Stellung zu nehmen.
    Ob das modern ist, wage ich zu bezweifeln, ich würde es eher als dumm, einhergehend mit dem schon fast pathologischem Drange, zu Allem und Jedem Stellung zu nehmen, bezeichnen. Dieses Fehlverhalten haben wir anscheinend der totalen Demokratisierung der Gesellschaft zu verdanken; wenn alles demokratisch durchdrungen ist, steht das Private auf verlorenem Posten, und wird dementsprechend bekämpft

  9. Thomas Holzer

    @Turing
    Wen interessiert es?
    Das ist die einzig entscheidende Frage. Und ich denke, die Wenigsten. Würde dies nicht von den Medien aufgebauscht, wäre es nicht mal eine Eintagsfliege.
    Ist es wirklich, das Private ohne Grenzen an die Öffentlichkeit zu tragen?
    Ich denke nicht

  10. Thomas Holzer

    Korrektur
    Ist es wirklich NOTWENDIG, das Private ohne Grenzen an die Öffentlichkeit zu tragen?

  11. Mario Gut

    Ca. 1% sind es, von dem 1% wollen etwa 0,2%, dass man sie deshalb auch lieb hat, was ca. 99,9% der anderen nicht interessiert, aber 100% der veröffentlichten Meinung in den Medien drücken einem das Thema permanent aufs Auge.
    ©Thomas Holzer
    stimmt alles, nur schauen sich 99,9% der “anderen” Liebesfilme von Hetero Pärchen lieber an. “Brokeback Mountain” war zwar ein toller Film, schwule Cowboys werden im Kino und im Leben trotzdem in der absoluten Minderheit bleiben und als Thema wieder in der Versenkung verschwinden – wo es auch hingehört.

    Das Rezept: Einfach machen, nicht von allen Verlangen, dass alle ästhetisch verzückt sind bei dem Gedanken und schon gar nicht mit dem “Diskriminierungs-Staatsanwalt” drohen, wenn man sich damit auch kritisch auseinandersetzt, oder die Adoption schlichtweg ablehnt. Das würde in Zukunft nur mehr Gegendruck erzeugen und der “Backlash” ist dann genau das, was niemand wollte. So “total normal”, wie sich das manche wünschen, wird dieses Thema nie behandelbar sein.

  12. Reinhard

    @Turing
    Wie bezeichnen Sie es sonst, wenn auf allen Kanälen in allen Nachrichten die wichtigste Schlagzeile sich um das Sexualverhalten eines Fußballers dreht? Es geht nicht um Homosexuellenfeindlichkeit (die Sie hier pauschal als “tief verwurzelt” unterstellen) sondern um reales “tief verwurzeltes” Homosexuellendesinteresse, das einigen Herren und Damen dieser Geschmacksrichtung scheinbar nicht in den Kram passt. Den meisten Leuten ist es vollkommen egal und, da liegt der Haken, sie wollen es gar nicht wissen!
    Mich ärgert eher, dass in den wenigen Minuten der Nachrichten statt wichtiger, uns alle betreffender Dinge über das private Treiben uninteressanter Personen berichtet wird – ist das der Auftrag des ÖR-Rundfunks oder sollte dieser nicht das berichten, was die zahlende Mehrheit wirklich interessiert weil betrifft? Ich habe nichts gegen Homosexuelle, es ist mir nur vollkommen egal, ob es jemand ist oder nicht, denn ich finde es bezeichnend tief, wenn sich ein Mensch über seine sexuellen Vorlieben definiert statt über seine Leistungen. Während auf allen Kanälen der angebliche Mut des Herrn Exfußballers gepriesen und diskutiert wird, interessiert sich keiner um die momentanen Vorgänge hinter den Türen von EZB und ESM oder um die Drohungen, mit denen Pleiteland Hellas seine Ratspräsidentschaft eingeläutet hat.

    Mutig ist überhaupt nichts am Verhalten des Herrn H., denn er bekommt weder ein Tor aberkannt noch muss er mit Repressalien rechnen – ganz im Gegenteil, er wird jetzt garantiert in Talkshows eingeladen und kann karrierefördernde PR betreiben. Es ist nur lästig für jene überwältigende Mehrheit der Menschen, die jetzt mit privaten Details über das Sexualleben eines uninteressanten Menschen zwangsbeglückt werden, die sie gar nicht wissen wollen. Während man uns Informationen (bewusst?) vorenthält, die für uns und unsere Zukunft wirklich von Bedeutung sind.

  13. Thomas Holzer

    “Während man uns Informationen (bewusst?) vorenthält, die für uns und unsere Zukunft wirklich von Bedeutung sind.”

    Vielleicht wird ja gerade deswegen derzeit diese “Sau” durchs Mediendorf gejagt, um uns von anderen, wirklich elementaren Dingen abzulenken 😉

  14. gms

    Thomas Holzer,

    “Vielleicht wird ja gerade deswegen derzeit diese “Sau” durchs Mediendorf gejagt, um uns von anderen, wirklich elementaren Dingen abzulenken”

    Gezieltes Ablenken durch Aufbauschen evidenter Nicht-Themen ist eine gerne geübte Praxis. Maßgeblicher allerdings scheint mir die von Ihnen bereits genannte generelle Instrumentalisierung von Schwulen und Lesben durch linke Politik, die damit den Gesellschaftsumbau in Richtung ihrer Dystopie vorantreiben will.
    So wie von unserem aktuellen Bundesheinz in den 70ern in seiner damaligen Rolle als Programmverantwortlicher der hiesigen Roten ausführlich darlegte, kann und darf der Sozialismus niemals stillstehen. Je mehr basale Belange abgehakt sind, umso intensiver sind Randbereiche zu beackern — wenn es sein muß auch mit neuen politischen Gruppierungen, die hierfür zur Sondierung des Terrains vorangeschickt werden. Falls diese neuen Gruppierungen abgeschossen werden, weil das Volk noch nicht ausreichend indoktriniert ist, hält sich der Schaden für die SP in Grenzen.

    Zur Zukunft: Wenn in 20 Jahren in der veröffentlichten Meinung einmal Partnerschaften zwischen drei Geschwistern und einem adoptierten Kühlschrank taxfrei als eine per Ehe gegründete Familie durchgehen, die alle vom Rest der Bürger zu gewährenden denk- und undenkbaren Priviliegien genießen, werden eben Kleinwüchsige, Glatzenträger, Frauen mit brüchigen Fingernägeln oder Leute mit erstem Buchstaben ‘A’ im Namen das neue Ziel-1-Gebiet sozialistischer Agenda.
    Im Erfinden zusätzlicher Opfergruppen, die herausgelöst und und vor den eigenen Karren gespannt werden können, bildet einzig der Himmel den begrenzenden Deckel.

    Daß Homosexuelle inform von Paraden Selbstbewußtsein demonstrieren, halte ich insbesondere in einer offenen Gesellschaft für einen vertretenswerten Akt, unabhängig davon, ob es dieser Akte inzwischen noch bedarf oder nicht, oder ob andere Leute sich davon brüskiert fühlen. Dasselbe gilt für rote Wimpel schwingende Sozialisten am ersten Mai und Aufmärsche ihrer braunen Cousins im April.

    Das Dilemma für Homosexuelle liegt auf der Hand: Sie werden politisch gezielt vereinnahmt und wähnen sich dabei zugleich im Vorteil. Selbst wenn die Mehrheit dies durchschaut und daraufhin ihren anmaßenden und keineswegs selbstlosen Fürsprechern den Mittelfinger zeigen würde, bliebe das einmal ins Rollen gebrachte Faß in Bewegung. Mit den klassischen Proletariern war keine sozialistische Revolution möglich, mit Homosexuellen wird es ebenfalls nicht gelingen, genausowenig mit Glatzköpfen, Annas oder Alevs.

    Sie alle werden unter den für sie erstrittenen Privilegien leiden, weil sie Teil jener Bevölkerung sind, die durch die Gewährung dieser Vorrechte an Dritte in der eigenen Entscheidung immer weiter begrenzt werden. Verlogenheit, Euphemismen, Ausweichverhalten uvm wird verstärkt platzgreifen — den Esel in seinem Lauf wird das nicht aufhalten, im Gegenteil.

  15. Turing

    @Reinhard
    Doch, mutig ist sein Verhalten schon. Zwar ist er nicht mehr als Fußballer aktiv, aber man stelle sich vor, er würde Trainer einer Knabenmannschaft. Ich kann verstehen, dass er sich nicht traute, seine Homosexualität während seiner aktiven Zeit zu offenbaren, aber ganz so mutlos ist es heute auch nicht.

    Selbst wenn es mich persönlich wenig interessiert, scheint es doch sehr viele andere Menschen zu interessieren. Wenn er nicht an die Öffentlichkeit damit geht, dann würde ein Paparazzo eine Kampagne starten. Und da ist es taktisch klug, dann selber die Öffentlichkeit zu suchen. Ihm übersteigerte Selbstdarstellung vorzuwerfen, ist absurd.

    Und Sie hören sich schon an, wie so ein Linker, wenn Sie darauf hinweisen, dass alle Nachrichten eine für sie uninteressante und für uns alle irrelevante Nachricht senden, mit dem Hinweis, es gäbe so viele wichtige andere Anliegen (Euro, ESM etc.) Über diese Themen wird nach wie vor berichtet. Wo also, ist das Problem?

    “Hitzlsperger nimmt dem ESM die Sendezeit weg.”, klingt wie “Die Ausländer nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg.”, ein populärer Satz bei NPDler und bei Gewerkschaftern.

  16. Selbstdenker

    Ein wirklich mutiger Schritt wäre es, wenn Herr Blatter die Einhaltung fundamentalster Menschenrechte zur Voraussetzung einer WM-Austragung machen würde. So aber ist das alles eine medial aufgebauschte Heuchelei.

  17. Thomas Holzer

    @gms
    Sie haben natürlich recht, jeder soll für seine Anliegen demonstrieren soviel er will. Es kommt halt auf die Art an, aber da wird es natürlich schwierig, weil Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden, und mit “Anstand” zu demonstrieren, ist in unseren Zeiten wahrscheinlich mittlerweile schon zu viel verlangt 😉
    Henryk M. Broder schrieb einmal, daß er von seiner Großmutter lernte, daß man gewisse Dinge einfach nicht tut 🙂 Aber diese gewissen Dinge werden in unseren Zeiten sicherlich nicht mehr gelehrt.

  18. Reinhard

    @Turing
    Kein Paparazzo hat ein Interesse an einem abgehalfterten Sportler. Außer er outet sich.
    Aber ist egal.
    Mit Ihrem letzten Satz haben Sie sich sowieso in’s Abseits befördert. Wenn einer nicht Ihren Sulf nachplappert gehört er in’s re,chte Eck, Genosse? Na denn, dem kann man nichts hinzufügen.

  19. Turing

    @Reinhard
    Doch, die Paparazzi hat an jeden Promi ein Interesse, den sie outen können, weil es die Auflage steigert. Die ZEIT musste wohl eine Megaauflage gehabt haben.

    Ich find’s einfach nur dämlich, wenn hier herumgemeckert wird, dass man mit der Homosexualität Hitzlpergers nicht belästigt wird, deswegen der Vergleich, mit der Gewerkschafts-NPD-Losung. Ich finde sie nach wie vor passend.

    In die rechte Ecke habe ich damit noch niemanden platziert. Ich greife nur den recht dämlichen Einwand an, dass über so vieles nicht berichtet werden könne, wenn das Outing durch Hitzlperger thematisiert würde. Dabei spielt die ausschweifende Heterosexualität von Matthäus und Becker eine viel größere Rolle in den Medien.

    Und so waren die Medien schon immer: Sie verbreiten Klatsch und Tratsch, die einen mehr, die anderen weniger. Das ist kein Phänomen von heute. Und ich halte Hitzlpergers Outing nach wie vor relevant, denn er war Fußballer und die Schmähungen durch Fans sind hinlänglich bekannt. Da wird ein Schiedsrichter oder ein gegnerischer Spieler häufig als schwul beschimpft.

  20. PP

    @Turing
    “Doch, mutig ist sein Verhalten schon. Zwar ist er nicht mehr als Fußballer aktiv, aber man stelle sich vor, er würde Trainer einer Knabenmannschaft.”

    Geht das ein wenig konkreter? Was soll das Man-stelle-sich-vor bedeuten?

    Man stelle sich vor, er wäre hetero und eine Mädchenmannschaft trainieren!
    Man stelle sich vor, eine homosexuelle Frau würde eine Mädchenmannschaft trainieren!
    Man stelle sich vor, eine heterosexuelle Frau würde eine Knabenmannschaft trainieren!

  21. Mourawetz

    Ein Tabu ist gebrochen. Auch Ex-Nationalfußballspieler dürfen nun schwul sein. Bisher stand das nur Berliner Bürgermeistern, Außenministern, Schauspielern und Modedesignern zu. Was kommt jetzt? Ist nun der Weg frei für weitere mutige Coming Outs? Schwule Fernsehköche? Lafer, Lichter? Gespannt warten wir auf die kommenden, nervenzerfetzenden Ereignisse!

  22. Thomas Holzer

    @Mourawetz
    Wartens nur, wird nicht mehr lange dauern; dann wird sich die erste Quotenfrau irgendeiner “Chefetage” als bisexuell, mit ihrem Mann und mit ihrer Freundin in einer menage a trois, inkl. einem künstlich mit dem Samen eines anderen Mannes gezeugten, von einer indischen Leihmutter “ausgetragenen” Kind (Sie wissen schon, war wegen der Karriere nötig) lebend, outet (inkl. triple-Interview)
    Sie werden erstaunt sein (oder auch nicht mehr), als wie mutig, zukunftsweisend, die Toleranz und das Verständnis für arbeitende “Mütter” und aufgeklärte, moderne, state of the art Beziehungen fördernd, dieses “outing” bezechnet werden wird.

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